Befehlsgewalt zur Wendezeit

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26.03.2010 18:46von Alfred
Frage
Befehlsgewalt zur Wendezeit

Zermatt,

ich trenne da nicht zwischen privaten und öffentlichen Sendern.

Das Problem ist folgendes. Kein Sender sagt dir, was er vom aufgezeichneten sendet.
Ich kenne Beispiele, da kam das Team, baute seine Stromfressende Technik auf, verputzte Berge von Schnittchen, schlürfte Kaffee, zeichnete Stunden auf und gezeigt wurden nur Ausschnitte, die jedoch kein objektives Bild ablieferten.

Und weil wir ja hier ein Forum sind, welches sich mit der Staatsgrenze beschäftigt ein Beispiel, weitere könnten folgen.

Auf dem Grenzertreffen im Herbst 2009 waren zig Fernsehteams anwesend. Es sprachen u.a. E. Krenz und Generaloberst a.D. Streletz. Streletz führte u.a. aus, Zitat :

„Zum angeblichen Befehl aus Moskau, die Gruppe durfte während der Wende 1989 nicht ihre Kasernen verlassen

Immer wieder wird von den Massenmedien behauptet, Gorbatschow und Schewardnadse haben verhindert, dass im Herbst 1989 die Panzer gerollt sind.

Dafür wurden beide mit hohen Orden der BRD ausgezeichnet und mit dem Doktortitel geehrt. Da diese Frage sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen wieder in den Mittelpunkt der Hetzkampagne gegen uns rückt, möchte ich mich dazu als Verantwortungsträger und Zeitzeuge äußern.

Es wird behauptet, Honecker und Krenz haben die NVA deshalb nicht eingesetzt, weil die Russen in Wünsdorf den Befehl aus Moskau hatten, in ihren Kasernen zu bleiben.

Abgesehen davon, dass es während der Herbst-Ereignisse 1989 weder bei Honecker, noch bei Krenz Überlegungen gab, die NVA und die Gruppe im Innern der DDR einzusetzen, hätten die annähernd 400.000 Mann der bewaffneten Kräfte der DDR voll ausgereicht, bestimmte Aufgaben allein zu erfüllen.

Wie verhielt es sich tatsächlich?

Wer hat von wem welche Befehle erhalten, bzw. wer hat wem welche Bitten vorgetragen?

Egon Krenz und ich haben am 13. Oktober 1989 nach der Beratung mit der Bezirkseinsatzleitung in Leipzig gegen 17. 00 Uhr Erich Honecker den Befehl Nr.:9/89 vorgelegt. Nach der Unterzeichnung meldete ich Erich Honecker, dass der Minister für Nationale Verteidigung befohlen habe, in der jetzigen politischen Situation keine größeren Truppenbewegungen und Truppenübungen der NVA durchzuführen.
Die Gruppe führt aber ihre Übungen mit größeren Truppenbewegungen durch.

Wenn die Truppenteile der Gruppe ihre Kasernen, vor allen Dingen in den Räumen Leipzig/ Dresden/ Potsdam/ Berlin verlassen, kann das zu falschen Schlussfolgerungen führen. Es wäre zweckmäßig, wenn auch die Gruppe in dieser Periode keine größeren Truppenbewegungen durchführt.


Erich Honecker beauftragte mich, den Oberkommandierenden der Gruppe, Armeegeneral Snedkow, zu bitten, nach Möglichkeit in den kommenden Tagen und Wochen keine größeren Truppenübungen durchzuführen.

Am 14. Oktober 1989 habe ich diese Bitte Armeegeneral Snedkow vorgetragen, der für unser Anliegen volles Verständnis zeigt und versicherte, den Nachgeordneten die erforderlichen Weisungen zu geben.
Gleichzeitig brachte er zum Ausdruck, dass die Gruppe immer bereit ist, bei Notwendigkeit den Waffenbrüdern der Nationalen Volksarmee die erforderliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren.

Mitte Dezember 1989 war ich zu einer Beratung der Generalstabschefs des Warschauer Vertrages über die Vorbereitung der „Wiener Verhandlungen zur weiteren Abrüstung“ in Moskau.
Der Oberkommandierende der Vereinten Streitkräfte und der Chef des Generalstabes der Sowjetarmee luden mich zu einem 6 Augengespräch ohne Dolmetscher ein.
Beide führenden sowjetischen Militärs äußerten sich wie folgt:
„Genosse Streletz, halte immer engen Kontakt zum Oberkommandierenden der Westgruppe, Armeegeneral Snedkow,
Armeegeneral Snedkow hat die Weisung, die NVA der DDR bei Notwendigkeit, allseitig zu unterstützen.“

Im Buch von Gorbatschow:
„Wie es war – Die deutsche Wiedervereinigung“
finden wir keinen Bezug auf einen Befehl aus Moskau an die Westgruppe.

Hätte es einen solchen Befehl von Gorbatschow gegeben, dann hätte diese Frage in seinem Buch bestimmt einen breiten Raum eingenommen.


Schlussfolgernd kann festgestellt werden:

Die Partei- und Staatsführung der DDR hat den Oberkommandierenden der West-Gruppe, Armeegeneral Snedkow, gebeten, die Truppen nach Möglichkeit in den Kasernen zu belassen.

Von einem Befehl aus Moskau für diese Maßnahme war niemals die Rede.“

Sprich, diese Darstellung ist ja nun ein wenig anders als die in den Medien vermittelte. All dies wurde von den Medien mitgeschnitten bzw. gab es in der Pause Äußerungen, dass man dies ja so noch nicht gehört hat und dies wäre interessant. In der Pause gab es verschiedene Interviews, wo obige Äußerung unterstützt wurde. In den Medien wurde über diese Darlegung der Geschehnisse im Herbst 1989 nach meiner Auffassung nichts gesendet.

Es passt eben nicht ins Bild., Und dies Zermatt ist nur ein Beispiel von vielen.

Und weil die Medien eben nicht an einer objektiven Darlegung INTERESSE haben, halten sich eben die meisten zurück, weil man sogar Gefahr läuft, dass Äußerungen aus den Zusammenhang gerissen werden und so ein ganz schiefes Bild vermittelt wird.

27.03.2010 10:24von ( gelöscht )
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Zitat Alfred
Abgesehen davon, dass es während der Herbst-Ereignisse 1989 weder bei Honecker, noch bei Krenz Überlegungen gab, die NVA und die Gruppe im Innern der DDR einzusetzen, hätten die annähernd 400.000 Mann der bewaffneten Kräfte der DDR voll ausgereicht, bestimmte Aufgaben allein zu erfüllen.

Wie verhielt es sich tatsächlich?

Moin Alfred.....

und was ist mit Chemnitz, Plauen, Dresden?
Wer hat denn da die Befehle gegeben?

VG exgakl

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27.03.2010 10:26von ( gelöscht )
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Zitat von Alfred
„Zum angeblichen Befehl aus Moskau, die Gruppe durfte während der Wende 1989 nicht ihre Kasernen verlassen
Immer wieder wird von den Massenmedien behauptet, Gorbatschow und Schewardnadse haben verhindert, dass im Herbst 1989 die Panzer gerollt sind.
Dafür wurden beide mit hohen Orden der BRD ausgezeichnet und mit dem Doktortitel geehrt. Da diese Frage sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen wieder in den Mittelpunkt der Hetzkampagne gegen uns rückt, möchte ich mich dazu als Verantwortungsträger und Zeitzeuge äußern.
Es wird behauptet, Honecker und Krenz haben die NVA deshalb nicht eingesetzt, weil die Russen in Wünsdorf den Befehl aus Moskau hatten, in ihren Kasernen zu bleiben.

Wie verhielt es sich tatsächlich?




[b]O.T.:

Dennoch eine Frage hier:

Was wurde dann diesbezüglich (Kräfte der GSSD in den Kasernen) an die 3 West-Alliierten in Berlin, durch das Oberkommando in Wünsdorf übermittelt?

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27.03.2010 10:34von ( gelöscht )
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Zitat von Alfred

Ich kenne Beispiele, da kam das Team, baute seine Stromfressende Technik auf, verputzte Berge von Schnittchen, schlürfte Kaffee, zeichnete Stunden auf und gezeigt wurden nur Ausschnitte, die jedoch kein objektives Bild ablieferten.



Alfred,
und hier mal ein Beispiel, das die FAZ sehr wohl ein objektives Bild zu Krenz's Verantwortung ablieferte. Wer meint, der Westen verklärt vieles, sollte das mal lesen!

http://www.faz.net/s/RubA91992BFFBF84DB3...n~Scontent.html

AZ

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27.03.2010 10:37von Alfred
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TH,

da wirst Du wohl Herrn Streletz oder die noch lebenden Zeitzeugen fragen müssen.

27.03.2010 10:45von ( gelöscht )
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Zitat Alfred
Abgesehen davon, dass es während der Herbst-Ereignisse 1989 weder bei Honecker, noch bei Krenz Überlegungen gab, die NVA und die Gruppe im Innern der DDR einzusetzen, hätten die annähernd 400.000 Mann der bewaffneten Kräfte der DDR voll ausgereicht, bestimmte Aufgaben allein zu erfüllen.

Wie verhielt es sich tatsächlich?


Moin Alfred.....

und was ist mit Chemnitz, Plauen, Dresden?
Wer hat denn da die Befehle gegeben?

VG exgakl


So, ich habe meine Frage einfach nochmal eingestellt.... vielleicht hast du sie ja einfach übersehen Alfred.... das kann ja passieren...

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27.03.2010 10:58von Alfred
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exgakl,

da musst Du ebenfalls Herrn Streletz oder Minister Keßler fragen. Wer wann, wo, wie auf welcher Grundlage eingesetzt war. Oder Du schreibst uns dies. Gern leite ich dies bei Gelegenheit weiter.

Also, schreib wer alles in Chemnitz, Plauen und Dresden zum Einsatz kam, dann schauen wir weiter.

27.03.2010 11:02von Angelo
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Schön das ich euch wieder einen Grund zum Diskutieren gegeben habe...aber sorry das war nicht meine Frage.

27.03.2010 11:10von ( gelöscht )
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Zitat von Alfred
exgakl,

da musst Du ebenfalls Herrn Streletz oder Minister Keßler fragen. Wer wann, wo, wie auf welcher Grundlage eingesetzt war. Oder Du schreibst uns dies. Gern leite ich dies bei Gelegenheit weiter.

Also, schreibt wer alles in Chemnitz, Plauen und Dresden zum Einsatz kam, dann schauen wir weiter.



Hallo Alfred,

was meinst Du mit den Worten "oder Du schreibst uns dies?" wer ist denn dies?
Fakt war doch wohl eindeutig, das Kräfte der 7. Panzerdivision mit Standort Dresden gegen Demonstranten am Bahnhof Dresden eingesetzt wurden.
Desweiteren wurde das Artillerieregiment 7 in Frankenberg vom 4.Oktober 89 an in volle Gefechtbereichtschaft versetzt, die Soldaten wurden kurzfristig iin Polizeitaktik ausgebildet und mit polizeilichen Hilfmitteln wie Schlagstöcke und Handschellen ausgerüstet.
Einsätze fanden z.B. ab dem Morgen des 7. Oktober in Karl-Marx-Stadt(Chemnitz) ebenso in Plauen statt.
Dies widerspricht ja nun voll uns ganz Deiner Aussage, das es keine Befehle an die NVA gegeben hätte.

VG exgakl

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27.03.2010 11:12von ( gelöscht )
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Da hast Du Recht Angelo.... kannst Du daraus vielleicht einen extra Thread machen?

VG exgakl

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27.03.2010 11:16von Alfred
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Exgakl,

ich habe Dir doch das Angebot gemacht.Schreib wer wann wo eingesetzt war und ich werde dies bei Gelegenheit mal einigen Zeitzeugen geben. Dann schaun wir mal.Und dann kannst Du mir noch mitteilen, von wem die Befehle kamen ob von den militärischen Vorgesetzten oder der BEL oder wen ?

Würde die Sache erleichtern.

27.03.2010 11:20von ( gelöscht )
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Zitat von Alfred
Exgakl,

ich habe Dir doch das Angebot gemacht.Schreib wer wann wo eingesetzt war und ich werde dies bei Gelegenheit mal einigen Zeitzeugen geben. Dann schaun wir mal.




Alfred ich habe Dir geschrieben, wer wann und wo eingesetzt war. Du stellst hier im Forum die Behauptung auf, das es keine Befehle an die NVA gab. Entweder wusstest Du darüber wirklich nichts, was ich nicht so richtig glauben kann und will oder ich muss davon ausgehen, das Dein Eingangstext nicht der Wahrheit entspricht.

VG exgakl

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27.03.2010 11:32von ( gelöscht )
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Thema geteilt und verschoben.
Viele Grüße
Micha

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27.03.2010 11:55von Alfred
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exgakl,

welche Kräfte kamen denn in Karl Marx Stadt und Plauen zum Einsatz ? Darüber kann ich von Dir bis jetzt nichts lesen.

27.03.2010 11:57von ( gelöscht )
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Zitat von exgakl

Zitat von Alfred
exgakl,

da musst Du ebenfalls Herrn Streletz oder Minister Keßler fragen. Wer wann, wo, wie auf welcher Grundlage eingesetzt war. Oder Du schreibst uns dies. Gern leite ich dies bei Gelegenheit weiter.

Also, schreibt wer alles in Chemnitz, Plauen und Dresden zum Einsatz kam, dann schauen wir weiter.



Hallo Alfred,

was meinst Du mit den Worten "oder Du schreibst uns dies?" wer ist denn dies?
Fakt war doch wohl eindeutig, das Kräfte der 7. Panzerdivision mit Standort Dresden gegen Demonstranten am Bahnhof Dresden eingesetzt wurden.
Desweiteren wurde das Artillerieregiment 7 in Frankenberg vom 4.Oktober 89 an in volle Gefechtbereichtschaft versetzt, die Soldaten wurden kurzfristig iin Polizeitaktik ausgebildet und mit polizeilichen Hilfmitteln wie Schlagstöcke und Handschellen ausgerüstet.
Einsätze fanden z.B. ab dem Morgen des 7. Oktober in Karl-Marx-Stadt(Chemnitz) ebenso in Plauen statt
.
Dies widerspricht ja nun voll uns ganz Deiner Aussage, das es keine Befehle an die NVA gegeben hätte.

VG exgakl




Ich hab es einfach nochmal fett markiert Alfred

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