"Wir waren doch keine schießwütigen Killer"

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22.11.2014 10:26 (zuletzt bearbeitet: 22.11.2014 11:12)
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#151
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Zitat von damals wars im Beitrag #145
Ich habe mich auch schon gefragt, ob eine Grenzpolizei nicht besser gewesen wäre.schon in Bezug auf die Anwendung der Schusswaffe.
aber dann hätten sie sicher einen anderen Aufhänger gefunden, die bösen Vopos von der Grenze des"Unrechtsstaates" zu verurteilen.
Dann hätte man eben die Polizei delegitimiert.


Hab auch schon darüber nachgedacht wie die DDR das hätte anders machen können mit ihrer Westgrenze.
Glaube anders als wie sie es gemacht hat wäre es wohl nicht gegangen, Wehrpflichtige waren halt in Masse verfügbar und jede weniger martialische Art der Grenzsicherung scheiterte wohl am Grundübel, das mangelnde Vertrauen in die eigene Bevölkerung.
Das mit dem "Frieden sichern" klingt schon schön, aber wir haben wohl mehr ohne jeglichen Pathos den ökonomischen Bestand der DDR gesichert und damit die geostrathegischen Interessen einer Großmacht.


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22.11.2014 11:29
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#152
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Walter Kittel ist durch einem schießwütigen Killer
umgebracht worden,
wenigstens wurde dieser Mörder rechtskräftig verurteilt
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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23.11.2014 12:27
#153
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Zitat von Elch78 im Beitrag #121
Freienhagener:
"Wer in solch eine Situation kam und nicht gezielt schießen wollte, der hat daneben geschossen. "Die Knarre wegwerfen" wäre unnötig und dumm gewesen.
Entsprechende Vorkommnisse haben auch Nichtbeteiligten gezeigt, daß man nicht so schnell nach Schwedt kam.

Einen Menschen getötet zu haben, das wird man zeitlebens nicht los. Der Gedanke war für die meisten schlimmer."

Meine Erfahrung ist eine andere:
Wer nicht gezielt schießen wollte, der sorgte dafür, daß er gar nicht in die Situation kam: Wer's auf dem WKK nicht gemerkt hat, daß er an die Grenze soll (das hat's ja gegeben!), hatte im GAR jederzeit und besonders am Ende des ersten DHJ Gelegenheit, deutlich zu machen, daß er im Grenzdienst nicht schießen würde. Darauf ist dann (da wo ich's mitbekommen habe) auch entsprechend reagiert worden.
Wenn Du wußtest, "daß man nicht so schnell nach Schwedt kommt", dann freut mich das für Dich. Ich wußte es nicht, und ich glaube viele andere konnten das auch nicht einschätzen.
Rot: Daß Dir das mit vielleicht 20 Jahren klar war - klasse! Nicht jeder war "so weit entwickelt" wie Du, deshalb halte ich den nachfolgenden Satz ("Der Gedanke war für die meisten schlimmer.") für eine unzulässige Verallgemeinerung.

Mein Hauptgedanke war, nicht nur lebend sondern möglichst auch gesund (an Körper und Geist) nach Hause zu kommen, und dafür wollte ich keine Kompromisse (und wären sie noch so humanistisch gewesen!) eingehen.

Elch




Rot: Offensichtlich wurde auch hart durchgegriffen. Hab ich heute in einer Regionalen Zeitung gelesen:
"Am 9. Oktober 1966 flohen am
„Grenzknick“, nördlich von
Pabstorf, Armin B. (1951 geboren)
und Gerhard B. (1949). Von der
Schusswaffe machten damals keinen
Gebrauch der Gefreite der Reserve
Wolfgang L. und Soldat Jochen
Westphal (beide verstorben).
Vom Militärgericht Magdeburg
wurde am 21. November 1966 der
„Angeklagte L. wegen fortgesetzter
Verletzung der Vorschriften
über den Grenzdienst in Tateinheit
mit Beihilfe zum illegalen Verlassen
der Republik zu einem Jahr und
drei Monaten Gefängnis bedingt
verurteilt.“ Die Bewährungsstrafe
wurde auf zwei Jahre und sechs
Monate festgesetzt. Westphal wurde
„zu zehn Monaten Gefängnis
bedingt“ verurteilt. Bei ihm wurde
die Bewährungsstrafe auf zwei
Jahre festgesetzt."

" Die beiden Verurteilten hätten
während ihres Grenzdienstes „am
9. Oktober 1966 gegen den erhaltenen
Kampfauftrag verstoßen, die
Vorschriften über den Grenzdienst
verletzt und dadurch die Sicherheit
der Staatsgrenze gefährdet. Beide
waren als Beobachtungsposten
eingesetzt, nahmen „gegen 17 Uhr
Kontakt zu westdeutschen Personen
auf“ und ließen sich Zigaretten
übergeben. „Weiterhin ließen sie
unmittelbar darauf einen Grenzdurchbruch
von zwei männlichen
Personen zu, obwohl sie diesen
durch Anwendung der Schusswaffe
hätten verhindern können“,
heißt es in der Anklageschrift.
Gegen 17.30 Uhr habe sich auf
westlicher Seite ein Pkw genähert.
Eine Frau rief: „Wollt ihr Zigaretten?“
Die Frau habe diese in einem
„Zellophanbeutel in den Großen
Graben“ geworfen, die der „Beschuldigte
Westphal mit einem
Zweig“ herausfischte. L. habe
beim Rauchen nach hinten gesehen
und das Kommen der Grenzstreife
festgestellt. Plötzlich sichtete
der Beschuldigte L. rund 60 Meter
vor dem westlichen Gebiet zwei
Personen. Beide hätten keinen
Warnschuss und auch „kein gezieltes
Feuer“ abgegeben, ist auf
Seite 7 der Anklageschrift zu lesen.
Es heißt: „Sie hatten an diesem
Tag einen konkreten Kampfauftrag
erhalten und waren verpflichtet,
mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln einen Grenzdurchbruch zu
verhindern.“ Als L. schießen wollte,
wurden ihm von den Personen, die
ihm die Zigaretten hatten zukommen
lassen und von weiteren Bürgern
zugerufen: „Wehe, wenn ihr
schießt.“ Der Vorfall sei erst Ende
Oktober 1966 dadurch bekannt
geworden, weil ein bekanntes
westdeutsches Blatt berichtete."

„Einem Cousin teilte mein
Mann viele Jahre später mit, dass
er mit kaltem Wasser gefügig gemacht
wurde“

http://www.schaufenster-wf.de/fileadmin/...Ausgaben/1.pdf
S.28

Intellektuelle spielen Telecaster


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23.11.2014 13:11
#154
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #151
Zitat von damals wars im Beitrag #145
Ich habe mich auch schon gefragt, ob eine Grenzpolizei nicht besser gewesen wäre.schon in Bezug auf die Anwendung der Schusswaffe.
aber dann hätten sie sicher einen anderen Aufhänger gefunden, die bösen Vopos von der Grenze des"Unrechtsstaates" zu verurteilen.
Dann hätte man eben die Polizei delegitimiert.


Hab auch schon darüber nachgedacht wie die DDR das hätte anders machen können mit ihrer Westgrenze.
Glaube anders als wie sie es gemacht hat wäre es wohl nicht gegangen, Wehrpflichtige waren halt in Masse verfügbar und jede weniger martialische Art der Grenzsicherung scheiterte wohl am Grundübel, das mangelnde Vertrauen in die eigene Bevölkerung.
Das mit dem "Frieden sichern" klingt schon schön, aber wir haben wohl mehr ohne jeglichen Pathos den ökonomischen Bestand der DDR gesichert und damit die geostrathegischen Interessen einer Großmacht.



Dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen...

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23.11.2014 13:27
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#155
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94

Naja @Schuddel, also zuerstma gabs ja einige andere Verstöße gegen Vorschriften, nicht nur die Nichtanwendung, zweitens gabs 'nur' Bewährungsstrafen und drittens gabs damals überhaupt schon Schwedt?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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23.11.2014 13:43
#156
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Zitat von 94 im Beitrag #155
Naja @Schuddel, also zuerstma gabs ja einige andere Verstöße gegen Vorschriften, nicht nur die Nichtanwendung, zweitens gabs 'nur' Bewährungsstrafen und drittens gabs damals überhaupt schon Schwedt?


Ich antworte mal.
- zu zuerstma: ob es wirklich auch die anderen Verstöße gab
- zu zweitens: war 1966, da war evtl. alles noch etwas anders als in den 70-er und 80-er
- zu drittens: ob es Schwedt schon gab, ist doch eigentlich unrelevant

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23.11.2014 14:22 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2014 14:23)
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#157
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94

Hmm, also ich lese da erstens was von einer Kontaktaufnahme (als weiteres Delikt) und zweitens und drittens ist das Vorhandensein (oder Nochnichtvorhandensein) einer Vollzugsanstalt bei einer Bewährungsstrafe nicht nur eigentlich, sondern sicher irrelevant. Zumindest solange die Bewährungsauflagen durch den verurteilten Straftäter erfüllt werden.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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23.11.2014 15:20 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2014 15:31)
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#158
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( gelöscht )

Ein unqualifizierter und nicht ganz ernst zunehmender Vorschlag (Grenzsicherung DDR posthum) von mir:

Gäbe es damals dies schon > PORTUGAL (3)

hätte man auf die Flüchtlinge mit Paintball schießen können. Eine rote, nicht mehr abwaschbare Farbe verwenden und damit den Flüchtling zur Rückkehr in die DDR zwingen können, weil es nur dort ein Entfernungsmittel gäbe. Wer würde dann noch gern rot markiert im Westen rumlaufen?

Sorry für den kleinen Scherz, aber ich habe ja nicht gedient und bin somit auch kein Militärexperte. Ernsthaft interessiert mich aber Eure Meinung zu dem Kriegsspiel "Paintball" > PORTUGAL-Thread (siehe Link in diesem Post) sehr.


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23.11.2014 16:18
#159
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Zitat von 94 im Beitrag #157
Hmm, also ich lese da erstens was von einer Kontaktaufnahme (als weiteres Delikt) und zweitens und drittens ist das Vorhandensein (oder Nochnichtvorhandensein) einer Vollzugsanstalt bei einer Bewährungsstrafe nicht nur eigentlich, sondern sicher irrelevant. Zumindest solange die Bewährungsauflagen durch den verurteilten Straftäter erfüllt werden.


Gelesen habe ich das auch. Habe aber auch geschrieben, ob es wirklich weitere Verstöße/Delikte gab...

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23.11.2014 16:21
#160
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Zitat von Reinhardinho im Beitrag #158
Ein unqualifizierter und nicht ganz ernst zunehmender Vorschlag (Grenzsicherung DDR posthum) von mir:

Gäbe es damals dies schon > PORTUGAL (3)

hätte man auf die Flüchtlinge mit Paintball schießen können. Eine rote, nicht mehr abwaschbare Farbe verwenden und damit den Flüchtling zur Rückkehr in die DDR zwingen können, weil es nur dort ein Entfernungsmittel gäbe. Wer würde dann noch gern rot markiert im Westen rumlaufen?

Sorry für den kleinen Scherz, aber ich habe ja nicht gedient und bin somit auch kein Militärexperte. Ernsthaft interessiert mich aber Eure Meinung zu dem Kriegsspiel "Paintball" > PORTUGAL-Thread (siehe Link in diesem Post) sehr.


Wenn ich so jetzt drüber nachdenke...

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23.11.2014 16:34
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#161
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94

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #158
Ein unqualifizierter und nicht ganz ernst zunehmender Vorschlag (Grenzsicherung DDR posthum) von mir:...

Ein ähnlicher Vorschlag war sogar ernstgemeint ... Sicherung der Staatsgrenze unter Anwendung veterinärmedizinischer Methoden

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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23.11.2014 16:45
#162
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Zitat von 94 im Beitrag #161
Zitat von Reinhardinho im Beitrag #158
Ein unqualifizierter und nicht ganz ernst zunehmender Vorschlag (Grenzsicherung DDR posthum) von mir:...

Ein ähnlicher Vorschlag war sogar ernstgemeint ... Sicherung der Staatsgrenze unter Anwendung veterinärmedizinischer Methoden


wirklich interessant

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