Der BGS an der Grenze

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09.06.2010 17:47
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#1
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Zumindest zu meiner Zeit kreuzte der BGS ja nur ab und zu an der Grenze auf. Eigentlich waren BGS Streifen raritäten im Dienst. Der Zoll war eigentlich immer da, man kannte auch die Gesichter. Deshalb nehme ich an, das die vom ZGD ihren Abschnitt gut kannten. Wie sah das denn beim Bundesgrenzschutz aus?


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09.06.2010 20:42 (zuletzt bearbeitet: 12.06.2010 23:06)
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#2
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Hallo Wilfried,
der Grenzabschnitt der GSA Mitte 2, Bad Hersfeld, begann an der Straßensperre Hönebach/Großensee und endete an der Straßensperre Weißenborn/Großburschla. Also insgesamt eine Länge von ca. 72 KM!
Innerhalb von 24 Stunden wurde dieser Grenzabschnitt mehr oder weniger sporadisch durch 3 Grenzstreifen a 8Stunden
(zwei Tag- und eine Nachtstreife a 3 oder 4 Beamte) durch Absetzen einer Fußstreife (ca. 6-10 km) und stehende Beobachtungen durch den Kraftfahrer und einen Posten überwacht, wenn man es so nennen möchte. Diese "gesplittete" Streifenbesatzung hatte jedoch miteinander und zur Grenzschutzabteilung/Grenzschutzkommando/Zoll/Polizei Funkkontakt.
Bei "besonderen Lagen", z.B. verstärktem Einsatz der Grenztruppe, Bauarbeiten, Feiertagen (17. Juni), usw. wurden zusätzliche Grenzstreifen eingesetzt. Meist zwischen 4-6 Grenzstreifen.
Mitarbeiter des Sachgebietes Sicherheit befanden sich nicht regelmäßig, trotzdem aber zwischen 3 bis 5 mal pro Woche im Grenzbereich. Außerdem wurde einmal wöchentlich ein Grenzüberwachungsflug mit einem I/S-Angehörigen durchgeführt.
Zusammenarbeit mit dem Zoll war gut. Grenzstreifenpläne wurden auch mit dem Zoll abgesprochen.
Eingesetzte BGS-Beamte wurden, bevor sie ihren Streifendienst antraten, vom Sachgebiet Sicherheit bzw. Nachts vom diensthabenden Kommissar, eingewiesen (Streifenbelehrung). Die eingesetzten Streifenführer kannten sich im Grenzbereich meines Wissens nach gut aus (bis auf einmal, 1976 im Bereich GSA Mitte 1, Eschwege, Festnahme von 2 BGS-Beamten).

Verschiedene Grenztruppenangehörige (meist GAK oder/und Offz) waren auch den Grenzstreifen bekannt. Man sah sich halt öfter.
Z.T. waren auch Namen bekannt.....Woher?.........Ab und zu gelang auch einem Grenztruppenangehörigen die Flucht....
So das erstmal dazu.
Gruß Willie


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09.06.2010 21:54
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#3
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Hallo Willie,

wie war das eigentlich mit der Abstimmung mit den Amis? Die waren ja im genannten Abschnitt auch ziemlich aktiv. Zumindest deren Flugaktivität konnte man auch von der GÜSt aus sehen. Hubschrauber gucken war wenigstens etwas Abwechslung.

Gruß NPKCA


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09.06.2010 22:23 (zuletzt bearbeitet: 09.06.2010 22:25)
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#4
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Moin NPKCA,
Grenzstreifendienst wurde nicht mit 11th Armored Cavalry regiment, Bad Hersfeld, dazu gehörten OP ROMEO bei Bosserode und OP INDIA bei Lüderbach, abgestimmt. Einen Info-Austausch mit MIBRO gab es.
Über Streifen(Luft/Land) der US-Kräfte wurden wir nicht informiert.
Es war auch möglich, im Rahmen der Grenzstreife, einen O-Point der US-Streitkräfte zu besuchen, um dort Informationen auszutauschen oder um die dortige Kantine zu benutzen. Dort gab es richtig leckere Dinge.
Teilweise verlangte des Wachpersonal, daß man seine Waffen an der Wache abgeben sollte, was man aber immer ablehnte!
Meist wurde durch ein kurzes Gespräch mit dem diensthabenden Offz. die unterschiedliche Auffassung von einer Waffenabgabe geklärt.
Gruß Willie


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10.06.2010 21:19
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#5
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Zitat von willie
Hallo Wilfried,
der Grenzabschnitt der GSA Mitte 2, Bad Hersfeld, begann an der Straßensperre Hönebach/Großensee und endete an der Straßensperre Weißenborn/Großburschla. Also insgesamt eine Länge von ca. 72 KM!
Innerhalb von 24 Stunden wurde dieser Grenzabschnitt mehr oder weniger sporadisch durch 3 Grenzstreifen a 8Stunden
(zwei Tag- und eine Nachtstreife a 3 oder 4 Beamte) durch Absetzen einer Fußstreife (ca. 6-10 km) und stehende Beobachtungen durch den Kraftfahrer und einen Posten überwacht, wenn man es so nennen möchte. Diese "gesplittete" Streifenbesatzung hatte jedoch miteinander und zur Grenzschutzabteilung/Grenzschutzkommando/Zoll/Polizei Funkkontakt.
Bei "besonderen Lagen", z.B. verstärktem Einsatz der Grenztruppe, Bauarbeiten, Feiertagen (17. Juni), usw. wurden zusätzliche Grenzstreifen eingesetzt. Meist zwischen 4-6 Grenzstreifen.
Mitarbeiter des Sachgebietes Sicherheit befanden sich nicht regelmäßig, trotzdem aber zwischen 3 bis 5 mal pro Woche im Grenzbereich. Außerdem wurde einmal wöchentlich ein Grenzüberwachungsflug mit einem I/S-Angehörigen durchgeführt.
Zusammenarbeit mit dem Zoll war gut. Grenzstreifenpläne wurden auch mit dem Zoll abgesprochen.
Eingesetzte BGS-Beamte wurden, bevor sie ihren Streifendienst antraten, vom Sachgebiet Sicherheit bzw. Nachts vom diensthabenden Kommissar, eingewiesen (Streifenbelehrung). Die eingesetzten Streifenführer kannten sich im Grenzbereich meines Wissens nach gut aus (bis auf einmal, 1976 im Bereich GSA Mitte 1, Eschwege, Festnahme von 2 BGS-Beamten).

Verschiedene Grenztruppenangehörige (meist GAK oder/und Offz) waren auch den Grenzstreifen bekannt. Man sah sich halt öfter.
Z.T. waren auch Namen bekannt.....Woher?.........Ab und zu gelang auch einem Grenztruppenangeörigen die Flucht....
So das erstmal dazu.
Gruß Willie


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Hallo erstmal,
nach lesen Deines Beitrags stellte sich mir die Frage ob die "Überwachung" nicht eher eine rhetorische Übung war.
Abschnittslänge 72km und das über 24St.mit 3Streifen, irgendwie komme ich da nicht ganz mit. Selbst bei besonderen Lagen mit 4-6 Streifen, mal angenommen an 3Stellen wird gebaut und gebaut wurde bei uns ja eigentlich immer, da hätten ja Kompanien durchmarschieren können. Klar man wusste wo die GT stand aber ansonsten? Oder war die elektronische Seite schon so stark ausgebaut?

tschüß


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10.06.2010 21:34
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#6
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Von Überwachung kann wohl weniger die Rede sein,eher eine stichartige Kontrolle.Der BGS war dar,aber nicht 24 Stunden
zu jeder Zeit an jedem Ort-im Gegensatz zu den GT,die (fast) immer da waren.


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10.06.2010 21:53
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#7
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"Feindbeobachtung" nur sporadisch, war mir irgendwie nie so bewusst das die Sache so relaxt behandelt wurde.

-----zu jeder Zeit an jedem Ort-im Gegensatz zu den GT,die (fast) immer da waren.----
Außer wenn zufällig beide geschlafen haben.

tschüß


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10.06.2010 21:53 (zuletzt bearbeitet: 10.06.2010 22:02)
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Zitat von Zermatt
Von Überwachung kann wohl weniger die Rede sein,eher eine stichartige Kontrolle.Der BGS war dar,aber nicht 24 Stunden
zu jeder Zeit an jedem Ort-im Gegensatz zu den GT,die (fast) immer da waren.



Wie ich schon im Beitrag angemerkt hatte, die Grenzüberwachung des BGS war wirklich nur eine "sporadische Überwachung"
Vorgabe war in etwa: Innerhalb einer Woche sollte der gesamte zugewiesene Grenzabschnitt (also 72 KM) einmal durch Fußstreifen abgelaufen werden. Wie gesagt: Vorgabe! In der Realität aber kaum machbar, da Grenzstreifen bei Tätigkeiten der GrTr vom Streifenplan abwichen und somit Fußstreifen nicht oder nur in geringerem Umfang durchgeführt wurden.
Anmerken muß man jedoch, daß der Grenzabschnitt natürlich auch vom Grenzzolldienst überwacht wurde. Von den Zollkommissariaten wurden mehr Streifen (i.d. Regel 2 Mann) eingesetzt, als durch den BGS.

Eine elektronische Überwachung durch den BGS/Zoll ist mir nicht bekannt. Kann ich mir auch nicht vorstellen.
US-Army hatte in ihren O.Points Geräte zur elektronischen und optischen Überwachung und führte auch gelegentlich
Fuß- und Mot.-Streifen durch.
Gruß Willie


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10.06.2010 22:01
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#9
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Zitat von nolle
"Feindbeobachtung" nur sporadisch, war mir irgendwie nie so bewusst das die Sache so relaxt behandelt wurde.

-----zu jeder Zeit an jedem Ort-im Gegensatz zu den GT,die (fast) immer da waren.----
Außer wenn zufällig beide geschlafen haben.

tschüß



Hi Nolle,
das Wort "Feind" wurde in meiner Zeit beim BGS nicht benutzt. Das war unser "Gegenüber", die GreSo`s usw.
Willie


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10.06.2010 22:10
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#10
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Hallo Willie,
da kann man mal sehen wie schnell man so ein Wort relativ Gedankenlos hinschreibt. Onkel und Tante haben mich auch nicht als Feind gesehen ich sie natürlich auch nicht. Daraus kannst Du ableiten das es, für mich, alle anderen eigentlich auch nicht waren. Das Problem ist dabei nur das man relativ schnell in Kategorien denkt, aber dafür hat man ja Mitstreiter die wieder nachhelfen.

tschüß


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12.06.2010 21:45
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#11
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Zitat von willie
Moin NPKCA,
Grenzstreifendienst wurde nicht mit 11th Armored Cavalry regiment, Bad Hersfeld, dazu gehörten OP ROMEO bei Bosserode und OP INDIA bei Lüderbach, abgestimmt. Einen Info-Austausch mit MIBRO gab es.
Über Streifen(Luft/Land) der US-Kräfte wurden wir nicht informiert.
Es war auch möglich, im Rahmen der Grenzstreife, einen O-Point der US-Streitkräfte zu besuchen, um dort Informationen auszutauschen oder um die dortige Kantine zu benutzen. Dort gab es richtig leckere Dinge.
Teilweise verlangte des Wachpersonal, daß man seine Waffen an der Wache abgeben sollte, was man aber immer ablehnte!
Meist wurde durch ein kurzes Gespräch mit dem diensthabenden Offz. die unterschiedliche Auffassung von einer Waffenabgabe geklärt.
Gruß Willie



Ist ja interessant Willie. Ihr habt euch also richtig wie Verbündete benommen. Wäre bei uns undenkbar gewesen mal kurz in eine GUS Kaserne zu Besuch zu gehen. Mal abgesehen davon, dass es da sicher nix leckeres gab und im Grenzabschnitt selbst keine "Freunde" stationiert waren. Die einzigen Treffen waren immer offiziell arrangiert z.B. Weihnachten.
Hattet ihr eigentlich außer der Alouette II noch andere Hubschrauber zur Überwachung? Hin und wieder hat man ja auch ne Puma mit BGS Kennung gesehen. Oder war das nur "hoher Besuch"? Gabs eigentlich bestimmte Verhaltensregeln wenn auf der Ostseite die MI's aufgetaucht sind?

Grüße
NPKCA


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12.06.2010 22:21 (zuletzt bearbeitet: 12.06.2010 22:23)
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Zitat von NPKCA

Zitat von willie
Moin NPKCA,
Grenzstreifendienst wurde nicht mit 11th Armored Cavalry regiment, Bad Hersfeld, dazu gehörten OP ROMEO bei Bosserode und OP INDIA bei Lüderbach, abgestimmt. Einen Info-Austausch mit MIBRO gab es.
Über Streifen(Luft/Land) der US-Kräfte wurden wir nicht informiert.
Es war auch möglich, im Rahmen der Grenzstreife, einen O-Point der US-Streitkräfte zu besuchen, um dort Informationen auszutauschen oder um die dortige Kantine zu benutzen. Dort gab es richtig leckere Dinge.
Teilweise verlangte des Wachpersonal, daß man seine Waffen an der Wache abgeben sollte, was man aber immer ablehnte!
Meist wurde durch ein kurzes Gespräch mit dem diensthabenden Offz. die unterschiedliche Auffassung von einer Waffenabgabe geklärt.
Gruß Willie



Ist ja interessant Willie. Ihr habt euch also richtig wie Verbündete benommen. Wäre bei uns undenkbar gewesen mal kurz in eine GUS Kaserne zu Besuch zu gehen. Mal abgesehen davon, dass es da sicher nix leckeres gab und im Grenzabschnitt selbst keine "Freunde" stationiert waren. Die einzigen Treffen waren immer offiziell arrangiert z.B. Weihnachten.
Hattet ihr eigentlich außer der Alouette II noch andere Hubschrauber zur Überwachung? Hin und wieder hat man ja auch ne Puma mit BGS Kennung gesehen. Oder war das nur "hoher Besuch"? Gabs eigentlich bestimmte Verhaltensregeln wenn auf der Ostseite die MI's aufgetaucht sind?

Grüße

NPKCA





Hallo NPKCA,
beim BGS wurden Hubschrauber vom Typ Alouette, Bell und Puma eingesetzt. Grenzüberwachungsflüge wurden i.d. Regel mit der Aluette II durchgeführt (aus Kostengründen!). Es kam jedoch auch vor, daß die beiden anderen Hubschraubertypen im Grenzbereich flogen. Die war dann aber kein normaler Grenzüberwachungsflug, sondern Übungsflüge, Einweisungsflüge für Beamte innerhalb des 2.ten Ausbildungsjahres oder aber, wie du schon vermutet hast, "hoher Besuch" (Politiker/Abgeordnete, Presse usw.) . Huschrauber Puma wurde auch zur Einweisung von Beamten benutzt.

Hubschrauberflüge durch GrTr/GSSD wurden natürlich sofort an die Grenzschutzabteilung per Funk oder Funk/Draht gemeldet. Bei Grenzverletzungen "Luft" auch direkte Meldung an das Grenzschutzkommando.

Anbei ein paar Unterlagen, die ich selbst immer dabei hatte, wenn ich in Bereich Grenze war.
Gruß Willie

15.04.2012 21:50
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#13
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Hallo,
haben sich die Grenzabschnitte der GSA überschnitten ? Da u.a. auch BGS Beamte der GSA M 1 ESW im Bereich Pferdsdorfer Kopf - Strasse Willershausen im Einsatz waren.
Oder auch im Abschnitt Strasse Dippach - Leimbach / Dankmarshausen - Widdershausen, BGS Beamte der GSA M 2 - HEF - im Einsatz waren.
Gab es einzelne Absprachen oder Festlegungen dazu ?


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15.04.2012 22:32
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#14
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Den größten Teil der Grenzüberwachung "West" machte bei uns zwischen Fleete und Elbe "logischerweise" der BGS, weniger der Zoll (warum auch gab ja nichts zu verzollen). Seltener ließ sich Angehörige der britischen Armee blicken aber wenn, dann gleich ein Trupp von fünf bis zehn Leuten. Wir hatten sogar zweimal eine Streife der Niedersächsischen Landespolizei.
In der Luft waren meistens Hubschrauber vom Typ Bell UH 1D oder Alouette 2, gab aber auch Exoten wie die legendäre "Zigarre" (Wessex), Puma oder Alouette 3.

Gruß Hartmut!


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16.04.2012 07:31
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#15
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In unseren Breiten gab es eigentlich viele Begegnungen mit dem BGS aller Art.War immer eine willkommene Abwechslung in den langen Stunden.Der Zoll kam in schöner Regelmässigkeit,besonders des Nachts beim Abfahren der 501Sperre.Daneben waren immer die Tribünen besonders einbezogen.Ein besonderer Schwerpunkt war die Müssinger Höhe.Leider gibt es in diesem Forum keine Bilder dazu.Eventuell haben die Kameraden der anderen Feldpostnummer da noch was archiviert.War ein toller Aussichtspunkt.,Richtung Wiewohl.War ja in mehreren Zeitabständen vor Ort.Heute erinnern nur noch einige gelbe Markierungen an den ehemaligen Grenzverlauf.
Auf jeden Fall war dort eigentlich immer was los,damals.


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