Flucht bei Morsleben

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06.01.2009 11:32von ( gelöscht )
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Flucht bei Morsleben

Hallo zusammen,

das angehängte Bild zeigt einen ausgebrannten Busanhänger der ab 1945 die Zonengrenze auf der alten Reichsstrasse 1 bzw. der jetzigen B 1 zwischen Morsleben und Helmstedt markierte.

Der Grenzübergang Helmstedt liegt ganz in der Nähe, wurde aber über die A2 (E30) erreicht.

Angeblich soll der Anhänger bis in die 60er Jahre hinein, dort die "alte" Grenze markiert haben.
Die Reste des Busses sollen erst 1989 endgültig beiseite geschafft worden sein?


Wahrscheinlich 1949 flüchtete hier in der Nähe zunächst mein Vater, danach ein Onkel. Eine Tante die ebenfalls von hier aus nach Niedersachsen flüchten sollte, bekam kalte Füße und blieb in der DDR.

Von dieser Tante kenne ich einige Details des Fluchtwegs - an einem ausgebrannten Bus vorbei, durch einen Bach bzw. einem Bachlauf entlang, durch oder über eine Unterführung.

Den Bus(anhänger) habe ich nun definitiv gefunden.

WER KENNT SICH IN DER GEGEND SO GUT AUS, DASS ER DEN GENAUEN FLUCHTWEG FLUCHTWEG (1949) ERUIEREN KANN???

Eine interessante Aufgabe, findet ihr nicht? Ach ja, meine Leute kamen aus Ziesar, also tatsächlich aus Richtung Magdeburg. Der Fluchtweg könnte ein BEKANNTER, also stark FREQUENTIERTER gewesen sein?!

13.04.2009 13:30von ( gelöscht )
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Hallo miteinander,

habe die, von Rainer-Maria empfohlene, Liste aus "DIE WELT" vom 13.08.2008 auf meinen PC gespeichert. Es handelt sich um eine doppelseitige Anzeige, weswegen ich daran ging die Namen und Daten in eine tabellarische Form zu übertragen. Dabei fiel mir auf, dass es im Grenzdienst neben "Fahnenflüchtigen" erschreckend viele "Selbstmörder" und Getötete durch "Schusswaffenunfälle" gab, angeblich gab?

Was meint Ihr dazu?

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13.04.2009 13:41von Pitti53
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ja.solche unfälle kamen leider oft vor

13.04.2009 16:05von ( gelöscht )
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Nicht zu vergessen die Grenzer, die beim verlegen der Minen oder der Montage der Selbstschussanlage ihr Leben liessen.

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13.04.2009 19:39von Rainman2
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Hallo Wolfgang,

in den 80-er Jahren wurde bei den Grenztruppen sehr stark auf die Vermeidung des sogenannten "fahrlässigen Schusswaffengebrauchs" gedrängt. Es wurden Gestelle aufgebaut, auf dem die Waffen nach dem Grenzdienst zu entladen und zu kontrollieren waren. Es gab zwischenzeitlich harte Strafen bis hin zu 3 Tagen Arrest.

Die meisten Unfälle mit Schusswaffen haben sich allerdings noch in der Zeit der alten sowjetischen Maschinenpistolen (z.B. PPSch-41) ereignet. Das waren eigentlich zuverlässige Waffen, aber zum Teil auch schon überaltert mit verschlissenen Teilen. Unter ungünstigen Umständen konnte sich bereits beim Herunterfallen oder hartem Anstoßen der Waffen ein Schuss oder ein Feuerstoß lösen. Hinzu kommt, dass die Grenzpolizei zum Zeitpunkt der meisten Unfälle mit Schusswaffen noch nicht über eine kompakte militärische Ausbildung verfügte, sondern oft eher nur kurze Einweisungen in die jeweiligen Waffen stattfanden. Und ein letzter Aspekt: Die Grenztruppen waren die Truppe, die pausenlos mit Waffen und scharfer Munition eingesetzt wurde. Unfälle aus mangelnder Konzentration, Übermüdung, auch aus Alkoholmissbrauch oder jugendlichem Übermut heraus sind nahezu unvermeidlich. Bedauerlich, aber wahr.

ciao Rainman
14.04.2009 10:41von ( gelöscht )
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Hallo miteinander,

die Erklärung, besonders die von Dir @Rainman, bezüglich der "Schusswaffenunfälle" leuchtet ein. Wie aber kam es zu den zahlreichen "Selbstmorden im Grenzdienst"? Ich habe die Liste leider noch nicht ganz ausgewertet, kann also die genaue Zahl der Suizide im Moment nicht angeben.
Könnte es eventuell auch sein, dass einige Fluchtversuche (von Grenzern) als Selbstmorde "verschleiert" wurden, um das Bild der Grenztruppe nicht zu schädigen"?

Entschuldigt bitte meine Hartnäckigkeit. Ich mache mich daran die Liste zu komplettieren, damit ich genaue Zahlen nennen kann. Kann allerdings noch einen Moment dauern, da ich gleich zur Schicht (14:00) muss.

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14.04.2009 12:28von Rainman2
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Hallo Wolfgang,

tja, die Frage mit den Suiziden ist schwer zu beantworten. Ich glaube nicht, dass da Fluchtversuche verschleiert werden sollten. Ich weiß nicht, ob es grundsätzlich eine Statistik der Selbstmorde bei der Armee gibt. Wir hatten, soweit ich mich erinnern kann, eine Reihe solcher Suizide auch auf Wache. Dazu kann ich nur soviel sagen, dass ich selber mit 19/20 Jahren an der Offiziershochschule Wache gestanden habe. In dieser Zeit hatte ich einen recht heftigen Liebeskummer. Ich tendiere normalerweise nicht zu Schwermut, aber was einem in den Stunden der Einsamkeit alles durch den Kopf geht, gerade wenn man eine "Lösung mit 60 Argumenten" über der Schulter trägt, das braucht selbst schon fast einen Waffenschein.

Einer meiner Tätigkeitsbereiche als Polit war es auch, sich um die Sorgen von Angehörigen der Einheit zu kümmern. Ob das Probleme mit der Ehefrau oder der Familie waren, Probleme mit der Wohnung, Konflikte mit dem Gesetz ... Die Tatsache dass man in der Einheit auf eine bestimmte Zeit "eingesperrt" war und sich nicht um die Lösung der Probleme kümmern konnte, ließ selbst lösbare Sachen in das Unendliche wachsen. Für uns bestand dann immer höchste Alarmstufe. Die Leute durften nicht im Grenzdienst eingesetzt werden. Zum Teil wurden aus solchen Gründen auch Leute aus der grenzsichernden Einheit abgezogen. Manchmal musste ich auch zu den Leuten mit nach Hause, um dort zu schlichten, zu klären oder was man sonst noch mit einfachen Gesprächen erreichen konnte. Aber ich spreche hier nur für die 80-er Jahre. Vielleicht können wir uns das mal anschauen, wenn Du die Übersicht in einer statistisch auswertbaren Form fertig hast. Ich danke Dir auf jeden Fall für Deine Arbeit daran.

ciao Rainman

14.04.2009 18:41von Focking
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Hallo mit einander,

diese sogenannten Schusswaffenunfälle sollten doch nur vom eigentlichen
verbrecherischen Treiben ablenken.
In meinem Fall wurde ja noch Jagd auf meinen großen Stiefbruder gemacht.
Nur seiner guten Reaktion war es zu verdanken ,daß er mit dem Leben davon
kam.( Es waren ja nur ein paar Meter bis zum rettenden Schlagbaum ).

Mit diesen geschönten Statistiken wurde doch die "Humanistische" Seite dieses
Verbrecher Staates hervorgehoben.Es wurde doch keine Gelegenheit ausgelassen,
der Welt zu zeigen, was für ein Super System der real existierende Sozialismus
in der Deutschen Demokratischen Republik war.

Gruß aus der Lausitz

Werner

14.04.2009 19:38von ( gelöscht )
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Guten Abend

habe zu diesem Thema noch was gefunden,ist von 1993.
Was meint ihr ?

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14.04.2009 19:55von Pitti53
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na ja.ein richter glaubt...?ich habe mehrere unfälle erlebt.war jedes mal ein drama.und der kc einer gk hat sich mit 32 jahren im kohlenkeller erschossen weil er krebs hatte.war sicher nicht politisch motiviert.und wenn unsere jungs nach 8 stunden grenzdienst und danach noch 4 stunden alarmgruppe im einsatz unkonzentriert waren,passierten schon mal unfälle



14.04.2009 21:24von Rainman2
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Hallo Zermatt,

so wie es dasteht, ist es zunächst nichts, als eine Behauptung. Aber ich könnte nur eine Behauptung entgegen halten. Eine andere Möglichkeit ist folgende makabere Reihe:

- Ein Offiziersschüler, der sich auf Wache erschossen hat
- Ein Oberstleutnant, der sich mit der Pistole erschießen wollte (Auge ausgeschossen, verblutet)
- ein Offiziersschüler, der sich mit dem Motorrad zu Tode gefahren hat
- Ein Hauptmann, der bei einem Jagdunfall erschossen wurde (mein Hauptfeld stand neben ihm)
- Ein Oberleutnant (KC), der einfach tot umfiel (verschleppte Grippe, Herzbeutelentzündung)

Das sind die Todesfälle, die ich während meiner Dienstzeit (1979-1990) in meiner Umgebung erlebt habe. Die Ursachen waren jeweils eindeutig. Mit "Ehrenmorden" oder ähnlichen Schauergeschichten kann ich leider nicht aufwarten. Todesfälle bei Soldaten oder Unteroffizieren gab es in meiner Umgebung nicht.

ciao Rainman

16.04.2009 14:13von ( Gast )
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hallo,
in der Nähe von Morsleben hat es 1988 eine weitere spannende Flucht einer Familie gegeben. ich habe da eine Leseprobe im Netz gefunden hier unter kurz vor der grenzöffnung (1 1/2 Jahre )hat eine Familie mit Kind und Opa sich was ausgedacht und durchgeführt. -in der Kanalisation in den Westen- sehr spannende Story.


In Antwort auf:
Link wurde gelöscht! Und langsam habe ich die Faxen dicke mit der ständigen Werbung für ein und die selbe seite! Ich bitte das zu unterlassen.Profil wurde wegen ständiger Werbung gelöscht! MFG Angelo D Alterio
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( Gast )
26.03.2015 11:28von ( gelöscht )
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Einen Schusswaffenunfall hat es in Morsleben 1971 oder72 gegeben. GAK Uffz. H. und Ofw D.kamen von der Hinderlandstreife mit ihren Motorrädern zurück.Ich war am Fenster und H. ruft zu mir hoch:gibs Urlaubskaffe?Ja komm hoch!Gleich noch Waffenreinigen.Edwas später geht die Tür auf,der Waffenuffz.,,H. ist Tot beim Waffenreinigen von D. erschossen."Die GAK hatten bei Hinterlandstreife nur Pistolen mit.Wie sich später herausstellte hatte D.das Magazin nicht aus der Waffe entfernt.Ein Tragischer Unfall durch Unaufmerksamkeit.Mich persönlich hat es noch mehr angespornt beimWaffen reinigen immer die Augen auf zu halten,denn der Augenblick kann über Leben und Tot entscheiden.
Ihr könnt euch natürlich vorstellen das tagelang eine bedrückente Ruhe auf der Gk geherrscht hat.
Gert 1952

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