Fahnenflucht eines Postenpaares GR 42 ; 2.GK Berlin/Waßmannsdorf

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19.05.2010 13:44
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#1
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Zitat von terraformer1


Hallo, ich erinnere mich an eine Fahnenflucht zu der Zeit. Es muss etwa im Sommer 1987 gewesen sein. Ich war Uffz. im GR42, 5. GK und erfuhr morgens bei der Dienstausgabe von einer Fahnenflucht vom Pop 23 im Nachtdienst. Ich hatte Frühdienst an diesem Tag im Abschnitt 1, Bereich bei Schönefeld. Als wir durch den Abschnitt 2 an Pop 23 vorbeifuhren, standen 2 zivile PKW Wartburg, 1 Lada und mehrere GT-Fahrzeuge in diesem Bereich. Am vorderen Sperrelement stand eine MPi angelehnt und ein Sitz vom Turm lag auch auf dem vorderen Handlungsstreifen. Mehrere Zivilpersonen und GT-Angehörige machten dort Fotos. Ich habe noch gehört, dass die beiden Fahnenflüchtigen ein paar Tage später auf dem Westberliner Podest (Aussichtsplattform) gegenüber Pop 21 (Rudower Wäldchen) gesehen wurden und sich dort provokativ verhalten haben sollen. Gegenüber Pop 23 befand sich damals eine Kneipe namens "Mauerblümchen". Unter Grenzern erzählte man sich damals, dass es dort schon mal früher eine Fahnenflucht gegeben haben soll, bei der sich die Flüchtigen dort gemeldet haben. Angeblich hing dort eine MPi über dem Tresen.Als ich Mitte November 1989 meinen alten Grenzabschnitt mit dem Fahrrad von der Westseite abgeradelt habe, war die Kneipe leider zu. Seitdem war ich nicht mehr dort. Hat sich wohl viel verändert.
Während meiner Dienstzeit gab es auch noch eine zweite Fahnenflucht am Teltowkanal, angeblich mit Anwendung der Leuchtkugelpistole...



Zitat von Rotten
Hin und wieder ist es doch weitaus erfreulicher,einfach nur in alten Threads zu lesen.
Zu obiger Fahnenflucht(so es diese war,denn meines Wissens gab es 3)könnte ich noch einige Details einbringen.
Die FF kamen aus meiner Einheit,die FF fand allerdings einige Wochen vor meiner Versetzung nach Waßmannsdorf statt.
Bei Interesse würde ich meine grauen Zellen abrufen.
Rotten



So @Rotten gemäß deinem Wunsch hast jetzt den Thread.

Dann laß deiner Erinnerung mal freien Lauf.


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19.05.2010 15:01
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#2
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Vielen Dank @Feliks!
@Terraformer hat hier schon einige Details erwähnt,allerdings fand die FF im Spätsommer/Herbst 1986 statt,da viele Ähnlichkeiten zu der von @Terraformer enthalten sind.
Die FF fand einige Wochen vor meiner Versetzung von der Elbgrenze in die 2.GK Waßmannsdorf statt,war dort in Gesprächen aber noch aktuelles Thema.
Das besondere zu PoP 23 ist natürlich,das sich gegenüber besagte Lokalität "Mauerblümchen" befand.
Dazu kommt,dass sich PoP 23 in einer Bodensenke befand und somit von den PoP(links & rechts davon)nur begrenzt einsehbar waren.Man konnte ohne Beobachtung den PoP verlassen & zum vorderen Sperrelement handeln.Turmein/ausgang und Oberkante der Mauer lagen dadurch nicht im Sichtfeld.
Die FF konnten die Postensitze abbauen,durch den Turmschacht herunterlassen,diese ans vordere Sperrelement tragen & hinüberklettern.
Die zurückgelassene MPi(die an der Mauer stand)war durchgeladen & entsichert.Die beiden FF meldeten sich telefonisch aus dem "Mauerblümchen" und wurden in den folgenden Wochen auf mehreren Podesten gesehen & fotografiert.Fotos wurden uns gezeigt.
Dieses soll bis Herbst 1986 die 3.FF von PoP 23 gewesen sein,nach jeweils gleichem Muster.
Auffällig war,das auf PoP 23 meistens dieselben Grenzer Dienst hatten("Bestätigung"),oft auch 1 UAZ/
1 GWDL.Die Postenstühle auf PoP 23 erhielten danach eine besondere Befestigung,desweiteren musste Meldung von PoP 23 halbstündlich erfolgen.
Werde aber nochmal in meiner Briefekiste wühlen,hatte nach meiner Entlassung noch Kontakt mit Kameraden,vielleicht findet sich dort noch etwas.
Rotten


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19.05.2010 16:38
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#3
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Kleine Korrektur meinerseits,nicht nur die Oberkante,sondern das gesamte Mauerstück in der Senke war nicht einsehbar.
Fand in meinen Korrespondenzen noch folgendes:
Da man auch den 'Bestätigten' nicht mehr traute,wurde ein Abbau der Postensitze in Erwägung gezogen
(Herbst 1987).Ein zusätzliches Postenpaar (mit PKW P6)wurde in Nähe von PoP 23 eingesetzt(nachts),
diese konnten somit die ganze Senke überblicken.
Klingt makaber,Überwachung der GT durch GT.Fahnenflucht von allen 4 Posten wäre allerdings auch möglich gewesen...
Rotten


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19.05.2010 17:39
avatar  Pitti53
#4
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ja auch 4 fahnenfluchten wären möglich gewesen.in marienborn gab es im herbst 1976 eine vorbereitung samt zugführer.Hatte ich da schon mal was zu geschrieben?bei interesse gerne noch malmuß dazu aber in meinen erinnerungen kramen


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19.05.2010 18:18
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#5
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..ich glaub, Du hattest darüber noch nichts geschrieben.

Fang an zu kramen!


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19.05.2010 18:22
avatar  Pitti53
#6
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Zitat von LEGO
..ich glaub, Du hattest darüber noch nichts geschrieben.

Fang an zu kramen!




ach ist das für den bgs interessant? da hätteste aber gestaunt wenn da ein leutnant und 3-4 soldaten sich bei euch gemeldet hätten?kam aber nicht dazu.die verwaltung 2000(militärabwehr )war schneller


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19.05.2010 18:24
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#7
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...ohne Passierschein wäre bei mir sowieso keiner reingekommen .... Scherz-Ende


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19.05.2010 18:30
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#8
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Nein davon haben wir noch nichts gelesen, also immer raus mit deinem Wissen.

Mit 16 Jahren GT-Erfahrung müßtest du eigentlich den ganzen tag hier am tippen sein.


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19.05.2010 18:32
#9
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Zitat von Pitti53
ja auch 4 fahnenfluchten wären möglich gewesen.in marienborn gab es im herbst 1976 eine vorbereitung samt zugführer.Hatte ich da schon mal was zu geschrieben?bei interesse gerne noch malmuß dazu aber in meinen erinnerungen kramen



Wäre eine schöne Gruppenflucht geworden.


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19.05.2010 18:53
avatar  Pitti53
#10
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ja th.das ding hätte schlagzeilen gemacht aber wurde rechtzeitig verhindert und brachte dem mitarbeiter 2000 eine verdiente beförderung ein.und mir eine versetzung über nacht an die sik marienborn


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19.05.2010 18:55
avatar  Pitti53
#11
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Zitat von Feliks D.
Nein davon haben wir noch nichts gelesen, also immer raus mit deinem Wissen.

Mit 16 Jahren GT-Erfahrung müßtest du eigentlich den ganzen tag hier am tippen sein.




ne laß mal feliks.das meiste war öder alltag.obwohl ein paar erlebnisse hab ich noch das meiste aber aus marienborn.war schon ne aufregende zeit die 9 jahre in der einheit


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19.05.2010 20:23
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Ja dann lass blicken, über Marienborn kannst ja der Übersichtlichkeit gleich mal nen eigenen Thread anlegen.

Rotten weißt du noch mehr, mußte ein Kopf rollen oder war das zusätzliche PoP die einzige Konsequenz?


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19.05.2010 20:29
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#13
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Frage:

Sind die Fahnenflüchtigen aus der ddr(im vertrauen auf die deutsche nachkriegsgeschichte der brd) heute eigentlich immer noch als vorbestraft gebrandmarkt?
fällt mit gerade so ein, wegen dem alleinvertretungsanspruch gegenüber den ddr-bürgern?


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19.05.2010 21:18
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#14
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@Feliks,welche Köpfe gerollt sind ist mir nicht bekannt.Konsequenzen waren,das es einige Versetzungen gab und das einige Grenzer keine 'Bestätigung' mehr hatten.Dieses führte wiederum zum Personalmangel in der GK und der damit verbundenen Versetzung von 'grünen' Grenzern & auch Pionieren in den Berliner Bereich.Die 1./2.GK Waßmannsdorf bekam 10 'grüne' Grenzer,dort hatte man kräftig ausgekehrt.Auf meiner neuen 'Stube' waren nur noch 4 Kameraden übrig.
Dazu kam,dass man mit uns 'Grünen' wenig anfangen konnte & mit mir als Hinterlandsgrenzer mit minimaler Bestätigung schon gar nicht.
Vielleicht finde ich noch etwas in den Briefen und bei dieser Geschichte Teltowkanal/Leuchtkugel-
pistole klingelt's etwas leise bei mir..
Rotten


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20.05.2010 12:41
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#15
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Gehört vielleicht nicht unbedingt zum Thema, aber muss die Frage nochmal los werden und hoffe auf Antwort. Kenne die Sachen "Bestätigung", "Blutgruppe" oder Hinterlandgrenzer nicht. Vielleicht hängt es damit zusammen das ich von Hause aus schon auf nicht so wichtigen Stelle meinen Dienst versah.
Genaueres würde mich da schon mal interessieren.
tschüß


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