Umfrage Ergebnisse im Jahre 20 der deutschen Einheit.

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16.07.2010 11:53
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#31
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Zitat


Mein lieber Rainer, dass das mit den Wohnungen kommt habe ich gewusst. Wenn ich recht informiert bin dann wohnst du in oder im Raum Leipzig. Ich weiss nicht wie es heute dort aussieht. Aber ich habe Leipzig 1992 gesehen. Entschuldige bitte, viele Strassenzüge alter Häuser aus der Gründerzeit waren so was von abgefuckt, in solchen Löchern hätte ich keine Tag wohnen mögen, auch nicht für 90 Mark Miete oder was auch immer. Das war Ruinen schaffen ohne Waffen.
Auch war es ein Zeichen für den wirtschaftliche Bankrott der DDR, denn nichts anderes war die Wende 1989. Und komm mir nicht mit der wieder und wieder abgeleierten Formel: wir im Westen würden immer sagen, im Osten war alles schlecht. Ich jedenfalls sage das nicht und es war auch nicht alles schlecht, aber zum Zustand der Wohnungen sage ich :
sie waren grottenschlecht.




Guten Morgen Gert,

ich bin aufgewachsen im Brandenburgischen, im Mietshaus, um 1960 gebaut: Zentralheizung, zentrale Warmwasserversorung, für 64m² haben meine Eltern etwa 70 Mark warm bezahlt, heute wohne ich im Bergischen in einer Wohnung, gleiches Baujahrzehnt, die Mitte der 70er(!) die Umstellung von Ofen- auf Zentralheizung erleben durfte, das warme Wasser kommt nach wie vor aus einem Durchlauferhitzer, üblich ist hier der 5Liter Boiler in der Küche und der Durchlauferhitzer im Bad, das alles für 470€ kalt! Soviel zum Thema Wohnstandard.

Dass die Preisbildung in der DDR nicht auf der Basis einer Kostenrechnung erfolgte ist bekannt. Mit den von Dir dargestellten, überzogenen Preisen für Autos, Fernseher, Radio, Kaffee, etc wurden die Grundbedürfnisse, Bildung, Gesundheit etc. querfinanziert. Völlig richtig von Dir gesagt, politische Preise.
Keiner musste auf der Straße leben, hungern, musste nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen auf Bildung verzichten. Das ist, was die Menschen heute sehen, das hat nichts mit Verklärung zu tun. Das sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, aber:

Eigene wirtschaftliche Situation und persönliche Freiheiten müssen zusammengehören, das war in der DDR offenbar für sehr viele nicht so, und heute ist das auch wieder nicht der Fall. Und scheinbar sind, zumindest für die Befragten 1300 Nasen die individuellen wirtschaftlichen Verhältnisse heute nicht so entspannt, dass das durch die persönliche Freiheit aufgewogen wird. Das ist, was die Umfrage nach meiner Meinung sagt.

Zwar ist das mit dem von Dir angesprochenen wirtschaftlichen Bankrott der DDR nicht direkt im Thema, aber dazu gibt es im web Zahlen, die Du ja auch so gerne ziehst: Pro Kopf Verschuldung DDR 1989 ca. 5.600DM, BRD ca. 16.000DM.
Unser Ex- Bundespräsident hat sich zum Thema Wohlstand DDR -BRD auch mal geäußert: „Ostdeutschland verlor immer mehr Lebenskraft und Kreativität an die Bundesrepublik, und das trug zu deren Blüte erheblich bei . . . Westdeutschland hatte es viel
leichter – auch, weil es vergleichsweise weniger Reparationen leisten musste und mehr Aufbauhilfe bekam." (Rede am 08.05.2005 im Bundestag). Die BRD hat von der fallenden Lebenskraft der DDR also ganz ordentlich profitiert. Solche Erkenntnisse aus dem Mund eines Bundespräsidenten lassen schon tief blicken . . .

Viele Grüße aus dem -noch- kühlen Bergischen!

Hatte ich schon mal gebracht, passt aber immer noch:

Die Weltwunder der DDR:
Obwohl alle Arbeit hatten, hatten viele nichts zu tun,
obwohl viele nichts zu tun hatten, wurde der Plan ständig übererfüllt,
obwohl der Plan ständig übererfüllt wurde, gab es nichts zu kaufen,
obwohl es nichts zu kaufen gab, hatten alle alles
obwohl alle alles hatten waren sie unzufrieden
Obwohl sie unzufrieden waren wählten sie die Kandidaten der Nationalen Front


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16.07.2010 12:46
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Zitat von werner

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Mein lieber Rainer, dass das mit den Wohnungen kommt habe ich gewusst. Wenn ich recht informiert bin dann wohnst du in oder im Raum Leipzig. Ich weiss nicht wie es heute dort aussieht. Aber ich habe Leipzig 1992 gesehen. Entschuldige bitte, viele Strassenzüge alter Häuser aus der Gründerzeit waren so was von abgefuckt, in solchen Löchern hätte ich keine Tag wohnen mögen, auch nicht für 90 Mark Miete oder was auch immer. Das war Ruinen schaffen ohne Waffen.
Auch war es ein Zeichen für den wirtschaftliche Bankrott der DDR, denn nichts anderes war die Wende 1989. Und komm mir nicht mit der wieder und wieder abgeleierten Formel: wir im Westen würden immer sagen, im Osten war alles schlecht. Ich jedenfalls sage das nicht und es war auch nicht alles schlecht, aber zum Zustand der Wohnungen sage ich :
sie waren grottenschlecht.




Guten Morgen Gert,

ich bin aufgewachsen im Brandenburgischen, im Mietshaus, um 1960 gebaut: Zentralheizung, zentrale Warmwasserversorung, für 64m² haben meine Eltern etwa 70 Mark warm bezahlt, heute wohne ich im Bergischen in einer Wohnung, gleiches Baujahrzehnt, die Mitte der 70er(!) die Umstellung von Ofen- auf Zentralheizung erleben durfte, das warme Wasser kommt nach wie vor aus einem Durchlauferhitzer, üblich ist hier der 5Liter Boiler in der Küche und der Durchlauferhitzer im Bad, das alles für 470€ kalt! Soviel zum Thema Wohnstandard.

Dass die Preisbildung in der DDR nicht auf der Basis einer Kostenrechnung erfolgte ist bekannt. Mit den von Dir dargestellten, überzogenen Preisen für Autos, Fernseher, Radio, Kaffee, etc wurden die Grundbedürfnisse, Bildung, Gesundheit etc. querfinanziert. Völlig richtig von Dir gesagt, politische Preise.
Keiner musste auf der Straße leben, hungern, musste nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen auf Bildung verzichten. Das ist, was die Menschen heute sehen, das hat nichts mit Verklärung zu tun. Das sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, aber:

Eigene wirtschaftliche Situation und persönliche Freiheiten müssen zusammengehören, das war in der DDR offenbar für sehr viele nicht so, und heute ist das auch wieder nicht der Fall. Und scheinbar sind, zumindest für die Befragten 1300 Nasen die individuellen wirtschaftlichen Verhältnisse heute nicht so entspannt, dass das durch die persönliche Freiheit aufgewogen wird. Das ist, was die Umfrage nach meiner Meinung sagt.

Zwar ist das mit dem von Dir angesprochenen wirtschaftlichen Bankrott der DDR nicht direkt im Thema, aber dazu gibt es im web Zahlen, die Du ja auch so gerne ziehst: Pro Kopf Verschuldung DDR 1989 ca. 5.600DM, BRD ca. 16.000DM.
Unser Ex- Bundespräsident hat sich zum Thema Wohlstand DDR -BRD auch mal geäußert: „Ostdeutschland verlor immer mehr Lebenskraft und Kreativität an die Bundesrepublik, und das trug zu deren Blüte erheblich bei . . . Westdeutschland hatte es viel
leichter – auch, weil es vergleichsweise weniger Reparationen leisten musste und mehr Aufbauhilfe bekam." (Rede am 08.05.2005 im Bundestag). Die BRD hat von der fallenden Lebenskraft der DDR also ganz ordentlich profitiert. Solche Erkenntnisse aus dem Mund eines Bundespräsidenten lassen schon tief blicken . . .

Viele Grüße aus dem -noch- kühlen Bergischen!

Hatte ich schon mal gebracht, passt aber immer noch:

Die Weltwunder der DDR:
Obwohl alle Arbeit hatten, hatten viele nichts zu tun,
obwohl viele nichts zu tun hatten, wurde der Plan ständig übererfüllt,
obwohl der Plan ständig übererfüllt wurde, gab es nichts zu kaufen,
obwohl es nichts zu kaufen gab, hatten alle alles
obwohl alle alles hatten waren sie unzufrieden
Obwohl sie unzufrieden waren wählten sie die Kandidaten der Nationalen Front




Also werner, das gedichtchen ist sehr nett und kommt der realität sehr nahe. auch deine übrige beschreibung findet zum großen teil meine zustimmung. wo ich etwas ergänzen möchte sind die kriegslasten. ihr habt kräftig an die russen bezahlt und wir( vermutlich ) noch mehr an die juden. ich denke, die zahlungen an die juden sind noch nicht zu ende, der jüdische weltkongress in new york wird sich in der zukunft noch einige gründe ausdenken, wo wir erneut zur kasse gebeten werden.
Viele Grüße vom Rhein


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16.07.2010 13:05
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Zitat von Gert
wo ich etwas ergänzen möchte sind die kriegslasten. ihr habt kräftig an die russen bezahlt und wir( vermutlich ) noch mehr an die juden. ich denke, die zahlungen an die juden sind noch nicht zu ende, der jüdische weltkongress in new york wird sich in der zukunft noch einige gründe ausdenken, wo wir erneut zur kasse gebeten werden.


@gert, auch wenn das thema "kriegs- reparationen" ein extra thema wert wäre, hier eine kurze antwort: wenn man die pro kopf reparationen der bürger in der sbz und die der bürger in den anderen besatzungszonen gegenüberstellt, wird einem ziemlich schnell schlecht. gerade zur währungsunion waren diese pro kopf reparationen immer wieder ein thema... bewusst wird das thema reparationen in der öffentlichen meinungsbildung immer ausgeklammert...


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16.07.2010 22:46
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Gert
wo ich etwas ergänzen möchte sind die kriegslasten. ihr habt kräftig an die russen bezahlt und wir( vermutlich ) noch mehr an die juden. ich denke, die zahlungen an die juden sind noch nicht zu ende, der jüdische weltkongress in new york wird sich in der zukunft noch einige gründe ausdenken, wo wir erneut zur kasse gebeten werden.


@gert, auch wenn das thema "kriegs- reparationen" ein extra thema wert wäre, hier eine kurze antwort: wenn man die pro kopf reparationen der bürger in der sbz und die der bürger in den anderen besatzungszonen gegenüberstellt, wird einem ziemlich schnell schlecht. gerade zur währungsunion waren diese pro kopf reparationen immer wieder ein thema... bewusst wird das thema reparationen in der öffentlichen meinungsbildung immer ausgeklammert...




Gilbert, ich bin entsetzt. Dass du das Wort sbz ( übelster Bildzeitungsjargon) in den Mund nimmst? Tsss, wie sich die Zeiten ändern können. Ansonsten vom Inhalt her stimme ich deinem Beitrag zu, es ist nicht förderlich als Deutscher das Wort Reparationen in den Mund zu nehmen. Da bekommen andere Nationen die $=Zeichen in die Augen.

Viele Grüße vom Rhein


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17.07.2010 22:21
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Gert, guter erklärender Text, dein Text über deinen Werdegang damals in den fünfziger Jahren(dank an Feliks hiermit). Ich schrieb schon mal so sinngemäß an wosch...die fünfziger Jahre, auch Anfang der sechsziger müssen eine besondere Zeit in der DDR gewesen sein und ich habe sie nur als Kind erlebt, bin aber in einer sehr unterschiedlichen "Klassenfamilie" aufgewachsen...schrieb ich schon öfters, wo aber auch Alles " Beschissene" von mir ferngehalten wurde.
So seh ich es heute und mein weiterer Werdegang war unbelastet und schrammte öfters haarscharf am Gesetz vorbei aber ich hatte immer Glück. Das war mir wichtig und jeder hatte seinen Werdegang. ihr drüben, wir in der DDR und so sollten wir es belassen, ohne aufzuzählen, wer denn das bessere Leben hatte.
Heute sieht wieder alles ganz anders aus, Dank dem Teufel seinem schönen Satz, den icke eingestellt hatte und der "Langzottlige Revolutionär", für den hatte sich damals keiner aus der DDR interessiert, zumindest ich nicht, obwohl mir der Name nicht fremd war aber ab und an hatten eben auch die Brüder und Schwestern aus der Westkomune ihre Geistesblitze.
Dazu eine schöne Geschichte...aber nein, morgen, heut ist genug geschrieben.

R-M-R


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31.07.2010 09:39 (zuletzt bearbeitet: 31.07.2010 09:46)
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Der Bielefelder Wissenschaftler Wilhelm Heitmeyer studiert in der Langzeitstudie "Deutsche Zustände" die Befindlichkeiten in Ost und West. In der aktuellen Ausgabe dieser Studie sagen 64 Prozent der Ostdeutschen, sie fühlten sich als Bürger zweiter Klasse, 77 Prozent haben den Eindruck ,dass sie im Vergleich zu den Westdeutschen "weniger als ihren gerechten Anteil" bekommen und ganze 75 Prozent fühlen sich gegenüber Westdeutschen benachteiligt.

Um jenen Usern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen die anderen schnell mal einen Umzug ins Ausland empfehlen, vorzugsweise nach Nordkorea, sei angemerkt dass ich diese Zahlen nicht kommentiere sonder nur von Herrn Heitmeyer aus Bielefeld übernommen habe! Auch kann ich mich diesen Aussagen aus meiner persönlichen Situation heraus nicht anschliessen.

trotzdem drängen sich einem zwangsläufig Fragen auf: Woher kommt diese Befindlichkeit? Ist es die subjektive Wahrnehmung "Typischer jammer Ossis" oder hat das ganze objektive Hintergründe.

Um ehrlich zu sein bin auch ich über diese Zahlen etwas verwundert, allerdings steht es mir nicht zu sie anzuzweifeln, decken sie sich doch im wesentlichen mit den Ergebnissen anderer Institute.
Was ist also los im Jahre 20 der deutschen Einheit und wie sind die Befindlichkeiten im Westen diesen Landes?

schönen Samstag allerseits
SCORN


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