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#81

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 19.09.2010 07:52
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Zitat von Freedom
...Womit ich die Treffsicherheit anzweifeln wuerde!



Freedom, ich habe mit meiner Kaschi auf 200 Meter regelmäßig 48 von 50 möglichen Ringen erzielt und 4 von 5 möglichen Treffern auf die laufende Scheibe (Einzelfeuer). Mit der Pistole auf 25 Meter 40 von 50 möglichen Ringen. Beim SWD war es nicht nur von den Ringen abhängig, die Treffer mussten alle fünf (das Magazin fasste 10 Schuß aber wir bekamen nur 5, weiß nicht warum) in einem Streukreis von nicht mehr als 5 cm liegen um "bestätigt" zu werden, auch auf 200 Metern.
Die Eisen waren schon treffsicher genug. Alles andere wäre von den Umständen abhängig gewesen. Es war nicht wie im Film, wo bekanntlich die eigenen Murmeln immer treffen und die gegnerischen beinahe nie aber auf das System Streubüchse zu spekulieren würde ich für verdammt gefährlich halten. Selbst da könnte aber mehr zufällig doch was treffen.


GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III
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#82

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 30.06.2013 19:20
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Thread vorhol und Stöckchen werf.

Wurde Heinz-Josef Große Opfer seiner eigenen Habgier?

Ich erhielt vorige Woche aus sehr sicherer Quelle -persönliches Umfeld des Opfers- Informationen über Heinz-Josef Große und seine Flucht.
Vorerst werde ich weder die Quelle benennen noch den Grund warum ich von Habgier spreche.
Nur soviel, die Saage von einer Tasche mit Akten, wegen derer er zurück kletterte, ist FALSCH!

Mal sehn ob jemand weis wovon ich spreche.


Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.
RalphT hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 14:31
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Wieviele Grenzverletzer haben denn AGT erschossen?? Ich kenn nur den Fall Weihold.
Ansonsten doch nur durch Angehörige der GT um eine Fahnenflucht durchzusetzen.Oder Unfälle.
mfG


zuletzt bearbeitet 04.12.2018 14:34 | nach oben springen

#84

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 15:38
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Was ist der Hintergedanke dieser Differenzierung? Worauf willst Du hinaus?

Vielleicht sollte man nochmal klarstellen, dass Fahnenflucht lediglich ein unerlaubtes, dauerhaftes oder eben endgültiges Entfernen von der Truppe ist. Das war auch in der DDR so und ist nicht gleichzusetzen mit einer Republikflucht oder Grenzverletzung (§254 vs. §213 StGB d. DDR).
Insofern wäre ein grenzverletzender Grenzer genauso eine Grenzverletzer wie ein ziviler Grenzverletzer...oder so.
Er hatte nur die besseren Gelegenheiten und eben die Bewaffnung.

Wie auch immer, es gab durchaus mehr Zivilisten, die Grenzer getötet haben.
Rudolf Müller hat z.B. Reinhold Huhn erschossen. Aber der kam nun wieder aus dem Westen, brachte eine Waffe mit und wollte Menschen durch einen Tunnel rausbringen.


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#85

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 15:56
von henning194902 | 171 Beiträge | 1113 Punkte
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Aber ein normaler DDR - Flüchtling war doch nicht bewaffnet.
Die Grenzer waren doch eindeutig im Vorteil - Sie waren erstmal zu zweit und mit je 60 Schuß ausgerüstet.
Der GV hatte in der Regel nichts- war nur bedacht den AGT nicht über den Weg zu laufen.Das kann man ja nicht
mit dem Fall Reinhold Huhn vergleichen.Nur fahnenflüchtige Grenzsoldaten und ein paar
Russen waren bewaffnet.Und bitteschön,wo konnte man in der DDR eine Schußwaffe erwerben?Nun kommt bitte nicht mit Messer
oder Beil und Knüppel.
mfG


linamax, Freienhagener und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.12.2018 15:59 | nach oben springen

#86

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 16:31
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Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #82
Thread vorhol und Stöckchen werf.

Wurde Heinz-Josef Große Opfer seiner eigenen Habgier?

Ich erhielt vorige Woche aus sehr sicherer Quelle -persönliches Umfeld des Opfers- Informationen über Heinz-Josef Große und seine Flucht.
Vorerst werde ich weder die Quelle benennen noch den Grund warum ich von Habgier spreche.
Nur soviel, die Saage von einer Tasche mit Akten, wegen derer er zurück kletterte, ist FALSCH!

Mal sehn ob jemand weis wovon ich spreche.
Also ich kenne nur die Version, wie er mit dem Bagger an den Zaun gefahren ist, dann warf er die Tasche rüber und sprang danach von der Schaufel über den Zaun.

Ich bin schon etwas neugierig auf die neue Version.


Sonne hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#87

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 17:40
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Hallo @RalphT , da bist Du jetzt aber mit Deinem Beitrag so ca. 5 1/2 Jahre zurück gesprungen oder ?
Wollen wir auf Herrn Große noch einmal eingehen ?
Ich hätte da ne Variante aus der Sicht eines ehemanligen KC anzubieten, die vielleicht einigen, wirklich interessierten, sachlich bewertenden Leuten plausibel erscheinen könnte.
Da könnte ich mal das Stöckchen aufheben....
Gruß ins Forum an Alle... an Alle...


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
RalphT hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.12.2018 17:41 | nach oben springen

#88

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 17:44
von RalphT | 1.875 Beiträge | 7394 Punkte
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Zitat von berndk5 im Beitrag #87
Wollen wir auf Herrn Große noch einmal eingehen ?
Hmm, also wenn du mich so nett fragst: Gerne!

Ich kenne wirklich nur diese "alte" Version. Ich war auch mal vor Ort und habe mir das direkt am Zaun angesehen.

Ja, ich würde gerne meine Horizont erweitern. Daher habe ich Interesse an einer anderen Version.


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#89

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 20:10
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Hallo @RalphT und natürlich alle anderen Leser und Schreiber im Thema.
Nach einem Tiefschlaf von fast 5 1/2 Jahren wurde das Thema rein zufällig wiederbelebt. Das muss ja kein Irrtum sein.

Bei einem sehr aufgeschlossenen Treffen interessierter Zuhörer aus Hessen und Thüringen wurde ich einmal nach meiner Auffassung und Bewertung dieses sehr tragischen Ereignisses gefragt. Ich war darauf nicht vorbereitet, stehe aber heute noch zu jedem Wort meiner Schilderung vor wenigen Monaten.
Den sinngemäßen Inhalt möchte ich Euch nicht vorenthalten. Wenige, mir wichtige Vorbemerkungen müssen jedoch sein.

Es geht hier darum, dass ein im Grenzabschnitt mit Technik eingesetzter Arbeiter, eine sich bei der Arbeit ergebende Situation für einen Fluchtversuch nutzte und in der Ausführung wenige Meter vor Erreichen der Grenzlinie durch den zurückkehrenden Grenzposten erschossen wurde.

1.) Es ist inzwischen mein Standpunkt, das die Anwendung der Schußwaffe gegen unbewaffnete Personen und Personen die keinen Widerstand leisten, nicht gerechtfertigt ist und auch das DDR-Recht, nicht durch internationales Recht legitimiert ist.
Diese Frage möchte ich weder in Zweifel ziehen lassen, noch überhaupt hier diskutieren- es ist mein Standpunkt. Vor 15 Monaten habe ich es noch nicht so gesehen.
2.) Ich möchte versuchen, das Unerklärbare zu erklären. Warum konnte es zu diesem Ereignis, zu diesem katastrophalen Ausgang kommen.
Ich habe nicht in dieser Grenzkompanie gedient, kenne die Beteilgten nicht und war auch nicht in die Untersuchung dieses Vorgangs einbezogen.
Dennoch habe ich fast 20 Jahre an dieser Grenze gedient, viele Jahre davon als Kompaniechef. Verantwortlich für die Menschen, die zum Grenzdienst eingesetzt wurden und für die Ergebnisse, die im Grenzdienst eingetreten sind bzw. gebracht wurden. Ebenso für die Genehmigung volkswirtschaftlicher oder anderer Arbeiten im Schutzstreifen, sowie der Organisation und Durchführung der Sicherung dieser Arbeiten.
Deshalb gehe ich von einer sachlichen Bewertung aus, wenn ich meine persönliche Auffassung darlege.
Den Ereignisort dieser schlimmen Tragödie kenne ich persönlich, fast jeder Zentimeter dieses Geländes mit seinen ganz besonderen Bedingungen ist bei mir bildhaft abrufbar eingeprägt.

Fortsetzung folgt unmittelbar.....


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
Ehli hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.12.2018 22:34 | nach oben springen

#90

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 20:28
von Gert (gelöscht)
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Zitat von sentry im Beitrag #84
Was ist der Hintergedanke dieser Differenzierung? Worauf willst Du hinaus?

Vielleicht sollte man nochmal klarstellen, dass Fahnenflucht lediglich ein unerlaubtes, dauerhaftes oder eben endgültiges Entfernen von der Truppe ist. Das war auch in der DDR so und ist nicht gleichzusetzen mit einer Republikflucht oder Grenzverletzung (§254 vs. §213 StGB d. DDR).
Insofern wäre ein grenzverletzender Grenzer genauso eine Grenzverletzer wie ein ziviler Grenzverletzer...oder so.
Er hatte nur die besseren Gelegenheiten und eben die Bewaffnung.

Wie auch immer, es gab durchaus mehr Zivilisten, die Grenzer getötet haben.
Rudolf Müller hat z.B. Reinhold Huhn erschossen. Aber der kam nun wieder aus dem Westen, brachte eine Waffe mit und wollte Menschen durch einen Tunnel rausbringen.


diese Aussage möchte ich anzweifeln.Leider habe ich aber keine Statistik, die das belegt.Aber woher sollte man in der DDR Waffen bekommen , wenn man Fluchtpläne schmiedet ? Ich war ja nun ein solch "Böser" aber keinen Moment in meiner Fluchtplanung dachte ich an Waffen. Sogar die Mitnahme eines Messers habe ich abgelehnt, um nicht in den Verdacht zu kommen, bewaffnet zu sein. Nein, meine Plan B sah vor, wenn ich auf Grenzposten stoße und sie mich anrufen, stehen zu bleiben und die Pfötchen gen Himmel zu strecken. Wenn sie nämlich in Rufweite sind, auch wenn ich sie nicht sofort lokalisiere, können sie auch gezielt mit der Kaschi schießen.
Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen. So denke ich, dass nahezu jeder Flüchtende unbewaffnet war. Diesen Gedanken hatte ich auch ein Jahr zuvor als ich noch selbst Grenzdienst schob. Angst hatte ich nachst nur, wenn die Wildschweinrotten durch den Wald tobten aber nicht vor Flüchtlingen. Das mag kurz nach dem Krieg anders gewesen sein, da waren noch viele Kriegswaffen im Umlauf, aber so ab 1955 war das Risiko auf bewaffnete Flüchtlinge zu treffen gering


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#91

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 20:43
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Zitat von Gert im Beitrag #90
diese Aussage möchte ich anzweifeln.

is ok, aber auch irgendwie schlecht weiter zu besprechen, denn ich habe für meine These ja ein Beispiel mitgeliefert.
Dass das nicht zählt, konnte ich nicht wissen. Deshalb hatte ich ja gefragt, worauf hennig hinaus will.

Das ist mir nach wie vor nicht klar.
Dass Grenzer irgendwie im Vorteil waren? Dass der "Kampf" unfair war, weil GV's keinen Zugriff auf Waffen hatten?
Ich habe nach wie vor keinen Plan, was der Punkt ist. Alles, was er schreibt, ist irgendwie wahr, aber auch kein Ansatz für eine Diskussion, sondern lediglich ein Statement, das keine neuen Erkenntnisse oder Sichtweisen liefert...meiner Meinung nach.


zuletzt bearbeitet 04.12.2018 20:45 | nach oben springen

#92

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 04.12.2018 22:17
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An den Beitrag #89 möchte zum Tod von Heinz Josef Große bei Bad Sooden Allendorf hier anknüpfen.

Für meine Einschätzung ist es völlig belanglos, welche Ursachen und Absichten zur Handlung des Herrn Große geführt haben.
Man kann davon ausgehen, dass er im Grenzgebiet der DDR wohnte und auf Grund mehrjähriger "zuverlässiger Arbeit" in seinem Betrieb oder LPG (Landwirtschaftliche ProdiktionsGenossenschaft) durch das MfS als zuverlässig eingestuft wurde und deshalb einen Passierschein für Arbeiten im Schutzstreifen erhalten hat. Dazu musste er kein SED-Mitglied sein oder Funktionär, selbst eventuell vorhandene Westverwandschaft war nicht immer gleich ein Hinderungsgrund. Möglicherweise war er auch schon mehr als einen Tag mit dieser Arbeit an der Grenze im Einsatz und hat nur auf eine günstige Gelegenheit gewartet.

Der Grensposten. Soweit mir bekannt bestehend aus 2 Soldaten im Grundwehrdienst, der Postenführer ein Gefreiter, der an diesem Tage, dem 29. März nur noch 4 Wochen vor seinem so sehr erwarteten Heimgang (Entlassung in die Reserve = Heimfahrt) stand, sein Posten- ein Soldat, der kurz vor der Ernennung zum Postenführer stand und in 4 Wochen schon zu den "Alten" zählen wollte/sollte .

Ihnen war die Sicherung der Arbeiten befohlen, das heißt eigentlich sie sollten den Arbeiter vor den "bösen Bundesbuben" beschützen, dafür sorgen, dass der "Klassenfeind" dem Arbeiter nix tut. Nun sind ja unsere Soldaten nicht blöd gewesen, sehr viele haben in anderen Themen dazu geschrieben, wie sehr sie von der politischen Ausbildung und Schulung beeindruckt und gelenkt waren(ist zynisch gemeint!). Das diesem Manne wohl aus dem Westen kein Ungemach drohen würde, da waren sie sich sicher.
Wie oft sie diesen Bauer oder Melorationsarbeiter schon in ihrere gesamten Dienstzeit in irgend einem Bereich sichern mussten- egal, sie haben darauf vertraut, dass dieser (im Jargon so genannte..) Kulper (Bauer) ja Weib und Kind, Haus und Hof hat, zig mal von der Stasi geprüft ist, schon so oft an der Grenze war- der wird ja nun nicht gerade heute und bei uns Mist bauen....
Mit keiner Silbe oder nur dem Hauch einer Überlegung wurde das auch nur in Erwägung gezogen.

Ein Befehl zur Sicherung von Arbeiten besagt, das Arbeiten im Schutzstreifen grundsätzlich durch Grenzposten so zu sichern sind, das der 6m-Kontrollstreifen nicht verletzt (betreten) wird. Also der GP in unmittelbarer Nähe der Arbeitskräfte/-kraft. Weiterhin war die Sicherung aus Kfz. verboten, weil ja bekannt war, dass damit eine Verlängerung der Reaktionszeit und Verzögerung erforderlicher Handlungen verbunden gewesen wäre.
Verdammt lange ist so eine Schicht, langweilig noch dazu.
Warum soll man sich ins Gras hocken, oder an der Grenzmeldenetzsäule "zum Spalier" aufstellen, in so einem Fahrerhaus ist es doch viel gemütlicher.
Der Trecker arbeitet und arbeitet.

Es ist egal, ob die beiden Soldaten mit Ihrem LO nur eine "Riemenrunde" drehen wollten, ob sie an der nächsten Wendestelle wenige hundert Meter weiter nur den LO für die kommende Ablösung schon mal in die richtige Fahrtrichtung drehen wollten, damit es dann schneller in die Kaserne geht. Vielleicht wollten sie auch nur ein so genanntes "Gängergrab" bauen, also eine kleine , versteckte Erinnerungsstätte an den Gefreiten der hier mal Dienst tat.
Da alles ist egal- Fakt ist der Postenbereich der ihnen befohlen war, wurde (illegal) verlassen. Das war den beiden klar, aber was sollte denn schon passieren ?

Es passierte genau das, womit niemand gerechnet hatte.
Der Arbeiter Heinz Josef Große hatte die zwei beobachtet und sah seine Chance kommen- vielleicht sagten die beiden ihm noch, dass sie gleich wieder da wären. Er wartete bis sie außer Sicht waren und begann seine Absicht umzusetzen.
Sicherlich war es nicht ganz so leicht, diesen Überkopf-Lader an den Zaun und in die geeignete Position zu bringen, vielleicht hat der Motor des Treckers auch etwas lauter aufgeheult als sonst normalerweise.

Egal, die Grenzer kommen zurück und sehen mit panischem Entsetzen bnereits von Weitem, wie das größmögliche, für sie denkbare Malheur seinen Lauf nimmt.
Welche Gedanken gehen da durch den Kopf?
So ein Mist, warum tut ermir/uns das an ? Diese S...., der hat uns ganz fies gelinkt, sol ein Mist, dafür gehe ich in den Bau wenn`s schief geht- vielleicht können wir es noch retten (uns) .
Dabei sieht man wie Herr Große offensichtlich doch nicht so schnell diesen relativ steilen Hang erklimmen kann.
Anruf, Warnschuß ! Oh Gott, oh Verdammt, warum bleibt denn der nicht stehen- jetzt geht es um mich, ich hab zwar Mist gebaut, aber für den gehe ich nicht in den Knast, vielleicht kriegen wir ihn noch.
Möglicherweise waren diese Gedanken im Vollrausch des Adrenalin erst beendet, als das Magazin leer war.

Was will ich mit dieser Schilderung aufzeigen ? Es ist nicht sicher dass es genau so gewesen ist, dennoch ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß.
Ich habe die Soldaten nicht gezählt, für die ich im Laufe der Jahre persönlich verantwortlich war, nicht täglich aber mehrmals in der Zeit die sie in meiner Diensstelle waren, habe ich mit jedem Einzelnen gesprochen. In Freude, bei persönlichem Leid, bei guten Leistungen,oder wenn sie Mist gebaut hatten.
Auf der Bude bei einer Runde Kaffee, auch im Gespräch zu Fragen der Verantwortung im Grenzdienst und der Anwendung der Schußwaffe.

Ihr könnt das glauben oder nicht, mir ist nicht ein einziger begenet, der rücksichtslos von der Waffe Gebrauch gemacht hätte. Eher kam die Angst oder Bedenken zum Ausdruck, im "Ernstfall" zu versagen.

Ja, die Soldaten, aber auch deren Vorgesetzte, die Offiziere wurden bewußt und vorsätzlich im Glauben gelassen, dass die Anwendung der Schußwaffe als letztes Mittel zur Verhiunderung eines "Grenzdurchbruchs" zulässig und vom Gesetz gedeckt sei.
Alle anderen Verlautbarungen im Westfernsehen wurden ja als Eingriffe in die staatliche Souveränität der DDR klassifiziert, dem musste auch ein Offizier ganz entschlossen und offensiv bei der Erziehung seiner Soldaten entgegentreten.

Es ist sehr leicht, die handelnden Grenzsoldaten in diesem und anderen Fällen als schießwütig hinzustellen- wie soll man den so etwas auch nur erklären, geschweige denn entschuldigen. Eine Entschuldigung kann es nicht geben, das musste ich aber auch erst lernen.
Erklären ? Das ist sehr schwer, wen die Zuhörer logischerweise emotional geladen und von Unvertständnis aufgebracht sind.

Wie viele junge Männer in diesem Alter (ich meine jetzt keine Grenzer) standen schon vor dem Richter, wegen Taten deren Tragweite sich nicht überblickten. Deshalb gibt es das Jugendstrafrecht.
Ich damit absolut nichts beschönigen oder verharmlosen, es ist grausam, das ein Mensch sein Leben verloren hat.
Die Schützen waren aber keine Mordbrenner, sie haben einen genauso guten und genauso schlechten Dienst an der Grenze gemacht, wie Tausende andere auch. Bis zu dieser Minute, als die Ereignisse sich überstürzten und ihnen die falsch eingetrichterten Regeln falsche Handlungen suggerierten, die nie wieder korrigierbar waren.

Der Leser möchte bitte davon ausgehen, das mein Beitrag kein fiktiver Roman ist, sondern auf persönlich Erfahrungen, Einfühlungsvermögen und vielem mehr beruht. Die handelnden Soldaten haben nicht nur Heinz Josef Große das Leben genommen, der mit 35 Jahren im Westen ein neues Leben beginnen wollte, sondern ihr eigenes Leben nachhaltig gestört/zerstört.
Vor dem Gesetz ist der Schütze schuldig, in Wahrheit liegt die Ursache aber nicht beim Schützen.
Er wurde genau wie die Offiziere über die tatsächliche internationale Rechtslage getäuscht, wurde gezwungen als einzig wahre Rechtsauffassung die Gesetzgebung der DDR als Maßstab zu nehmen.
Eine Partei-, Staats-, und militärische Führung die so etwas mit den Vollstreckern ihres Willens tut, hat bei mir den Anspruch auf Achtung verloren.
Dabei ist es mir völlig egal, ob sich dfa "gewisse Auslegungen" 1950, 1970, 1980 oder sonst wann geändert haben. Es ist mir auch völlig Wurscht, ob Generaloberst soundso mit ZK-Mann ypsilon über das Verbot der SW-Anwendung an der Grenze per Datum xy lt. Protokoll gesprochen haben.

Maßgeblich ist für mich, wie die Anwendung der Schußwaffe an der Grenze tagtäglich befohlen wurde- auch wenn nix passiert ist.
Da mag es ja sein dass man "unschuldig" ist weil nix passiert ist, keiner meiner Soldaten schießen musste oder geschossen hat in all den Jahren- dennoch bleibt irgendwie ein sehr bitteres Gefühl der Mitschuld - auch beim Tod von Herrn Große.

Das wollte ich nur mal los werden.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
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#93

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 00:39
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Gut beschrieben....


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#94

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 06:52
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Zitat von berndk5 im Beitrag #92
An den Beitrag #89 möchte zum Tod von Heinz Josef Große bei Bad Sooden Allendorf hier anknüpfen.
(...)


Es zeigt doch ganz klar, (fast) die gesamte Verantwortung wurde im Fall eines Fluchtversuchs (den politischen Ausdruck Grenzdurchbruch werde ich nicht verwenden)
auf den einfachen Soldaten abgewälzt. Er wurde durch die "schwammigen" Formulierungen über den Gebrauch der Schusswaffe verunsichert, das Damoklesschwert
der Bestrafung im Hintergrund führt dann unweigerlich in so einer Extremsituation zu einer Kurzschlusshandlung.
Der Flüchtling hinterlässt eine trauernde Familie, der junge schießende Grenzsoldat wird seines Lebens nicht mehr froh.


Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner
berndk5 und LO-driver haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#95

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 07:51
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Entweder schießen oder Schwedt,um es kurz zu machen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 08:27
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Ist mir von der Begründung her zu pauschal und schwammig @Lutze. Gibt es belegte bzw. dokumentierte Fälle für eine solche Verfahrensweise?


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#97

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 08:44
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Nein, gibt es nicht und das weißt Du genau.

Das niemand bestraft wurde wenn er nicht geschossen hat weißt Du auch genau, spätestens seid dem Post von Rainman2. Es war nur so das die Soldaten bewußt in dem Glauben gelassen wurden das sie Schwedt "bekamen" wenn sie Schußwaffe nicht anwenden.

Ich vermute mal stark das berndk5 das bestätigen kann.

Also bitte, tu´ nicht auf blöd. Die Nebelkerze hast du doch nun wirklich nicht nötig.

MfG Berlin

Edit: Ergänzt


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...


Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker, ...
zuletzt bearbeitet 05.12.2018 09:19 | nach oben springen

#98

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 08:59
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Hallo zusammen,
auch wenn ich dem kurzen Satz von @Merkur in #96 nur zu 100% zustimmen kann , gibt ja @Lutze in #95 eine gute Vorlage, auf die ich gleich eingehen werde.
Besonders bei @Grenzläufer möchte ich mich für #94 bedanken, er schreibt ganz genau das, was der eigentliche emotionale Effekt dieser damaligen psychologischen Beeinflussung war- der Gewissensdruck, dem die Soldaten ausgesetzt waren. Ich meine das jetzt aber nicht politisch hetzerisch, sondern ausdrücklich "steril sachbezogen" . Wie ist das zu verstehen ? Ich kenne in all meinen Dienstjahren nicht einen einzigen Fall, wo ein oder mehrere Grenzsoldaten wegen einem Grenzdurchbruch oder einer Fahnenflucht bestraft oder gar verurteilt wurden, wenn sie nicht selbst (nicht nur ein bisschen) grob gegen gültige Befehle und Vorschriften verstoßen haben.
Ich habe das auch selbst in eigener Person einige Male erleben dürfen/müssen.
Egal ob es bei der von @Kontrollstreife geschilderten Fahnenflucht im Abschnitt Kleintöpfer oder anderswo war. Der Posten wurde bestraft, weil er im Dienst getrunken hat, sehr stark betrunken war, eine Postentrennung getätigt hatte um privat vom öffentlichen Fernsprecher zu telefonieren.
Wenn in anderen Fällen nachgewiesen wurde, dass das Postenbereich verlassen wurde- das waren dann schon keine leichtfertigen Delikte.
Welcher Offizier oder welche Untersuchungs-Instanz wollte denn einem GP den Vorwurf machen, wenn er vorbeigeschossen hat (Aufregung, zittrig, zu wenig Zeit etc.) oder wenn er ganz klar sagt, dass eine Feuerführung nicht möglich war ohne das Territorium des angrenzenden Staates zu verletzen...) .
Glaubt es mir , oder lasst es- aber es war wirklich so. Es gibt hier im Forum genug Stories, was da alles so im Grenzdienst getrieben wurde um die Zeit "totzuschlagen" , so lange dabei nix passiert ist und man nicht erwischt wurde, war das ja für den GP(Grenzposten) ok.
Doof war es nur, wenn etwas passiert ist. Der normalen, aber geschickten Befragung der Untersuchungsführer des MfS oder nur der Offiziere der Untersuchungsgruppe haben die meisten Soldaten schon in der ersten Befragung nicht Stand gehalten und ihre Delikte offenbart.
Alles weitere lag dann ausschließlich im Ermessen der jeweiligen Hirarchie. Waren es nur leichte Vergehen und nur eine normale Flucht, eventuell noch in einer für die Grenzer ungünstigen Situation konnte so etwas mit einem Verweis oder höchstens mal ein paar Tagen Arrest im Grenzregiment geahndet werden. Aber selbst bei einer Arreststrafe musste es schon ein "dicker Hund" sein, der da verzapft wurde.
Das hat man aber den Soldaten grundsätzlich nicht gesagt, so wurde eine Angstpsychose geschürt die unter anderem zu der grausamen Katastrophe bei Herrn Große geführt hat.
User @berlin3321 hat es ja (hier nachfolgend oder kurz davor gerade geschrieben) ...


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
Grenzläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#99

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 10:20
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Zu Beitrag #96,
es gibt ein interessantes Thema hier im Forum mit Video "Flucht über die vereiste Elbe" ,
dort schildert ein Grenzer seine eigenen Erfahrungen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#100

RE: Tod an der DDR Grenze bei Bad Sooden Allendorf

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 05.12.2018 10:36
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Ja @Lutze , das ist sicherlich toll. Aber was willst Du damit sagen ? Ist das ok, ? ..hast Du dazu `ne Frage, oder meint der es ähnlich ?
Dein Beitrag ist für mich nicht so klar verständlich ?


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