Flucht mit Mord an einen PF

  • Seite 1 von 7
14.06.2010 11:03
#1
avatar

Hier mal ein älterer Beitrag aus Spiegel online:
Wie schnell aus dem Routinedienst tödliche Gegnerschaft werden konnte, erfuhr auch der Feldwebel Klaus-Peter Braun, 22, der bei Rustenfelde nahe Heiligenstadt im August 1981 von dem Soldaten Roland Höhne, damals 24, mit drei Schüssen aus einer Kalaschnikow getötet wurde. Der Obduktionsbericht des gerichtsmedizinischen Instituts Jena stellte fest, schon der erste Schuß habe "die Herzspitze durchsetzt, Lunge, Magen, Bauchspeicheldrüse und die Aorta im Bauch geöffnet, was zum sofortigen Tod geführt hat".

Während die DDR-Kommandeure nach Untersuchung des Todesfalles von einem "langfristig vorbereiteten" sowie "kaltblütigen und hinterhältigen" Mord sprachen, gab der westwärts geflohene Höhne eine andere Darstellung. In der Tatnacht habe er mit Braun und einem weiteren Posten zunächst Skat gespielt und spontan seine Chance gewittert, als der dritte Mann wegen eines Alarms abrücken mußte.

Er habe den unbewaffneten Braun mit seiner Kalaschnikow bedroht und angekündigt, so Höhne, er gehe jetzt "die Flocke machen". Der Feldwebel aber ließ sich, Höhnes Darstellung zufolge, nicht einschüchtern, ging auf den Skatpartner zu und hielt den Gewehrlauf fest. Deshalb sei er, sagte Höhne aus, erschrocken zurückgewichen, wobei sich ein Feuerstoß von drei Schüssen gelöst habe.

Westdeutsche Richter schlossen sich dieser Version an: Höhne wurde zwei Jahre nach der Tat vom Göttinger Landgericht zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt - wegen fahrlässiger Tötung (Aktenzeichen 6 JS 648/81 - 18/83 II).

Meine Infos zu diesem Vorfall sind etwas anders, als hier dargestellt.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 11:24
avatar  ( gelöscht )
#2
avatar
( gelöscht )

Zitat von rustenfelde

Meine Infos zu diesem Vorfall sind etwas anders, als hier dargestellt.

Gruß RF



Dann solltest du sie nicht für Dich behalten. Das der Höhne dies anders geschildert hat um nicht als der Mörder zu gelten, der er war ist klar.


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 11:29
avatar  S51
#3
avatar
S51

Herzspitze, Lunge aber auch Magen und Bauchspeicheldrüse und die Aorta mit dem ersten Schuß getroffen? Das Geschoss muss sehr schräg von unten oder oben eingedrungen sein. Wenn es keine Zeichen eines Nahschusses gab, würde ich sagen, wurde der PF das erste mal getroffen, als er saß und der Schütze stand. Bei einer Rangelei, wie behauptet, muss die Waffe sehr schräg gehalten worden sein. Immerhin ist die Kalaschnikow doch eine Langwaffe, wo zwischen Mündung und Abzug etwa 60 cm liegen. Hat man getestet, ob bei einem derartigen Winkel während einer behaupteten Rangelei der Abzug überhaupt noch erreichbar war? War der Schütze so ein Riese oder vergleichsweise Zwerg, dass dies anatomisch möglich war? Hat er gelegen oder ist er gesprungen? Immerhin müsste sich dann der Schütze etwa entweder auf Kniehöhe oder knapp über Kopfhöhe des Opfers mit dem Abzug befunden haben. Bei einer Pistole ginge das, bei der MP-5/HK-5 müsste man sich schon sehr verrenken, die AK jedoch ist noch etwas größer.
Irgendwie ist die Sache so schwer vorstellbar.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 11:30
avatar  ( gelöscht )
#4
avatar
( gelöscht )

Selbst in Hinblick auf die Schutzbehauptungen des Verbrechers Höhne, ist das Strafmaß einfach nur eine Verhöhnung des Opfers.


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 11:56 (zuletzt bearbeitet: 14.06.2010 11:59)
#5
avatar

Hier der Bericht eines Wissenden:


Zu der Sache Braun, die sich bei mir verinnerlicht hat. Zuvor solltest Du wissen, das der Täter mein ehemaliger Fahrer war, der im Ernstfall die R-125 (Funk- und Leitstelle des KC in der Gefechtsmäßigen Grenzsicherung)fahren sollte, die auf einen UaZ montiert war. Dieser Verbrecher war der ehemalige Soldat Höhne und war als Funker im KMTV - Trupp. Ich hatte ihm im Vorfeld selten vorn eingesetzt, und wenn mein P3 Fahrer im Urlaub war, dann ist er nur mit mir gefahren. Ich möchte da auch heute nicht ins Detail gehen, aber feststand, weil zu Hause bei H. es enorme Probleme gab, sollte dieser in die Stabskompanie versetzt werden. Soweit zur Vorgeschichte.
Am besagten Tag im August wurde Braun und Höhne auf der Füst. Rustenfelde zur Führung der GSi eingesetzt im Nachtaufzug. Ic Auf der FüSt., so stellten später die Ermittler fest, deutete nichts auf die Absicht Höhnes hin, FF zu werden. Irgendwann nach Mitternacht gab es eine GSZ-Auslösung im Bereich Pferdeberg und somit wurden die Kräfte und Mittel an der linken Flanke konzentriert. Rechts von Trennungslinie bis Sandlöcher war alles frei. Kurzentschlossen richtete Höhne die Waffe auf Braun und gab einen Feurerstoß ab, der im Ober- und Unterkörper tödliche Treffer hinterließ. Er war
sofort tot. Höhne verließ die Füst. und begab sich auf kürzesten Weg zum GZ, warf das Tragegestell darüber und überwand diesen. Vorher legte er seine Waffe ab, um nicht Gefahr zu laufen, von den Grenzschutzorganen der BRD als Terrorist erschossen werden.
Zwischenzeitlich stellte XXX, der Schirrmeister fest, dass er keine Verbindung zur Füst. mehr hat. Er löste sofort Kompaniealarm aus, die den kompletten Abschnitt abriegelten.

Fortsetzung folgt.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 12:06
#6
avatar

Fortsetzung:
Die Kompanie lag also in der Abriegelung und der Spieß wurde auf die Füst. geschickt und da wurde dann diese Sauerei festgestellt.
Die Kompanie blieb bis zum Mittag in der Abriegelung und wurde dann komplett herausgelöst. Zwischenzeitlich war ich dann auch vor Ort .Am Morgen nach der Tatnacht waren dann die Gerichtsmediziner und die Spezialkommission des MfS vor Ort. Mittags wurde dann Braun über einen behelsmäßigen Flaschenzug über das Fenster zum Leichenwagen abgeseilt. Das war so befohlen worden, da natürlich zwischenzeitlich der BGS die Durchbruchstelle mit ebenfalls einer grossen Anzahl von Leuten sicherte. Zwischenzeitlich haben wir über diverse Kanäle erfahren, dass der BGS Höhne zum Nachstellen der Tat an die Grenze bringen wollte. Nachmittags fuhren dann Schützenpanzer auf und über 100 Mann BGS ging in Stellung. Unsererseits waren Kräfte der Sicherungskompanie vom Grenzkommando vor dem GZ gedeckt in Stellung gegangen. Diese hatten die Aufgabe, Höhne beim überschreiten der Grenzlinie festzunehmen
oder zu liquidieren. Da aber auch unserer damaliger Gegner nicht auf dem Kopf gefallen war, hat man Höhne sehr dezent im Hintergrund gelassen und nicht aus dem SPW gelassen.
Die anschließenden Gespräche und Untersuchungen in der Kompanie bei Soldaten und Vorgesetzten erspare ich mir im Detail.
Ein paar Tage später war die Trauerfeier in Bleicherode. Da ich damals noch das Glück hatte, zum Fahnenkommando des GR zu gehören, stand ich über zwei neben dem Sarg auf der Bühne im Volkshaus Bleicherode. Später wurden dann Gebäude und Schulen nach Braun benannt, heute gibt heißt kein Einziges mehr so.
Das Erschiessen erfolgte von vorn.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 12:18
avatar  ( gelöscht )
#7
avatar
( gelöscht )

@s 51, deine logischen feststellungen widersprechen damit den aussagen zum handlungsablauf vom soldaten höhne.


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 12:33
avatar  ( gelöscht )
#8
avatar
( gelöscht )

Es gab vor dem Militärobegericht Leipzig vom 19.-21. Juli 1982 ein Verfahren gegen den abwesenden Straftäter. Dieser wurde von RA Friedrich Wolff verteidigt. In seinem Buch "Verlorene Prozesse 1953-1998" schildert Wolff in einem Kapitel den Ablauf der Beweisaufnahme. Dabei wurden durch die Tatortdokumentation, die gerichtsmedizinischen Gutachten und die Aussagen von weiteren Zeugen und Sachverständigen Zeugen die Einlassunegn des Beschuldigten im Wesentlichen widerlegt. Diese Erkenntnisse decken sich im wesentlichen mit dem oben gesagten.


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 21:51 (zuletzt bearbeitet: 14.06.2010 21:52)
avatar  ( gelöscht )
#9
avatar
( gelöscht )

http://www.nva-forum.de/nva-board/index....opic=539&st=870
Ab Donnerstag, 15.Februar 2007, 19:52 Uhr
bis etwa Donnerstag, 15.Februar 2007, 21:51 Uhr


Zu den Beiträgen im Threat hier:
Bei dem einen oder anderen Satz ist anscheinend auch die Phantasie im Spiel.


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 22:05
avatar  ( gelöscht )
#10
avatar
( gelöscht )

Weilt der Herr Höhne heute noch unter den Lebenden und wie alt ist er mittlerweile?

R-M-R


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 22:09
#11
avatar

Höhne soll angeblich in Spanien verstorben sein. Er wäre jetzt ca.45 Jahre alt.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


 Antworten

 Beitrag melden
14.06.2010 22:23
avatar  ( gelöscht )
#12
avatar
( gelöscht )

rustenfelde, entschuldige, ich las den Anfangstext nicht richtig, er müsste also heute 53 Jahre alt sein, sollte er denn noch leben?
Aber interessant ist das schon, was so ein Mensch seinen Enkeln erzählt, wenn er denn einmal welche hätte? Eigentlich Stoff für einen guten Roman, den die Nachkommen des toten Feldwebel schreiben sollten.

R-M-R


 Antworten

 Beitrag melden
15.06.2010 10:22
#13
avatar

Ja stimmt R-M-R,
mit dem Alter hab ich mich vertippt- sorry! Der tote Feldwebel wurde postum zum Fähnrich befördert.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


 Antworten

 Beitrag melden
15.06.2010 10:34
avatar  TOMMI
#14
avatar

Zitat von rustenfelde
Ja stimmt R-M-R,
mit dem Alter hab ich mich vertippt- sorry! Der tote Feldwebel wurde postum zum Fähnrich befördert.

Gruß RF


....da hat er aber was von gehabt....

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


 Antworten

 Beitrag melden
15.06.2010 11:37
#15
avatar

Stimmt!!!

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!