Stanislaw Tillich: Ich habe in einem Unrechtsstaat gelebt

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31.08.2010 16:55 (zuletzt bearbeitet: 31.08.2010 16:56)
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Interview Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wünscht sich mehr Stolz auf 20 Jahre Deutsche Einheit.

In der Bildungspolitik nimmt Sachsen schon Platz eins ein. Wann ist Ihr Bundesland insgesamt deutsche Spitze?

Tillich: Wir ostdeutschen Länder sind 1990 alle von derselben Linie aus gestartet. Schon heute geben wir eine Milliarde Euro weniger an Schuldzinsen aus als unsere Nachbarn in den neuen Bundesländern. Dies schafft die notwendigen finanziellen Spielräume für eine zukunftsorientierte Politik. Unser Ziel ist es, in zehn Jahren zu den innovativsten Regionen Europas zu gehören.

Es heißt, an sächsischen Schulen werde besonders Naturwissenschaft gefördert. Ist das der Schlüssel zum Erfolg?

Tillich: Als gelernter Ingenieur sehe ich unsere deutsche Technik-Voreingenommenheit mit großer Sorge. Deutschland ist auf dem Wege, seinen ingenieurwissenschaftlichen Vorsprung zu verlieren. Es hapert an der Umsetzung technischer Erfolge im eigenen Land. Bekanntestes Beispiel ist der Transrapid. Aber auch bei der Biotechnologie stehen wir im weltweiten Wettbewerb. Wir müssen uns nach Lösungen umschauen und dürfen nicht ständig Vorbehalte debattieren. Sonst gehen unsere jungen Forscher in andere Länder. Wir Deutsche müssen aufpassen, dass wir nicht von den Asiaten technologisch überrascht und überrollt werden, indem diese uns etwa auf dem biotechnologischen Sektor Lösungen anbieten, für die wir dann viel Geld bezahlen müssen.

Haben Sie als Ostdeutscher vor der Wende in einem Unrechtsstaat gelebt? Der letzte DDR-Ministerpräsident meint: nein.

Tillich: Die DDR war ein Unrechtsstaat. Ein Land, welches an der Grenze auf seine Bürger schießen ließ, Menschen aus Gefängnissen heraus verkaufte, das die Freiheit des Wortes unterband, kann kein Rechtsstaat gewesen sein.


Warum freuen wir Deutsche uns nicht über den Nationalfeiertag 3. Oktober?

Tillich: Ich wünschte mir mehr Stolz auf diesen Tag, zumal es sich um eine friedliche Vereinigung handelte – mit allen Risiken und Nebenwirkungen, die solch eine Vereinigung in sich birgt. Es war ein gigantisches Projekt. Vielleicht sollte man unseren Nationalfeiertag in doppeltem Sinn feiern, denn es vollzog sich ja eine Vereinigung Deutschlands und Europas. Deshalb nähme es uns auch niemand übel, wenn wir Deutsche den Tag richtig feiern würden.


Hat es nicht hohe Symbolkraft, dass Deutschland just zur 20. Wiederkehr der Wiedervereinigung zum Wirtschaftsmotor Europas wurde? Oder weckt das in Paris oder London eher neues Misstrauen gegenüber Deutschland?

Tillich: Ich glaube eher, dass man in Paris und London erkennt, dass man in den vergangenen Jahren nicht immer die richtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen vorgenommen hat. Es gibt einen Spruch unter Haushaltspolitikern, wonach die Haushalte in den guten Zeiten versaut werden. Frankreich und Großbritannien haben die Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes zu sehr vernachlässigt und zu stark auf die Entwicklung der Finanzmärkte gesetzt. Wir dagegen haben unsere industrielle Basis gestärkt. Und unsere Reallöhne sind in den vergangenen Jahren nicht gestiegen. Das hat letztlich der Bundesrepublik einen Vorteil verschafft, der sich heute für uns alle auszahlt.

Quelle: Rheinische Post


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31.08.2010 23:43
avatar  Eumel
#2
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http://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Tillich

Da die Welt sicherlich nicht gerade unfreundlich gegenüber der CDU ist noch mal ein Link von denen

http://www.welt.de/politik/article276984...-im-Dienst.html

Soviel zu seinem Leben in der DDR als Unrechtsstaat. Seine Aussagen im heutigen Kontext seien mal unkommentiert. Allerdings ist es eben immer wieder verwunderlich, wie Meinungen sich entwickeln können. Diese Aussagen von einem Politiker der Linken hätten ein anderes Echo hervorgerufen


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15.03.2013 15:44 (zuletzt bearbeitet: 15.03.2013 15:57)
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#3
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Ja und heute lebt er in einem Freistaat der mit den niedrigen Löhnen seiner Einwohner Reklame macht. Und ,ja , zur Aussage Herrn Tillichs ,das der Westen aufpassen muss ,technisch von Asien nicht abgehängt zu werden, - vielleicht befragt er mal die Genossen der Polizei und des Rettungsdienstes die seit Jahren schon analoge Technik im Funkverkehr nutzen (müssen ). Ausser in Albanien gibts sowas nur noch in Deutschland zu bewundern, andernorts funktionierts heutzutage halt digital.


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15.03.2013 15:48 (zuletzt bearbeitet: 15.03.2013 15:49)
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Och der Stanislaus schimpft über die DDR
Der hat so ein Gelenk in der Halsgegend eingebaut, da kann er ruck zuck drehen, echt, hat der schon immer gehabt


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15.03.2013 17:16
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#5
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So ist es! Als Sorbe hat er alle Vorteile in der DDR genossen. Rückblickend war das Leben so schlimm für ihn... Er ist der typische Wendehals.


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15.03.2013 17:22 (zuletzt bearbeitet: 15.03.2013 17:22)
#6
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Zitat von Kurt im Beitrag #5
So ist es! Als Sorbe hat er alle Vorteile in der DDR genossen. Rückblickend war das Leben so schlimm für ihn... Er ist der typische Wendehals.


Kurt und jetzt genießt er halt die Vorzüge der BRD.
Ist egal wie die Suppe heißt, die " Fettaugen " schwimmen immer oben.
Die sogenannten " Kleinen " ( Volk )...muß immer alles ausbaden und nach Möglichkeit , richten.

xxx


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15.03.2013 17:36
#7
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Es gibt Leute , die mit der Kälte nicht klar kommen .......und der Ex Stellvertreter des Vorsitzenden für H.u.V.des Rates des Kreises Kamenz wohl auch. .Ansonsten hatte er nicht soviel Müll von sich gegeben !!!
Aber es gibt noch krassere Beispiele ,der Stellvertreter des Stadtbezirksbürgermeisters Halle -Ost für Inneres ,arbeitet seit der Wende beim Rat /Magistrat der Stadt Halle .....und dazu kann ich noch viele Beispiele nennen !!

Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !


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15.03.2013 17:37
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#8
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Ja, Silberfuchs. Die meisten Menschen lernen leider nicht aus der Geschichte. Deshalb ziehen viele Mitbürger keine entsprechenden Schlüsse daraus, und unsere Historie wiederholt sich, wenn auch leicht abgewandelt.
Inzwischen ist Geschichte als Schulfach so bedeutungslos geworden, daß man fast schon vom Vorsatz ausgehen kann, das Volk solle (auf diesem Feld) dumm gehalten werden, um sich leichter lenken zu lassen.


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15.03.2013 18:54
#9
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Laut wikipedia hat er bei den Grenztruppen den Grundwehrdienst abgeleistet. Na guck mal einer, so sieht man sich wieder ...

... und leis erklingt das Lied einer Blockflöte, ein Hund bellt, doch die Karawane ist schon längst aus dem Sorbenlande heraus. Stanislaw hat die Umbettung aus der DDR-Verwaltung nun also gut überstanden. Es freue sich, wer möge ...

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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15.03.2013 19:32
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#10
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Er muss einfach mit der Meute bellen. Stellt euch nur einmal vor, richtig bildlich jetzt, der Stanislaw steht so als Hund in der Ecke im Gemeinschaftszwinger BRD und draußen läuft eine Katze vorbei. Die Meute nimmt Anlauf...ran ans Gitter und wau, wau, bell, geifer, sabber. Nur der Stanislaw sitzt in der Ecke, bissel in sich gekehrt.

Die Katze ist weg, die Meute dreht sich herum, immer noch erhitzt, böse, mißtrauisch, sieht unseren Stanislaw...der hebt wie abwehrend die Pfoten da nimmt die Meute Anlauf und fetz, reiß, zerfetz, kau, würg, verteil, der Rest bleibt liegen vom Stanislaw., in der Zwingerecke. Was sagt uns das? Also besser mit der Meute bellen, immer, dann kann nichts schiefgehen, auch wenn du eigene, andere Gedanken hast. Zumal, wenn die Katze oder der Zeitungszusteller wieder weg sind würde doch nie Einer aus der Meute auf den Stanislaw schauen.

Im Gegenteil, denn der hatte ja feste mitgebellt.

Lebensläufer


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15.03.2013 19:50
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#11
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Für viele ist es leicht sich hinzustellen und das zu sagen von dem man Vorteile erwartet. Früher wegen eines erhofften Vorteils in der SED und heute eben in einer anderen Partei, Anpassungsfähig immer die Hand küssend die ihm gerade füttert. Zu feige wenn es nötig ist Misstände anprangern .aber danach auf den Kadaver dreschen. Die Praktiker der Welt ich mag sie nicht. Die DDR ein Unrechtsstaat ist wohl übertrieben ,das es Unrecht gab eine Tatsache.


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15.03.2013 20:13
avatar  icke46
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Zitat von turtle im Beitrag #11
Für viele ist es leicht sich hinzustellen und das zu sagen von dem man Vorteile erwartet. Früher wegen eines erhofften Vorteils in der SED und heute eben in einer anderen Partei, Anpassungsfähig immer die Hand küssend die ihm gerade füttert. Zu feige wenn es nötig ist Misstände anprangern .aber danach auf den Kadaver dreschen. Die Praktiker der Welt ich mag sie nicht. Die DDR ein Unrechtsstaat ist wohl übertrieben ,das es Unrecht gab eine Tatsache.


Nun muss man ja sagen, dass Herr Tillich zu DDR-Zeiten in der CDU war und heute immer noch in der CDU ist. Meine persönlich Meinung ist ja, dass politische Aktivitäten (also nicht nur Zählmitglied in den Parteien, sondern zb. kommunalpolitische Aktivitäten) nicht per se verwerflich sind. Wenn man als Bürger (wenn auch in einem mehr oder weniger enggesteckten Rahmen) etwas bewegen will, ging das damals genauso wenig wie heute ohne solche Aktivitäten.

Was mich nur bei vielen solcher Politiker stört, ist, dass sie unterschwellig immer so tun, als wären sie damals gewissermassen gezwungen worden, aktiv zu sein. Sowas ist für mich schlicht und einfach unglaubwürdig.

Gruss

icke


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15.03.2013 22:52
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#13
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Wie singen die Ärzte in einem Song so schön "last die leute reden..."


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15.03.2013 23:06
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#14
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Gleich zweimal Quote gewesen, CDU und Sorbe.
Ein echter Widerstandskämpfer.
Und dann hat er auch noch Rechtswissenschaften gelernt.
Und das im Unrechtsstaat.


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15.03.2013 23:14
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#15
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Wieso redet der so abwertend über "Asiaten". Warum sehen viele uns als Bedrohung?


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