Sommer/ Herbst 1989 - Wie habt ihr ihn erlebt?

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05.06.2010 08:18 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2010 13:48)
#31
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Zitat von Feliks D.
@Thunderhorse
Zweifel du mal wieder alles an, aber vergiss nicht deine Behauptungen anschließend wieder per PM an andere User zu schicken. Nicht das sonst noch Widerspruch kommen könnte. Respekt mein "Freund" was für eine Leistung.
Du wirst schon wissen was ich meine, falls nicht ein kleines Zitat um dir auf die Sprünge zu helfen und für andere die nicht gleich wissen welcher Methoden du dich gern bedienst.

Zitat von 94

Andererseits möchte ich auch eine gewisse Entäuschung hier äußern. Da werden Links, die IMHO von allgemeinen, weil themenbezogenen Interesse (hoffe ich jetzt mal) sind als PM versendet, um heutige Jugend auf politisch korrekte Pfade zu locken, die diese dann effektvoll in der Diskussion (gezielt?) vorzuführt. Also da donnert es doch in der Hose.





Ist dieser Beitrag von Felix D. jetzt als offene Drohung zu betrachten???


Nu Mister Ober....,

ich bezweifle nicht, dass es einen Toten an jenem Tag gegeben hat.
Vorgang BV Suhl ist mir bekannt.

Und was ich wem als Quellenhinweis (für Recherche) per PN sende, dürfte Dich eigentlich nicht interessieren.
Wie dann der/die jeweilige Person eine Bewertung durchführt liegt im Ermessen der Empfänger.
Die Links sind im übrigen in diesem Form ebenfalls schon eingestellt, von anderen Usern, in anderen Bereichen.
Eventuell gabs auch Verluste nach dem letzten großen Krach.

[rot]Alleine Deine Äußerung diesbezüglich ist übrigens ein Interessanter Aspekt.[/rot]
Kannste ja gleich meine Bemerkungen dazu, falls vorhanden, öffentlich einstellen.
Gibts da eventuell Probleme in Sachen ........!!!!!!!!!!!!!!

Wußte gar nicht, dass ich einen Felix D. zu meinem Freundeskreis zählen darf.
Kann ich aber gerne darauf verzichten.
Dickes Grinsen.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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05.06.2010 10:54 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2010 10:57)
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#32
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Naja, ich habe die ganze Sache zunächst freudig erwartet hinsichtlich Reformen. "Deutschland, Deutschland" Rufe und der Ruf nach Wiedervereinigung war erst im Frühjahr 1990 zu hören. Zunächst in einigen der vielen neuen Zeitungen. Dann gröhlten vereinzelte Gruppen danach. Erst nachdem massiv Politprominenz vor Ort war, flankiert von Rock & Popkonzerten sowie kostenloser Getränke und Bratwurst, konnten man die Rufe nach dem "einig VAterland" von größeren Gruppen hören. Erst Unternehmenspleiten und Arbeitslose wurden nicht wahrgenommen, es fand auch kaum gehöhr in der Presse. Als 1991 zunehmend große Unternehmen krachten (In Eisenach 8000 Arbeitslose auf einen Schlag) kam der große Katzenjammer.

Die meisten der Leute hier wollten zumindest nicht gleich eine Wiedervereinigung, die kommenden Probleme waren absehbar. Gut fand ich persönlich, das die Behörden in Form der Sicherheitsbehörden besonnen gehandelt haben. Einzige besondere Erinnerung in Eisenach bei mir ist, als der Zug der Prager Botschaft durchfuhr. Der Bahnhof war voll. Einige Dunselmänner wollten den Zug zum Halten bringen, indem sie die Gleise betraten. Der Zug deshalb auf einem Gleis auf der anderen Seite des Bahnhofs kurzfristig umgeleitet.

Ich selbst war auch einmal zu diesen Montagsdemos. Im allgemeinen passierte dort eher wenig, wie ich aus der Erinnerung heraus meine. Als die DDR langsam zerfiel hatte ich durchaus Ängste, man kannte ja durchaus die BRD aus dem TV oder Radio. Zudem wohnte der Großteil meiner Familie im Westen. Wirtschaftlich hatte ich tatsächlich Angst, was die Zukunft bringt.


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07.06.2010 07:05
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#33
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Danke @EDGE für diese Zeilen zum Thema


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07.06.2010 07:49
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#34
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Hi,

also ich war ja damals 17 und ging auf die EOS, heute würde man sagen Gymnasium. Ich war nie ein großer Freund der DDR. Schon in der Schule habe ich mir Stundenlang die Atlanten mit den raren Karten von Westeuropa und den USA angesehen und von diesen Ländern geträumt. Jedes Buch aus der Bibo mit Bildern von z.B. New York habe ich mir zichmal angesehen und mir vorgestellt wie es dort denn sei. Ich hörte am WE in Bayern 3 die Verkehrsnachrichten mit den Meldungen von Rückreisestaus aus den Skigebieten. Ich hatte in meiner sch.... DDR nichtmal ein paar vernünftige Ski und Skihänge gab es auch kaum und wenn dann brauchte man Beziehungen um an einen der raren, aber erforderlichen Haken zu kommen. Ich war irgendwie damals völlig unzufrieden mit dem Land. Auch die Gängelei bei FDJ, DSF und GST ging mir schon länger auf den Keks. Ich hatte schon früh die Absicht irgendwie in den Westen zu kommen. Nur wie wußte ich noch nicht. Ein vager Plan war es über Jugoslawien zu versuchen. Dann bekamen meine Eltern eine Reise nach Schweden, aber leider ohne mich. Vermutlich wäre ich dort geblieben *ggg* Dann kam mir der Gedanke mich zu den Grenztruppen zu melden. Drei Jahre mußte ich ja eh zur Armee. Dort hätte sich vielleicht etwas ergeben...

Zwischenzeitlich kam die Wende und sofort war ich mit vollem Eifer bei der Sache. Beziehungen zu "konterrevolutionären" Kräften hatte ich und schon ging es bald zu den ersten Montagsdemos nach Dresden: Fit-Flasche aufgeschnitten und Kerze rein. Wir sind meist im Konvoi mit Autos gefahren, nachdem man sich irgendwo auf dem Feld vorher getroffen hatte. Da es keine Kopierer gab, hab ich fleißig Flugblätter vom Neuen Forum auf meiner Erika abgetippt und dann verteilt:

g144-Aufrufe-des-neuen-Forums.html

Ich kann mich dann erinnern, dass ich jede Fernsehmeldung und jede Zeitung regelrecht mit viel Genugtuung eingesogen hab. Zeitungsausschnitte von damals hab ich heute noch:

g145-Zeitungsberichte-der-quot-Jungen-Welt-quot-Oktober.html

Als dann die Mauer fiel, gab es für mich nur eins: In den Zug und ab nach Berlin. Meine Eltern dachten ich wär für immer weg. Aber das schien mir nun nicht mehr nötig zu sein. Dann ging es ganz schnell:

- es gab keinen Stabi-Unterricht mehr. Der Lehrer war ne asolut rote Socke und ein Stinkstiefel noch dazu. Das war für uns wie eine Befreiung.
- ich mußte keine Prüfung im verhaßten Fach Russisch ablegen,
- ich mußte nicht zur Armee
- in meiner Zivildienstzeit direkt ab 1990 bekam ich schon ordentlich (West-)geld. Bald konnte ich die Fahrerlaubnis machen und mir nen Trabi kaufen, wenig später einen Opel Ascona.
- direkt nach der Zivi-Zeit machte ich eine Lehre im Westen, bekam dort auch ordentlich Geld und war ganz nah an meinen geliebten Alpen.

Für mich war die Zeit also voll von positiven Ereignissen. Wehmut, Trauer oder änliches habe ich damals und auch heute nicht empfunden. Ich fühle mich auch nicht "besiegt" oder sowas, sondern eher vom Kommunismus befreit.

Viele Grüße

Sascha


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07.06.2010 07:55
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#35
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Eine ehrliche Meinung die zu akzeptieren ist, danke dafür.


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07.06.2010 09:11
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#36
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Hi,

Zitat von Feliks D.
Eine ehrliche Meinung die zu akzeptieren ist, danke dafür.



so ist es nunmal. Was hier auch schon oft diskutiert wurde: Ein Gang über die Grenze kam für mich absolut nicht in Frage. Zu gering war die Kenntnis über die Grenzsicherungsanlagen. Ich wußte auf jeden Fall, dass ein Gang über die Grenze tödlich sein könnte. Die Aussicht auf Erfolg stufte ich als äußerst gering ein. Der Plan zu den Grenztruppen zu gehen, so sich dazu eine Möglichkeit ergeben hätte, erschien mir als der reellste Möglichkeit Kenntnisse über die Grenzanlagen zu erlangen und ggfs. auch eine Flucht zu planen.

Aus meiner Schule gelang zwei Mitschülern aus dem Jahrgang über mir die Flucht über die Tschechei. Ein Freund aus der Tschechei hat nach Westberlin geheiratet, mußte aber erst sein Studium abzahlen, bevor er ausreisen konnte. Im Frühjahr 89 reiste eine Cousine per Ausreiseantrag aus. Im Sommer 89 flüchteten zwei Klassenkameraden über die Botschaft in Ungarn und eine über die Botschaft in Polen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon der Meinung, dass es die DDR mit Ihrem Grenzregime nicht mehr lange geben könne und legte alle Fluchtpläne vorläufig ad Akta...

Viele Grüße

Sascha


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07.06.2010 10:23 (zuletzt bearbeitet: 07.06.2010 18:39)
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#37
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Ich habe mit großem Interesse die Beiträge hier gelesen. Besonders die Sichtweite der Ex-Mitarbeiter welche dem Staat DDR dienten konnte ich durchaus nachvollziehen.
Ich empfinde keinen Hohn oder irgend welche Schadensfreude da ich gerade diese Menschen nicht als meine Freunde bezeichnen konnte. Eigentlich waren sie doch genug damit bestraft als sie feststellen mussten das ihre Weltanschauung ,ihre Ideale und Überzeugung so viel an Wert verloren hatte. Niemand sollte wegen seiner Religion oder politischen Überzeugung Nachteile haben. Hierzu bedaure ich Ungerechtigkeiten. Würde mich aber trotzdem freuen wenn der Eine oder Andere von diesen Leuten mehr Unrecht welches damals in ihrem Staat geschah zugeben. So unbeteiligt waren bestimmt nicht alle! Vielleicht eine Frage an die Ex-Mitarbeit des MfS . Ihr habt doch gewusst oder wissen müssen wie es im Volk aussieht,und wo der Weg hingeht?
Kam den niemals die Idee einer“ Palastrevolution „ von innen um zu retten was zu retten ist?
So gelähmt könnt ihr doch überhaupt nicht durch die Ereignisse gewesen sein. Bei der Fülle der Informationen welche dem MfS zugetragen wurden war das doch alles so erkennbar! Ich persönlich bin froh das Deutschland wieder vereint ist! Für mich war die DDR so wie sie war nicht meine Heimat.Genau so akzeptiere ich deren Meinung welche heute Deutschland nicht als ihre Heimat betrachten,da sie die DDR als ihre Heimat betrachtet haben. Es nützt aber nicht vergangenem nachzutrauern ,heute leben wir in Deutschland und müssen hier mithelfen dieses Land zu gestalten. Unrecht und Ungerechtigkeiten sind auch hier anzuprangern. Ich gehe auf manche Demo oder versuche möglichst richtig zu wählen. In der DDR war ich kritisch und heute bin ich es auch noch!
Aber um zum Ursprung des Themas zurückzukommen.
Ich habe den Herbst 1989 teils ungläubig am Fernseher verfolgt ,und gehofft das es friedlich bleibt.
Ich hatte Hoffnung auf eine „bessere DDR“ . An eine Wiedervereinigung hatte ich im Herbst 89 noch nicht geglaubt. Später nach dem Fall der Mauer schon!

Gruß Peter(turtle)


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07.06.2010 12:20
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#38
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Zitat
An eine Wiedervereinigung



Eine solche gabs ja auch nie :-)
Es gab einen Beitritt der 5 neuen Bundesländer der DDR zur BRD.

Wenn man dazu fragt, ob man die Palastrevolte wollte, das ist doch etwas Weltfremd. Man geht zu einer Behörde wie Polizei, Armee oder Staatsschutz aus Überzeugung. Man ist ja auch meist davon überzeugt, das der Lebenspartner der richtige ist, auch wenn es sich manchmal anders herausstellt. In den letzten Jahren, Okay, da hätte man revoltieren können, aber man hoffte, es wird besser.

Heute ist es noch schlimmer, die Leute, die am niedrigsten stehen, die schmeissen sich gegenseitig Knüppel zwischen die Beine. Kassierer werden im Supermarkt überwacht (Eigentlich gilt Schuldbeweis nachträglich) Sonderschichten (vor allem im Osten) sind aeine Regelmässigkeit und Löhne werden immer weniger.

Als ich kurz Leiharbeiter war, sollte uns beim Dauerentleiher die bezahlte Pause gestrichen werden (also unbezahlte Pause). Von 65 Kollegen folgten mir 3. Anschliessend war ich der Böse, weil ich höher Bezahlt war. Gut, das ich dieses Kapitel nicht mehr Nötig habe.

Heute beschwerrt sich keiner mehr groß. Und wenn, kann man ihne mit recht subtilen Maßnahmen ruhig stellen.


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07.06.2010 12:49 (zuletzt bearbeitet: 08.06.2010 02:01)
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#39
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So ca. Mitte der 80iger Jahre, als ich meine Lehre bei der Reichsbahn begann und so einige verschiedene Betriebe während meiner Ausbildung kennenlernte, hatte ich so ein unangenehmes Gefühl von Rückläufigkeit und Stagnation in der DDR. R-M-R schrieb in einem ähnlichen Zusammenhang von einer bleiernen Zeit. Und dieses Gefühl nahm auch im Laufe der Jahre nicht ab, sondern gipfelte im Sommer 1989 als die ersten Massenfluchten von DDR-Bürgern über Ungarn einsetzten zu einem Gefühl: Das ist der Anfang vom Ende!

Als wichtigen Grund für die damalige Entwicklung, die schließlich zum Verschwinden der DDR von der Landkarte führte, sehe ich, daß viele Menschen in Ost und West die deutsche Teilung als widernatürlich empfanden. Und da war die Zuordnung der Gesellschaftssysteme erst einmal sekundär. Das Eingesperrt-sein, die Gängelei bei den Behörden, das ökonomische Auseinander-driften der Systeme etc. zwangen viele Menschen in der DDR zur Resignation und den Rückzug in die private Nische. Und genau diese Bürger rappelten sich 1989 auf und forderten Veränderung.

Ich lese in diesem Zusammenhang oft das Wort Konterrevolution. Da frage ich mich, welche Revolution wurde denn gekontert?
Die Teilung Europas war eine Folge des Ergebnisses vom zweiten Weltkrieg. Die Entwicklung hätte auch durchaus anders verlaufen können, wären sich die Alliierten früher einig gewesen. Aber Stalin zog es vor, seinen Machtbereich auf die Gebiete, die durch die rote Armee von den Nazis befreit worden waren, auszudehnen (außer Österreich). Und diese Ausdehnung des Machtbereiches wurde mit brutalsten Mitteln durchgesetzt wie z. B. die Schaffung des eisernen Vorhangs, Morde, Deportationen in Gulags etc. Von einer Revolution kann in diesem Zusammenhang nicht die Rede sein. Das ist eher die Sichtweise einer stalinistischen Geschichtsdarstellung, so wie sie den DDR-Bürgern jahrzehntelang eingehämmert wurde.

VG Anton


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07.06.2010 17:14
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#40
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Zitat von Anton
So ca. Mitte der 80iger Jahre, als ich meine Lehre bei der Reichsbahn begann und so einige verschiedene Betriebe während meiner Ausbildung kennenlernte, hatte ich so ein unangenehmes Gefühl von Rückläufigkeit und Stagnation in der DDR. RMR schrieb in einem ähnlichen Zusammenhang von einer bleiernen Zeit. Und dieses Gefühl nahm auch im Laufe der Jahre nicht ab, sondern gipfelte im Sommer 1989 als die ersten Massenfluchten von DDR-Bürgern über Ungarn einsetzten zu einem Gefühl: Das ist der Anfang vom Ende!

Als wichtigen Grund für die damalige Entwicklung, die schließlich zum Verschwinden der DDR von der Landkarte führte, sehe ich, daß viele Menschen in Ost und West die deutsche Teilung als widernatürlich empfanden. Und da war die Zuordnung der Gesellschaftssysteme erst einmal sekundär. Das Eingesperrt-sein, die Gängelei bei den Behörden, das ökonomische Auseinander-driften der Systeme etc. zwangen viele Menschen in der DDR zur Resignation und den Rückzug in die private Nische. Und genau diese Bürger rappelten sich 1989 auf und forderten Veränderung.

Ich lese in diesem Zusammenhang oft das Wort Konterrevolution. Da frage ich mich, welche Revolution wurde denn gekontert?
Die Teilung Europas war eine Folge des Ergebnisses vom zweiten Weltkrieg. Die Entwicklung hätte auch durchaus anders ablaufen können, wären sich die vier Alliierten früher einig gewesen. Aber Stalin zog es vor, seinen Machtbereich auf die Gebiete, die durch die rote Armee von den Nazis befreit worden war, auszudehnen (außer Österreich). Und diese Ausdehnung des Machtbereiches wurde mit brutalsten Mitteln durchgesetzt wie z. B. die Schaffung des eisernen Vorhangs, Morde, Deportationen etc.). Von einer Revolution kann in diesem Zusammenhang nicht die Rede sein. Das ist eher die Sichtweise einer stalinistischen Geschichtsdarstellung, so wie sie den DDR-Bürgern jahrzehntelang eingehämmert wurde.

VG Anton


_____________________________________________

Danke @Anton,
das trifft mein damaliges Lebensgefühl sehr gut. Man hat sich zurückgezogen, aber auch gedacht- das soll jetzt immer so weitergehen? Lüge und Betrug, vor allen Dingen immer dieses in die eigene Tasche lügen- größte DDR der Welt- baut den Superchip und und und.
Um jetzt nicht den Vorwurf des OT zu bekommen.
Das wichtigste (eigentlich auch das erstaunlichste) war damals für mich das schon nach kurzer Zeit absehbar war das nicht der Weg des "Himmlischen Friedens" beschritten wurde. Auch weil er ja für einige (oder viele?) scheinbar eine durchaus denkbare Alternative darstellte.
tschüß


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08.06.2010 07:02
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#41
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Hi Anton,

Zitat von Anton

Ich lese in diesem Zusammenhang oft das Wort Konterrevolution. Da frage ich mich, welche Revolution wurde denn gekontert?



hast Du im Stabi-Untericht geschlafen? Das revolutionäre war doch die Machtergreifung der Arbeiterklasse mit der gleichzeitigen Entmachtung der Junker und Bourgeosie. Und alle die dagegen waren, in welcher Form auch immer, waren Konterrevolutionäre. Ich habe das Wort weiter oben in Anführungsstrichen geschrieben... Aber irgendwie gefällt es mir, deswegen mußte es mit in den Text *ggg*

Viele Grüße tief aus dem Osten...

Sascha


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08.06.2010 10:08
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#42
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Tja-in dieser Zeit wurde ich Angehöriger des MfS.Eigentlich wollte ich sogar zur Offiziersschule der Staatssicherheit.Während der Lehre hatte ich auf einer Parteiversammlung die versoffenen,faulen Angehörigen der herrschenden Klasse einer Schicht des Betriebes kritisiert.Auf einmal war ich der Böse.Eine Woche später war mein Studienplatz erledigt.Ich war der Meinung,ändern kann man die DDR nur ,wenn man Veränderungen von innen durchführt und sagte mir-so schnell werdet ihr mich nicht los.Wurde dann BU bei der Abteilung VI-Paßkontrolle..

Sputnikverbot,die histerische Berichterstattung von der größten aller DDRen...etwas lag in der Luft.Bei den Genossen meines Jahrgangs gab es durchaus eine Art Aufbruchstimmung.Jetzt muß sich was tun,jetzt müssen die da oben merken,daß es so nicht weitergeht!!!Es kommt Luft in die DDR!Und wir sind dabei!

Es gab Diskussionen mit den Lehroffizieren,die noch vor nem Jahr undenkbar gewesen wären.Kritik an den Dienstplänen.
An der OHS wurde der aus Berlin verordnete FDJ Chef einfach nicht gewählt!Klingt heute banal-aber damals war es was!

Tja-dann war der Sommer zu Ende-den Herbst haben wir oft genug thematisiert.

Torsten


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08.06.2010 20:05
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#43
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94

_Thunderhorse_> Eventuell gabs auch Verluste nach dem letzten großen Krach.

Hmm, wie eine gute Recherche, Ermittlung oder auch ein Whois funktioniert wissen wir beide, also nehme ich jetzt mal an. Aber kannst Du Dir auch vorstellen, das nicht alle an diesem Forum Beteiligten die entsprechende User Experience (1) haben. Wo ist das Problem einen Link zu posten und als PN zu versenden. Dein Enzyklopädisches Wissen (2) macht Dir hier keiner so schnell streitig, auch ich nicht mit meinen paar Wiki-Verweisen. Aber wie kommt FED nur drauf, das ich Dich gemeint haben könnte, *grübel*

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/User_Experience
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwissen

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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08.06.2010 20:45
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( gelöscht )

Zitat von nolle

Zitat von Anton
So ca. Mitte der 80iger Jahre, als ich meine Lehre bei der Reichsbahn begann und so einige verschiedene Betriebe während meiner Ausbildung kennenlernte, hatte ich so ein unangenehmes Gefühl von Rückläufigkeit und Stagnation in der DDR. RMR schrieb in einem ähnlichen Zusammenhang von einer bleiernen Zeit. Und dieses Gefühl nahm auch im Laufe der Jahre nicht ab, sondern gipfelte im Sommer 1989 als die ersten Massenfluchten von DDR-Bürgern über Ungarn einsetzten zu einem Gefühl: Das ist der Anfang vom Ende!

Als wichtigen Grund für die damalige Entwicklung, die schließlich zum Verschwinden der DDR von der Landkarte führte, sehe ich, daß viele Menschen in Ost und West die deutsche Teilung als widernatürlich empfanden. Und da war die Zuordnung der Gesellschaftssysteme erst einmal sekundär. Das Eingesperrt-sein, die Gängelei bei den Behörden, das ökonomische Auseinander-driften der Systeme etc. zwangen viele Menschen in der DDR zur Resignation und den Rückzug in die private Nische. Und genau diese Bürger rappelten sich 1989 auf und forderten Veränderung.

Ich lese in diesem Zusammenhang oft das Wort Konterrevolution. Da frage ich mich, welche Revolution wurde denn gekontert?
Die Teilung Europas war eine Folge des Ergebnisses vom zweiten Weltkrieg. Die Entwicklung hätte auch durchaus anders ablaufen können, wären sich die vier Alliierten früher einig gewesen. Aber Stalin zog es vor, seinen Machtbereich auf die Gebiete, die durch die rote Armee von den Nazis befreit worden war, auszudehnen (außer Österreich). Und diese Ausdehnung des Machtbereiches wurde mit brutalsten Mitteln durchgesetzt wie z. B. die Schaffung des eisernen Vorhangs, Morde, Deportationen etc.). Von einer Revolution kann in diesem Zusammenhang nicht die Rede sein. Das ist eher die Sichtweise einer stalinistischen Geschichtsdarstellung, so wie sie den DDR-Bürgern jahrzehntelang eingehämmert wurde.

VG Anton


_____________________________________________

Danke @Anton,
das trifft mein damaliges Lebensgefühl sehr gut. Man hat sich zurückgezogen, aber auch gedacht- das soll jetzt immer so weitergehen? Lüge und Betrug, vor allen Dingen immer dieses in die eigene Tasche lügen- größte DDR der Welt- baut den Superchip und und und.
Um jetzt nicht den Vorwurf des OT zu bekommen.
Das wichtigste (eigentlich auch das erstaunlichste) war damals für mich das schon nach kurzer Zeit absehbar war das nicht der Weg des "Himmlischen Friedens" beschritten wurde. Auch weil er ja für einige (oder viele?) scheinbar eine durchaus denkbare Alternative darstellte.
tschüß




...........................................................................................
at Nolle,
genau "Die Nummer...die Variante.. "Weg des Himmlischen Friedens" haben doch Einige in Erwägung gezogen und genau Das
ist es, warum Denjenigen auch heute nicht über den Weg getraut wird und wundern sollten Sie sich darüber nun wirklich nicht.


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09.06.2010 14:22
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Zitat von schlaudi
Hi Anton,

Zitat von Anton

Ich lese in diesem Zusammenhang oft das Wort Konterrevolution. Da frage ich mich, welche Revolution wurde denn gekontert?



hast Du im Stabi-Untericht geschlafen? Das revolutionäre war doch die Machtergreifung der Arbeiterklasse mit der gleichzeitigen Entmachtung der Junker und Bourgeosie. Und alle die dagegen waren, in welcher Form auch immer, waren Konterrevolutionäre. Ich habe das Wort weiter oben in Anführungsstrichen geschrieben... Aber irgendwie gefällt es mir, deswegen mußte es mit in den Text *ggg*

Viele Grüße tief aus dem Osten...

Sascha




@Sascha
Du hast mein Posting nicht zu Ende gelesen oder missverstanden. Ich versuchte auszudrücken, daß genau diese Machtergreifung der Arbeiterklasse in den Ländern des Ostblocks außerhalb der Sowjetunion nicht stattfand, sondern durch Stalins Politik einfach übergestülpt und vehement gegen den Willen der Bevölkerung umgesetzt wurde. Das heißt schlußendlich, daß es keine Revolution lt. deiner oben genannten Definition gab, sondern eine Diktatur errichtet wurde.
Hätten beispielsweise im Jahre 1945/46 die Einwohner der SBZ rechtzeitig erkannt, was die Leute der sogenannten Gruppe Ulbricht im Schilde führten bzw. planten, wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zur Gründung der DDR gekommen und viel Leid wäre uns Deutschen erspart geblieben.

VG Anton


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