Serie „Weißensee“ "Boxhagener Platz" DDR-Drama

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11.09.2010 21:05 (zuletzt bearbeitet: 21.11.2011 13:51)
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Hannah Herzsprung & Florian Lukas, Sass, Kockisch, Fromm, die Liebe & die Stasi

Ostberlin 1980, die DDR hat Rost angesetzt, es quietscht im System. Soll man das erste Bild von „Weißensee“ so interpretieren? Das Scharnier, das die Schaukel trägt, auf der die Tochter des Helden tollt, hält zwar, aber der Korrosionsprozess des Materials ist deutlich erkennbar. Der Absprung des Kindes: gleich die nächste Metapher für den Verlauf der ersten sechs Folgen der Familiensaga, in der auch das junge Paar den Absprung findet – nicht gen Westen, sondern in Richtung eines veränderten Bewusstseins? Martin Kupfer, ein Volkspolizist, Anfang 30, eigenwilliger Spross einer Funktionärsfamilie, der sich mit dem mittleren Dienst begnügt, weil er nicht Teil eines Unterdrückungsapparates sein will, und Anna Hausmann, Tochter einer Liedermacherin, die mit ihren Texten immer wieder bei der Stasi aneckt, lieben sich. Doch die Familien und Vater Staat versuchen, diese Verbindung zu boykottieren.

„Weißensee“ ist eine Familienserie. Sie spielt 1980 in der DDR. Sie erzählt von den Schwierigkeiten, die der Arbeiter-, Bauern- und Bonzenstaat zwei Liebenden bereiten kann. Und sie erzählt davon, was diese Liebe für die Angehörigen der Herkunftsfamilien der Romeo-und-Julia-Connection made in GDR bedeutet. „Wenn du mit dieser Frau zusammenziehst, habe ich keinen Sohn mehr“, sagt Vater Kupfer, wohl wissend, dass er dann wohl seinen Stuhl als Generalmajor im Ministerium für Staatssicherheit räumen muss. Andererseits versteht er seinen Sohn nur zu gut: Er liebte einst Julias Mutter, Dunja Hausmann, hat sich aber für die Karriere und den Familienfrieden entschieden. Seither ist er ihr „Schutzengel“. Vielleicht ist er auch der Vater von Julia, der großen Liebe seines Sohns? Verwünschung und Verzweiflung liegen über den Familien. Dazu singt Dunja Hausmann manch wehmütiges Lied.

„Weißensee“ ist eine Drama-Serie mit Hang zu großen Gefühlen und zu kleinen, intensiven Szenen. Dramaturgisch sind die 270 Minuten klassisch erzählt, ein bisschen verschachtelter als „Die Drombuschs“, vielleicht etwas amerikanischer mit Cliffhanger und gutem Tempo als „Familie Dr. Kleist“. Das Besondere an dieser Serie von Autorin Annette Hess ist die Zeichnung der Figuren. Zwar haben sie ihre ideologischen Standpunkte, ihre Funktion im Rahmen der Dramaturgie, aber sie entziehen sich auch immer wieder dem Schwarzweiß-Raster. Eine Figur wie Stasi-Oberst und Familien-Übervater Hans Kupfer, glänzend von Uwe Kockisch verkörpert, begegnet einem nicht alle Tage in einer deutschen Familienserie. „Dieser Kupfer darf schillern, hat Zwischentöne“, ergänzt Hess und betont: „Die Figuren durften vielschichtiger, widersprüchlicher sein, als in den anderen Serien, die ich geschrieben habe.“

Quelle und Bild: tittelbach.tv


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11.09.2010 22:24 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2010 22:26)
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#2
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"Boxhagener Platz"-Drama - Deutschland 2010

Noch ein Filmtipp !!!
Habe diese DVD am Freitag gekauft im Müllermarkt MGN !
Erstauflage dieser DVD 10.09.2010
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren - 102 Min. - Verleih: Pandora
Start: 04.03.2010 Kino

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" schmetterte Udo Jürgens optimistisch. Für manche fängt es später an, für Oma Otti mit fast achtzig. Sie ist die beste Großmutter und der zwölfjährige Enkel ist lieber bei ihr als bei den ständig zankenden Eltern, einem Abschnittsbevollmächtigten sprich staats-konformen Polizisten und seiner vom Westen träumenden Ehefrau. Die rüstige alte Dame kocht gerne und redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Auf dem Friedhof flirtet sie mit Karl Wegner, seines Zeichens Ex-Spartakuskämpfer und systemkritischer Zeitgenosse. Da erschüttert der Mord an einem Fischhändler und Ex-Nazi den Bezirk. Und genau in der Mordnacht machte sich Ottis Gatte Nummer Sechs noch mal auf in die Kneipe, wohl wissend, dass auch der "Fischkopf" seiner Frau mehr als nur fetten Karpfen verkaufen möchte. Bevor ihm die fidele Lady ihre Liebe zu Karl beichten kann, entschläft er sanft an ihrer Seite. Wie Teenies lebt das angejahrte Paar nun seine Gefühle aus, zum Ärger der Stasi, die den Oldie mit eigener politischer Meinung als möglichen Mordbuben am Heiligabend verhaftet.
Matti Geschonneck, selbst am Boxhagener Platz aufgewachsen, wie auch Buch- und Drehbuchautor Torsten Schulz, überrascht mit einer anrührenden Dramödie voller lakonischem Witz und hintergründiger Ironie, er taucht kraftvoll ein in den Mikrokosmos des Jahres 1968, als in Westberlin die Studenten auf die Barrikaden gingen und im Osten noch trügerische Ruhe herrschte. Viele authentische Details fließen in die fiktive Handlung ein, die Ausstattung demonstriert enge Spießbürgerlichkeit, die Dialoge geben tiefgründige Lebensweisheiten preis. Im Proletarier-Bezirk Friedrichshain tummeln sich die skurrilsten Figuren, mal systemtreu, meistens aber in passivem Widerstand. Da zählen die kleinen Aufmüpfigkeiten, nicht der große Widerstand, die kleine Politik, nicht die große. Und wenn Karl beim deftigen Mahl mal ein Flugblatt "Russen raus aus Prag" oder den westlichen "Stern" auspackt, stößt das bei Oma und Enkel auf Neugier.


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12.09.2010 10:50
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ABV

Bei meinen bisherigen Erfahrungen mit der filmischen Aufarbeitung der DDR, sehe ich dem Start der Serie eher skeptisch entgegen. [blush][blush]

13.09.2010 09:48
#4
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Diskutieren wir nach dem Ansehen weiter, o.k.

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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15.09.2010 14:23
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#5
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hab gestern den ersten Teil gesehen,fands bisher ganz ok!mal sehen.....


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15.09.2010 21:52
#6
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der "grobe" Teil, sprich die Handlung an sich nicht schlecht. Aber die Details.................FStW W 353 mit Lada Blaulichtbrücke, Volkspolizisten mit Koppel braun und Pistolentasche braun zur Hose lang (1980 waren Koppel und Pistolentasche schwarz ), Omst. Schulterklappen - wie diese 1980 so nicht getragen wurden (erst ab 1983) usw. usw. Naja............die Ungenauigkeiten kenne ich ja auch aus anderen Filmen.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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15.09.2010 21:53
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#7
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naja glaub ganz so genau sollte man das alles nicht sehen....bleibt ebend fernsehen,die geschichte an sich find ich bisher gut!


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15.09.2010 21:56
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#8
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...haha , die hätten dich fragen sollen! Gut kann man aber drüber weg schauen, ich fand den 1.Teil auch nicht schlecht, gibt wirklich ganz andere Filme...ich kanns nachvollziehen, ich schau auch nach Detailtreue.


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15.09.2010 23:14
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#9
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sagt mir doch mal einer, der zu der Zeit in Ostberlin gelebt hat, ist der Handlungsablauf, so wie dargestellt, realistisch ? Ich fand ansonsten den 1.Teil gut und unterhaltsam und ich werde mir den 2.Teil bestimmt ansehen.

Gruß Gert


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16.09.2010 00:00
#10
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Zitat von Gert

sagt mir doch mal einer, der zu der Zeit in Ostberlin gelebt hat, ist der Handlungsablauf, so wie dargestellt, realistisch ? Ich fand ansonsten den 1.Teil gut und unterhaltsam und ich werde mir den 2.Teil bestimmt ansehen.

Gruß Gert



naja..................ob der Handlungsablauf nun realistisch dargestellt ist, bleibt mal dahin gestellt. Zumindest wurde dem Anschein nach viel in Berlin zu diesem Film gedreht. Da sich ja Berlin alleine in den letzten zwanzig Jahren rasant geändert hat, können nicht alle Szenen an originalen Standorten gedreht werden. Beachtenswert ist, dass es gelang sehr viele DDR typische Fahrzeuge auf die Straße zu bekommen. Diese auch noch mit den richtigen polizeilichen Kennzeichen.
Was mir allerdings etwas komisch vorgekommen ist, dass der Vater - ein Generalmajor im MfS - und sein Sohn, in der gleichen Abteilung beschäftigt sind und dienstliche Obliegenheiten teilweise in einem privaten Vater-Sohn Gespräch geregelt werden.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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16.09.2010 09:45
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#11
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Ich habe schon schlechtere deutsche Fernsehproduktionen gesehen.
Mit der Detailgenauigkeit sollte man es nicht zu genau nehmen,denn dann kann man sich ja gar nichts mehr ansehen,egal wo und von wem produziert.
Am meisten werden die Fernsehzuschauer bei Krankenhausserien wie "In aller Freundschaft" o.ä. für dumm verkauf.Da klingelt der Patient nach der Schwester und siehe da 5 sek. später kommmt der Oberarzt hereingerannt. Genau der Oberarzt der gerade ein Herz verpflanzt hat und nun eigentlich Therapiepläne für Leukämiepatienten besprechen wollte,aber da ist der kleine Junge der sich diesen komplizierten Knochenbruch beim Radfahren zugezogen hat. Kurz ein Dok. der alles kann und alles macht.


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25.02.2011 20:13
avatar  Angelo
#12
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Die Serie war doch gut oder ?


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25.02.2011 20:36
avatar  Pitti53
#13
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Zitat von Angelo
Die Serie war doch gut oder ?



na ja.wie immer Geschmacksfrage


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21.11.2011 13:00 (zuletzt bearbeitet: 21.11.2011 13:10)
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#14
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Es wird gerade die zweite Staffel zur Serie Weissensee gedreht, sie soll 2013 gesendet werden. Ist mal wieder alles fokussiert drin, was jeder DDR-Bürger am eigenen Leib so erlebte. Allet Schdaaasiii, außer Mutti!
http://www.tagesspiegel.de/medien/weisse...am/5868026.html

Wenn Herr Jahn seinen Segen gibt, muss die Serie ja gut sein, oder?

Im Übrigen wird Berlin-Weißensee mit ß geschrieben, für die Vermarktung ist das doppel s natürlich besser.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Wei%C3%9Fensee


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21.11.2011 13:19 (zuletzt bearbeitet: 21.11.2011 13:20)
avatar  GZB1
#15
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Ich hab ja irgendwie das Gefühl, als wenn es noch einen §213 StGB in der Serie geben wird, mit § 27 GrG., quasi als dramatischer Höhepunkt am Ende der zweiten Staffel. (warum war die Drehbuchschreiberin denn sonst im Forum?)


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