Spurensuche in Ruinen. ORWO Wolfen !

29.05.2010 16:49
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#1
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Wolfen bei Bitterfeld: Riesige alte Hallen aus der Blütezeit der 20er, verblichene Logos, ein Museum mit gewienerten Original-Maschinen, Plattenbaukomplexe und hunderte Geschichten. Das alles erinnert an ORWO: „Original Wolfen“: das Synonym für Foto- und Filmmaterial in der DDR. Ein Riesenkombinat im dreckigsten Winkel der realsozialistischen Chemieindustrie. Hier produzierten 21.000 Beschäftigte - 80 % davon Frauen - Farbfilme, Schwarz-weiss-Filme, Musik-Kassetten, Filmbänder, Röntgenfilme, aber auch Viskose, Wurstdärme und die eigene Kantinencola. Hervorgegangen war ORWO aus der AGFA Wolfen, die 1936 den ersten Farbfilm der Welt herstellte. Untergegangen ist ORWO in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts, ein paar Jahre bevor der Farbfilm überall starb.
Heute ist das riesige Gelände ein einziger Bauplatz. Von den 580 Gebäuden, die hier einmal standen, sind nur noch eine Handvoll übrig. Das meisten Hallen sind abgerissen: von den Frauen, die in der Sanierungsgesellschaft vorübergehend angestellt waren. 750 Beschäftigte zählt das Werk heute noch. Das Ende eine langen Filmgeschichte, die 1910 begann In den 70er Jahren bringt Nina Hagen den Farbfilm sogar in die Hitparaden. Zu Hause abgespielt auf ORWO-Kassetten. Im Filmmuseum Wolfen wird diese Geschich- te lebendig. Dort stehen hunderte alter Maschinen, liegen Werbefilme über ORWO aus den 60er Jahren, belegen Fotos und Magnetstreifen, wie es aussah, wenn Mutti früh zur Arbeit ging.


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29.05.2010 17:17
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#2
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In dem Museum war ich schon und da hielt auch der berühmte DDR Sportreporter (oertel) einen Vortrag.
Neben dem Gebäude habe ich meine Prüfungen als VK geschrieben.


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30.05.2010 05:32
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#3
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Moin Leute,Wir hatten hier bei uns im Ort ein ziemlich großes Ferienlager von ORWO.Lag direkt an der Ostsee und war im Sommer immergut belegt.Wurde nach der Wende aber auch abgewickelt,alles abgerissen und auf dem Gelände die "Aquamaris"Strandresidenz gebaut.gruss Möwe


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24.08.2013 17:25
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#4
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Ich habe (im Westen) mit ORWO-Diafilm fotografiert, weil er unschlagbar günstig war. Die Qualität war gegenüber Futji, Kodak oder Agfa schlechter aber immer noch akzeptabel bei dem Preis


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24.08.2013 17:37
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#5
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Zitat von zoll im Beitrag #4
Ich habe (im Westen) mit ORWO-Diafilm fotografiert, weil er unschlagbar günstig war. Die Qualität war gegenüber Futji, Kodak oder Agfa schlechter aber immer noch akzeptabel bei dem Preis


Vielleicht waren es die Lagerungsbedingungen.....
Aber,
habe in den vergangenen Monaten mehr als 3000 Dias aus den Jahren 1970-1980 digitalisiert.
Kodak ok,Fuji ging noch von der Qualität,ORWO noch sehr farbstark,Agfa überwiegend qualitätsgemindert.

seaman


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24.08.2013 17:45
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#6
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Lief kürzlich eine Reportage über ORWO Wolfen, wie sich die Leute dort sich ins Zeug gelegt haben um den technischen Anschluss nicht zu verlieren.
Hat nichts genutzt , wurden Opfer der Planwirtschaft und dann der Treuhand.


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02.09.2014 20:43
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#7
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Hallo,
wie waren denn Orwo-Materalien qualitativ im Verhältniss zum Produktionsaufwand? Also Gleichmäßigkeit der Emulsionen, Farbtreue, Korngröße usw.

Konnten Fuji, Agfa oder Kodak besseres Material technisch ( DDR Lohnivieau nicht über Schwindelkurs verglichen ) oder vom Arbeitsaufwand billiger produzieren?

Wieweit oder -wenig war die Produktionstechnik in Wolfen "Steinzeit"?

Über sovjetische Regisseure las ich daß die nur selten die hochqualitiven Orwofilme bewilligt bekamen.....


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03.09.2014 12:34
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#8
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ORWO war früher einmal Agfa . Agfa gehörte mit zu IG Farben.
Ein bemerkenswerter Film dazu war der Rat der Götter.
http://www.veoh.com/watch/v19210426H26Mw...r+Goetter+(1950)
"SEHENSWERT"


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