Wer kontrollierte auf West-Berliner Seite?

01.04.2010 11:04von ( gelöscht )
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Wer kontrollierte auf West-Berliner Seite?

Ich habe mal ´ne Frage bzgl. der Personengrenzkontrollen auf West-Berliner Seite: Welche Behörde führte diese (auch an den Flughäfen) durch? Soweit ich weiß, gab es in Berlin aufgrund des besonderen politischen Status keinen BGS und damit auch nicht dessen Passkontrolldienst, wurden die Personenkontrollen mit vom Bundeszoll durchgeführt, den es dort ja (glaube ich) gab? Oder gab es innerhalb der Berliner Landespolizei eine Abteilung Grenzpolizei oder so ähnlich?

Wurde eigentlich auf Westseite entlang der Mauer auch Streife gelaufen, wenn ja, wer führte diese Streifen durch?

03.02.2021 18:12von Ohr
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Der Zoll, Berliner Polizei und Alliierte je nach Sektor

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Ohr
01.04.2010 11:45von kurfuerst
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In West-Berlin gab es keinen Bundeszoll sondern Den Berliner Zoll, auf den Flughäfen kontrollierte die West-Berliner Polizei und der West-Berliner Zoll.

An den Grenzübergängen wurde auf West-Berliner Seite meist gar nicht kontrolliert.

Auf der Westseite entlang der Mauer wurde auch Streife gelaufen und zwar vom West-Berliner Zoll (Rufzeichen Fater oder Vater oder so ähnlich) der West-Berliner Zoll sollte aber nur die Grenze selber kontrollieren, nicht die Menschen.

01.04.2010 11:59von ( gelöscht )
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Ich gehe mal stark davon aus, dass die West-Berliner Polizei auch entlang der Mauer Streife gefahren ist; ebenso wie die MP der alliierten Streitkräfte in ihren jeweiligen Sektoren.

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01.04.2010 12:00von ( gelöscht )
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Das hast du sehr schön erklärend angefügt kuerfuerst...."sollte aber nur die Grenze selber kontrollieren. nicht die Menschen."
Ich stelle doch immer wieder fest, das man einfach nie auslernt.
In diesem Sinne, weiter so.

R-M-R

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01.04.2010 12:29von kurfuerst
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Zitat:
Ich gehe mal stark davon aus, dass die West-Berliner Polizei auch entlang der Mauer Streife gefahren ist.
Schon aber die West-Berliner Polizei hatte aber keine eigenen Grenzstreifen wie der Zoll (Rufzeichen Fater oder Vater oder so ähnlich.

01.04.2010 14:03von ( gelöscht )
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Zitat von kurfuerst
Zitat:
Ich gehe mal stark davon aus, dass die West-Berliner Polizei auch entlang der Mauer Streife gefahren ist.
Schon aber die West-Berliner Polizei hatte aber keine eigenen Grenzstreifen wie der Zoll (Rufzeichen Fater oder Vater oder so ähnlich.



Funkrufname im BOS vom Zoll Berlin "Falter", Kanal 373.

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01.04.2010 14:40von ( gelöscht )
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Zitat von MK1987
Ich habe mal ´ne Frage bzgl. der Personengrenzkontrollen auf West-Berliner Seite: Welche Behörde führte diese (auch an den Flughäfen) durch? Soweit ich weiß, gab es in Berlin aufgrund des besonderen politischen Status keinen BGS und damit auch nicht dessen Passkontrolldienst, wurden die Personenkontrollen mit vom Bundeszoll durchgeführt, den es dort ja (glaube ich) gab? Oder gab es innerhalb der Berliner Landespolizei eine Abteilung Grenzpolizei oder so ähnlich?

Wurde eigentlich auf Westseite entlang der Mauer auch Streife gelaufen, wenn ja, wer führte diese Streifen durch?



Hallo MK1987,
Kontrolle durch Westberliner-Polizei: Flughafen Tempelhof und Tegel Ausweiskontolle, nur bei der Ausreise aus Westberlin, Transitstrecken Dreilinden, Staaken keine Kontrolle, nur Angabe des Ziel, also Dreilinden, entweder Helmstedt oder Hirschberg angeben, bei Einreise nach Ostberlin über die Kontrollstellen der DDR keine Kontrolle, obwohl an jedem Grenzübergang ein Polizeiposten war, ansonsten abfahren der Grenzanlagen durch Westberliner Polizei, Westberliner Zoll und in den jeweiligen Sektoren durch die Alliierten, wir waren doch "freie Bürger" , wenn auch der "Selbstständigen Politischen Einheit Westberlin"
Gruß aus Berlin

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01.04.2010 15:31von ( gelöscht )
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Danke für die informativen Antworten!

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01.04.2010 18:05von ( gelöscht )
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Zitat von kurfuerst
In West-Berlin gab es keinen Bundeszoll sondern Den Berliner Zoll



Dazu fällt mir doch noch was ein: War der Berliner Zoll vollkommen unabhängig von der Bundeszollverwaltung, also hatten die eigene Uniformen etc.? Ging das mit der "Selbstständigen Politischen Einheit Westberlin" sogar soweit, dass das nicht mal bundesdeutsches Zollanschlussgebiet war? Die DDR wurde ja schließlich auch zollamtlich als Inland betrachtet (habe in dem Zusammenhang z.B. gelesen, dass Westdeutsche keinen Zoll für in Westpaketen verschickte Waren zahlen mussten etc.).

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30.04.2010 12:40von ( gelöscht )
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*hochhol*

Ich hätte gern noch ´ne Antwort auf meine Frage vom 01.04., die mir dann noch einfiel, habe das irgendwie vergessen...

Danke im Voraus!

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10.05.2010 23:03von Thunderhorse
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Der Grenzzolldienst in West-Berlin war dem Senat unterstellt.
OFD West-Berlin mit 3 Hauptzollämtern.

02.09.2010 19:06von Zkom IV
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Hallo,
die Frage ist zwar schon einige Zeit alt, will aber trotzdem als alter Westberliner Zöllner ein wenig helfen aufzuklären.
Wir waren in Berlin rein nach dem Gesetz Bundesbeamte waren aber "de facto" Landesbeamte. Meine Ernennungsurkunden wurden alle im Namen des Senats von Berlin übergeben. Trotzdem war der Aufbau der Zollverwaltung völlig analog zu den Dienststellen im übrigen Bundesgebiet. So gab es vier Zollkommissariate (I mit Sitz GKSt Heerstraße, II beim HZA Packhof, III beim HZA Berlin-Süd und IV in Dreilinden). Dazu als übergeordnete Dienststellen drei Hauptzollämter (Kurfürst, Süd und Packhof).
Auch die Dienstkleidung war die gleiche wie im Bundesgebiet. Seit 1972 im zivilem Schnitt ohne Rangabzeichen.
Wenn noch Fragen sind, stehe gerne zur Verfügung.
Gruß Frank

28.09.2010 22:58von ( gelöscht )
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Zum Streifendienst auf der Westseite:
Der Streifendienst wurde einerseits von der Berliner Polizei durchgeführt. Hauptaufgabe war dabei, mögliche Zwischenfälle zu dokumentieren. Auch von der Westseite gab es immer wieder mal (meist harmlose) Provokationen oder Anschläge. Meist ging so etwas von Betrunkenen aus, und die Berliner Polizei hatte die Aufgabe das zu unterbinden, damit es nicht eskaliert. Es ging also hauptsächlich darum, Leute aus Berlin (West) davon abzuhalten, sich in Gefahr zu begeben. Zum Teil stand ja auch die Mauer nicht direkt auf der Demarkationslinie sondern einige Meter zurück versetzt auf dem Gebiet von Ost-Berlin oder der DDR.

Auch an Stellen, wo die Demarkationslinie durch Gewässer verlief, spielte die Berliner Polizei mit Streifen oder sogar fest eingerichteten Posten eine wichtige Rolle, um möglichen DDR-Flüchtlingen zu helfen, ans Ufer nach Berlin (West) zu gelangen. Die Berliner Polizei leistete in solchen Fällen natürlich keine Fluchthilfe, sondern schützte DDR-Flüchtlinge gegen den Zugriff der GT, wenn sie das Ufer in Berlin (West) erreicht hatten.

Weitere Patrouillenfahrten wurden regelmäßig und häufig von den alliierten Schutzmächten durchgeführt. Die alliierten Schutzmächte erfüllten dabei den Grenzschutzdienst, den in der Bundesrepublik der BGS wahrnahm. Personenkontrollen wurden normalerweise weder von der Berliner Polizei noch von den alliierten Schutzmächten durchgeführt.

Kleiner amüsanter Nebeneffekt: An den Randlagen von Berlin (West) an der Mauer oder an der Demarkationslinie zur DDR gab es beliebte Nacktbadestellen oder -liegewiesen. Die dort im Sommer sonnenbadenden Nackedeis wurden gern von den amerikanischen Soldaten mit ihren Hummers besucht.

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03.02.2021 18:10von Ohr
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Der Zoll

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Ohr
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