Die schamlose Trauer der Christa Wolf

25.06.2010 15:53
avatar  Angelo
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Christa Wolfs Alterswerk "Stadt der Engel" ist keine brillante Abrechnung mit der DDR. Sondern eine melancholische Selbstbeweihräucherung.Wäre man ein Zyniker, man müsste ungeteilten Beifall spenden: Da hat Christa Wolf es also noch einmal geschafft, die Spießerveranstaltung DDR als kleines, großes Welttheater à la Shakespeare, Galileo Galilei, Sigmund Freud und Walter Benjamin et tutti quanti in Szene zu setzen. Naturgemäß bezirzen diesmal nicht – wie vor vier Jahrzehnten im Roman „Der geteilte Himmel“ – ihre Jugend und ein parteilicher Enthusiasmus, sondern es sind im Gegenteil nun die Gebrechen und die Desillusionierungen des Alters, welche das Publikum rühren sollen und zum Teil auch rühren.

Wäre man darüber hinaus Dialektiker, so ließe sich geradezu von einer „List der Vernunft“ sprechen, die nun dafür sorgt, dass die über das Ende der DDR hinaus ambivalent treue Christa Wolf jenem unseligen Kollektivexperiment nun doch den finalen, subjektiven Todesstoß versetzt, indem sie pausenlos von sich selbst spricht und dabei 40 Jahre SED-Herrschaft quasi auf die Frage zusammenschnurren lässt: Und wie geht’s Christa heute?

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http://www.welt.de/debatte/kommentare/ar...rista-Wolf.html


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