Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

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22.12.2008 20:50
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#1
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Hallo zusammen,
ich muss von der Schule aus ein Referat zum Thema "Alltagsleben in der DDR" vorbereiten und weil ich dort noch nie gelebt habe hätte ich da einige Fragen.
Ziehmlich viele sogar. Ich schätze fast sogar zu viele. Würde mich trotzdem freuen, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte. Danke schon mal im Vorraus!


Wie sah denn so ein typischer Tag in der DDR aus? Wie lange dauerte denn ein normaler Arbeitstag? Gab es geregelte Arbeitszeiten? Gab es Arbeitslosigkeit? Mussten Frauen auch arbeiten?
Wie wurden die Kinder versorgt? Es gab doch viele Kinderklappen. Wer bezahlte das? Kostete es was ein Kind dort abzugeben? Gab es sowas wie Kindergeld?

Wie sah es mit der Schule aus? Waren die Schulzeiten länger als heute um z.B. die Familien zu entlasten, also gab es sowas wie Ganztagesschule? Konnte jeder auch das Abi machen? Und nach dem Abi – konnte man studieren? Und wenn ja durfte man selbst entscheiden, was man studieren wollte?

Hatte man damals eigentlich genügend Freizeit? Was hat man denn in seiner Freizeit so gemacht? Gab es Vereine (also wie z.B. die Sportvereine heute)?

Waren so gut wie alle Kinder damals in der FDJ? Man musste doch einen Beitrag zahlen - War der hoch? Was passierte wenn man als Kind nicht in der FDJ war? Wurden die Kinder, durch die FDJ, wirklich dazu benutzt ihre eigenen Eltern auszuspähen?

Ich habe gelesen, dass es nur zwei Fernsehsender gab. Was lief dort gesendet (also mehr politisches oder eher Unterhaltung?)? Westdeutsches Fernsehen war ja verboten. Konnte man es bei sich trotzdem leicht empfangen? War das sehr gefährlich? Was passierte, wenn man dabei erwischt wurde?
Gab es verschiedene Zeitungen / Radiosender? Wie sah’s mit der Pressefreiheit aus?

Musste man als einfacher Bürger eigentlich Angst davor haben, von der Stasi verhaftet zu werden?
Hatte oft man Angst, dass z.B. der Nachbar als „informeller Mitarbeiter“ für die Stasi arbeitete? Wusste man noch wem man trauen konnte?

Es gab ja Lebensmittel die rationiert waren. Was waren das z.B. für welche? Waren die auch teurer?
Hatte man eigentlich genug Geld um zu leben? Wie groß waren in etwa die Wohnungen? Wie sah’s mit Urlaub aus - konnte man sich den leisten? In welche Länder durfte man überhaupt reisen?
Gab es trotz dem Sozialismus eigentlich wirklich reiche Leute?

Gab es für den Bürger Partizipationsmöglichkeiten? Also konnte der normale Bürger sich irgendwie am politischen Geschehen beteiligen? Gab es Interessensverbände, Parteien, …?
Gab es antisozialistischen Zusammenschlüsse? War es möglich so einer Organisation beizutreten? War so etwas sehr gefährlich? Was passierte wenn man da als Mitglied von der Stasi erwischt wurde?

Wie viele Parteien gab es denn so ungefähr? Gab es überhaupt Wahlen? Wenn ja, liefen diese denn korrekt ab (also gab es Wahlbetrug, oder wurde man z.B. dazu gezwungen eine bestimmte Partei zu wählen)?


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28.12.2008 14:31
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#2
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Naddel,

vorweg muss ich Dir sagen, dass auch ich nie in der DDR gelebt habe.
Ich (1957) bin allerdings mit beiden Systemen aufgewachsen und habe zwangsläufig alles über die "bösen Nachbarn" aus den Medien, vorallem aber durch die Schule und später dem sogenannten "politischen Unterricht" bei der Bundeswehr hautnah erfahren dürfen.
Zahlen, Daten, Fakten findest Du, in dem Du die berühmte Suchmaschine "google" anwirfst. Wie das Leben für die Menschen in der DDR wirklich war, wirst Du allerdings so schnell nicht herausfinden können, auch hier nicht. Da hat eben JEDER seine eigenen Erfahrungen gemacht und dazu gibt es dann x Meinungen und Ansichten.


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29.12.2008 19:27
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#3
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Hallo Naddel wie viel Zeit hast du denn noch für dein Referat, frage deswegen weil ich eventuell verschiedenes aus alten verlässlichen Quellen (60er/70er Jahre) über die DDR habe. Das Problem ist bloß das ich erst nach dem 5.01.09 die Möglichkeit habe diese Sachen zu Scannen und hier einzustellen.

Gruß

Rainer-Maria


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01.01.2009 13:13
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#4
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Hallo,

bei unserer Naddel handelt es sich wohl um einen BND-Mitarbeiter, oder was meinst Du Rainer-Maria?

Erst einen ellenlangen Fragenkatalog zu erstellen, um sich dann nicht mehr zu melden ist zumindest UNHÖFLICH, liebe Naddel! Oder wolltest Du nur mal schauen was MAN hier so von sich gibt?


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01.01.2009 19:21
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#5
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Hallo Wolfgang B. zu Anfang wünsche ich dir und der Familie Gesundheit für das Neue Jahr. Alles andere ergibt sich, ja es sieht fasst so aus als hat sich Naddels Interesse an der Verfolgung ihrer eingestellten vielfältigen Fragen so verflüchtigt wie die alte DDR. Aber da ich selbst nicht der zielstrebigste Schüler war und auch manchmal Aufgaben über die Kumpels vergessen habe denn sie zogen etwas mehr geb ich ihr noch ein paar Tage bzw. eine Chance. Aber vorne weg schon mal die Themenvielfalt über die etwas einstellen kann sollte jemand Interesse haben. Natürlich dauert es ein kleine Weile siehe Scannen etc. aber es sind wirklich interessante Beiträge aus alten Quellen (1962/1971) die für sich selber sprechen. Also los gehts ganz unkompliziert. Gleichberechtigung der Frau, Berufsausbildung, Schule/Hochschule, Was kostet ein Studium, Wahlen in der DDR, wieviele Gewerkschaften in der DDR, Wochenheime für Kleinstkinder, Presse in der DDR, Anzahl/Auflistung Parteien in der DDR, Vergleich Buchpreise-BRD-DDR, politechn. Unterricht/Fernstudium, Erzeugnisse einer Stunde (Produktivstunde), Familie/Einkommen/Lebenshaltungskosten an Hand eines Beispieles, Preissenkungen, Blockparteien, sozialistische Demokratie, Mädchen und Technik, Jüdische Bürger und ihr Leben in der DDR, Abgeordnete für die Volkskammer, Arbeiter über sich selbst, Übersiedler aus der BRD erzählen.
Natürlich ist das nicht alles was ich an Themen habe aber das erstmal für den Anfang.

Gruß

Rainer-Maria


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02.01.2009 13:27
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#6
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Frohes neues Jahr und Gesundheit für alle,

hallo Handwerkerkollege Ost,

also die Beiträge würden mich auch interessieren. Ich hätte da auch noch ein paar Fragen wie z.B. Umweltdaten, Lebenserwartung Ost-West, med. Versorgung Land-Stadt, Kaufkraft, Produktivität und Effektivität des einzelnen Arbeiters, wöchentliche Arbeitszeit u.s.w.

Gruß
Peter


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05.01.2009 08:46
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#7
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Hallo Rainer-Maria,

ich habe INTERESSE!
Bin schon gespannt, aber lass Dir Zeit , Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden!


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11.01.2009 16:55
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#8
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Hallo Wolfgang du hattest wohl doch nicht so unrecht mit Naddel, evt. eine kleine IM vom BND aber sie kann uns ja noch eines besseren belehren falls sie sich wieder einbringt. Habe erst einmal ein Thema wie versprochen als Datei angehängt. Die Qualität ist noch nicht die beste aber ich arbeite daran denn es sind sehr dicke Wälzer die kopiert werden müssen und mein letzter Kopierer war nicht so optimal .

Gruß

Rainer-Maria


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11.01.2009 17:55
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#9
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Hallo Rainer,

über die wirtschaftliche Situation der DDR 1989 habe einen interessanten Link gefunden.
http://www.bstu.bund.de/cln_030/nn_92565....html__nnn=true

wie ist Deine Meinung darüber?

Gruß
Peter


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11.01.2009 18:37
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#10
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Hallo Rainer-Maria,

Familie "Neumann" lebte wirklich nicht schlecht in der DDR.

Was halt immer wieder auffällt und somit tasächlich irgendwie ins forcierte Bild des "Klassenfeindes" passt ist, dass bei uns (West) bis heute "Luxusgüter" immer vorhanden und einigermaßen erschwinglich waren, gleichzeitig aber die elementaren Dinge wie Miete, Heizung, Strom - teilweise Nahrung, öffentliche Verkehrsmittel, Kindergärten oder -krippen und all das Gedöns das zum "normalen" Leben gehört, im Verleich zur DDR die eigentlichen "Luxusartikel" darstellten.

Meine Meinung seit jeher: In der DDR ließ sich der normale Alltag weit besser finanzieren, als in der BRD. Vor Arbeitslosikeit und den Folgen brauchte sich der "normale" DDR zudem nicht zu fürchten?


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12.01.2009 11:37
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#11
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Hallo Wolfgang, der Link von Transitfahrer dürfte für Dich interessant sein,beantwortet er doch einiges zu Deiner Vorstellung vom Leben in der DDR.Die Subventionen für Grundnachungsmittel,Öffentlicher Verkehr,Mieten,Kinderkleidung,Ärtzliche Versorgung,Kindergärten war zwar toll aber nicht wirtschaftlich und hat auch mit zu Defiziten geführt!Es stimmt offiziell gab es keine Arbeitslosen.Im Gegenteil wer nicht arbeiten wollte und sich asozial verhielt,mußte eventuell zur Arbeitserziehung in den Jugendwerkhof oder ähnliches.Die Kehrseite war aber teilweise Unrentabilität,im Vergleich Effizient-Leistung da Posten doppelt besetzt waren.Da alles staatlich war,war es doch besser wenn man damit glänzte bei uns gibt es keine Arbeitslosigkeit.Ob Geld aus Topf 1 oder 2 beide Töpfe gehörten dem Staat!Es stimmt aber durch diese DDR Politik gab es keine Existensängste,jeder hatte das Recht auf Arbeit.Dazu möchte ich noch etwas pers.schreiben wie das auch geregelt wurde.Ich hatte Bäcker gelernt.1964 misslang eine Republikflucht ich bekam 18 Monate Zuchthaus.Danach musste ich mich bei der Abt.Inneres melden und bekam neue Arbeit zugewiesen.Im Rahmen der sozialistischen Erziehung im VEB Leipziger Eisen und Stahlwerk.Brot musste ich da nicht backen!
Noch zu billigen Mieten,prima Sozialleistung wenn man davon absieht das viele Häuser seit 1945 nicht renoviert wurden,ohne Bad oder Dusche waren und die Toilette außerhalb der Wohnung eine halbe Treppe tiefer war.Da freute man sich riesig über eine Wohnung im Plattenbau.Dafür musste man aber eine gewisse Eigenleistung aufbringen soviel mir bekannt ist.Alles hat zwei Seiten! Sicherlich waren die Sozialen Leistungen in der DDR für den Einen hervorragend,der Andere macht sie auf Grund der Unrentabilät mit für das Scheitern der DDR Politik verantwortlich! Zum Verständnis,ich habe nur bis 1968 in der DDR gelebt danach gelang mir die 2.Flucht in die BRD.
Meine Erfahrungen, Ansichten, usw.betrifft hauptsächlich die Zeit bis 68.


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12.01.2009 13:33
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#12
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@turtle,

ist mir alles bekannt was Du schreibst. Dass das System letztendlich "wirtschaftlich" scheiterte, auch aus den von Dir genannten Gründen daran kann es keine Zweifel geben, da stimm ich Dir voll und ganz zu.

Ich habe aber nur die reinen Fakten angesprochen, ohne Hintergrundforschung zu betreiben und da steht für mich nach wie vor fest, dass es dem "normalen" DDR Bürger, was die angesprochenen Dinge angeht, einfach "besser" oder sagen wir mal "Stressfreier" ging.

Apropos Wohnungen, ich habe kurz nach der Wende mit eigenen Augen den Zustand vieler Häuser und Wohnungen sehen können. In Gera beispielsweise haben wir uns von unserer Gruppe (DGB) abgesetzt um mal hinter die "angebotene" Fassade zu blicken. Mein lieber Mann, das was ich da sah kann ich eigentlich bis heute noch nicht glauben. Man konnte es sehen, an den Häusern wurde wirklich seit 1945 (oder davor) nichts gemacht. Da standen beispielsweise vierstöckige Hütten wo nur noch das erste Stockwerk bewohnt werden konnte. Man konnte den stückweiten Verfall wie ein Geologe nachvollziehen. Das Dach war bei vielen Häusern schon fast komplett eingefallen, das darunter liegende Stockwerk war dann allem Anschein nach schon seit Jahrzehnten nicht mehr bewohnbar. Eine Etage tiefer konnte man sehen, dass dort das Leben noch eine Zeit länger gedauert haben muss und so ging das dann weiter.
Hätte die DDR noch einige Jahre existiert, wären die Innenstädte (was ich so sah) bestimmt komplett unbewohnbar gewesen.


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12.01.2009 15:29
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#13
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Ich stimme Dir zu, unter diesem Aspekt magst Du Recht haben.Viele hatten sich mit der DDR angagiert und lebten totz allem Nagativen recht gut.Der Staat hatte einige "Westsorgen,,
abgenommen!


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13.01.2009 08:34
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miteinander,

zum "angerissenen" Thema (Frau und Familie) würde mich interessieren:

Üblicherwise stand doch die DDR-Frau im Berufsleben?!
Wie lief das dann im Fall einer Schwangerschaft (Geburt) ab?

Schwangerschaftsurlaub vor und nach der Geburt?
Freihaltung des Arbeitsplatzes?
Wann konnte (musste) die Mutter wieder zur Arbeit?
Gab es dann so etwas wie Teilzeit- oder Halbtagsarbeit?
Ab wann kamen die Kinder in die Krippe, mussten sie zwingend dorthin?

Meim Lesen bzw. Schreiben zu diesem Thema fiel mir auf, dass ich gar "keine Ahnung" habe.


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13.01.2009 10:10
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#15
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Hallo Wolfgang werde mich später zu den einzelnen Beiträgen äußern hier erstmal der nächste Artikel.

Gruß

Rainer-Maria


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