20 Jahre Staatsvertrag

22.05.2010 11:46
avatar  ( gelöscht )
#1
avatar
( gelöscht )

am 18.5.1990 wurde in bonn der vertrag über die "wirtschafts,-währungs,- und sozialunion zwischen beiden deutschen staaten unterzeichnet. allenthalben einheitseuphorie die aber schon leichte risse zeigte. die mediale begleitmusik zeigte zunehmend ein zerrbild der ostdeutschen, dem es angeblich einzig um bananen und beate uhse ging und der generell undankbar gegenüber dem westen und seinen segnungen ist.
als ergebniss erwuchs nach 1990 im osten deutschlands eine ganz eigentümliche DDR-identität, die es in den 40 jahren vorher nicht so gegeben hatte und von vielen um so trotziger behauptet wurde und wird.

das "Neue Forum", in welchem nicht wenige protagonisten aus der wende zeit organisiert waren stellte hierzu lakonisch fest. "Die DDR-Regierung beugt sich dem Diktat der Sieger in Bonn. Das Volk wollte in die deutsche Einheit gehen- jetzt wird es zu Kriechen gezwungen. Der Umsturz im Herbst hat zum Austausch der Regierenden geführt- die Methoden sind geblieben."

genau heute, vor 20 jahren, am 22.5.1990 erhielt die moskauer botschaft in bonn einen brief des kanzleramtes in welchem gorbatschow ein milliardenschwerer kredit in aussicht gestellt wurde.

der ehemalige kanzleramtsberater horst teltschik bekundete später diesbezüglich recht offen: "bei dem gespräch mit gorbatschow ging es darum, das war mein auftrag, ihm deutlich zu machen: der kanzler ist bereit diesen kredit zu geben. aber, wir wollen auch was dafür habe."

ich kommentiere diese aussagen nicht. kann sich jeder selbst seine meinung dazu bilden.

SCORN


 Antworten

 Beitrag melden
22.05.2010 18:27
avatar  ( gelöscht )
#2
avatar
( gelöscht )

Gut so ein "Kredit" ist nur eine Form der Umschreibung für den Abverkauf der DDR und dessen praktische Umsetzung für die Öffentlichkeit.

Die wirklichen Entscheidungen sind wahrscheinlich schon gefallen, als Gorbatschow die Parade zum 40. Jahrestag abnahm und mit seinen "Wer zu spät kommt...." orakeln mußte.

Ja die 20 Jahre haben auch die alte BRD verändert und auch die alten Bundesbürger denken mit Melancholie an die Zeiten zurück wo die Welt scheinbar in Ordnung war und viele von uns Neuen, dass nicht alles so schlecht an der DDR war.

Zusammen wachsen mit den unterschiedlichen Lebensläufen, Anschauungen und Erfahrungen gar nicht so einfach - hier oft zu erkennen gewesen in den Diskussionen

Aber auch nicht unmöglich, denn die positiven Erfahrungen hier im Forum sind doch vorherrschend und mal die Sichtweise eines jeweils Betroffenen hören bringt, oft eine andere Sicht der Dinge.

Hoffen wir, dass die Entwicklung hin zur Einheit vorranschreitet, alle mit einbezieht und zum Vorteil aller gestaltet wird.
Die Hoffnung stirbz bekanntermaßen ja zu letzt..........


 Antworten

 Beitrag melden
22.05.2010 20:18
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

Scorn, aus welchen Zeitraum ist dieser, von dir eingestellter Text vom "Neuen Forum?"

das "Neue Forum", in welchem nicht wenige protagonisten aus der wende zeit organisiert waren stellte hierzu lakonisch fest. "Die DDR-Regierung beugt sich dem Diktat der Sieger in Bonn. Das Volk wollte in die deutsche Einheit gehen- jetzt wird es zu Kriechen gezwungen. Der Umsturz im Herbst hat zum Austausch der Regierenden geführt- die Methoden sind geblieben."

R-M-R


 Antworten

 Beitrag melden
22.05.2010 22:39
avatar  ( gelöscht )
#4
avatar
( gelöscht )

Zitat von Altermaulwurf


Hoffen wir, dass die Entwicklung hin zur Einheit vorranschreitet, alle mit einbezieht und zum Vorteil aller gestaltet wird.



Dazu müßte aber nach dem von '89 noch ein weiteres System überwunden werden. Momentan arbeitet es ja daran sich selbst zu überwinden.


 Antworten

 Beitrag melden
23.05.2010 02:55
avatar  94
#5
avatar
94

_Feliks D._> Dazu müßte aber nach dem von '89 noch ein weiteres System überwunden werden. Momentan arbeitet es ja daran sich selbst zu überwinden.

Geduld, Geduld!
Wenn ich mir die Autobahnen so ansehe, dauert das nicht mehr lange. So fing das in der DDR auch mal an. Nur damals konnte man mangels Übermotorisierung der Gesellschaft die linke Spur benutzen, wenn es rechts zu holperig wurde. Der bundesdeutsche Schnittlauch kassiert an dieser Stelle aber kräftig ab. Einziger Komentar von diesen Exoskelleten: "Wir haben die Gesetze nicht gemacht, wir setzen sie NUR um!" Naja, wenn der Anwalt das Video hat, lad ich's mal in die Röhre.
Ups, ist ja OffTopic. Hmm, wie bekomm ich die Kurve? Ahh ja, Verkehrsminister K., der Absahner der Vereinigung.


 Antworten

 Beitrag melden
24.05.2010 12:29
avatar  ( gelöscht )
#6
avatar
( gelöscht )

Habe meine Frage nur noch mal zur Erinnerung..., wir haben so ein Haufen Themen.

Scorn, aus welchen Zeitraum ist dieser, von dir eingestellter Text vom "Neuen Forum?"

das "Neue Forum", in welchem nicht wenige protagonisten aus der wende zeit organisiert waren stellte hierzu lakonisch fest. "Die DDR-Regierung beugt sich dem Diktat der Sieger in Bonn. Das Volk wollte in die deutsche Einheit gehen- jetzt wird es zu Kriechen gezwungen. Der Umsturz im Herbst hat zum Austausch der Regierenden geführt- die Methoden sind geblieben."

R-M-R


 Antworten

 Beitrag melden
24.05.2010 18:09
avatar  ( gelöscht )
#7
avatar
( gelöscht )

hallo RMR,
ich habe mich bei dem zitat an einen beitrag in einer regionalzeitung orientiert. leider ist kein exaktes datum des neuen foum statements vermerkt. der artikel bezog sich aber auf das datum der unterzeichnung des staatsvertrages im mai 1990. ich denke das es wohl in der zeit danach war, also ende mai/anfang juni 1990.


 Antworten

 Beitrag melden
24.05.2010 18:18
avatar  ( gelöscht )
#8
avatar
( gelöscht )

Danke mein Freund, ich nahm an, es wäre später gewesen und ich bin auch Keiner, der sich so für Politik interessiert, aber interessant ist schon, wie schnell das "Neue Forum" die Lage erfasste und seine eigene Hilfslosigkeit erkannte, als die Walze über sie hinweg rollte, ihre eigentlich guten Absichten platt walzte.
Politische Naivität im Osten wurde doch brutal bestraft.

R-M-R


 Antworten

 Beitrag melden
24.05.2010 18:31
avatar  ( gelöscht )
#9
avatar
( gelöscht )

Zitat von 94
_Feliks D._> Dazu müßte aber nach dem von '89 noch ein weiteres System überwunden werden. Momentan arbeitet es ja daran sich selbst zu überwinden.

Geduld, Geduld!
Wenn ich mir die Autobahnen so ansehe, dauert das nicht mehr lange. So fing das in der DDR auch mal an.............




Stimmt leider, als Mopedfahrer spürt man die schlechten Strassen besonders, "Scheiss" Bitumen und Teerflicken, bei Nässe mittlerweile lebensgefährlich. Letztes Jahr hatte ich da Glück ins rutschen gekommen - Rad wieder gegriffen - Bock stellt sich auf und will mich abwerfen, hab mir vor Angst fast in die Hosen gemacht.........
Prozesse wegen Unfällen durch die schlechten Strassen bügelt man auch immer wieder ab.

http://www.gvxnet.net/BIKES/BITUMEN.HTM

Ab und an fahre ich München - Stuttgart eine Katastrophe


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!