Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

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13.01.2009 13:51
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#16
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Rainer-Maria,

Deinem Dateianhang entnahm ich, dass die "Möglichkeit" bestand sein Kind schon im Säuglingsalter in die Krippe zu geben!?

Im "DDR Revue" Artikel: Haben sie eine Zukunft in der DDR?", hätte einige Jahre früher auch die Geschichte meines Onkels Helmut B. stehen können, etwa so:

Helmut B., 24 Jahre,
Kraftfahrer in der LPG Boecke(?)

Als 16jähriger folgte ich meinem älteren Bruder nach Westdeutschland. Während er von der französischen Fremdenlegion angeheuert wurde, blieb ich bis zu seiner Rückkehr alleine am Niederrhein.
Zunächst wurde ich in ein Heim für Jugendliche eingewiesen. Dort konnte ich keine Ausbildung beginnen oder zur Schule gehen um etwas für meine Zukunft zu tun. Weil ich ganz alleine auf mich gestellt war, konnte ich auch nach dem Heimaufenthalt keine Ausbildung machen, sondern musste mich jahrelang gegen Kost und Logis und einem geringen "Taschengeld" als Melker bei verschiedenen Großbauern durchschlagen.
Ich wohnte, nach dessen Rückkehr, noch einige Zeit bei meinem Bruder, an meiner Situation änderte sich dabei nichts.
Anfang 1957 kehrte ich "reumütig" in die DDR zurück.
Hier fand ich sofort private wie auch berufliche Perspektiven. Ich habe geheiratet, habe eine Tochter und war in der LPG in Boecke zunächst als Melker beschäftigt. Mittlerweile übe ich dort den Beruf des Kraftfahrers aus.
Heute kann ich nicht mehr verstehen warum ich als junger Mensch die Heimat verließ.



Kurzbiografie:
Mein Onkel Helmut B., Jahrgang 1932, flüchtete 1949/50 mit bzw. nach meinem Vater bei Morsleben in den Westen.
Willi B. war von September 1950 - Oktober 1954 in der französischen Fremdenlegion (Algerien, Indochina).
Helmut B. war zunächst in einem Heim für elternlose und kriegsvertriebene Jugendliche in Straelen-Paemühle, ab September 1950 schlug er sich bis Oktober 1954 als "Landwirtschaftlicher Arbeiter" bei etwa zehn verschiedenen Bauern am Niederrhein, einige Monate auch im Raum Hannover (Stemmen) durch.
Willi B. bekam im Oktober 1954 in Freiburg eine Wohnung (Zimmer) und Arbeit als Heizer beim französischen Militär. Helmut B. zog zu seinem Bruder nach Freiburg.
Im Januar 1957 ging Helmut zurück in die DDR. Genau 15 Tage später heirateten meine Eltern in Freiburg und weitere drei Tage später kam ich dann zur Welt. Übrigens erhielt ich die Vornamen Wolfgang Helmut.
Noch 1957 heiratete auch Onkel Helmut und zwar Helga R. aus Boecke. Die Eltern von Tante Helga hatten in Boecke, zu der Zeit noch eine kleine Landwirtschaft. Boecke liegt übrigens nur wenige Kilometer vom Wohnort der Familie B. entfernt.
Onkel Helmut arbeitete später in der LPG in Boecke. Zwischen 1958 und 1963 bekamen Helmut und Helga drei Kinder, dann wurde die Ehe geschieden.
Mit einer anderen Frau zog es Onkel Helmut nach Brandenburg/Berlin. Dort war er dann "Taxifahrer" und soll angeblich "Verbindungen" zur "Stasi" gehabt haben?!
In den 1970er Jahren fand man ihn "mit Gas vergiftet"?! Ob in seiner Wohnung, oder im Auto kann niemand sagen!

Mein Vater starb übrigens, geschieden von meiner Mutter, 1985 in seiner Wohnung im südbadischen Schopfheim auf nie sicher geklärte Weise. Die Leiche lag im Hochsommer für etwa drei Wochen unbemerkt in der kleinen Wohnung.


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13.01.2009 16:37
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#17
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Wie sah denn so ein typischer Tag in der DDR aus? Wie lange dauerte denn ein normaler Arbeitstag? Gab es geregelte Arbeitszeiten? Gab es Arbeitslosigkeit? Mussten Frauen auch arbeiten?

Ein normaler Tag, fast so wie hier! Früh aufstehen, Zähne Putzen und Waschen(Duschen wer hatte)(ich hatte),Kaffee kochen und diesen bei einer Zigarette und dem Soldatensender/RIAS/Deutschlandfunk gemühtlich schlürfen. Dann schleunigst los zur Staßenbahn(Bus ect.)(Wer nen Trabi hatte mit diesen oder auch mit den Fahrad) und ab auf Arbeit.
Ich war in einem Betrieb, in dem rollende Woche (4-Schichtsystem/ 3 Schichten(Früh 6-14/Spät14-22/Nacht 22- 6)und einer Freischicht) gearbeitet wurde. Arbeitszeit an Wochentagen genau 8 Stunden(inkl. Pausen) und an jedem zweiten Wochenende Tag- bzw. Nachtschicht 12 Stunden (dafür aber 11 bis 13 Tage frei) Also sehr geregelte Arbeitszeiten und man wusste im Januar schon wie man im Dezember zu arbeiten hatte(durch genau gestallte Schichpläne, die man immer im Dezember für das neue Jahr bekam). Die Arbeit verlief wie in jedem anderen Industriebetrie Tag ein, Tag aus gleichmäßig bis eintönig, es war immer das gleiche. Da ich einen modernen Beruf hatte (in meinem Lehrjahr wurde zum mal Computergesteuerte Maschinen und Robotertechnik gelehrt),wurde ich am besten bezahlt wenn ich körperlich garnichts zu tun hatte. Denn wenn ich ran musste war die kacke am Dampfen (sprich Produktionsstillstand durch technischen defekt). Unser Produktionstakt war damals 6min.,23sec. und in dieser Zeit war ein Warenausstoß von mehren 1000 Mark. Und wenn da die Produktion zum erliegen kam, kannst Du Dir ja vorstellen, daß dann Stress und Hektik an der Tagesordnung war, bis die Reperaturen abgeschlossen waren. Wir wurden Leistungsmäßig bezahlt, also jeder Produktionsausfall war bares Geld weniger in der Lohntüte. Also eigentlich genau wie hier(zu den entscheidenten Unterschied komm ich später).
Dann hatte man Haushalt(wir Männer mssten mit rann, da ja die Frauen meistens auch gearbeitet haben), Freizeit, Kinder, Abendbrot, Fernsehen und ab ins Bett. Das verschob sich natürlich bei mir je nach dem wie ich Schicht hatte( das ist bei Schichtarbeitern hier auch so).
Frauen mussten nicht arbeiten, es gab genau wie hier die Hausfrau. Meine Mutter z.B. war ab dem dritten Kind imer zu Hause. Man konnte auch Hausman sein, man musste nur nachweisen wie und woher das Geld für den Lebensbedarf herkam. Also wenn ich sagen konnte meine Frau ist der Familienversorger, dann wäre das auch gegangen.
Arbeitslosigkeit gab es am Ende der DDR-Zeit, dafür gibt es aber politische Gründe, die meistens verschwiegen worden und werden.
Als die DDR in die UNO wollte, gab es von einigen Staaten(westliches Ausland, insbesondere die damaligen BRD)Einsprüche dagegen. Man monierte z.B. in unserer Verfassung den Satz: "Jeder Bürger hat das Recht und die Pflicht auf Arbeit". Man monierte den Teil "und die Pflicht". Nur diese kleine Änderung entzog aber den Staat, seine Bürger Verfassungsmäßig habhaftig zu werden, wenn Sie als Parasitten und Schmarozer einer Gesellschaft leben wollten, die jeden, aber auch jeden mit durchzog (Wohnung, Subventionierte Mieten(fast ein zweites Gehalt),Subventionierte Lebensmittel (Preise seit 1962 eingefroren),stark Subventionierte Verkehrsmittel, Subventionierte Kindergrippen-, Kindergärten- und Schulhortplätze, Sehr geringe Beiträge(im Pfennigbereich) für Mitgliedschaften in Clubs und Sportvereinen (Stellung der Materialien und Kleidung durch die Vereine).
Ganz nebenbei die DDR hatte nicht von irgendwoher so viele gute Sportler, denn Talente wurden schon im Kindergarten und Schule gesucht. Und die Förderung dieser Talente war nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig (und es war kein Zwang,denn ich habe mehrmals die Clubs gewechselt).
Soweit aus eigener Erfahrung zu Deinen ersten Fragenabschnitt.
Wenn ich demnächst wieder Zeit habe beantworte ich Stück für Stück alle Deine Fragen(soweit es meine 33-jährige Lebenserfahrung als gelernter und gelebter DDR-Bürger zuläst).


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13.01.2009 18:47
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#18
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Die besagte Talentförderung war aber nur gut für den Staat. Wer einmal versagte, wurde zumeist gnadenlos ausgesiebt und fallen gelassen. Wer es später zu Ruhm und Erfolg brachte...- na diese Leidensgeschichten der Sportler kennen wir ja zu Hauf...

Sicher profitiert heute noch die Bundesrepublik von diesem System und den daraus resultierenden Spitzensportlern, doch um welchen Preis ist die Frage.


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13.01.2009 19:24
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#19
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Wahlen sahen wohl so aus:

Man kam ins Lokal,nahm den Wahlschein,faltete ihn und warf ihn
in die Wahlurne. Es wurde also nichts angekreuxt und auch die Wahlecke
wurde nicht benutzt,alles offen. Die SED wurde bestätigt.

Wer anders vorging,also ein Kreux machte,war verdächtigt und machte sich
nicht gerade beliebt,denn es gab noch mehr Parteien.


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14.01.2009 00:22
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#20
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Ich war einer von diesen besagten Sportlern, wenn man fertig war, war man fertig und das ist noch Heute so. Übrigens in den USA ist das nicht anderst, wers nicht mehr bringt ist raus. Bei uns hatte zumindestens noch eine normale Arbeit. Ich kann Dir Beispiele bringen aus der sogenannten freien Welt, da kraust es einen (Obdachlos und dann ohne Ausweg im Drogenrausch von uns gegangen). Also mach aus einer Normalität kein düsteres Monster.


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14.01.2009 09:02
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#21
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Erst mal noch ...
LICH WILLKOMMEN @addyson,

jetzt sind wir also gerade beim Thema Sport, Sportförderung ...

Ich kann es zwar nicht zu 100% behaupten, doch ich glaube die DDR hatte die "lückenloseste" Sichtung und Förderung der ganzen Welt.
Wenn's stimmt, wurden die Kids regelrecht "anatomisch" untersucht, vermessen und den körperlichen Voraussetzungen entsprechend der "geeigneten" Sportart zugeordnet?!
Das Netz an Sportschulen, Internaten usw. war wohl nirgends so dicht wie in der DDR. Und diese Stätten waren wohl ausschließlich dem absoluten Spitzensport vorenthalten? Anders kann man sich die "Welterfolge" der DDR Sportler auch gar nicht erklären. - Doping alleine, egal in welcher Form "hilft" ja gar nix!


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14.01.2009 09:38
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#22
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@Addyson:

Nur weil es in anderen Ländern auch praktiziert wird, muss man doch dieses System nicht gutheißen. Dann ist es eben dort auch bedenkenswert.


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14.01.2009 11:03
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#23
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Hallo zusammen, man soll nicht vergessen das jeder Erfolg der Sportler der DDR auch die DDR enorm aufwertete! Da war man Weltmacht! Natürlich hat jeder Sieg die DDR auch politisch aufgewertet, das hat man sich viel Kosten lassen. Nur schade dass es um jeden Preis sein musste! Doping gab es wahrscheinlich woanders auch, aber vom Staat bewusst gefördert? Es ist bekannt das Spitzensportler in der DDR auch Privilegien hatten ,trotzdem habe ich mit erstaunen zur Kenntnis genommen das relativ wenig Spitzensportler der DDR den Rücken kehrten um in westlichen Ausland als Profi viel Geld zu machen. Negativ war aber auch sobald ein Sportler im Verdacht stand nicht mehr Linientreu zu sein sofort die andere Seite der DDR kennerlernte. Es gab aber auch die Spitzensportler welche nach der Wende plötzlich ganz andere Töne anschlugen als zuvor im Neuen Deutschland, oder beim Empfang durch die Regierung. Na gut ist auch menschlich ,Existenzangst, oder was wird nun,war wohl auch mit Grund für die Wandlung.


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14.01.2009 13:13
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#24
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@manudave,

Zitat von manudave
@Addyson:
Nur weil es in anderen Ländern auch praktiziert wird, muss man doch dieses System nicht gutheißen. Dann ist es eben dort auch bedenkenswert.


sei doch bitte so nett und erkläre mir auf welche Aussage Du Deinen Beitrag beziehst. Ich werd nämlich grad bekloppt, finde wieder mal nix!


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14.01.2009 20:31 (zuletzt bearbeitet: 14.01.2009 20:39)
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#25
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Hallo Wolfgang,
danke für die herzliche Begrüßung.

jetzt sind wir also gerade beim Thema Sport, Sportförderung ...

Ich kann es zwar nicht zu 100% behaupten, doch ich glaube die DDR hatte die "lückenloseste" Sichtung und Förderung der ganzen Welt.

Ganz so extrem war es bestimmt nicht. Man hatte nur sehr viele Angebote sich nach der Schule in Arbeitsgemeinschaften und Sportclubs zu betätigen. Meist war es so, das alle die Sport machen wollten, schon ab der 1.Klasse Fußball spielen wollten. Ich war auch erst in einem Fußballverein. Das hatt mir dann aber nicht so gefallen und ich habs dann mit Handball versucht. Bald hatte ich auch da nicht mehr gefallen dran. Und habe mich ab der 2. Klasse bis ende der dritten, mit Judo, Boxen u. Ringen versuch. Hat mir auch nicht gefallen, weil das meist mit Schmeren verbunden war. Und dann bin ich, durch den Rat des Kinderarztes an meine Mutter, wegen eines Wirbelsäulenschadens, zum Schwimmen gekommen. Erst war ich natürlich bei den Anfängern, aber dort hat man schnell gemerkt das ich ein Talent dafür hatte und kam zu den Leistungsschwimmern, wo natürlich das Training viel konzentrierter (3 mal die Woche 2 Stunden) war. Dabei wurde natürlich nicht nur geschwommen. Es gab sehr viel Leichtatletik, Kraftsport und besonderst Laufen u. Gehen. Schwimmen stand aber immer im Vordergrund. In der 9.Klasse war ich ein halbes Jahr auf der Sportschule(DHFK-Erfurt), und da konnte man dann sagen Sport ist Mord (Von ganz früh bis in den Späten Nachmittag, unterbrochen Sport und dann gemeinsames Essen, Schule, Seminarlernen und gemeinsamer Freizeit). Ich wollte unbedingt dort wieder weg, das ging aber gar nicht so leicht. Also ließ ich mich gehen im schulischen Bereich (war ein Tipp von nem Kumpel) und als meine Schulleistungen an den durchschnitt 4 herankamen, mußte ich gehen.
Eins ist klar alle Lehrer und Erzieher hatten den Auftrag Talente zu sichten (nicht nur im Sport). Man hat dann durch die Erfolgserlebtnisse die man eben hatte, wenn man 1., 2. oder 3. war, versucht einen eben in den Entsprechenden Club zu bekommen, um so das entsprechende Talent durch Übung auszubauen.
Es gab auch Regelmäßig ärztliche Schuluntersuchungen (halbjährlich) und in diesen Rahmen auch entsprechende Impfungen (gegen Pocken, dreifachschutz usw./ brauchten dadurch die Eltern nicht machen). Wir hatten an unserer Schule einen festen Schularzt und eine Schwester.
Fast Jede bessere Schule (Spezialschulen hatten ein Internat). Meine Lehre habe ich auch in einem Internat verbracht,da mein Beruf nur in Leipzig gelehrt wurde, ich aber aus Thüringen/Gotha kam (260 km von zu Hause).
Ich habe 1975 mit den Leistungssport aufgehört. Bis zu meiner Zeit gab es kein Doping (auch nicht auf der Sportschule).
Allerdings haben wir sehr viel puren Traubenzucker vor jedem Training und vor allem vor jedem Wettkampf gegessen (Kurzzeitenergie).


Ich beziehe mich mit diesen Satz, auf die Aussage von MANUDAVE:
"Die besagte Talentförderung war aber nur gut für den Staat. Wer einmal versagte, wurde zumeist gnadenlos ausgesiebt und fallen gelassen. Wer es später zu Ruhm und Erfolg brachte...- na diese Leidensgeschichten der Sportler kennen wir ja zu Hauf...

Sicher profitiert heute noch die Bundesrepublik von diesem System und den daraus resultierenden Spitzensportlern, doch um welchen Preis ist die Frage.

Dann meine Antwort:
"Ich war einer von diesen besagten Sportlern, wenn man fertig war, war man fertig und das ist noch Heute so. Übrigens in den USA ist das nicht anderst, wers nicht mehr bringt ist raus. Bei uns hatte zumindestens noch eine normale Arbeit. Ich kann Dir Beispiele bringen aus der sogenannten freien Welt, da kraust es einen (Obdachlos und dann ohne Ausweg im Drogenrausch von uns gegangen). Also mach aus einer Normalität kein düsteres Monster."

Darauf hin kam MANUDAVEs Antwort:
"Nur weil es in anderen Ländern auch praktiziert wird, muss man doch dieses System nicht gutheißen. Dann ist es eben dort auch bedenkenswert."

Darauf kann ich nur sagen. JA/NEIN!?!? Denn es waren auch nur Menschen die das Sagen hatten
Denn der Versuch eine sozialistiche Gesellschaftsordnung aufzubauen war ja erst, das erste mal auf deutschen Boden und niemand hatte damit Erfahrungen.
Dazu kommt noch, gib Leuten Macht, die mit der Zeit korrupt werden( durch die Machtstellung), die auch von Ihren Stellungen nicht loslassen wollen und die obendrein dann auch noch Fetternwirtschaft betreiben!
Aber wer will schon erreichtes wieder aufgeben? (Vom Direktor zurück zum arbeiter, Meister oder Ingeneur)(Zurück vom Parteisekretär zum Schreiner oder jeden ander gelernten Beruf)(Zurück vom Minister zum Beamten oder ...)
Das man in Lehrbüchern wichtige Artikel, über die Strukturen eines Sozialistischen Staates nicht mehr druckt(z.B. Lenin: " Vortrag über die Gefährlichkeit der Leitenden Positionen"), wo es um öffentliche Abrechnungspflicht eines Chefs(Politiker/ Betriebsdirektoren) geht, wo eine Leitenden Stellung maximal 4 Jahre dauern darf usw., um ja nicht aus seinen bequemen Chefsessel zu müssen.
UND dann das nichtbegreifen das die wichtigen Produktionsmittel, öffentlichen Einrichtungen usw. allen gehören
(Das ist nicht gleichzusetzen mit, das alles, der Privatbesitz aller ist).
Und der persönliche Egoismus der Allgemeinheit trug im Enteffekt auch noch mit zum Scheitern dieses Versuchs bei.
Beispiel: Wenn man schon nur die Schreibgebühr für eine Sekretärin als Miete zahlt, sich nicht einmal darum zu kümmern das wenigstens die eigene Wohnung in Ordnung ist und alles aber auch alles dem Staat überläst ( obwohl man selbst mit ein Stück Staat war, es aber nicht begriffen hatte!)( !!! Hier werden noch viele entrüstete Einwände kommen!!!)
Der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus(in Europa) dauerte fast 500 Jahre, der Versuch, einer Idee, eine Gesellschaft ohne Ausbeutung zu schaffen dauerte gerade mal etwas über 70 Jahre.
Aus Fehlern lernt man, sagt man so.
Ich hoffe, das in Zukunft, wenn die wirtschaftlichen Umstände, modernere Technik(Robotertechnik), knapp werden der natürlichen Ressourcen, Umweltschäden ect. die Menschen zwingen wird, ein neues Wirtschafts- und Verteilersystem zu erarbeiten( Was das sein wird und wie man es nennen wird, weiß ich nicht!)
Wo man solche Entscheidenten Fehler nicht mehr macht!
Das wird noch ein schwerer Weg, der wahrscheinlich erst beginnen kann, wenn es so Schlimm wird das wir nichts mehr zu verlieren haben (Wirtschaftskrisen, die noch schlimmer werden als die jetzige, Umweltkatastrophen, Ganz schlechte Verteilung, weil zu viele Menschen durch Robotertechnik abgelöst werden und und und).

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17.02.2009 12:18
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#26
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Hallo alle zusammen mit viel glück ist es mir mal wieder gelungen einen Beitrag einzustellen, viel spaß beim lesen.

Gruß

Rainer-Maria


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18.02.2009 16:45
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#27
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Hallo Rainer,

was willst Du uns damit sagen?
Das bessere Gesundheitssystem hatte die DDR?


Gruß
Peter


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18.02.2009 18:11
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#28
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Nicht unbedingt besser,eher gerechter und sozialer.


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18.02.2009 18:24
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#29
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und unbezahlbar...


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18.02.2009 23:54 (zuletzt bearbeitet: 18.02.2009 23:55)
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#30
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Hallo zusammen,
zum Thema Gesundheitswesen,
ich will fast behaupten, es war besser, besser aber nur mit den bestehenden technischen Möglichkeiten und damit eben manchmal auch schlechter.
Deshalb kann man es aber nicht abwertender betrachten, oder am technischen Standart bewerten.
Ein paar Erfahrungen kann ich gern für euch wiedergeben.
Gut fand ich die Reihenuntersuchungen für Kinder in Kindergrippe, Kindergarten und Schule, habe ich als Kind auch alle mit durchgemacht.
Man erreichte alle ohne große Probleme.
Bei uns im Kindergarten wird heute erst wieder Ähnliches versucht, ich bin als Elternteil dafür.
Selbst unsere Kleinstadt hatte ein Krankenhaus.
In dem Dorf, in daß ich nach meinem Wehrdienst gezogen bin und eine Familie gründete, gab es eine motorisierte Krankenschwester, die gleichzeitig auch Hebamme war, so wie in der Fernsehserie "Schwester Agnes", die mit ihrer Schwalbe bewaffnet, fast Alles möglich machte.
Schlechtes, ich erinnere mich an einen Unfall in der Kleinstadt, da war ich 10 Jahre alt und mit Kumpel auf dem Fahrrad unterwegs, als der Unfall Wolga gegen Trabant geschah.
Ein Wolga Taxi hatte dem Trabbi die Vorfahrt genommen und den Trabbi vorsichher nur mit der hinteren Hälfte gegen ein Gebäude geschoben.
Wir hörten den Knall und sind sofort hin.
Hinten im Trabbi gabs Blut, weshalb ich gleich wieder abdrehte und zur nächsten Arztpraxis raste, etwa 500 m weg.
Bin da rein und gerufen, sofort der Arzt, ein Unfall, 500 m von hier.
Der Doc ließ seine Patienten sitzen und kam sofort mit, die Schwester rief per Tel die Rettung.
Mein Kumpel blieb am Unfallort und hatte zwischenzeitlich ein Baby aus dem Trabbi geborgen, als wir ankamen.
Den beiden Fahrern ist bis auf ein paar Schrammen nix passiert, außer der Schock, dem Baby ging es auch gut, obwohl es schrie.
Nur die Mutter des Kleinen war im Trabbi eingeklemmt worden, und wir konnten sie weder befreien, noch konnte der Arzt sie retten, da haben Rettungsmittel gefehlt.
Sie verstarb noch am Unfallort.
Jeder hatte sein Bestes gegeben, und trotzdem reichte das nicht, weil Technik und Ausrüstung nicht (rechtzeitig) da war.
Das war für mich damals schockierend.
Trotzdem hatten wir zu damaliger Zeit nen Zahnarzt auch in unserer Kleinstadt, später sogar einen in unserem Dorf.
Mein Ossikind (86) ist auch in einem Krankenhaus zur Welt gekommen, man entschuldigte sich bei mir, wegen der Sonde am Kopf, mein Kind sah ich zum ersten Mal mit Turban, meiner damaligen Frau wollten sie das Schambein vertüdeln, weil sich die Fuge nicht genug zurückbildete, ist aber auch ohne Drahteinsatz wieder geworden.
Allerdings wollte man sie nicht gehen lassen, daß haben wir dann selbst so entschieden, daß ging auch.
Knapp 2 Monate später bekam die Mutter meines Kindes heftige Gallenkolliken und es wurden Gallensteine diagnostiziert.
Also auf zur OP, die ganzen Voruntersuchungen waren gelaufen, selbst nen Einlauf hatte sie bekommen als OP-Vorbereitung, als es hieß, ihr werdet heute nicht opperiert.
Ich kam zu Besuch und sah in bedrückte Gesichter, drei OP-Termine abgesagt, obwohl alle schon vorbereitet.
Warum, fragte ich?
Der Fahrstuhl ist kaputt, wir kommen von Station nicht in den OP hieß es.
Außer meiner, war auch die Frau meines Nachbars und Baustoffhändlers mit auf dem OP-Plan.
Der meinte dann zu mir, komm, wir tragen sie auf ner Trage die Treppe rauf und runter.
Ich sagte, lass ma, ich kümmer mich drum, das wird heute noch.
Bin dann gleich zur Rezeption, hab mich dort gemeldet und gesagt, der Fahrstuhl ist kaputt.
"ist gut, ich notier es", bekomm ich zu hören.
"nein , ich möcht ihn ganz machen.", sag ich, und frage weiter;"ich muß zum Fahrstuhlraum, wer ist hier zuständig, Hausmeister, technischer Leiter?"
Die Dame sagte; zuständig ist OA ... , er ist in der Kreisstadt.
Ich fragte zurück;"wo ist der Fahrstuhlmaschinenraum"?
Sie meinte dann;"Gehen Sie mal ganz nach oben, und fragen sie die Stationsschwester".
Ok, ich Treppe hoch und die Schwester dort gefragt,"zum Fahrstuhlraum bitte"
Kommen sie mit, sie müssen aber schlanke Füße haben.
Hin zur Tür, und die Treppe nach oben steht voller Schieber und Enten, toll, da war länger keiner mehr oben.
Platz gemacht und hoch, rein in den Raum, ne Sauna war gemütlicher.
Ich erstmal Fenster aufgemacht und wieder raus.
Erstmal eine Rauchen.
Dann wieder hoch, Schaltschrank auf, da schauen mich die abgeschmolzenen Motorschütze schon an.
Ok, die Sorte hab ich zu Hause.
Also nach Hause, Schütze holen.
Wieder hin und eingebaut, dann zur Stationsschwester, ich mach jetzt Probefahrt, wollen sie mit?
Sie na klar, hoffentlich bleiben wir nicht stecken.
Ich sag zu ihr, nur wenn wir wollen.
Naja, Testfahrt in jede Etage gemacht, dabei die Türschalter nochmal kontrolliert, und dann mit der Schwester zum Chirurg, der operieren sollte.
Der hat, wie ich auch Karo geraucht, also eine mit ihm gepafft und dabei erklärt, daß er jetzt ranklotzen muß.
Dann bin ich wieder ins Zimmer meiner Frau und habe verkündet, die Erste von euch ist gleich dran.
Mußte dann noch meine Tel.-Nr abgeben, im falle daß mit dem Fahrstuhl wieder was ist.
Fahrstuhl ging, OP geglückt und ich hatte ja Zeit, war schon bei Einlieferung meiner Frau kindkrank geschrieben für lau.
Ich weiß jetzt nicht, ob ich da ne Ausnahme war, ich denke aber wir alle haben uns irgendwie darum bemüht, daß dieses Krankenhaus einsatzfähig blieb.

Gruß nf

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