Sommer/ Herbst 1989 - Wie habt ihr ihn erlebt?

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04.06.2010 22:29
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#16
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Zitat von Thunderhorse


den oder dem
bzw.
Wieviele Tote?
An jenem Tag/Abend!



exakt am abend/nacht der besetzung erschoss sich ein operativer mitarbeiter mit seiner dienstpistole im dienstzimmer. von damls anwesenden wurde die situation als progromstimmung geschildert. ein ortskundiger führer konnte die "bürgerbewegten" an alle relevanten punkte der bv dirigieren. es handelte sich um einen ehemaligen mitarbeiter der wegen kameradendiebstahls kurz zuvor aus der bv geflogen war.

tage später, der genaue zeitpunkt ist mir nicht erinnerlich der leiter der bv, generalmajor Lange.
von lange kam der befehl an die wache auf keinen fall die waffen einzusetzen. nichts desto trotz war er im fokus der "bürgerbewegten" ohne eine chance auf erklärung oder rechtfertigung. in dieser situation zog er den freitod vor.

mehr tote sind mir in bezug auf die bv suhl nicht bekannt, obwohl es quellen gibt die von zwei toten in der nacht der besetzung sprechen.

SCORN


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04.06.2010 22:50
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#17
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Das ganze klingt mir viel zu einseitig,man müsste und muss auch mal die andere Seite hören,also die
der Bürgerrechtler und die auf der Strasse mit dabei waren. Oder ?


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04.06.2010 23:00
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#18
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Zitat von Zermatt
Das ganze klingt mir viel zu einseitig,man müsste und muss auch mal die andere Seite hören,also die
der Bürgerrechtler und die auf der Strasse mit dabei waren. Oder ?



da findest du heute nicht viele die das gemacht haben...nicht sehr verwunderlich?


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04.06.2010 23:00 (zuletzt bearbeitet: 04.06.2010 23:00)
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#19
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Kannst ja gerne dazu ein Thema aufmachen oder das alte suchen, dann kann man darüber reden. Hier soll es ja heute ein anderes sein.

Aber zu dem eigentlichen Thema hier kannst du sicher auch etwas beitragen.


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04.06.2010 23:13
#20
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mein Beitrag zu dem Thema

Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


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04.06.2010 23:16 (zuletzt bearbeitet: 04.06.2010 23:25)
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#21
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Aufgrund des scheinbaren Bedarfs hier nochmals das Thema, bevor sich noch mehr ihr Köpfchen anstoßen wie @Holtenauer, der sich da denkt doppelt hilft besser!

Zitat von Feliks D.
Ein Thema zum Erleben des 9. Novembers an sich und die Zeit danach hatten wir ja schon, hier geht es mir um die Zeit vor dem Mauerfall, die Gedanken, Hoffnungen und Ängste die im Sommer und Herbst 1989 das Denken vieler bestimmten.

Ich verzichte bewusst auf das Wort Wende, denn eine Wende fand in diesem Zeitraum nicht statt. Was wir alle in diesen Monaten und Tagen erlebt haben war ein Umsturz, denn eine Wende hätte bedeutet das alte System wäre erhalten geblieben und es hätte lediglich eine Wende in den Zielen, Ansichten und Maßnahmen gegeben. Dies fand jedoch nicht statt, es war ein Umsturz des Systems, genauer gesagt eine Revolution.

Im Frühjahr 1989 sah es noch so aus als bliebe alles beim alten, als wäre die DDR eine Insel inmitten der Veränderungen um sie herum. Das quasi Verbot des Sputnik und die Kommunalwahlen sorgten zwar bereits für spürbare Unruhe, die Vorgänge des Spätsommers ließen sich jedoch noch nicht einmal in Ansätzen erahnen.

Spätestens im Sommer 1989 wurde dann immer deutlicher spürbar, dass Veränderungen bevorstehen, nicht mehr aufzuhalten und letztendlich auch zwingend notwendig sind.

Wie habt ihr diesen Zeitraum bis zum Mauerfall erlebt, welche Hoffnungen und Ängste hattet ihr, habt ihr an Aktionen der Kirchenkreise, des NF oder DA oder anderer Oppositionsgruppen teilgenommen, was habt ihr unter Kollegen und in den Betrieben erlebt, wie habt ihr im privaten Bereich in dieser Zeit gesprochen, wolltet ihr das ganze System beseitigen oder wart ihr für den Erhalt des Sozialismus jedoch mit Reformen?




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04.06.2010 23:44 (zuletzt bearbeitet: 04.06.2010 23:51)
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#22
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Zitat von Zermatt
Das ganze klingt mir viel zu einseitig,man müsste und muss auch mal die andere Seite hören,also die
der Bürgerrechtler und die auf der Strasse mit dabei waren. Oder ?



hallo zermatt,

da gebe ich dir recht. nur dürfte es schwierig sein. da ich wie gesagt aus suhl stamme waren mir auch einige leute die sich dort vor dem tor dummelten bekannt. einige sind nach einem kurzen besuch der politik, "Neues Forum", Bürgerkommitee, etc. recht schnell wieder zu ihren persönlichen befindlichkeiten gekommen, den alsbald waren sie von arbeitslosigkeit betroffen, viele verzogen in die altbundesländer, nicht wenige waren nach jahren wieder da. schon einige jahre später hatten sich ihre gemüter deutlich beruhigt, sie waren in der bundesdeutschen wirklichkeit angekommen mit arbeitsplatz- und existenzangst. nicht wenige sind mir bekannt die mittlerweile harz IV empfänger sind und fleisig die linke wählen, natürlich nicht ohne lauthals auf den "scheiß westen" zu schimpfen. einige wählen die "flasch bier" am morgen vor dem supermarkt. ander wiederum sind in gesamt deutschland angekommen und sitzen regelmäßig in diversen JVA´S in den alten bundesländern. sie haben ihre provesion nicht geändert.

fakt ist aber auch dass einige wirkliche idealisten waren die dachten eine bessere DDR gestalten zu können. gutmenschen im wahrsten sinne des wortes. sie sehen ihr anliegen von damals gescheidert. nicht zu vergessn leute wie frau lengsfeld. die überzeugt durch ihre öffentlichen auftritte höchstens noch von ihrer "ausergewöhnlichkeit". nachdem sie bei den grünen durch war hat sie nun bei der CDU auch nicht mehr besonders viele freunde.......warum wohl?

also, es wird schwer hier kompetente leute zu bekommen die unvoreingenommen und ehrlich von dieser zeit damals berichten. bleibt zu hoffen dass der eine oder andere hier her findet und seine sicht der dinge darlegt.

SCORN


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04.06.2010 23:48
#23
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jaja scorn, ist schon alles schlecht in Gesamtdseutschland.
Wie konnte ich da als Wessi nur ehrlich groß werden und arbeit haben.

Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


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04.06.2010 23:56 (zuletzt bearbeitet: 04.06.2010 23:56)
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#24
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Zitat von Holtenauer
jaja scorn, ist schon alles schlecht in Gesamtdseutschland.
Wie konnte ich da als Wessi nur ehrlich groß werden und arbeit haben



keine ahnung wie du darauf kommst @holtenauer, ich sagte nur dass viele die damals zu den grössten schreihälsen gehörten immer noch schreien, nur diesmal was anderes. nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt.

mir persönlich ging es zu DDR zeiten nicht schlecht, und heute komme ich eigendlich auch ausgesprochen gut in Deutschland zurecht.

SCORN


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05.06.2010 00:00
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#25
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... noch einmal (sinngemäß von Zermatt)... man sollte auch mal die andere Seite hören.

Grüße Thomas


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05.06.2010 00:03 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2010 00:05)
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#26
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Zitat von Feliks D.
Kannst ja gerne dazu ein Thema aufmachen oder das alte suchen, dann kann man darüber reden. Hier soll es ja heute ein anderes sein.

Aber zu dem eigentlichen Thema hier kannst du sicher auch etwas beitragen.





Wenn man sein Lebenszweck darin gesehen hat einen Beruf zu wählen, den man auch noch als Berufung angesehen hatte, in dem in erster Linie nur eine von dem größten Teil der Bevölkerung, verhaßte Diktatur geschützt und verteidigt wurde, so ist das Wegbrechen dieser Aufgabe und somit auch der Verlust dieser Aufgaben mit Sicherheit ein tiefgreifender Einschnitt in die jeweiligen Persönlichkeiten der Betroffenen! Daß Diese nicht in der Lage waren und im Grunde genommen auch gar nicht wollten, einen Sozialismus zu errichten der sich von dem "Sozialismus" in der DDR in wesentlichen Punkten unterschieden hätte, wird durch einige hier eingestellten Statements verdeutlicht! Daß man zB. auch noch auf ein Eingreifen der GSSD gehofft hatte, zeigt die ganze Verwerflichkeit dieser Ansichten. Um seine eigenen Pfründe nicht verlustig zu werden, hätte man die Ereignisse von 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei noch mal gerne in die eigenen Gefilde geholt!! Gott sei Dank gab es damals einen Gorbartschow in Moskau und keinen Lafontaine im Kanzleramt!! In der Nacht des 9. November 1989 bin ich von Holland nach Berlin gefahren, habe auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor mit hunderten anderer Personen getanzt, habe mich als "Mauerspecht" betätigt und habe noch nie so viele glückliche Menschen auf einem Haufen gesehen, wie in dieser Nacht!! Zu Weihnachten 1989 feierten wir erstmalig mit allen näheren Verwandten zusammen und besuchten mit insgesamt über 25 Personen den Weihnachtsmarkt in W-Berlin. Ein paar Tage zuvor überquerten wir bei Dömitz mit der holländischen Elbfähre den Fluß, Ihr glaubt gar nicht wie gut das tat!! An die Wolken vom Zweitaktgemisch der Trabbi´s erinnere ich mich noch mit Freuden als sie dann in Kassel einfielen und ich habe so manche Träne gesehen, die aus Ergriffenheit vergossen wurde, unter anderem auch von mir!!
Schönen Gruß aus Kassel


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05.06.2010 00:05 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2010 00:08)
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#27
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Aber nicht in diesem Thread, einfach mal das Thema beachten. Hier geht es um die persönlichen Erlebnisse und Gedanken zu der Zeit, nicht um das ausdiskutieren einzelner Sachverhalte.

Maulwurf hat einen guten Beitrag verfaßt, soll es denn so schwer sein beim Thema zu bleiben????

P.S. Auch Wosch machts vor wie es geht.


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05.06.2010 00:35
#28
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Als erstes möchte ich sagen, das es bei uns im Jahre 1988 im Tal der Ahnungslosen schon Böse Fernsehsender per Kabel gab. Auf Grund dieser Tatsache und der Diskusionen auf Arbeit ist mir schon sehr zeitig klar geworden, das es hier ein nicht Abzuschätzendes Ereignis geben wird. Nach den Vorfällen mit der Volkskammerwahl, China, Grenzschließung CSSR und Grenzöffnung in Ungarn haben viele nur mit Angst auf das geschaut, was macht die GSSD hier im Lande. Es waren noch viele Ältere Kollegen die 1953 im Hinterkopf hatten.
Als dieses Problem scheinbar ins Positive zu kippen schien, ging es Mutig mit den Füßen auf die Straße.
Alle Angst war abgestreift und es ging vieles. Auch auf Arbeit haben die Parteileute nichts mehr entgegen zu setzen gehabt. Die Zeit ist einem wie im Flug vorgekommen, jeden Tag neue Nachrichten in Politik, Arbeitswelt und auch im Privatbereich. Aber auch Sorge wie geht was weiter. Doch es ist eine Interessante Zeit gewesen. Auch wen die Probleme heute anders sind, aber es mußte einfach so sein. Das JETZT wird sich auch wieder ändern. Immer wen die Zeit dafür Reif ist.

LO-D


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05.06.2010 00:48
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#29
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In meiner Heimatstadt kam es dann aber auch relativ schnell zu besorgten und nachdenklichen Stimmungen.
Sorgen machte man sich nicht ohne Grund um die Arbeitsplätze und einen Ausverkauf an den Westen.

Interessant für mich war die Reaktion der Menschen auf die neue Situation, ehemalige Gegner zeigten sich überraschender Weise fair und hilfsbereit, während ehemalige gute Genossen einen nicht mehr kannten und schon theatralisch - dramaturgisch ausgefeilte Widerstandslegenden über sich zusammen sponnen. Hervorgetan haben sich da einige Grenztruppenoffiziere die "leider" vergebens auf eine Übernahme hofften

Überrascht war ich auch von der Reaktion der Bundesbeamten an unseren Grenzübergang, trotz meiner Vorgeschichte wurde ich eigentlich nicht ausgeschlossen und dürfte selbst an einer gemeinsamen Exkursion teilnehmen.

Vielen etwas nachdenkenden Menschen war nach einer kurzen Phase der Euphorie ehrliche Antworten anscheinend lieber, als dümmlich zur Schau gestellte Anbiederung.


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05.06.2010 08:13 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2010 08:25)
#30
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Zitat von SCORN

Zitat von Thunderhorse

den oder dem
bzw.
Wieviele Tote?
An jenem Tag/Abend!


exakt am abend/nacht der besetzung erschoss sich ein operativer mitarbeiter mit seiner dienstpistole im dienstzimmer. von damls anwesenden wurde die situation als progromstimmung geschildert. ein ortskundiger führer konnte die "bürgerbewegten" an alle relevanten punkte der bv dirigieren. es handelte sich um einen ehemaligen mitarbeiter der wegen kameradendiebstahls kurz zuvor aus der bv geflogen war.
tage später, der genaue zeitpunkt ist mir nicht erinnerlich der leiter der bv, generalmajor Lange.
von lange kam der befehl an die wache auf keinen fall die waffen einzusetzen. nichts desto trotz war er im fokus der "bürgerbewegten" ohne eine chance auf erklärung oder rechtfertigung. in dieser situation zog er den freitod vor.
mehr tote sind mir in bezug auf die bv suhl nicht bekannt, obwohl es quellen gibt die von zwei toten in der nacht der besetzung sprechen.
SCORN




SCORN,

ja es war einer und nicht, wie anderweitig (unwissend suggeriert?) mehrere. ("den Toten")

GM L. kann ich Dir bei Bedarf raussuchen, falls Interesse.

TH

"Mobility, Vigilance, Justice"

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