Bericht über eines der ersten Todesopfer an der Zonengrenze

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19.09.2010 13:33
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Bericht über eines der ersten Todesopfer an der Zonengrenze (30. August 1961)

Angehörige einer Betriebskampfgruppe erschossen gestern einen Flüchtling, der an der West-Berliner Zonengrenze in Lichterfelde den Teltowkanal durchschwimmen wollte. Acht bis zehn Karabinerschüsse peitschten plötzlich um 14 Uhr 10 durch die Stille an der im Krieg zerstörten Fritz-Schweitzer-Brücke. Verzweifelt schwamm ein Mann um sein Leben.

Bis zur dichtbewachsenen Uferböschung war es ihm gelungen, den Sperrgürtel der Betriebskampfgruppen, Vopos und „Volksarmisten“ zu durchbrechen. Die MG-Posten links von ihm in den Baumkronen hatten ihn nicht bemerkt, und auch in den Schützenlöchern auf der rechten Seite unmittelbar an der Gasleitung über den Teltowkanal, sah niemand, wie der etwa 30jährige Ostzonen-Bewohner die Oberkleider wegwarf, sich an einem Strick eine Aktentasche um den Hals hing und von der Uferböschung mit einem Kopfsprung ins Wasser sprang. 50 Meter ist dort der Kanal breit.

Das Aufklatschen des Mannes im Wasser riß die Söldner Ulbrichts aus ihrer Mittagsruhe. Von allen Seiten schossen sie auf den Schwimmenden. Viele Schüsse gingen daneben auch auf die West-Berliner Seite des Teltowkanals. Genau in der Mitte verläuft hier kilometerlang die Grenze zwischen Ost- und West. Zweimal tauchte der Flüchtling unter dem Kugelhagel hinweg. Schon hatte er fast die Mitte, die Freiheit, erreicht. Da sprang ein Mann der Betriebskampfgruppe aus dem Dickicht, legte die Maschinenpistole an und jagte einen Feuerstoß über das Wasser. Er traf den Flüchtling in den Kopf. Durch die Wucht des Geschosses wurde er im Wasser herumgewirbelt und sackte nach hinten weg. „Ihr Schweine, ihr Hunde, schießt doch nicht auf eure eigenen Landsleute“, brüllte in diesem Moment ein junger Mann auf der ostzonalen Seite, der dort mit mehreren Arbeitern das Unterholz auf dem Grenzstreifen rodete. Sofort wurde er von mehreren Uniformierten umringt. Sie führten ihn ab. Er winkte noch einmal in den Westsektor und rief: „Macht's gut, Jungens, mich seht ihr nie wieder.“

Im Nu wimmelte es nach diesem zweiten Flüchtlings-Mord innerhalb von fünf Tagen durch die kommunistischen Schergen auf der Uferböschung von Armisten, Vopos, Angehörigen der Betriebskampfgruppen, SSD-Leuten und ostzonalen Feuerwehrmännern. Der Mord-Schütze steckte sich eine Zigarette an. Offiziere und Ostjournalisten umringten ihn. Sie gratulierten ihm. Schlugen ihm anerkennend auf die Schulter. Lachend quittierte dieser „Held“ die Glückwünsche. Von beiden Seiten des Kanals wurden Schlauchboote ins Wasser gelassen. Mit Suchleinen und Stangen kämmten die Feuerwehr aus Ost und West, jeder auf seinem Gebiet, den verschlammten, mit Unkraut und Tang vermoderten Grund des Kanals ab.

Kameraleute richteten auf der westlichen Uferböschung ihre Teleobjektive auf die dreißig bis vierzig Armisten der östlichen Seite, die mit Ferngläsern die Suchaktion beobachteten. Als sie merkten, daß sie photographiert wurden, gingen sie in Deckung und ließen sich nur noch wenig blicken. Nach zwei Stunden vergeblichen Suchens brach die West-Feuerwehr die Schlauchbootaktion ab. Ein Amphibienfahrzeug tauchte plötzlich um 17 Uhr 35 auf dem anderen Ufer auf. Aber es wurde nicht eingesetzt. Um 18 Uhr wurden schließlich auch die beiden Schlauchboote der Ost-Feuerwehr aus dem Wasser gezogen. Eine Viertelstunde später traf die West-Berliner Wasserpolizei ein. Mit der geborgten Badehose eines Photoreporters sprang ein Beamter ins Wasser. Aber in anderthalb Meter Tiefe war in dem trüben Wasser auch nicht mehr das geringste zu sehen. Um 19 Uhr wurden nochmals zwei Schlauchboote der Feuerwehr eingesetzt. Doch auch dieser Einsatz blieb ohne Erfolg. Der Kanal gab den Ermordeten nicht frei.

Quelle: G. Sch., „Gestern an der Zonengrenze: SED-Scherge erschoß Flüchtling im Teltowkanal“, Tagesspiegel, 30. August 1961.


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19.09.2010 13:37
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Zitat von Angelo
Bericht über eines der ersten Todesopfer an der Zonengrenze (30. August 1961)

Angehörige einer Betriebskampfgruppe erschossen gestern einen Flüchtling, der an der West-Berliner Zonengrenze in Lichterfelde den Teltowkanal durchschwimmen wollte. Acht bis zehn Karabinerschüsse peitschten plötzlich um 14 Uhr 10 durch die Stille an der im Krieg zerstörten Fritz-Schweitzer-Brücke. Verzweifelt schwamm ein Mann um sein Leben.

Bis zur dichtbewachsenen Uferböschung war es ihm gelungen, den Sperrgürtel der Betriebskampfgruppen, Vopos und „Volksarmisten“ zu durchbrechen. Die MG-Posten links von ihm in den Baumkronen hatten ihn nicht bemerkt, und auch in den Schützenlöchern auf der rechten Seite unmittelbar an der Gasleitung über den Teltowkanal, sah niemand, wie der etwa 30jährige Ostzonen-Bewohner die Oberkleider wegwarf, sich an einem Strick eine Aktentasche um den Hals hing und von der Uferböschung mit einem Kopfsprung ins Wasser sprang. 50 Meter ist dort der Kanal breit.

Das Aufklatschen des Mannes im Wasser riß die Söldner Ulbrichts aus ihrer Mittagsruhe. Von allen Seiten schossen sie auf den Schwimmenden. Viele Schüsse gingen daneben auch auf die West-Berliner Seite des Teltowkanals. Genau in der Mitte verläuft hier kilometerlang die Grenze zwischen Ost- und West. Zweimal tauchte der Flüchtling unter dem Kugelhagel hinweg. Schon hatte er fast die Mitte, die Freiheit, erreicht. Da sprang ein Mann der Betriebskampfgruppe aus dem Dickicht, legte die Maschinenpistole an und jagte einen Feuerstoß über das Wasser. Er traf den Flüchtling in den Kopf. Durch die Wucht des Geschosses wurde er im Wasser herumgewirbelt und sackte nach hinten weg. „Ihr Schweine, ihr Hunde, schießt doch nicht auf eure eigenen Landsleute“, brüllte in diesem Moment ein junger Mann auf der ostzonalen Seite, der dort mit mehreren Arbeitern das Unterholz auf dem Grenzstreifen rodete. Sofort wurde er von mehreren Uniformierten umringt. Sie führten ihn ab. Er winkte noch einmal in den Westsektor und rief: „Macht's gut, Jungens, mich seht ihr nie wieder.“

Im Nu wimmelte es nach diesem zweiten Flüchtlings-Mord innerhalb von fünf Tagen durch die kommunistischen Schergen auf der Uferböschung von Armisten, Vopos, Angehörigen der Betriebskampfgruppen, SSD-Leuten und ostzonalen Feuerwehrmännern. Der Mord-Schütze steckte sich eine Zigarette an. Offiziere und Ostjournalisten umringten ihn. Sie gratulierten ihm. Schlugen ihm anerkennend auf die Schulter. Lachend quittierte dieser „Held“ die Glückwünsche. Von beiden Seiten des Kanals wurden Schlauchboote ins Wasser gelassen. Mit Suchleinen und Stangen kämmten die Feuerwehr aus Ost und West, jeder auf seinem Gebiet, den verschlammten, mit Unkraut und Tang vermoderten Grund des Kanals ab.

Kameraleute richteten auf der westlichen Uferböschung ihre Teleobjektive auf die dreißig bis vierzig Armisten der östlichen Seite, die mit Ferngläsern die Suchaktion beobachteten. Als sie merkten, daß sie photographiert wurden, gingen sie in Deckung und ließen sich nur noch wenig blicken. Nach zwei Stunden vergeblichen Suchens brach die West-Feuerwehr die Schlauchbootaktion ab. Ein Amphibienfahrzeug tauchte plötzlich um 17 Uhr 35 auf dem anderen Ufer auf. Aber es wurde nicht eingesetzt. Um 18 Uhr wurden schließlich auch die beiden Schlauchboote der Ost-Feuerwehr aus dem Wasser gezogen. Eine Viertelstunde später traf die West-Berliner Wasserpolizei ein. Mit der geborgten Badehose eines Photoreporters sprang ein Beamter ins Wasser. Aber in anderthalb Meter Tiefe war in dem trüben Wasser auch nicht mehr das geringste zu sehen. Um 19 Uhr wurden nochmals zwei Schlauchboote der Feuerwehr eingesetzt. Doch auch dieser Einsatz blieb ohne Erfolg. Der Kanal gab den Ermordeten nicht frei.

Quelle: G. Sch., „Gestern an der Zonengrenze: SED-Scherge erschoß Flüchtling im Teltowkanal“, Tagesspiegel, 30. August 1961.



Bei der Titelüberschrift:
Da solltest Du noch 16 Jahren zurück gehen.

Du meinst sicherlich nach dem Bau der Mauer!

TH


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19.09.2010 13:40
avatar  Angelo
#3
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Ich habe das Document so übernommen wie es in der Quelle gestanden hat...da haben die wohl was verdreht...


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19.09.2010 14:24
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Zitat von Angelo

Im Nu wimmelte es nach diesem zweiten Flüchtlings-Mord innerhalb von fünf Tagen durch die kommunistischen Schergen auf der Uferböschung von Armisten, Vopos, Angehörigen der Betriebskampfgruppen, SSD-Leuten und ostzonalen Feuerwehrmännern. Der Mord-Schütze steckte sich eine Zigarette an. Offiziere und Ostjournalisten umringten ihn. Sie gratulierten ihm. Schlugen ihm anerkennend auf die Schulter. Lachend quittierte dieser „Held“ die Glückwünsche.



Einfach abartig, dieses Verhalten.....oder wie seht ihr das? War das ein Beispiel des neuen Denkens?
Dieter


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19.09.2010 15:18
avatar  Mike59
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Ostern 1946: im Lkr. Coburg ... Schiesserei zwischen einer US Streife und Sowjetsoldaten welche zuvor versuch haben einen US Jeep mit Waffengewalt zu stehlen. 1 Sowjetsoldat stirbt...
Sept. 1949: Simon Prediger wird am Eishäuser Weg (Lkr. Coburg) von Sowjetsoldaten erschossen
19. Okt. 1946: Rosa Grabschmuck aus Steinfeld, Krs. Hildburghausen wird von sowjetischen Soldaten erschossen
(Quelle: Grenzerfahrungen Kompakt - Salierverlag)
usw.

Als vom ersten Toden kann in dem Artikel ja nun nicht wirklich die Rede sein. Den Stil des Artikels lasse ich mal unkommentiert.

Mike59


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19.09.2010 15:25
avatar  S51
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S51

Der Text ist sehr reißerisch, vorsichtig formuliert. War es auch so? Da es sich um einen Artikel einer Zeitung handelt, müsste es ja hierzu Fakten geben (wer getroffen wurde, ob wirklich tödlich).
Wenn immer etwas passiert ist, wurde zu meiner Zeit unmittelbar danach abgeriegelt. Bis auf die eingesetzten Kräfte kam keiner hinzu. Hier aber "...wimmelte es von Armisten, Vopos, KG, MfS und (sogar) Feuerwehrmännern". Ja, sogar Journalisten! Im Osten! dabei waren die doch so etwas wie der verkappte Belzebub persönlich in den Augen der Truppen.
Ich habe auch über Verwandte, die noch in den 50-er Jahren rüber und nüber sind, manches gehört. Das aber nach einem Zwischenfall an der Grenze "großer Bahnhof" gewesen wäre, nie.
Ich habe mit dieser Geschichte Probleme, sie wirkt nicht glaubwürdig.
Auch noch aus einem anderen Grund. In einem meiner früheren Dienstorte diente von Zit...., der 1961 unter anderem als Waffenmeister dabei war. Von ihm weiß ich, dass es bei den eingesetzten Kampfgruppen pro Zug immer nur eine MPi mit Munition gab. Die sogenannte diensthabende Waffe. Alle übrigen Magazine waren leer. Die Kampfgruppenleute waren weniger zur Absicherung der Grenze eingesetzt, sondern als optische Abschreckung und weil das propagandistisch mehr hermachte.
Klar, hätte hier sein können aber das Drumherum war wie geschildert im Osten nicht üblich.
Vom Verhalten aber wäre es nicht absolut unmöglich gewesen, jeder Mensch ist und reagiert anders.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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19.09.2010 17:38
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#7
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Habe mir nicht den text komplett durchgelesen. Nur soviel, Ihr müßt bedenken zu dieser zeit war der Propagandakrieg auf Hochtouren. Ost wie West haben sich dabeinichts geschenkt. Es wird was dran sein an der Geschichte, der Stil und das meiste, vor allem auch das was @Dieter hervorgehoben hat ist der Sprach- und Schreibstil der damaligen Zeit. Deshalb ja auch nicht Mauer sondern Zonengrenze.


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19.09.2010 17:46
avatar  icke46
#8
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Wie wolle76 schon schrieb, ist der Text wohl in dem zur damaligen Zeit üblichen Propagandastil verfasst. Nur eine Anmerkung zur Verwendung des Begriffs "Zonengrenze": Im damaligen Sprachgebrauch hiess die innerstädtische Grenze, also zwischen West- und Ostberlin, immer Sektorengrenze. Wenn ich die geschilderte Örtlichkeit (Teltowkanal und Lichterfelde) richtig lokalisiere, passierte der Vorfall wohl an der Grenze zwischen Westberlin und der DDR (sprich Umland) und es wurde deshalb das Wort Zonengrenze benutzt.

Gruss

icke


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19.09.2010 19:38
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#9
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Hier einmal ein Text aus dem DDR-Sprachgebrauch, Quelle unten angefügt.

Angehörige der USA-Besatzungstruppen beschießen am 3.7. aus der Westberliner Enklave Steinstücken Grenzsoldaten der DDR und zerstören Grenzsicherungsanlagen. Im Zusammenhang damit nimmt die amerikanische Militärpolizei den Feldwebel William E. Lindstrom fest. Das Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR erklärt dazu am 24.7: Die vorgesehene kriegsgerichtliche Aburteilung des Feldwebels" zeugt von der Respektierung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik und ihrer Anlagen durch die amerikanischen Militärbehörden, kann jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß derartige provokatorische Zwischenfälle aus der anomalen Situation in Westberlin entstehen".
Quelle: Deutscher Geschichtskalender 1963

Rainer-Maria


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19.09.2010 20:10
avatar  Zkom IV
#10
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Also der Text und die Formulierungen sind natürlich im Stil des damaligen "Kalten Krieges" geschrieben. Ob dieser Fall sich nun genau so zugetragen hat oder was u.U. etwas "aufgebauscht" wurde, wird sich heute kaum noch feststellen lassen. Es sei denn es gibt noch einen Zeitzeugen.
An der besagten Stelle befindet sich neben der Straße ein Mahnmal, was an den Erschossenen erinnert. Ich kann mich entsinnen, dass zum Todestag immer Kränze vom "Kuratorium Unteilbares Deutschland" dort abgelegt waren. Auch ein Kollege und ich haben mal im Zuge einer Streife, welche wir genau am 30.August in dem Bereich gemacht haben, dort Blumen abgelegt.

Das Mahnmal steht meines Wissens auch heute noch an der selben Stelle, Direkt links vor der Brücke, wenn man von Zehlendorf nach Teltow fährt.
Rechts von der Brücke kam es im Jahre 1986 (?) zu einer geglückten Flucht. Wurde hier im Forum in einem anderen Beitrag schon besprochen.

Gruß Frank


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19.09.2010 20:13
avatar  icke46
#11
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Zitat von Zkom IV
Direkt links vor der Brücke, wenn man von Zehlendorf nach Teltow fährt.

Gruß Frank



Dann scheint meine Darstellung hinsichtlich der Verwendung des Begriffs "Zonengrenze" aber zuzutreffen. War der Grenzbereich Westberlin-DDR - und der Begriff wurde in Abgrenzung zur Sektorengrenze verwendet.

Gruss

icke


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20.09.2010 07:10
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#12
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Welcher Göbbelslehrling auf westzonaler Seite hat diesen Text verbrochen? Trieft ja nur so vor Propaganda.


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20.09.2010 07:26
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#13
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Na ja Feliks, wenn ich mal so zurückdenke, unsere Parolen waren auch nicht ohne, aber wir hatten weniger den vulgären Bildleserstil drauf. Dieses Reißerische, so voll aus der Gosse geholt und die Jungs bei Bild und Co. mussten doch wegen der Quote, das musste sich doch verkaufen, das,die, ihre Blätter.
Also wurde aus dem Grenzsoldaten der Vopo oder Grepo, aus seinem deutschen Schäferhund mit Stammbaum die bluttrünstige Bestie, abgerichtet auf Kinder und ältere Leutchen und so liese sich das noch endlos fortsetzen.
Junge, war das eine Zeit und gut, das ich da Kind war und von all dem Mist nichts mitbekommen habe.

Rainer-Maria


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20.09.2010 10:32 (zuletzt bearbeitet: 20.09.2010 10:33)
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#14
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Hier findet man noch etwas über diesen Vorfall: http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593816/page/7


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20.09.2010 16:54 (zuletzt bearbeitet: 20.09.2010 21:41)
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#15
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Der Tagesspiegelbericht vom 30. August 1961 beweist, wie Lügen im kalten Krieg gemacht wurden. Betrachten wir nur die Begriffe und stellen uns Fragen: Waren Angehörige der Betriebskampfgruppen überhaupt an der Sektorengrenze bewaffnet eingesetzt? War die Grenze in und um WB überhaupt eine Zonengrenze? Gab es es einen Ende August 1961 einen "Sperrgürtel der Betriebskampfgruppen, Vopos und `Volksarmisten`"? Erst wurde ein MG- Posten in die Baumkronen mit Karabiner "verfrachtet" , dann legte er die Maschinerpistole an...Die "Söldner Ulbrichs", die kommunistischen Schergen", der "Mordschütze", "dreißig bis vierzig Armisten der östlichen Seite" damit waren wir gemeint. Das war schon damals um es mild auszudrücken, eine Schaudergeschichte und Sauerei, die im Rechtsstaat BRD bis in die heutige Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Erwiesen ist z.B. das Peter Fechner am 17. August 1962 nur deshalb verbluten mußte, weil die Westberliner Polizei erste Hilfemaßnahmen von Ostberliner Seite verhinderte. Auf der Westseite standen auf einem Podest Angehörige der Westberliner Polizei mit ihren Waffen im Anschlag einer rief: "Wenn hier einer reingeht (gemeint war der Ort an dem sich Peter Fechner befand- Dr.E.), wird geschossen".Der 1. Stellvertreter des Kommandeurs der Abteilung der Bereitschaftspolizei in Rummelsburg fuhr sofort zum Ereignisort, organisierte mit Soldaten die Bergung des Verletzten und seinen Abtransport ins Krankenhaus. Dazwischen lagen aber 50 wertvolle Minuten, die verstrichen, weil die eigentliche Hilfeleistung von der Westberliner Polizei verhindert wurde. US- Amerikaner in Uniform waren ebenfalls anwesend und sahen tatenlos zu. Im Jahre 1992 wurde durch die Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität ein Ermittlungsverfahren wegen "unterlassener Hilfeleistung" gegen den 1. Stellvertreter des Kommandeurs eingeleitet eingeleitet. Dieses Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Ob gegen die WB-Polizisten ein Verfahren eingeleitet wurde, weiß ich nicht. Peter Fechner wird jedoch regelmäßig als "erstes Maueropfer" oder "eines der ersten Maueropfer" genannt.
Dr. Emmerich


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