Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet

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15.04.2010 13:50von ( gelöscht )
Frage
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Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet

Ein kleines Kuriosum sind sicher die Exklaven Westberlins,kleine Gebiete ausserhalb Westberlins auf DDR-Territorium.Beispielsweise Steinstücken,Fichtewiese/Erlengrund,Wüste Mark oder die Falkenhagener Wiese.Im web ist reichlich Lektüre vorhanden,auch gute Kartenausschnitte und ein paar Fotos.Meine Frage ans Forum:
Wurden,z.B.die Falkenhagener Wiese oder die Wüste Mark auch bewacht(wenn Bauer Wendt aus Westberlin auf der Wüste Mark seinen Acker pflügte)?War es Republikflucht,wenn ich die Falkenhagener Wiese betrat?Gab es wirklich diese Klingel an der Mauer(auf Westberliner Seite),zur Gartenanlage Fichtewiese/Erlengrund?
Konnte diesbezüglich noch nichts finden und hoffe,es nicht übersehen zu haben..
Grüsse von der Waterkant,Rotten

04.07.2014 11:20von ( gelöscht )
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Zitat von Dandelion im Beitrag #74

Aha. Wenn also Kraftfahrer, Feuerwehrmann und Verkäuferin in der örtlichen Fleischerei weltliche Tätigkeiten waren - was waren dann die der anderen? Göttliche?

Nochmals sorry, ich weiß, dass ich manchmal wortklauberisch bin. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen.




Dandi, Du bist ein Korinthenkacker

Natürlich waren die Arbeit von MfS-Mitarbeiter usw. alles andere als göttlich, auch wenn Einzelne versucht haben, Kraft ihrer Wassersuppe Gott zu spielen.
Aber es gab in der DDR nun mal mehr Kraftfahrer, Elektriker und Verkäuferinnen als MfS-MA, BO und Polizisten.


andy

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04.07.2014 13:11von ( gelöscht )
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Zitat
Den örtlichen Zuzug regelte die örtliche Wohnungskommission, bestehend aus drei taffen Frauen. An denen kam keiner vorbei und war man an denen vorbei, hatte man die Wohnung. Es ging also nix ohne Beziehungen...



Was wäre denn passiert, wenn man bei den drei besagten Damen direkt gefragt hätte, ob man genau dort wohnen darf?
Haben die einfach gewürfelt und einem dann zufällig so ne Wohnung zugeteilt oder wie lief das?

Wie war das Leben dort? Konnte man spazieren gehen, auch abends und nachts, durfte man Fenster zur Grenze öffnen und in den Garten, wann man wollte, konnte man jederzeit das Areal verlassen oder betreten, wie war es mit Besuch? Und wo war der nächste Laden? Wie lief das Dorfleben?

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04.07.2014 13:25von ( gelöscht )
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Waren das diese drei Damen ?

https://www.youtube.com/watch?v=rEoLlv9d4Lo

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04.07.2014 13:30von ( gelöscht )
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So ganz normal scheint es nicht gewesen zu sein.
http://www.badische-zeitung.de/deutschla...--48436253.html

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04.07.2014 13:47von ( gelöscht )
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Hier noch ein Link einer Berliner Zeitung.
http://www.morgenpost.de/kultur/article1...n-der-Zone.html

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04.07.2014 14:09von ( gelöscht )
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"Niemand wusste, wie es dort aussah." Etwas sehr dick aufgetragen. Aus dem Westen konnte man u.a. vom Böttcherberg hinübergucken. Außerdem bin ich sowohl vom Griebnitzsee als auch von der Glienicker Brücke aus dicht rangerudert.

Nach der Maueröffnung führte dann wieder die kürzeste Verbindung aus Berlin nach Potsdam/Babelsberg quer durch.

Interessant ist auch, dass in der DDR-Exklave Klein-Glienicke wiederum drei "Inseln" lagen, die wieder zu West-Berlin gehörten:
Siehe unten unter "Böttcherberg"
http://berlin.bahninfo.de/exklaven.htm

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04.07.2014 16:27von Lippi57
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Zitat von terraformer1 im Beitrag #70
Zitat von Gast im Beitrag #1
Ein kleines Kuriosum sind sicher die Exklaven Westberlins,kleine Gebiete ausserhalb Westberlins auf DDR-Territorium.Beispielsweise Steinstücken,Fichtewiese/Erlengrund,Wüste Mark oder die Falkenhagener Wiese.Im web ist reichlich Lektüre vorhanden,auch gute Kartenausschnitte und ein paar Fotos.Meine Frage ans Forum:
Wurden,z.B.die Falkenhagener Wiese oder die Wüste Mark auch bewacht(wenn Bauer Wendt aus Westberlin auf der Wüste Mark seinen Acker pflügte)?War es Republikflucht,wenn ich die Falkenhagener Wiese betrat?Gab es wirklich diese Klingel an der Mauer(auf Westberliner Seite),zur Gartenanlage Fichtewiese/Erlengrund?
Konnte diesbezüglich noch nichts finden und hoffe,es nicht übersehen zu haben..
Grüsse von der Waterkant,Rotten



Erlengrund und Fichtewiese im November 2013:


https://www.youtube.com/watch?v=MUsSV7mG6YA




WoW das Video kannte ich noch nicht ein sehr schöner Beitrag Danke.
Die Grenzbegradigung bzw. Gebietsaustausch war ja lange nach meiner Zeit, ich kannte es so noch wie auf einigen Fotos zu sehen war ,mit Klingelknopf und KP Häuschen .ja genauso wie im Video halt zu sehen ist nochmals DANKE

04.03.2015 23:35von Grenzläufer
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13

Zitat von damals wars
(...)
Und dann gab es da noch die Legende, das ein Grenzverletzer es geschafft hatte, an so einem Schlauch die erste Mauer zu überwinden. Und als er die zweite sicherheitshalber auch noch überwand, wieder zu Hause war.
Für die Geschichte kann ich mich aber nicht verbürgen. [zwinker]
Es gab auch so etwas wie Grenzerlatein.


Die Zufahrt zu den Güst ist verwirrend

http://www.passkontrolle-ddr.de/
Falls der GV alle vier Mauern, zwei GSSZ, die Gleise usw. überwindet, und zurück in die DDR kommt, ohne angehalten zu werden, ist das schon eine sehr sportliche Leistung.
Theo




Hallo @eisenringtheo ,
kannst du mir sagen was das für ein Gebäude rechts im Bild ist?
Wir sind nach dem Mauerfall bei Steinstücken auf "Besichtigungstour" gegangen und ich suche heute diese Orte über googleearth.

04.03.2015 23:50von Grenzläufer
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Film in dem Holländischen Fernsehen über Steinstücken, nur die Einleitung in Niederländisch.

http://www.npo.nl/andere-tijden/09-10-2014/VPWON_1227036

05.03.2015 00:42von ( gelöscht )
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Zitat von Grenzläufer im Beitrag #83
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13

Zitat von damals wars
(...)
Und dann gab es da noch die Legende, das ein Grenzverletzer es geschafft hatte, an so einem Schlauch die erste Mauer zu überwinden. Und als er die zweite sicherheitshalber auch noch überwand, wieder zu Hause war.
Für die Geschichte kann ich mich aber nicht verbürgen. [zwinker]
Es gab auch so etwas wie Grenzerlatein.


Die Zufahrt zu den Güst ist verwirrend

http://www.passkontrolle-ddr.de/
Falls der GV alle vier Mauern, zwei GSSZ, die Gleise usw. überwindet, und zurück in die DDR kommt, ohne angehalten zu werden, ist das schon eine sehr sportliche Leistung.
Theo




Hallo @eisenringtheo ,
kannst du mir sagen was das für ein Gebäude rechts im Bild ist?
Wir sind nach dem Mauerfall bei Steinstücken auf "Besichtigungstour" gegangen und ich suche heute diese Orte über googleearth.



Hallo Grenzläufer,
das Bild stammt von der Seite "Denkmallandschaften" und ist dort am Bahnhof Griebnitzsee verortet.
Das Gebäude rechts im Bild müsste demnach die heutige Universitätsbibliothek Potsdam Bereichsbibliothek Babelsberg sein, eine umgebaute Lagerhalle des DRK (laut Wikipedia).
Hier ist auch ein Foto aus ähnlichem Blickwinkel, wobei mich das Wasser im Vordergrund etwas irritiert.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Bbbab.jpg
Koordinaten des alten Fotos:
52°23'39.31"N 13° 7'48.77"E

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05.03.2015 08:13von Kalubke
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Hier vier Bilder von Steinstücken aus der Mauerflug DVD.

1 und 2 zeigen den "Eisenbahnschlauch" der Seddiner Bahn zwischen Bhf. Drewitz (korr) und Steinstücken, 3 und 4 die SE-Ecke von Steinstücken (Bereich Steinstraße). Der Schlauch war 620 m lang und ging bis zum Bahnübergang Ernst-Thälmann-Str. (heute Großbeerenstraße) kurz vor dem Bahnhof Drewitz. Er bestand aber nur aus jeweils einer Mauer links und rechts. Das Waldstück auf DDR-Seite südlich der Steinstraße wurde gleich mit eingemauert, wahrscheinlich wegen dortiger Unterschlupfmöglichkeiten für potenzielle Grenzverletzer. Die Steinstraße selbst ist auf den Bildern nicht zu erkennen, weil sie nahezu komplett beseitigt wurde, um den Kontrollstreifen anlegen zu können. Der dunkle Streifen zwischen dem Kfz-Sperrgraben und der Grenzmauer mitten in den geeggten Flächen könnte ein Rest der alten Straßenbefestigung sein. Der Gehölzstreifen am Grenzknick hinter der Grenzmauer auf der Steinstückener Seite waren zu Potsdam gehörende Grundstücke nördlich der Steinstraße und damit vorgelagertes DDR-Gebiet (siehe Kartenausschnitt). Da drin ist eine Bude, Bungalow oder Baracke zu erkennen (Bild 4). Was das wohl gewesen sein mag (vorgeschobener B-Punkt, geheimes Treffobjekt ...)? Genau am Grenzknick sind aus der Grenzmauer die unteren Betonplatten der Ausfachung fein säuberlich ausgebaut worden. Nach der Aktivität von Mauerspechten sieht das nicht aus. Verschwand da etwa ein Durchlass oder ein Schlupftor als Zugang zum vorgelagerten Gebiet?

Gruß Kalubke











p.s. Ich glaube das mit der Bude hat sich geklärt. Das war ein Bauwagen, den sich ein Westberliner in die äußerste Ecke seines Grundstückes also unmittelbar an die Grenze gestellt hat, als provisorische Unterkunft für den Einfamilienhausbau. Der Bauwagen steht noch vor dem Vorgelagerten (Gehölz), welches hier wegen des schrägen Verlaufes der Grenzmauer nur wenige Meter breit ist.

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06.03.2015 07:57von Grenzläufer
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Zitat von Kalubke im Beitrag #86
Hier vier Bilder von Steinstücken aus der Mauerflug DVD.

1 und 2 zeigen den "Eisenbahnschlauch" der Seddiner Bahn zwischen Bhf. Drewitz (korr) und Steinstücken, 3 und 4 die SE-Ecke von Steinstücken (Bereich Steinstraße). Der Schlauch war 620 m lang und ging bis zum Bahnübergang Ernst-Thälmann-Str. (heute Großbeerenstraße) kurz vor dem Bahnhof Drewitz. Er bestand aber nur aus jeweils einer Mauer links und rechts. Das Waldstück auf DDR-Seite südlich der Steinstraße wurde gleich mit eingemauert, wahrscheinlich wegen dortiger Unterschlupfmöglichkeiten für potenzielle Grenzverletzer. Die Steinstraße selbst ist auf den Bildern nicht zu erkennen, weil sie nahezu komplett beseitigt wurde, um den Kontrollstreifen anlegen zu können. Der dunkle Streifen zwischen dem Kfz-Sperrgraben und der Grenzmauer mitten in den geeggten Flächen könnte ein Rest der alten Straßenbefestigung sein. Der Gehölzstreifen am Grenzknick hinter der Grenzmauer auf der Steinstückener Seite waren zu Potsdam gehörende Grundstücke nördlich der Steinstraße und damit vorgelagertes DDR-Gebiet (siehe Kartenausschnitt). Da drin ist eine Bude, Bungalow oder Baracke zu erkennen (Bild 4). Was das wohl gewesen sein mag (vorgeschobener B-Punkt, geheimes Treffobjekt ...)? Genau am Grenzknick sind aus der Grenzmauer die unteren Betonplatten der Ausfachung fein säuberlich ausgebaut worden. Nach der Aktivität von Mauerspechten sieht das nicht aus. Verschwand da etwa ein Durchlass oder ein Schlupftor als Zugang zum vorgelagerten Gebiet?

Gruß Kalubke











p.s. Ich glaube das mit der Bude hat sich geklärt. Das war ein Bauwagen, den sich ein Westberliner in die äußerste Ecke seines Grundstückes also unmittelbar an die Grenze gestellt hat, als provisorische Unterkunft für den Einfamilienhausbau. Der Bauwagen steht noch vor dem Vorgelagerten (Gehölz), welches hier wegen des schrägen Verlaufes der Grenzmauer nur wenige Meter breit ist.




Grüß dich @Kalubke,

diese Fotos kannte ich noch nicht. Danke.
Das Foto 1 kann ich aber nicht zuordnen. Gibt es in Steinstücken Reihenhäuser?

06.03.2015 08:07von ( gelöscht )
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Bei einer Zugdurchfahrt wurde der Schlauch/Bahnlinie an der Grenze zu Steinstücken durch den StellvertretenenZugführer/Trabbifahrer abgesichert.
Ist auch auf einem Video von Steinstücken zu sehen (allerdings ohne Zug )

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06.03.2015 08:14von furry
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Zitat von damals wars im Beitrag #88
Bei einer Zugdurchfahrt wurde der Schlauch/Bahnlinie an der Grenze zu Steinstücken durch den StellvertretenenZugführer/Trabbifahrer abgesichert.
Ist auch auf einem Video von Steinstücken zu sehen (allerdings ohne Zug )


Lieber @damals wars , kannst Du mal einem ganz einfach denkenden Menschen erklären, was Du uns hier mitteilen möchtest.
Bei einer Zugfahrt gibt es manchmal in dem Zug einen Zugführer. Der hat aber bestimmt keinen Stellvertreter. Und was hat der Stellvertreter mit einem Trabbi gemeinsam?

06.03.2015 08:34von eisenringtheo
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Militärische Gliederung in vielen Armeen:
Ein Zug hat mehrere Gruppen. Der Chef eines Zuges ist der Zugführer und sein Stellvertreter ist der stellvertretende Zugführer. (Mit dem Eisenbahnbetriebe hat das nichts zu tun.)
In vielen Armeen ist der Zugführer ein Offizier und sein Stellvertreter ein Uffz.
Wie das in der NVA konket war, weiss ich als Schweizer nicht.
Theo

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