Eure Gedanken in einer 08/15 Schicht ?

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25.09.2010 19:32von ( gelöscht )
Frage
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Eure Gedanken in einer 08/15 Schicht ?

Es gab ja (zu mindest an der "Grünen Grenze" sehr viel 08/15 Schichten.
Soll mal so ganz kurz und knapp heißen: Schichten, in denen man sehr viel Zeit zum nachdenken und phantasieren hatte.
Was waren eure Gedanken in 08/15 GD ?
Das soll jetzt nicht heißen, das wir im GD gepennt haben.

Ich habe mir , wie vielleicht auch viele anderen Gedanken über meine Zukunft gemacht.
Wie es nach dem GWD weiter geht, Ziele gesetzt und alles theoretisch durchgespielt.

Wie gesagt, in Schichten, die dies zu gelassen haben.
Das war nat. nicht jeden Tag.

Dann hatte ich mal so einen Gedanken.
Was wäre wenn du jetzt abhaust ?Die rote Farbe soll es noch einmal unterstreichen: Nicht Idee oder Plan, sondern "Planspiel".
Nie war es wirklich eine Frage - nur kamen Fragen auf.
Schießt dein Posten, mit dem du befreundet bist wirklich auf dich ?
Was würde mit deiner Familie passieren?
1000 Fragen und keine Antwort.
Keine Westverwandschaft.

Wie gesagt, für mich nie ein ernsthaftes Thema, aber in der langen Weile einfach nur ein Planspiel.
Wie würde ich es tun, wenn ich es tun würde ?!
Hattet ihr auch mal solche "Gedanken" aus der langen weile heraus ?


Oss`n

25.09.2010 19:45von ( gelöscht )
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nicht zu schnell antworten - lesen und noch einmal darüber nachdenken !!

Oss`n

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25.09.2010 19:58von exgakl
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ehrlich gesagt waren mir solche Art gedanklicher Planspiele fremd.

VG exgakl

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
25.09.2010 20:32von Mike59
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Zitat von exgakl
ehrlich gesagt waren mir solche Art gedanklicher Planspiele fremd.

VG exgakl


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Hmm, @ exgakl, hab auch lange überlegt. Offensichtlich verschüttet. Irgend etwas war da, aber so was nich.

Mike59

25.09.2010 20:58von ( gelöscht )
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Doch, der Gedanke, ich nenne ihn nicht Planspiel war da. Ich müsste schwindeln, wäre das nicht so gewesen, zumal dieser: " Was wäre wenn du jetzt diese Linie überschreitest?"
Natürlich, und das schrieb ich sinngemäß in anderen Freds, wo dieses Thema ähnlich gelagert war, war da oder folgte daraufhin noch der andere Gedanke: Was lässt du in diesem Moment zurück und ist es das wert? Und dieser Gedanke holte mich immer, aber auch immer auf den Boden zurück.
Ohne es strapazieren zu wollen, das Wort "jugendlicher Habenichts", denn wir waren Alle, aber auch Alle einmal jugendliche Habenichtse und ihnen, ohne Frage stand es frei, ihre Entscheidung dahingehend zu treffen, wer wollte es ihnen verdenken, erschossen sie dabei nicht den Mann neben ihnen, also ihnen, ohne Frage stand es aber auch sowas von frei, die Seite zu wechseln, aber alle Anderen, und darunter zähle ich meine Wenigkeit zum damaligen Zeitpunkt, mit Frau, mit Kind, mit einer mit eigenen Händen ausgebauten Wohnung stand es nicht mehr frei.
Ganz einfach, weil es das Wort Verantwortung gibt und dieses Wort ist keine leere Hülse, der ich aber auch Alles, so mein eigenes Ego drüberstelle, denn mein Ego ist nichts, ich ordne es ganz einfach unter wenn ich beginne, als junger Habenichts eine Familie zu gründen.
Ich denke nicht, das ich den Text auch damals, 1978 so schon formuliert hätte, ganz einfach, weil ich da noch zu jung war.
Oss´n, "guter Plangedankengang"

Rainer-Maria

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25.09.2010 21:32von Altmark01
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Die Gedanken "einfach abzuhauen" hat sich wohl fast jeder gemacht, man hatte ja genügend Zeit in so mancher Nachtschicht. Aber was sollte man da drüben wenn man keine Verwandschaft dort hatte und nicht wusste was auf einen zukommt.

26.09.2010 16:11von rustenfelde
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Also ich hatte damals West-(ver-)bekanntschaft. Es waren nämlich die Eltern meiner damaligen Freundin und jetzigen Frau. Wir waren
schon in der Schulzeit ein Paar. Dann kam die Lehre, Grundausbildung bei den GT und die Versetzung an die grüne Grenze im Eichsfeld.
Dort nach ca. Monaten wurde unsere Einheit ausgewählt, an der Erprobung einer anderen Form der Grenzsicherung, der Kompaniesicherung teilzunehmen. Wir bekamen neue Technik, zusätzliche Bewaffnung und Grenzaufklärer. Der 4.Zug war der so genannte
Grenzwachzug, welchem ich dann auch angehörte. Ich wurde fortan u.a. feindwärts mit einem Gak zur Absicherung von Feld- u. Meliorations-
arbeiten, sowie zur Kontrolle der Grenzanlagen eingesetzt. Wir liefen unmittelbar an den Grenzsäulen entlang, und meist neben uns eine
Streife vom BGS. Es war nur ein Schritt und nichts wäre mir passiert. Ich hatte damals den Gedanken nicht, hab mir aber wohl gedacht, wie leicht ich es hätte. Aber, da war ja die Freundin!
So kam es, das wir uns in meinem VKU im Mai verlobten. Wieder in der Kompanie angekommen wurde ich am nächsten Tag zum Polit
befohlen und über meinen Urlaub ausgefragt.
Von diesem Tag an, stimmte meine Blutgruppe plötzlich nicht mehr und es war aus mit den feindwärtigen Einsätzen. Ein "Kamerad" auf
unserer Bude war wohl der 2000 zuträglich.

Gruß RF

26.09.2010 16:33von ( gelöscht )
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Wir haben uns des öfteren kulinarischen Genüssen zugewendet.Ich brauchte alle 14 Tage eine neue Brotbüchse und hab in jedem Urlaub den Vorrat an Spiritustabletten aus dem Spowa aufgekauft.

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26.09.2010 17:15von Roland 87
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Meißt waren meine Gedanken Zuhause bei den Eltern, Freundin oder Freunden.Besser war es wenn man mit einen redselligen Posten oder
-führer unterwegs war damit die Schicht nicht langweilig wurde.
Natürlich kam es drauf an als was man eingesetzt war.Auf A-Gruppe kam man schon ins Nachdenken aber bei Kontrolle 6 Meter/GZ1 oder 2 Meter/GSZ sah es anders aus.
Roland 87

26.09.2010 22:31von ( gelöscht )
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Ich habe in den 0-8.15 Schichten an vielen Sachen gedacht und auch daran abzuhauen . Aber die realietät holte einen wieder zurück wenn man daran dachte das man seine Familie und Bekannte wahrscheinlich nie mehr sehen würde , das man in der DDR ein Staatsfeind währe und darunter auch die Familie leiden müßte .

Aber es waren zum Glück nur Gadanken !

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26.09.2010 22:45von ( gelöscht )
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abzuhauen,daran dachte ich nicht,aber schon daran wie es wäre wenn ich einer vom bgs wär.irgendwie waren meine gedanken immer daran gebunden heil nach hause zu kommen und die scheiße zu vergessen.heute erkenne ich,vergessen geht nicht,es prägte mein leben.

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26.09.2010 23:09von 94
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Nun, weiß nicht ob das hier paßt. Also ich habe eigentlich jede Schicht als KGSi mit dem Gedanken einer Republikflucht gespielt. Aber nicht mit dem Gedanken einer Fahnenflucht! Unterschied bemerkt? *grins*
Übrigens 8/15, hä? Hätte ich auch mal gern gehabt. Bei uns ging die 7-Stundenschicht von 16 bis 23 Uhr.

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94
26.09.2010 23:45von Mike59
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Zitat von 94
Nun, weiß nicht ob das hier paßt. Also ich habe eigentlich jede Schicht als KGSi mit dem Gedanken einer Republikflucht gespielt. Aber nicht mit dem Gedanken einer Fahnenflucht! Unterschied bemerkt? *grins*
Übrigens 8/15, hä? Hätte ich auch mal gern gehabt. Bei uns ging die 7-Stundenschicht von 16 bis 23 Uhr.


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ab 23:00 Uhr Nachbereitung und Auswertung

Mike59

27.09.2010 01:37von ( gelöscht )
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Zitat von EK 82/2
abzuhauen,daran dachte ich nicht,aber schon daran wie es wäre wenn ich einer vom bgs wär.irgendwie waren meine gedanken immer daran gebunden heil nach hause zu kommen und die scheiße zu vergessen.heute erkenne ich,vergessen geht nicht,es prägte mein leben.



Heil nach hause kommen wollte doch jeder.Ich auch, aber die gedanken gingen bestimmt bei vielen mal durch den Kopf, wie und was währe wenn. Und diese Zeit an der Grenze prägte mich auch und vergessen geht einfach nicht .

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( gelöscht )
27.09.2010 13:36von 94
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@Mike59
Also um elfe war der Drops eigentlich schon gelutscht. Will damit sagen Schicht im Schacht. Die Ablösung der 16/23 rollte als 22/06 kurz vor zehn vom Hof und wenn der KGSi etwas bei der Sache war, hatte er seine Schicht SPÄTESTENS 22.15 Uhr ausm Abschnitt und aufm Kompaniehof.
Natürlich ist mir klar, das @Oss`n mit 08/15 die Redewendung meinte *verlegengrins*
http://de.wikipedia.org/wiki/08/15_(Redewendung)
Habe jetzt aber mal die Schichten durchgerechnet 8/15 14/22 21/05 04/12 11/19 18/02 1/9. Und da sind ein paar Schichten dabei, die mir besser gefallen, als 16/23 22/6 5/13 12/20 19/3 2/10 9/17. Besonders die 2/10 war heftig.

Aber jetzt mal zum Thema. Eine Fahnenflucht kam für mich nicht mal gedanklich in Erwägung. Ob ich allerdings bei einem weiterem Fortbestand der DDR und insbesondere ihrer Grenzsicherungsanlagen über meine Dienstzeit hinaus eines Tages dieses Wissen benutzt hätte, um 'spurlos' zu verschwinden. Hmm, ich höre mich nicht lauthals nein brüllen.

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94
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