Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet

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15.04.2010 13:50von ( gelöscht )
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Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet

Ein kleines Kuriosum sind sicher die Exklaven Westberlins,kleine Gebiete ausserhalb Westberlins auf DDR-Territorium.Beispielsweise Steinstücken,Fichtewiese/Erlengrund,Wüste Mark oder die Falkenhagener Wiese.Im web ist reichlich Lektüre vorhanden,auch gute Kartenausschnitte und ein paar Fotos.Meine Frage ans Forum:
Wurden,z.B.die Falkenhagener Wiese oder die Wüste Mark auch bewacht(wenn Bauer Wendt aus Westberlin auf der Wüste Mark seinen Acker pflügte)?War es Republikflucht,wenn ich die Falkenhagener Wiese betrat?Gab es wirklich diese Klingel an der Mauer(auf Westberliner Seite),zur Gartenanlage Fichtewiese/Erlengrund?
Konnte diesbezüglich noch nichts finden und hoffe,es nicht übersehen zu haben..
Grüsse von der Waterkant,Rotten

08.03.2015 18:50von eisenringtheo
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Der Signalzaun wurde nach der Wende relativ rasch entfernt, wenn man sich Mauerbilder von 1990 ansieht. Der Grund ist mir nicht ersichtlich.
Theo

08.03.2015 19:26von Kalubke
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Dann müssen sie mit der Demontage im Bereich Steinstraße sehr fix gewesen sein. Zur gleichen Zeit war in Klein Glienicke noch alles zu sehen auch die Signaldrähte auf der Hinterlandmauer. Bild 1 in #101 zeigt die HL-Mauer eigentlich schon in guter Vergößerung. Bei der recht tiefstehenden Sonne hätten sich die angeleuchteten Signaldrahthalterungen auf der HL-Mauer recht gut gegen den Mauerschatten abheben müssen. Auf der Mauerbilder-CD von M. Kupfernagel ist auf einigen Fotos auch die HL-Mauer im Bereich Steinstraße zu sehen. Dort sieht man ebenfalls keine Aufbauten auf der Mauerkrone. Die Querlinien auf dem Stadtplan im Bereich Steinstraße sind mir bisher nicht aufgefallen. Du hast Recht @eisenringtheo, die beiden Linien lassen sich als Sperrung des Mittelabschnittes der Steinstraße interpretieren. Sie stimmen auch gut mit dem Verlauf der äußeren Begrenzung des Grenzgebietes überein (siehe Karte mit eingezeichnetem GG, entnommen aus TK AS). Der Grenzbahnhof Griebnitzsee hat übrigens topographisch auf diesem Stadtplan auch nicht existiert. Warum der Signalzaun als erstes demontiert wurde, könnte an dem teuren schwedischen rostfreien Cr/Ni-Stahldraht, liegen, den Schalck-Golodkowski mit Unterstützung von Strauß dafür besorgt hat, obwohl das Material m.E. auf der CoCom-Liste stand. Das Zeug ist bestimmt verscheuert worden.


Gruß Kalubke

08.03.2015 21:56von Grenzläufer
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auf einem älteren Messtischblatt ist der Bahnhof dargestellt. Gehe aber davon aus, dass diese Blatt aus dem Westen stammt.


http://berlin.enclaves.org/images/Steinstucken_map.JPG

08.03.2015 22:01von Thunderhorse
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Zitat von Kalubke im Beitrag #101
Ich habe hier noch ein paar Schnappschüsse vom Grenzabschnitt Steinstraße (Quelle: Mauerflug-DVD). Der Kabeltrog für die GMN-Leitungen ist deutlich zu sehen und auch die Säule des GMN-Aschlusses neben dem umgelegten B-Turm. Aber einen Zaun mit Signaldrähten kann man zwischen HL-Mauer und Kolonnenweg wirklich nicht erkennen. Auch keine demontierten Anlagen. Dann müssten doch wenigstens die Zaunpfähle irgendwo rumliegen. Im Abschnitt Rote-Kreuz-Str war definitv kein Signalzaun vorhanden. Da sieht man vor dem Gebäude der Uni Potsdam deutlich die Signalzaunpfähle zwischen HL-Mauer und Kolonnenweg, so wie von @Thunderhorse beschrieben.

Gruß Kalubke




Auf den ""Schnappschüssen"" sieht man sehr schön den Kabelschacht (Kabeltrog) der sich feindwärts des GSZ 83 befand. Dies zeigt hier den Verlauf des Signalzaun (GSZ 83) auf.
Diese dienten gleichzeitig als Untergrabschutz.

Es gab in diesem Bereich einen Grenzsignalzaun.

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08.03.2015 22:27von Kalubke
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Zitat von Grenzläufer im Beitrag #108
auf einem älteren Messtischblatt ist der Bahnhof dargestellt. Gehe aber davon aus, dass diese Blatt aus dem Westen stammt.


http://berlin.enclaves.org/images/Steinstucken_map.JPG


Ja das ist Westberliner Kartenmaterial (m. E. Karte von Berlin 1:5.000) (K5) wahrscheinlich aus den 60er Jahren weil dort Steinstücken noch als echte Enklave abgebildet ist. Die Verbindungsstraße nach Kohlhasenbrück kam erst 1971 zu Westberlin.

Gruß Kalubke

08.03.2015 22:43von ( gelöscht )
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08.03.2015 22:45von Kalubke
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Ja Exklave, meinte ich auch.

08.03.2015 22:50von ( gelöscht )
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09.03.2015 09:27von Kalubke
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Ich denke das von @eisenringtheo in #100 eingestellte Luftbild gibt die definitive Antwort: Es gab einen GSZ ! Deutlich zu sehen sind die 2 !!! Gassentore an der FüSt. 1x HL Mauer und 1x GSZ. Auch sieht man gut als feinen dunklen Strich den Verlauf des Kabeltroges, der sich um den ganzen Ostteil von Steinstücken herum zieht bis zum "Eisenbahnschlauch". Er verlief also nördlich des eingemauerten Waldstückes. Wie die Mauerflug-Schnappschüsse zeigen, wurde der GSZ tatsächlich im zeitigen Frühjahr 1990 als erstes abgebaut. Gut zu erkennen sind auch die Betonteile des Materialfreilagers der GT südöstlich der FüSt direkt an der HL-Mauer. 1990 wurde dort der Bauschutt des Mauerabrisses aus dem Bereich Steinstücken zwischengelagert (z.B.die abgebauten Panzersperren am Eisenbahnschlauch vor der Straßenecke Dianastr./Steinstr.) und zwar direkt neben den fein säuberlich aufgeschichteten noch unbenutzten Betonpfählen.

Gruß Kalubke

11.03.2015 20:23von Grenzläufer
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Artikel aus der Zeit von 1971 kurz vor dem ersten Gebietsaustausch. Aus heutiger Sicht interessant zu lesen, Wünsche und Träume.

>>>Hoffnung für Steinstücken

Gebietsaustausch – ein Thema der Berlin-Verhandlungen <<<

http://www.zeit.de/1971/45/hoffnung-fuer-steinstuecken

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11.03.2015 21:28von Kalubke
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...von der Exklave Finkenkrug hatte ich bisher noch nichts gehört. Ist das die ehem. zu Kladow und Gatow gehörende Fläche am Niederneuendorfer Kanal in den Falkenhagener Laszinswiesen? Da sollen DDR-Bürger gewohnt haben? Das Gebiet liegt doch außerhalb von Ortschaften. Habe einen Web-Beitrag von Ost Wolfgang Krug (1971 komissarischer Kommandeur des Grenzkommandos Mitte (GKM) und Verantwortlicher für die militärische Sicherung des Gebietstausches) gefunden. Interessant der politische Tenor des Beitrages: Die Grundlage (Viermächteabkommen) wird eher beiläufig erwähnt und der Gebeitstausch als friedenserhaltende Maßnahme der DDR und als "Beseitigung des Spannungsherdes Enklave Steinstücken" bezeichnet.

Gruß Kalubke

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11.03.2015 22:08von Grenzläufer
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Zitat von Kalubke im Beitrag #116
...von der Exklave Finkenkrug hatte ich bisher noch nichts gehört. Ist das die ehem. zu Kladow und Gatow gehörende Fläche am Niederneuendorfer Kanal in den Falkenhagener Laszinswiesen? Da sollen DDR-Bürger gewohnt haben? Das Gebiet liegt doch außerhalb von Ortschaften.

Gruß Kalubke




5km westlich in der DDR. Auf dieser Karte ist die Exklave Finkenkrug abgebildet.

http://www.berlin.de/imperia/md/content/...9054_2_1920.pdf

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11.03.2015 22:34von Grenzläufer
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nach Augenmaß hier so ungefähr

https://www.google.de/maps/place/L201,+N...3d487900a73be37

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11.03.2015 23:07von ( gelöscht )
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Zitat von Grenzläufer im Beitrag #118
nach Augenmaß hier so ungefähr

https://www.google.de/maps/place/L201,+N...3d487900a73be37




Das dort markierte ist die Exklave "Falkenhagener Wiesen".
Genau genommen ist es die frischgrüne Wiese, rechts unterhalb der Markierung.

Nachtrag:
Hier ist eine pdf-Datei mit den ganzen Exklaven.
http://www.berlin.de/imperia/md/content/...251_19_1988.pdf

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11.03.2015 23:21von Kalubke
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Ja die Gehöfte kenne ich, bin schon oft dran vorbeigefahren. Ich glaube das südlichste davon gehörte zur Exklave Finkenkrug und sogar ein Stück vom Niederneuendorfer Kanal.

Gruß Kalubke

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