DDR-Regime trat Menschenrechte mit Füßen

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22.09.2010 12:42
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#1
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Ich habe hier nochmal einen Artikel vom 9.11. 2006 aus dem Tagesspiegel gefunden. Die Überschrift nun die sagt ja schon viel aus. Vielleicht können wir über dieses Thema noch mal in Ruhe und Sachlich ohne Beleidigungen Diskutieren. Mir ist klar das dieses Thema bei einigen vielleicht alte Erinnerungen zurück ruft aber wir sind nun mal hier um darüber zu schreiben. Und jeder darf seine Meinung dazu schreiben. Ich bin ein Neutraler Mensch und weder für die eine noch für die andere Seite tätig gewesen. Also lasst es uns mal Probieren.

Meine Frage zu diesem Artikel.
Gab es Menschen in der DDR die nicht wußten das sie bei unerlaubten überschreiten der Grenzanlagen mit Sanktionen rechnen mußten ?
Gab es Menschen in der DDR die nicht wußten das sie bei einem Fluchtversuch erschossen werden könnten ?
Hat sich das MfS willkürlich Bürger der DDR ausgesucht und ins Visier genommen ?
Wenn es Verletzungen gegen die Menschenrechte in der DDR gegeben hat warum hat keiner was dagegen getan ?



Hier der Artikel

Als einen der "glücklichsten Momente in der deutschen Geschichte" bezeichnete Günter Nooke den Abend des 9. November 1989. Am 17. Jahrestag des Mauerfalls haben Politiker und Kirchenvertreter die Überwindung der Teilung Deutschlands gewürdigt.

Berlin - Der Pfarrer der Versöhnungs-Gemeinde an der Mauergedenkstätte in Berlin, Manfred Fischer, sagte, der 9. November sei ein "vielschichtiger Erinnerungstag in Deutschland". Dass die Menschen nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938, in der die Juden in Deutschland offen verfolgt und ermordet wurden, den 9. November 1989 erleben durften, sei für ihn eine "große Gnade".

Vor dem Fall der Mauer habe in der DDR 28 Jahre ein Regime der Unfreiheit und des Unrechts regiert, unterstrich Nooke, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung. Nicht nur die Opfer der Mauer, sondern alle Deutschen haben nach Nookes Auffassung diese Unfreiheit gespürt. An dem Gedenkakt am Denkmal für die Opfer der Teilung in der Bernauer Straße in Mitte nahmen unter anderen Bürgermeister und Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS), CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger und Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt-Bohlig teil.

"Unauslöschliches Freiheitsstreben"

Den DDR-Bürgern seien die Grundrechte verwehrt und damit ihre Menschenrechte massiv verletzt worden, sagte Nooke. Nach der Wiedervereinigung hätten sich die Verantwortlichen der SED-Diktatur auf ihr sozialistisches Recht von damals berufen. In fairen Strafprozessen seien ihnen die heute geltenden Grundrechte gewährt worden, sagte Nooke und fügte hinzu: "Moralisch bleiben sie aber im Unrecht, weil sie die Menschenrechte mit Füßen getreten haben." Nooke forderte, die Opfer des SED-Regimes zu entschädigen.

Pfarrer Fischer bezeichnete die Mauer als eines "der symbolhaften Beispiele für Menschenexperiment und Weltenteilung" im 20. Jahrhundert. Der Mauerfall dagegen habe alle Planungen und Prognosen zunichte gemacht, und das "ohne einen Schuss, ohne eine Bombe, ohne einen Toten". Der Fall der Berliner Mauer "war getragen von dem unauslöschlichen Freiheitsstreben der Menschen", ergänzte Fischer. Dieses "Freiheitserleben" strahle auch in Zukunft über alle Grenzen hinweg. (tso/ddp)


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22.09.2010 16:47
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#2
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Tut mir Leid, Angelo.... auch wenn Du nur diese Artikel aussuchst, bei solchen voreingenommenen Schalgzeilen laesst sich nur schwer in Ruhe oder gar sachlich reden. Die einen fuehlen sich ermutigt, die anderen fuehlen sich gleich angegriffen. Die Wahrheit liegt meistens igendwo zwischen den zwei Polen. Ich halte mich von solchen Diskussionen fern, da sie meistens innerhalb von Nanosekunden ins OT und Beleidgungen ausarten. Nur meine Meinung dazu.

Die Wahrheit liegt sterbend zwischen den Fronten des Kalten Krieges. Sie war das allererste Opfer.

Jens


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22.09.2010 17:04
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#3
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Zitat von Angelo

sagte Nooke und fügte hinzu: "Moralisch bleiben sie aber im Unrecht, weil sie die Menschenrechte mit Füßen getreten haben."



Na das ist doch wieder typisch! Läßt sich nichts strafrechtlich relevantes finden, dann muss halt die moralische Schuld herhalten. Hauptsache man kann sagen schaut her und schuldig sind sie doch und wir doch alle viel viel besser.

Zitat von Angelo

Meine Frage zu diesem Artikel.
Gab es Menschen in der DDR die nicht wußten das sie bei unerlaubten überschreiten der Grenzanlagen mit Sanktionen rechnen mußten?

Ich bezieh dies jetzt einmal auschließlich auf erwachsene und psychisch gesunde Menschen und antworte dann mit NEIN!

Gab es Menschen in der DDR die nicht wußten das sie bei einem Fluchtversuch erschossen werden könnten?

Schwer vorstellbar, aber in Einzelfällen sicher möglich.

Hat sich das MfS willkürlich Bürger der DDR ausgesucht und ins Visier genommen ?

NEIN! Willkürlich heißt es hätte jeden und ohne Grund treffen können, dem war jedoch mitnichten so. Es gab bei jedem bearbeiteten Objekt gute Gründe dafür, auch wenn sich einige von ihnen aus heutiger Sicht als falsch erwiesen haben.

Wenn es Verletzungen gegen die Menschenrechte in der DDR gegeben hat warum hat keiner was dagegen getan?

Suggestivfrage, da die Frage ob es Menschenrechtsverletzungen gab von Dir noch gar nicht gestellt wird. Welche Antwortmöglichkeiten soll ich hier also haben?



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22.09.2010 17:50
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#4
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Ok Feliks erst mal danke für deine Antworten.

Dann fasse ich mal zusammen, wenn die Menschen wußten was ihnen passiert wenn Sie gegen die geltenden Gesetzte versoßen dann muß der drang nach Freiheit wirklich groß gewesen sein. Aber was war für einen DDR Bürger Freiheit? Was stellte sich der DDR Bürger vor was er im Westen vielleicht hat was er in der DDR nicht hatte ? War im Westen wirklich alles besser ? Sicherlich konnte ich hin fahren wo ich wollte,,,,,,,aber wenn ich gewusst hätte das ich bei der Flucht aus dem Westen hätte erschossen werden können oder meine Familie vielleicht erschwerte Bedingungen hätte wäre ich glaube ich lieber da geblieben wo ich bin.....Denn wer in der DDR geboren ist, hat ja eigentlich nie was anderes gekannt...das ist wie mit dem blinden der von Geburt an nie sehen konnte....er kann sich die Welt auch nur vorstellen wie er sie riecht und hört oder halt aus Erzählungen


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22.09.2010 18:11
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#5
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Zitat von Angelo
Ok Feliks erst mal danke für deine Antworten.

Dann fasse ich mal zusammen, wenn die Menschen wußten was ihnen passiert wenn Sie gegen die geltenden Gesetzte versoßen dann muß der drang nach Freiheit wirklich groß gewesen sein.

1. Nicht unbedingt, da spielt der Gedanke daran eventuell nicht erwischt zu werden eine entscheidene Rolle. Wenn ich heute zu schnell fahre weiss ich dass es verboten ist und ich bestraft werde, mache es aber Trotzdem. Warum, ist das der Drang nach Geschindigkeit? Nein, ich hoffe dass ich nicht erwischt werde. Da hält mich also keine Höhe der möglichen Strafe von ab, lediglich so viele Kontrollen das ich Angst habe erwischt zu werden. Da der normale DDR Bürger aber vom wirklichen Ausbau der Grenzsicherungsanlagen nichts wußte dachte er er hätte gute Chancen es bei Dunkelheit zu schaffen, dies hörte man immer wieder. Ich denke 50% hätte die Fluchtabsicht nicht realisiert, wenn sie eine ungefähre Vorstellung von der Sicherung gehabt hätten.

Aber was war für einen DDR Bürger Freiheit? Was stellte sich der DDR Bürger vor was er im Westen vielleicht hat was er in der DDR nicht hatte ? War im Westen wirklich alles besser ?

2. Viel falsches, einige dachten sogar es gebe dort keine Bussgelder im Straßenverkehr. Frag mal Uwe der kann da aus Wendezeiten sicher den einen oder anderen Schwung erzählen. Sie kannten nur die Bilder aus dem Fernsehen und glaubten dies sei die reale Welt dort drüben. Was nicht heißen soll, das einige sich auch bewusst waren auch im Westen Leistung bringen zu müsse.

Sicherlich konnte ich hin fahren wo ich wollte,,,,,,,aber wenn ich gewusst hätte das ich bei der Flucht aus dem Westen hätte erschossen werden können oder meine Familie vielleicht erschwerte Bedingungen hätte wäre ich glaube ich lieber da geblieben wo ich bin.....

Siehe 1.

Denn wer in der DDR geboren ist, hat ja eigentlich nie was anderes gekannt...das ist wie mit dem blinden der von Geburt an nie sehen konnte....er kann sich die Welt auch nur vorstellen wie er sie riecht und hört oder halt aus Erzählungen

Siehe 2. TV Bilder waren eine super Propaganda


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22.09.2010 18:19
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#6
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Zitat von Feliks D.


Hat sich das MfS willkürlich Bürger der DDR ausgesucht und ins Visier genommen ?

NEIN! Willkürlich heißt es hätte jeden und ohne Grund treffen können, dem war jedoch mitnichten so.




Definitifv falsch. Vorsorglich wurden Menschen bei Abteilung M (Postkontrolle) überwacht. Diese Menschen hatten keinen Grund geliefert. Nur mal so. Und es gibt noch mehr Beispiele.
Dieter


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22.09.2010 18:23
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#7
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Zitat von Feliks D.
Suggestivfrage, da die Frage ob es Menschenrechtsverletzungen gab von Dir noch gar nicht gestellt wird. Welche Antwortmöglichkeiten soll ich hier also haben?





Zur Erklärung [Zitat: http://de.wikipedia.org/wiki/Mu_(Philosophie)]
Eine simple Interpretationsmöglichkeit von „Mu“ als Antwort wäre: „Diese Frage entspringt einem dualistischen Geist, hat in Wirklichkeit keinen Sinn (bzw. ist somit falsch gestellt) und kann daher sinnvollerweise nicht mit ja oder nein beantwortet werden“ oder etwa „Aus unendlich vielen Standpunkten könnte man eine These einleiten, um deine Frage zu beantworten, alle Möglichkeiten schließen sich nicht aus, entspringen also letztlich mehr der Phantasie und bringen dich nicht weiter; ferner verblenden dich“.

Und wenn ich jetzt schon mal auf der philosophischen Schiene bin, möchte ich an die Antwort von @KID mit einem Nitzsche-Zitat anknüpfen:
"Wer nicht lügen kann, weiß nicht, was Wahrheit ist"

Andererseits möchte ich aber auch mal den Teilnehmern an der ABD (Arbeiter- und Bauerndiktatur) einen Kissinger mit auf den (Diskussions-)Weg geben:
"Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind."


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22.09.2010 18:26
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Zitat von dieter

Zitat von Feliks D.


Hat sich das MfS willkürlich Bürger der DDR ausgesucht und ins Visier genommen ?

NEIN! Willkürlich heißt es hätte jeden und ohne Grund treffen können, dem war jedoch mitnichten so.





Definitifv falsch. Vorsorglich wurden Menschen bei Abteilung M (Postkontrolle) überwacht. Diese Menschen hatten keinen Grund geliefert. Nur mal so. Und es gibt noch mehr Beispiele.
Dieter




@dieter
Dann frage ich dich jetzt aber, was hätte das für einen Sinn gemacht ?
Einfach mal so Menschen überwachen die nicht auffällig sind ? Was sollte das bringen ?


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22.09.2010 18:28
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Zitat von dieter

Zitat von Feliks D.


Hat sich das MfS willkürlich Bürger der DDR ausgesucht und ins Visier genommen ?

NEIN! Willkürlich heißt es hätte jeden und ohne Grund treffen können, dem war jedoch mitnichten so.




Definitifv falsch. Vorsorglich wurden Menschen bei Abteilung M (Postkontrolle) überwacht. Diese Menschen hatten keinen Grund geliefert. Nur mal so. Und es gibt noch mehr Beispiele.
Dieter




Wer kam den in die M-Fahndung und warum? Alle Bürger oder nur bestimmte Gruppen und wenn warum diese Gruppen? Willkürlich oder nicht doch wegen bestimmten Gründen, schließlich gab es nur begrenzte Kapazitäten.


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22.09.2010 18:39
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#10
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94

Zitat von Angelo
Dann frage ich dich jetzt aber, was hätte das für einen Sinn gemacht ?
Einfach mal so Menschen überwachen die nicht auffällig sind ? Was sollte das bringen ?


Ungefähr den Ansatz, den die große Colanation, ähm Koalition, mit der Vorratsdatenspeicherung verfolgte? Momentan dank BVerfG-Entscheidung vom 2. März dJ auf Eis gelegt. Nun, der dann 'hoffentlich' verfassungsgemäße Nachfolger dieses "Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG" kommt so sicher wie 'allahu akbar' in einer Moschee *nicht_grins*

P.S. @FED die Kapazitäten sind heute nicht mehr so begrenzt *jetzt doch ein bissel grins*
Ich sag mal nur N-Gramm und GNU_R. Hoffentlich war das noch nda-conform.


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22.09.2010 18:48
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#11
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Die Herren Nooke und Fischer, sind das Ossis, in der DDR aufgewachsen? Ist nur zum besseren Einordnen, meine Frage.

Rainer-Maria


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22.09.2010 18:52
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#12
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( gelöscht )

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Die Herren Nooke und Fischer, sind das Ossis, in der DDR aufgewachsen? Ist nur zum besseren Einordnen, meine Frage.

Rainer-Maria



Fischer... keine Ahnung

Nooke hat in der DDR ganz gut gelebt und nun im Westen auch wieder... http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Nooke


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22.09.2010 18:59
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#13
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Mal zum Thema Postkontrolle,ich hab meine Post nach hause teilweise in Alufolie getan,und immer kamen sie dann aufgerissen daheim an.Die lieben Genossen haben doch nicht mal den eigenen Leuten getraut.Nur zur info,mein Opa war meim MDI und mein Vater Parteisekretär.


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22.09.2010 19:17
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#14
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mic, deine Postkontrolle, das Thema hatten wir auch schon ausführlich in irgendeinem Fred. Auch der Westen kontrollierte zu Hauf die Post des unbescholtenen Bürgers.
Vielleicht kann Einer das Thema einmal aussgraben?

Rainer-Maria


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22.09.2010 19:25
#15
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Zitat von Angelo

Meine Frage zu diesem Artikel.
Gab es Menschen in der DDR die nicht wußten das sie bei unerlaubten überschreiten der Grenzanlagen mit Sanktionen rechnen mußten?


Ich nehme an, zuviel Neugier zu diesem Thema allein war schon unerwünscht.. Also haben wohl viele solche Fragen verdrängt. Staatsanwaltschaft und Gerichte kannten bei diesem Thema keinen Spass. Eine Bekannte von mir, die jetzt in Luzern wohnt, plante mit ihrer Freundin 1985 eine Flucht bei Potsdam(?). Die Freundin flüchtete dann, sie selber wollte dann doch nicht. Dennoch bekam sie drei Monate Gefängnis.
Theo
http://www.uwekaiser.com/grenze/grenzgesetz.htm
Theo


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