Neue Beziehungen nach der Wende

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06.05.2010 12:18
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#1
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Hallo,

ich bin neu und nachdem ich mich hier vorgestellt habe, möchte ich gern eine Frage loswerden.

Hat die Wende den Verantwortlichen der DDR an der Grenze und Staat auch freundschaftliche, familiäre Beziehungen zu Menschen ermöglicht und gebracht, zu denen sie früher keinen Kontakt haben durften, ja die sie als Ausländer oder Feinde offen bezeichnet haben?

Wie hat man selbst diese Entwicklung betrachtet?

Dieter


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06.05.2010 12:34
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#2
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Hallo Dieter,
ich weiß nichjt, ob in diesem Forum so viele Verantwortliche der DDR sind.... vielleicht änderst Du diesen Teil der Frage?
Um aus meiner Sicht zu sprechen, ich war damals 21 als ich aus dem Grundwehrdienst an der Grenze nach Hause kam, dies war 1971, was hast du da in dem Alter schon für Vorstellungen? Für mich war da zu der Zeit des Grundwehrdienstes alles was in Uniform in Westberlin an der Mauer auftauchte, einfach nur der Gegner, den man beobachten musste und der uns beobachtete. Der Arbeiter, der da in einer Eisenbiegereri im sein Moniereisen auf Westberliner Seite bog, der war Arbeiter - Nicht Feind, nicht Ausländer - simpler Arbeiter...
Kontaktaufnahme verboten... Sein, über die Mauer geworfenes Pornoheft empfand ich eher als Provokation, denn als Liebesgabe...
Nach dem Wehrdienst hat sich das mit zunehmendem Alter entkrampft, so wie jeder Mensch mit seiner Lebenserfahrung zu gewissen Ansichten kommt, habe ich durch Gespräche mit Monteuren aus Wuppertal eine ganz andere Einstellung bekommen. Die entsteht zwangsläufig immer, wenn man miteinander spricht. Da musste nicht rst die Wende kommen, die hat nur das Reisen ermöglicht. Und dabei entsteht wiederum Verständnis für andere Nationen, andere Völker und auch für den Nachbarn... siehe nur Feliks, der ist heute in Bayern im Exil...

Grüße von der Insel,

der Rüganer


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06.05.2010 14:24
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#3
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Danke Rüganer,

danke für den Beitrag, dann ändere ich meine Frage etwas. Mit den Verantwortlichen meine ich auch jene, die damals sehr von ihrem Tun überzeugt waren und eine Vorgesetztenfunktion hatten.

Vielleicht noch etwas. Kann man das Vorgehen der damaligen Opposition aus heutiger Sicht als richtig interpretieren?
Oder ist man nach wie vor davon überzeugt, dass die Opposition nicht die mehrheitliche Meinung widerspiegelte?

Dieter


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06.05.2010 14:26
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#4
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das liegt bei vielen noch,was auch verständlich ist.


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06.05.2010 18:42
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#5
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Dieter, sei willkommen und gleich eine Gegenfrage: " Was wollte sie denn eigentlich, die damalige Opposition, wollte sie nun eine bessere DDR oder den dann erfolgten Schnellanschluss an die BRD.
Bevor wir das nicht geklärt haben, ist deine Frage gar nicht so einfach zu beantworten.

R-M-R


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06.05.2010 18:50
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#6
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Dieter, sei willkommen und gleich eine Gegenfrage: " Was wollte sie denn eigentlich, die damalige Opposition, wollte sie nun eine bessere DDR oder den dann erfolgten Schnellanschluss an die BRD.

R-M-R



Ich bin zwar nicht Dieter, antworte aber trotzdem mal: Zumindest die Opposition, die die Montagsdemos initiiert hat, wollte in der Mehrheit eine bessere DDR - allerdings sind sie dann im Wortsinne von einer Lawine überrollt worden.

Gruss

icke


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06.05.2010 18:59
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#7
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Denke mal "die Opposition" gab es nicht. Sicher gab es viele die dem Traum einer "geläuterten" DDR nach hingen (ich übrigens auch, so ein bisschen). Aber das war mit dem Fakt der Grenzöffnung im Reich der Träumereien verschwunden. Denn mit dieser Öffnung hatten wir den Zustand der 1961 zu ihrer Errichtung führte. Der Schnellanschluss war dann die logische Folge. Die größte Oppositionsgruppe änderte sehr schnell die Sprechchöre von "wir sind das Volk" in das "wir sind ein Volk".Damit war der Weg frei und der "Dicke" konnte in die Geschichte eingehen.
erstmal tschüß


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06.05.2010 19:03
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#8
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Gehen wir gleich weiter, icke.
" Spiegelte sie, die Opposition nun die mehrheitliche Meinung des Volkes wieder?"
" War ihr Vorgehen richtig, um Änderungen im System durchzusetzen?"

Werde mich mal kurz ausklincken, muss meine Schöne abholen, bis dann.

R-M-R


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06.05.2010 19:19
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#9
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Gehen wir gleich weiter, icke.
" Spiegelte sie, die Opposition nun die mehrheitliche Meinung des Volkes wieder?"
" War ihr Vorgehen richtig, um Änderungen im System durchzusetzen?"
Werde mich mal kurz ausklincken, muss meine Schöne abholen, bis dann.
R-M-R



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Es gab dann Wahlen, ganz demokratisch und mit vielen Möglichkeiten des auswählens. Diese Volksvertreter waren für den Beitritt, Ende und aus.
Änderungen im System waren dann nicht mehr möglich und erwünscht.
tschüß


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06.05.2010 19:19
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#10
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Ach,der Dicke hatte Glück.Er war zur richtigen Zeit am richtigen Platz.Er bekam die Vorlage,die ihm die
Oppossition(und auch das Volk auf den Strassen)gab und musste den Ball(nur)noch ins Tor schiessen.
Fertig war das Gesamtdeutschland.Er hats halt frühzeitig begriffen,das diese Chance einmalig ist.


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06.05.2010 19:25
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#11
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Zitat von nolle

Es gab dann Wahlen, ganz demokratisch und mit vielen Möglichkeiten des auswählens. Diese Volksvertreter waren für den Beitritt, Ende und aus.

tschüß



Das ist übrigens der tiefere Sinn von Wahlen: Man gibt seine Stimme ab und hat dann vier Jahre nichts mehr zu sagen.

Gruss

icke


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06.05.2010 19:26
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#12
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( gelöscht )

Zitat von Zermatt
Ach,der Dicke hatte Glück.Er war zur richtigen Zeit am richtigen Platz.Er bekam die Vorlage,die ihm die
Oppossition(und auch das Volk auf den Strassen)gab und musste den Ball(nur)noch ins Tor schiessen.
Fertig war das Gesamtdeutschland.Er hats halt frühzeitig begriffen,das diese Chance einmalig ist.



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Das hat er ja auch ganz Super hin gekriegt. Hat sich zwar im Nachhinein als ein sehr teurer Spaß erwiesen, aber wer will da jetzt noch was sagen. Super Mittelstürmer.
tschüß


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06.05.2010 19:30
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#13
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( gelöscht )

Zitat von icke46

Zitat von nolle

Es gab dann Wahlen, ganz demokratisch und mit vielen Möglichkeiten des auswählens. Diese Volksvertreter waren für den Beitritt, Ende und aus.
tschüß


Das ist übrigens der tiefere Sinn von Wahlen: Man gibt seine Stimme ab und hat dann vier Jahre nichts mehr zu sagen.
Gruss
icke




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Genauso ist es. Wer weiß schon immer wen oder was er wählt, man kann nur hoffen das er wenigstens zur Wahl geht. Man muss es immer wieder probieren.
tschüß
muss mich jetzt leider mal ausklinken


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06.05.2010 20:11
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#14
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S51

Zitat von dieter
Hallo,

ich bin neu und nachdem ich mich hier vorgestellt habe, möchte ich gern eine Frage loswerden.

Hat die Wende den Verantwortlichen der DDR an der Grenze und Staat auch freundschaftliche, familiäre Beziehungen zu Menschen ermöglicht und gebracht, zu denen sie früher keinen Kontakt haben durften, ja die sie als Ausländer oder Feinde offen bezeichnet haben?

Wie hat man selbst diese Entwicklung betrachtet?

Dieter




So richtig präzise kann ich diese Frage nicht beantworten. Ich hoffe, damals nicht gar zu sehr vernagelt gewesen zu sein. Meine Wenigkeit war doch nicht mal andeutungsweise so "hoch" angebunden. Ich hatte und habe nach wie vor verwandschaftliche Verbindungen um den halben Erdball. Von daher war mir die Erkenntnis, dass da auch nur Menschen wie ich sind, nicht so fremd. Als Soldat ist der Fakt, notfalls aufeinander schießen zu müssen, auch kein erstrebenswertes Ziel, allenfalls bittere Notwendigkeit. Wenn es dann anders kommt, schön. Jemandem die Hand zu geben, finde ich ungleich besser, als Schwermetalle auszutauschen. Man steht dann halt mal an einer Stelle, die nur für (fast) alle Anderen so absolut unscheinbar normal ist und fragt sich "Gott, wofür nur..." Als Polizist hat man es jedenfalls nicht von Ost oder West abhängig gemacht, ob man den Gegenüber nun als Rechtsbrecher behandelt hat oder nicht. Es gab/gibt hüben wie drüben solche und solche.
Nach der Wende habe ich viele gute Kollegen kennen gelernt, wie vorher auch und mich mit Manchem böse in der Wolle gehabt, wie vorher auch. Es war eigentlich so wenig anders, dass man es vorher kaum für möglich hielt, nur die Spielwiese wurde größer.


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07.05.2010 01:11
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#15
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94

_nolle_> Denke mal "die Opposition" gab es nicht.

Naja, das sehen respektive sahen Einige etwas anders. Ich möchte mal die IFM erwähnen. Besonders Katrin Hattenhauer möchte ich hier hervorheben. In der Tagesschau vom 4.9.1989 (1) ist sie ab 1:13 zu sehen. Da an diesem Montag die Herbstmesse war, viele Westjournaillen, blieb ihr diesmal die Zuführung erspart. Eine Woche darauf war sie 'fällig'. Den dazu passenden Film habsch noch nicht in der Röhre finden können, naja.

(1) https://www.youtube.com/watch?v=T7vFoHRQe_4


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