Korrumpierung durch DM bei Grenzkontrollen

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26.09.2010 22:23von ( gelöscht )
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Korrumpierung durch DM bei Grenzkontrollen

Guten Abend allerseits,
eines vorab, ich habe weder auf der einen oder anderen Seite Grenzdienst geleistet, bin aber in der Zeit von 1982 bis 1990 ca. 12 bis 15 mal pro Jahr beruflich in die DDR ein- bzw ausgereist. Die Paßkontrollen waren im Grunde das geringste Problem. Die Damen und Herren vom Zoll waren aber eine besondere Spezis von Mensch. Ich hatte bis zuletzt (1990) das Gefühl, das hier Kontrollen nach der "Nasenpolitik" stattfanden. Die Damen in den taubenblauen Uniformen waren m.E. besonders aktiv. Durch einen Mitarbeiter eines Maschinenbaukonzerns wurde ich darauf aufmerksam gemacht, das ich mir bei den Grenzkontrollen durch den Zoll durch gewisse "Liebesgaben" das Leben "erleichtern" könne. Vorrausetzung: Grenzübertritt West / Ost bzw Ost / West nach 22.00 Uhr. Ein 20 DM-Schein im Paß würde Wunder bewirken. Wenn, wider erwarten, Rückfragen wegen des Geldscheines kommen würden, war das, so mein Gesprächspartner, eben ein bedauerlicher Irrtum. Beim ersten Mal ging mir der A..... auf Grundeis, aber es hat funktioniert. Ich habe nie wieder einen Koffer ausgepackt, nichts wurde mehr geröngt, Vorlage der mitgeführten DM wurde nicht mehr verlangt, etc etc.

Meine Frage an die damals "aktiven Grenzer" ?

War diese Korrumpierung an den Grenzen unter "Kollegen" bekannt ? Wenn ja, bis in welche Dienstgrade wurde "weitergeleitet" ?

Bei LKW-Fahrern soll dieses System gang und gebe gewesen zu sein. Da sind mit Sicherheit nicht unerhebliche Summen zu Stande gekommen.

Gruß

Michael

27.09.2010 21:30von Pitti53
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Pitti53
(...)
nochmal
die ersten die den paß in die hände bekamen war PKE. anschließend war der zoll erst dran.und die konnten meist nicht gut miteinander,weil verschiedene ministerien.Wie also sollte eine bestechung da technisch gehen?



DIe PKE unterstanden dem Minister für Staatssicherheit, der Zoll dem Minister für Aussenhandel und die Grenzbewacher dem Minister für nationale Verteidung (laut Wikipedia). Und wahrscheinlich hatten alle eigene Weisungen...
Gruss Theo




richtig theo

27.09.2010 21:46von Eumel
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Carolus hat recht. Pass ging immer vom Reisenden zum Zoll. Ausnahmen bei Übergabe durch PKE zum Zoll (z. B. Verdachtsmomente/ Massnahmen ... aber auch da nicht immer).

Falls es so etwas gegeben hat, dann können es nur Einzelaktionen vom Zoll gewesen sein. Die persönliche Gefahr wäre ja sonst auch zu groß gewesen, dass das einer mitbekommt ... und das hätte bösen Ärger gegeben. Es gab ja so keine feste Truppe. Die Schichten wurden wechselnd aufgestockt, es gab Wechsel zwischen den Bereichen und es gab Überprüfungen. Ein Vorgesetzter, der an einer Güst eine ganze Truppe deckt? Kann ich mir nicht so recht vorstellen.

28.09.2010 07:09von ( gelöscht )
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Zitat von Pitti53
wir waren grad bei der zoll und paßkontrolle...was hat das nun mit der paketkontrolle zu tun?auch da war doppelte kontrolle angesagt..keiner konnte sich da was privat einstecken.alle ma wurden zudem noch am ausgang kontrolliert.also sind deine "erzählungen" nur schrott freedom

übrigens ,wolltest du nicht in der osseria auf ein bier erscheinen?




Es geht um die Korruption!

Und im Postbahnhof machte nur ein Mitarbeiter der Post den Pförtner! Wohl kaum vorstellbar das ein billiger Pförtner die Taschen der ZöllnerInnen durch wühlen durfte.
Ich war selbst einige male am Monitor - als Tagelöhner und kam mit die Genossen Zöllner somit in Kontakt. Warum grad ich? Ich weiß es nicht.
Übrigens bin ich Berufstätig!


PS:Auch wenn ich nie ein Freund dieses Regimes war, bleibt es mir fern hier Lügen zu verbreiten!

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28.09.2010 19:39von ( gelöscht )
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Noch ein Zusatz meinerseits , damit keine Missverständnisse aufkommen. Die DDR-Crew benutzte nicht denselben Pass-/Zolldurchgang wie die Transitreisenden. Wir hatten eine separate Abfertigung mit je einem Herrn von Pass & Zoll. Und diese versahen ihren Dienst zusammen in einer kleinen Abfertigungsbutze. Da erscheint es doch logisch , dass sich das Devisen-Bakschisch geteilt wurde. Da gab es auch keine Kameras. Kann mir nicht vorstellen , dass diese Summen gemeldet oder noch weiter verteilt wurden. Warum auch. Eine Hand wäscht die andere. Ich war schneller & problemloser durch die Abfertigung und die Herren hatten etwas Handgeld für den Intershop.
Das war vollkommen ok für mich und moralisch für beide Seiten sicher nicht dramatisch. Menschen , wie du & ich....
@Freedom,könnte es auch sein,dass die Damen/Herren vom Zoll im Intershop/Delikatladen am Ostbahnhof eingekauft haben (Prinzenrolle/Kaffee) ?
Oder waren es beschlagnahmte Waren ? In die an mich gerichteten Pakete waren bspw. BRD-Zeitschriften in Keksrollen eingewickelt , im Kaffee/Kakao befand sich Bargeld. Und dieses wurde manchmal entdeckt.
Rotten

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28.09.2010 19:50von 94
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In der Endzeit der DDR durfte ich ja auch für einige Zeit den Spruch 'Guten Tag, bitte ihre Dokumente zur Einreise ...' aufsagen. Jedes Dorf hatte ja damals einen oder sogar mehrere GÜSten. Oft hatten wir nicht genug Personal für die Paßkontrolle. In einigen Schichten machte dann der Zoll die Paßkontrolle mit. Ein junger Zöllner damals war von jetzt auf gleich Zivilist. Im Buschfunk hieß es hinterher, er hätte bei den Visa, die für die Bundesbürger ausgestellt wurden die nur mit dem Personalausweiß einreisen wollten, recht kreativ abgerechnet. Was da wirklich lief, keine Ahnung. Auf jeden Fall war er von jetzt auf gleich nicht mehr da. Achso, war März oder April '90

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94
28.09.2010 22:33von Pitti53
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Zitat von Rotten
Noch ein Zusatz meinerseits , damit keine Missverständnisse aufkommen. Die DDR-Crew benutzte nicht denselben Pass-/Zolldurchgang wie die Transitreisenden. Wir hatten eine separate Abfertigung mit je einem Herrn von Pass & Zoll. Und diese versahen ihren Dienst zusammen in einer kleinen Abfertigungsbutze. Da erscheint es doch logisch , dass sich das Devisen-Bakschisch geteilt wurde. Da gab es auch keine Kameras. Kann mir nicht vorstellen , dass diese Summen gemeldet oder noch weiter verteilt wurden. Warum auch. Eine Hand wäscht die andere. Ich war schneller & problemloser durch die Abfertigung und die Herren hatten etwas Handgeld für den Intershop.
Das war vollkommen ok für mich und moralisch für beide Seiten sicher nicht dramatisch. Menschen , wie du & ich....
@Freedom,könnte es auch sein,dass die Damen/Herren vom Zoll im Intershop/Delikatladen am Ostbahnhof eingekauft haben (Prinzenrolle/Kaffee) ?
Oder waren es beschlagnahmte Waren ? In die an mich gerichteten Pakete waren bspw. BRD-Zeitschriften in Keksrollen eingewickelt , im Kaffee/Kakao befand sich Bargeld. Und dieses wurde manchmal entdeckt.
Rotten



damit werden alle pke und zollkontrolleure unter generalverdacht gestellt absoluter quatsch,weil die konnten sich nicht riechen und hätten nie gemeinsame sache gemacht.hätte wenn überhaupt nur einmal geklappt,weil sie unterschiedliche schichten hatten

28.09.2010 23:46von Eumel
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Zitat von Pitti53

damit werden alle pke und zollkontrolleure unter generalverdacht gestellt absoluter quatsch,weil die konnten sich nicht riechen und hätten nie gemeinsame sache gemacht.hätte wenn überhaupt nur einmal geklappt,weil sie unterschiedliche schichten hatten



Nee, sehe ich nicht unbedingt so. Gab zwar nicht unbedingt intensiven Kontakt zum Zoll (ausser natürlich zwischenmenschlich ) ... aber bei kleinen Güst, und wie Rotten schrieb war es wohl eine, dann kann es wohl möglich sein. Waren ja alle Menschen und nicht jeder war "clean". Einen Generalverdacht sehe ich da nicht. Es mag Ausnahmen gegeben haben, wie es auch heute Betrüger und Abzocker gibt. Die Möglichkeit schafft eben Diebe um ein altes Sprichwort zu zitieren.

Es lief mal eine Sendung, wo einer von der PKE stolz drauf war, dass er in Reisebussen Geschenke angenommen hat. Keine Ahnung, in welcher Sendung das war. Jedenfalls war der noch sehr jung und hat wohl nicht weit vor 1989 angefangen. Mag sein, dass er sich über wenig gefreut hat oder ob wirklich real war. Für andere war es Bestechung. Mag albern klingen ... aber das gab es.

An anderen Güsts konnte es da ganz anders ablaufen: Ein "Stammkunde" hat einen interessanten Artikel gelesen und haut die Zeitung in den Trakt (Counter, Abfertigungsstelle). Allein das gibt richtig Ärger. Gut, ein Geldschein im Pass ist weniger auffällig ... aber es bringt nichts! Ausnahmen siehe Beispiel von Rotten. Allerdings sind eben wirklich nur einzelne betroffen.

29.09.2010 00:17von ( gelöscht )
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Nun @Pitti53 das mag sein , dass die Herrschaften sich nicht gut riechen konnten. Ob das überall so war , sei dahingestellt. Vielleicht war es auch anders in der Zeit , vor dem Spätsommer 1989. Das kann ich nicht beurteilen.
Auch nutzten wir immer denselben Übergang zur Ein/Ausreise , der nur in der Zeit des Besatzungswechsels geöffnet war (jeweils zwei Stunden und nur für Crew). Ich habe dort meist dieselben Herren gesehen , ergo können demzufolge nicht sehr viele Schichten für uns zuständig gewesen sein.
Wozu auch , wir hatten als DDR-Crew unsere Seefahrtbücher/Kontrollhefte zu zeigen und im Gepäck 'sollte' nicht zu viel Transitware sein.
Hätten wir bei jeder Einreise einen anderen Grenzübergang gewählt (was als seefahrendes Personal direkt von Bord/Transitverkehr nur bedingt möglich ist) und diese Praxis so gehandhabt ,dazu noch,dass es dort auch Erfolg (und ohne Konsequenzen für beide Seiten) gehabt hätte,dann könnte man evtl. von einem Generalverdacht sprechen. So jedoch keinesfalls.
Rotten

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04.10.2010 20:15von Mike59
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Die Zeiten vor 1989 als PKE und Zoll noch voll im Saft standen sind mir ja kaum bekannt. Ich kenne es auch erst ab dem Zeitpunkt als die ganzen Angeh. der KD und BV gefeuert wurden und wir den Job übernehme mussten.
Nach der Grenzöffnung war es schwierig zwischen Präsenten die aus lauter überschwänglicher Freude gemacht wurden und Bestechung zu differenzieren. Fakt ist, das ab Frühjahr 1990 ordentlich der eiserne Besen angesetzt wurde, jeder der in Verdacht stand, für Geschenke jeglicher Art empfänglich zu sein, hat innerhalb von 24h die Uniform ausgezogen. Jedenfalls bei unserem GüSt Kommandanten.

Mike59

04.10.2010 20:57von josy95
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Zitat von Freedom

Zitat von Pitti53
wir waren grad bei der zoll und paßkontrolle...was hat das nun mit der paketkontrolle zu tun?auch da war doppelte kontrolle angesagt..keiner konnte sich da was privat einstecken.alle ma wurden zudem noch am ausgang kontrolliert.also sind deine "erzählungen" nur schrott freedom

übrigens ,wolltest du nicht in der osseria auf ein bier erscheinen?




Es geht um die Korruption!

Und im Postbahnhof machte nur ein Mitarbeiter der Post den Pförtner! Wohl kaum vorstellbar das ein billiger Pförtner die Taschen der ZöllnerInnen durch wühlen durfte.
Ich war selbst einige male am Monitor - als Tagelöhner und kam mit die Genossen Zöllner somit in Kontakt. Warum grad ich? Ich weiß es nicht.
Übrigens bin ich Berufstätig!


PS:Auch wenn ich nie ein Freund dieses Regimes war, bleibt es mir fern hier Lügen zu verbreiten!





Ich hatte es schon mal beschrieben in den Tiefen dieses Forums, hab es selbst erlebt, das aus den s. g. Westpaketen, die wir doch in nicht gerader geringer Stückzahl bekamen (meißt aber nur Klamotten mit ein wenig Beiwerk wie Kaffee, Schokolade) ab und an etwas außerhalb des Entnahmeprotokolls fehlte..., manchmal auch das vorgeschriebene Inhaltsverzeichnis gleich mit...unsere Sippschaft im "Westen" schickte meißt vorsorglich noch ein Inhaltsverzeichnis per Briefpost vor weg oder hinterher.Es wird heute schwerlich zu beweisen sein, es sei denn, es outet sich wirklich jemand, der diese Taten selbst begangen oder als Hehler, Mitwisser gedeckt hat. Anderseits hat der alte spruch "Gelegenheit macht diebe" auch hier seine volle Gültigkeit, warum sollen auch PKE, Zoll und andere DDR- Organe alles Saubermänner gewesen sein??? Richtig ist auch, das ein Generalverdacht auch total fehl am Platze ist. Obwohl ich nie vor Ort war, aber auch ich kann mir bei dem Prozedere unterschiedlicher Diensteinheiten und Dienstherren schwerlich ein Zusammenarbeiten bei derart gefährlichen Handlungen vorstellen. Korruption von Staatsbediensteten war und ist kein Kavaliersdelikt. Anderseits hat Mielke & Co akriebisch dafür gesorgt, das unter dem Mitarbeitern von Zoll, GT, MfS usw. schon genug Mißtrauen untereinander vorhanden war, was die Gefahr des Entdeckt werdens um ein vielfaches erhöhte. Heute für manch einen "empfänglichen" Staatsdiener vielleicht nicht vorstellbar, aber...!
Als kleines Beispiel für das geziehlt gesäte Mißtrauen auch unter Berufssoldaten, Offizieren: Mir wurde mehrfach von bekannten Angehöhrigen dieser DDR- Organe glaubhaft berichtet, das allein schon der Wohnbereich (s. g. Offizierswohnblöcke) kaum Privatspähre erlaubte, immer die Angst im Nacken, aus niederen Beweggründen denunziert zu werden, und sei es über die Schiene gewisser Neidaspekte oder dem Zickenalarm einiger Ehefrauen. Ein Buz, den ich sehr gut kenne, sagte mir nach der Wende mal, seine Tochter hatte mal heimlich und leise(!!!) die NDR- Plattenkiste an, die Sendung war noch nicht ganz zu Ende, da durfte er schon beim Polit antanzen.

Mag sich jeder seinen Teil denken, seine Erlebnisse, Erfahrungen und Sicht auf diese Dinge haben.., trotzdem auch hier gilt: Suche deine Feinde und Denunzianten immer erst in deiner Nähe!

josy95

04.10.2010 22:48von ( gelöscht )
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Zitat von EK 82/2
mit vordere mitte meine ich die führenden industriestaaten,wer auf den 14.oder sogar 20. platz stolz ist glaubt auch an die lüge von 3,2 mio.arbeitslose,die 6,5 mio.hartz4 empfänger zählen nicht dazu,wie auch nicht die schulabgänger ohne lehre usw.hier lügt sich die regierung auch schön.und wegen dem richtig lesen,es sind über 120 staaten und nicht 91.aber jeder glaubt was er sehen will.

http://www.welt.de/politik/deutschland/a...fuenf-Euro.html

diese aussage der 6,5 mio kam zustande um zu beweisen wie teuer es dem staat kommt.in 3 monate gibt es vielleicht nur noch 2,9 mio arbeitslose um sich wieder regierungsfähig zu reden.



selten so einen Unsinn gelesen.

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05.10.2010 00:31von ( gelöscht )
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Zitat von 94
In der Endzeit der DDR durfte ich ja auch für einige Zeit den Spruch 'Guten Tag, bitte ihre Dokumente zur Einreise ...' aufsagen. Jedes Dorf hatte ja damals einen oder sogar mehrere GÜSten. Oft hatten wir nicht genug Personal für die Paßkontrolle. In einigen Schichten machte dann der Zoll die Paßkontrolle mit. Ein junger Zöllner damals war von jetzt auf gleich Zivilist. Im Buschfunk hieß es hinterher, er hätte bei den Visa, die für die Bundesbürger ausgestellt wurden die nur mit dem Personalausweiß einreisen wollten, recht kreativ abgerechnet. Was da wirklich lief, keine Ahnung. Auf jeden Fall war er von jetzt auf gleich nicht mehr da. Achso, war März oder April '90



Ende 89 Anfang 90 zweigten sich einige Altzöllner in Wartha Herleshausen Gegenstände aus einer Hilfslieferung ab und wurden ebenfalls berechtigter Weise sofort gefeuert.
Allerdings gab es im Rahmen der Euphorie jede Menge Geschenke und Aufmerksamkeiten, die wurden aber toleriert.
Insgesamt herrschte trotz der düsteren Zukunftsaussichten noch Ordnung und Diziplin..........
Erst ab dem die Währungsreform spruchreif wurde, häuften sich Gerüchte über manipulierte Warenlieferungen im Zusammenhang mit MWST Geschichten und ähnlichen Transaktionen die die DDR nie erreichten aber per Stempel dort waren

Gruß AMW

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05.10.2010 08:17von eisenringtheo
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Zitat von Wilfried
Ich bin zwar auch Ossi, muß das aber nicht betonen. Ist auch egal. Fest steht, und das ging jetzt irgendwie verloren, das ich es selbst erlebt habe, das man mit (West) Geld auch bei Staatsdienern im Sozialismus weiter kam. Das ist eigentlich doppelt schlimm.


Was tut man als Westtourist mit 25M Mindestumtausch auf einem Tagesausflug an einem Sommertag im Jahre 1987? Eine grosse Rundfahrt mit der "Weissen Flotte"! Am Schalter angestanden, (natürlich!) alles ausgebucht. Da kommt eine Frau zu mir und sagt mir: "Wir haben einen Betriebsausflug. Ein Kollege ist krank. Die Karte kann ich nicht zurückgeben. 20 M und sie können mitkommen. Gesagt getan. Essen, Dessert, Wein, Bier, Schnaps und Kaffee bestellt. Dann ist der Kellner zum Einkassieren gekommen. Verpflegung war nicht inbegriffen!!!
Der "Betrieb" das Aussenhandelsministerium war und die "Kollegen" hatten alle regelmässig im westlichen Ausland zu run. Das ergab sich aus den Gesprächen. Wichtig war Zürich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Palatinus_GmbH
http://zh.powernet.ch/webservices/inet/H...0&lang=1&sort=0
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Genex05.jpg
Stockbesoffen ging ich in die Toilette, habe einen 20 DM Schein in die Hand genommen. Der erste Kollege, der gekommen ist, hat mich angeguckt und mir dafür dann wortlos 100M zugesteckt. Bis zur Ausreise an Bf. Friedrichstrasse war ich dann wieder nüchtern und dachte schon, ich sei in eine Falle getappt. Aber ich konnte unbehelligt ausreisen. Das überzählige Geld habe ich in die Spendeurne der "Gesellschaft für Schiffbrüchige in Not" geworfen.
Theo Eisenring

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