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#21

RE: Ablauf von Fahrzeugkontrollen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.11.2010 00:16
von Gelöschtes Mitglied
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[quote="Obraun"]Hallo Ex-Grenzsoldaten,

ich hoffe, Ihr könnt mir etwas weiterhelfen. Ich bin Schriftsteller und versuche gerade mir den Ablauf an der Innerdeutschen Grenze vorzustellen. Persönliche Erfahrungen habe ich damit keine. Deshalb habe ich ein paar Fragen. Ich bin in meinem aktuellen Roman an einer Stelle, wo der Hauptdarsteller (ein Amerikaner) gezwungen ist, 1963 per Transit im Auto von Westberlin durch die DDR nach Westdeutschland zu fahren. Damit ich nicht totalen Blödsinn schreibe, habe ich mich hier angemeldet und hoffe auf hilfreiche Antworten.

1. Gab es das gelegentlich, dass Amerikaner mit dem Auto durch die DDR fuhren?
2. Würde ein Amerikaner, der das macht, bei der Ein/Ausreise anders behandelt werden, als der durchschnittliche Westdeutsche? Wenn ja, wie?
3. Wurde auf jeden Fall ins Auto und ins Gepäck geschaut, oder blieb es bei einer Passkontrolle?
4. Der gute Mann ist leider gezwungen, eine Waffe irgendwo im Auto (Ford Taunus) zu verstecken. Wie macht er das am besten, damit der durchschnittliche Grenzsoldat diese nicht findet?5. Was würde passieren, wenn diese Waffe dann doch gefunden würde?

Herzlichen Dank im Voraus!
-------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hallo Obraun,

dein Roman handelt ja zu Anfang der 60ziger Jahre.Ob zu diesem Zeitpunkt "normale Grenzsoldaten" auf der Güst ihren Dienst taten entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich diente als Grundwehrdienstleistender von 82'- 83' am Zaun.
Kann dir versichern,dass zu dieser Zeit kein "normaler Grenzer" Kontrollen an den Grenzübergangsstellen ( Güst) durchführte,da sie selber keinen Zutritt zu diesen hatten!
Da gab es also keine Grenzsoldaten,das ist Humbug und wäre ein grober "Schnitzer" in deinem Buch.
Für diese Kontrollen bei der Ein/Ausreise waren PKE (Passkontrolleinheit) und Zoll zuständig,sicherlich mischte da auch das MfS mit.
Aber zu deinen Fragen gibt es hier im Forum eigentlich ausgesprochene Spezialisten genannter "Organe".
Ich hoffe du bekommst noch eine vernünftige Antwort,die dir weiter hilft und das dein Thread nicht zerlegt wird.(Flaschenöffner etc.)
Denke das war ja nicht deine Frage.

Gruß ek40


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#22

RE: Ablauf von Fahrzeugkontrollen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.01.2012 23:34
von passport | 2.907 Beiträge | 908 Punkte
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1. Bürger(Innen) ausländischer Staaten wurden bei der Einreise DDR, Transit 3. Staaten oder im vertragsgebundenen Transit BRD- WB abgefertigt wie Bürger(Innen) der Bundesrepubllik.

2. Angehörige der Alliierten wurden nicht durch Angehörige der DDR-Kontrollorgane kontrolliert. Das betraf auch die Zivilangehörigen der alliierten Besatzungstruppen.

3. Abfertigung der Alliierten erfolgte über den Checkpoint Alpha (Helmstedt - Marienborn) Richtung WB. Ausreise über den Checkpoint Bravo (Drewitz-Dreilinden). Kontrolle erfolgte nur duch alliierte Soldaten.

4. Die PKE des MfS wurden 1968 aufgestellt. 1970 wurde die HA VI des MfS gegründet. Die PKE wurden der Linie VI unterstellt.

5. Von 1961 - bis 1968 gab es die APF des MfS (Abteilung Pass/Fahndung) auf den Grenzübergangsstellen der DDR.


Gruß

passport



zuletzt bearbeitet 02.01.2012 14:34 | nach oben springen

#23

RE: Ablauf von Fahrzeugkontrollen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2012 13:02
von Bärchen | 66 Beiträge
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Hallo,

wie und wer die Kontrollen bei der Einreise durchführte ist mir nicht bekannt. Es gab zwei Arten von Visa, für "normale Leute", einmal für den Aufenthalt in Berlin und für das übrige Gebiet der DDR. Inhaber mit Berlinvisum durften Berlin nicht verlassen. Dafür gab es einen "Bußgeldkatalog". Für das Verlassen von Berlin, um vielleicht eine Abkürzung zu fahren wurden 30,-DM erhoben, für die Anfahrt zu einer Veranstaltung oder zu einem Besuch wurden 250,-DM erhoben und wenn die Bürger von einer Veranstaltung oder Besuch zurück kamen wurden 500,- DM erhoben.
Die Kontrollen wurde durch die VP durchgeführt. Hierfür gab es eigens Dienstellen. Die Dienstvorschrift lautete 0/42. Es waren ganz normale VP-Angehörige, die nur an den Ausfallstraßen von Berlin ihren Dienst verrichteten und nur Bürger des "nicht sozialistischen" Auslandes kontrollierten, egal ob Bundesbürger, Franzosen, Amerikaner ect.
Die erhobenen Bußgelder konnten vor Ort entrichtet werden. Konnten oder wollten die Betroffenen nicht vor Ort bezahlen, dann gab es einen entsprechenden Vordruck. Der nannte sich S-0-17-0. Ein Durchschlag erhielt der Betroffene. Das Bußgeld konnte dann bei der Ausreise bezahlt werden. Sollte das nicht erfolgen, dann hätte der Betroffene das Geld auch bei der erneuten Einreise bezahlen können. Wenn die Zahlung nicht erfolgt wäre, wäre die erneute Einreise versagt worden. Das Bußgeld konnte der Betroffene auch von zu Hause aus überweisen.


mfg
Bärchen

05/85 Eisenach
07/85 bis 10/86 Kaltenwestheim


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#24

RE: Ablauf von Fahrzeugkontrollen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2012 13:12
von Alfred | 7.422 Beiträge | 1780 Punkte
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Zitat von Mike59

Zitat von Obraun
Der Amerikaner ist Zivilist. Und der Begriff "durchschnittlich" war nicht abwertend gemeint. Mir ging es dabei darum, den "normalen" Ablauf zu erfahren.


----------------------------
Ist schon klar, ich hatte das "durchschnittlich" auch nicht abwertend verstanden. Quasi ein 08/15 Grenzer , die gab es dort aber auch nicht.
Zoll gehört zum Finanzministerium, war in der DDR wohl auch so und die
PKE war eine Abteilung die dem MfS unterstand
Grenzer, also sprich "Angehörige der Grenztruppen" haben da mehr oder weniger nur Sicherungsaufgaben wahrgenommen.

Mike59




Mike,


Zoll zum Finanzministerium ?

Gehörte der Zoll nicht zum Ministerium für Außenhandel ?



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#25

RE: Ablauf von Fahrzeugkontrollen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2012 13:15
von eisenringtheo | 10.183 Beiträge | 3704 Punkte
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Zitat von Bärchen
Hallo,

(...) Für das Verlassen von Berlin, um vielleicht eine Abkürzung zu fahren wurden 30,-DM erhoben, für die Anfahrt zu einer Veranstaltung oder zu einem Besuch wurden 250,-DM erhoben und wenn die Bürger von einer Veranstaltung oder Besuch zurück kamen wurden 500,- DM erhoben.
(...).


In den 80er Jahren stand die VP vor allem an Einfallachsen nach Berlin und herausgewunken wurden alle PkW mit ausländischen Kennzeichen ("Führerschein, Fahrzeugpapiere und Reisepässe bitte!").
Im Eisenbahnverkehr habe ich nie eine Kontrolle erlebt.
Theo


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#26

RE: Ablauf von Fahrzeugkontrollen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2012 17:19
von Mike59 | 8.794 Beiträge | 2978 Punkte
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Zitat von Alfred

Zitat von Mike59

Zitat von Obraun
Der Amerikaner ist Zivilist. Und der Begriff "durchschnittlich" war nicht abwertend gemeint. Mir ging es dabei darum, den "normalen" Ablauf zu erfahren.


----------------------------
Ist schon klar, ich hatte das "durchschnittlich" auch nicht abwertend verstanden. Quasi ein 08/15 Grenzer , die gab es dort aber auch nicht.
Zoll gehört zum Finanzministerium, war in der DDR wohl auch so und die
PKE war eine Abteilung die dem MfS unterstand
Grenzer, also sprich "Angehörige der Grenztruppen" haben da mehr oder weniger nur Sicherungsaufgaben wahrgenommen.

Mike59




Mike,


Zoll zum Finanzministerium ?

Gehörte der Zoll nicht zum Ministerium für Außenhandel ?




Ja - stimmt. Jedenfalls in der DDR - war ein Fehler von mir - Ich hatte trotzdem den Eindruck, das die beiden Zollbehörden gut miteinander ausgekommen sind. Jedenfalls nach dem November 1989.

Gruß Mike59



zuletzt bearbeitet 02.01.2012 17:19 | nach oben springen


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