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#1

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

in Das Ende der DDR 05.09.2010 12:02
von Angelo | 12.508 Beiträge | 509 Punkte
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Das Grüne Band in Deutschland und entlang des Eisernen Vorhangs in ganz Europa ist ein einzigartiges Rückzugsgebiet für die Natur geworden.

Ein Gutes hat sogar die innerdeutsche Grenze gehabt: Der ehemalige Todesstreifen zwischen den beiden deutschen Staaten hat sich durch die Zwangsberuhigung zu einem Rückzugsraum für viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt, zu einer Lebenslinie für rund 600 gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Seit nunmehr 21 Jahren verbindet das Grüne Band, entlang dessen sich 150 Naturschutzgebiete wie eine Perlenkette aneinanderreihen, 17 Naturräume und 109 verschiedene Lebensraumtypen miteinander.

Das Grüne Band hat eine Länge von 1393 Kilometern und ist zwischen 50 und 200 Metern breit, insgesamt sind es 17 671 Hektar Fläche entlang der früheren innerdeutschen Grenze. Es erstreckt sich von der Ostsee über Elbe, Harz, Rhön, Thüringer- und Frankenwald bis ins sächsisch-bayerische Vogtland. Rund 85 Prozent des Gebiets sind noch intakt, knapp 30 Prozent der Fläche stehen unter Naturschutz, weitere 38 Prozent der Fläche sind als Flora-Fauna-Habitat-Gebiete gemeldet. Das bedeutet, sie wurden der Kommission der Europäischen Union von den Bundesländern als bedeutende Regionen für das Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten gemeldet. Doch der Rest ist bereits verloren, an Autobahnen, Straßen und eine ICE-Strecke der Bahn, die das Grüne Band direkt durchschneiden oder an die intensive Landwirtschaft, die der Natur mit ihrem Dünger- und Pestizideinsatz in Verbindung mit einer regelrechten Ausräumung der Landschaft auch überall sonst in Deutschland zusetzt.

Dass es das Grüne Band überhaupt gibt, ist vor allem einem engagierten Artenschützer aus Bayern zu verdanken. Kai Frobel, der für den Bund Naturschutz in Bayern arbeitet, hat schon in den Jahren 1979 und 1980 eine erste Kartierung des Grenzstreifens in Angriff genommen. Unter der Überschrift „Letzter Zufluchtsort: der Todesstreifen?“ stellte er seine Erkenntnisse in der Zeitschrift „Vogelschutz“ vor. Frobel war schon Ende der 70er Jahre aufgefallen, dass entlang der innerdeutschen Grenze Vögel anzutreffen waren, die es anderswo kaum noch oder gar nicht mehr zu sehen und zu hören gab. Er nahm lange vor dem Mauerfall Kontakt zu Naturschützern in der DDR auf.

Kurz vor dem Fall der Mauer griff der Naturfilmer Heinz Sielmann das Thema auf. 1988 drehte er seine Dokumentation „Tiere im Schatten der Grenze“. Damit wurde das Thema, dass die unmenschliche Mauer zwischen der Bundesrepublik und der DDR zu einer Art Naturparadies geworden war, zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Kurz nach dem Fall der Mauer machte sich der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ans Werk, das Gebiet zu erhalten. Die Naturschützer vom Bund Naturschutz, dem bayerischen Landesverband des BUND, luden für den 9. Dezember 1989 nach Hof ein, um über das Grüne Band, das damals noch nicht so hieß, zu sprechen. Kai Frobel und seine Mitstreiter hatten mit vielleicht 30 Naturschützern gerechnet. „Tatsächlich kamen 400“, berichtet Frobel noch heute ziemlich beeindruckt. Die Resolution dieser 400 Naturschützer aus Ost und West war die Basis für das Grüne Band.

hier weiter lesen
http://www.tagesspiegel.de/wissen/tierwe...ie/1918086.html



CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

in Das Ende der DDR 05.09.2010 13:51
von Affi976 (gelöscht)
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#3

RE: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

in Das Ende der DDR 05.09.2010 14:41
von PP 141 (gelöscht)
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#4

RE: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

in Das Ende der DDR 05.09.2010 15:56
von Zermatt | 5.296 Beiträge | 19 Punkte
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Zitat von Affi976
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Korrekt,eins von den Büchern,das vom Harz(im Moment vergriffen)hab ich auch,es lohnt sich,



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#5

RE: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

in Das Ende der DDR 18.10.2010 14:48
von VNRut | 1.497 Beiträge | 82 Punkte
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gerade erst gefunden:

Vom Todesstreifen zum grünen Band
Wo einst 1,3 Millionen Erdminen und 55 000 Selbstschussanlagen DDR-Flüchtlinge stoppen sollten, zeugen heute nur noch Überreste vom antifaschistischen Schutzwall. Doch mancherorts steht der Zaun noch.

http://www.focus.de/politik/deutschland/..._vid_13580.html
(unsere Forum-Suche fand diesen Link noch nicht)

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#6

RE: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

in Das Ende der DDR 18.10.2010 14:59
von Mike59 | 8.487 Beiträge | 1678 Punkte
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Dazu hatte ich vor ein paar Tagen auch schon einen Beitrag ins Forum gestellt

Hessisch-Thüringische Grenzgeschichten (Bilderbogen HR)

Mike59



zuletzt bearbeitet 18.10.2010 15:14 | nach oben springen

#7

RE: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

in Das Ende der DDR 18.10.2010 17:00
von Zermatt | 5.296 Beiträge | 19 Punkte
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Richtig Mike,
und da ich Hessen nicht empfangen kann, erst mal Danke für den Beitrag.



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