Dokumentation einer Ausreise

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24.03.2010 09:47 (zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 09:50)
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#16
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Ja lieber Felix,Du hast doch wieder einige Haare in der Suppe gefunden. Klar den Wohnort konnte man in der DDR wählen, oder war das doch nicht ganz so? Was wäre gewesen wenn ich in das Sperrgebiet ziehen möchte! Da gab es doch oft schöne Pilze! Also habe ich doch wieder RechtWar es nicht auch davon abhängig einen Wohnungstauschpartner zu finden? Aber in einem hast Du Recht,wenn mein Arbeitsgeber Bescheid weiß das ich weg will wird er mich nicht noch befördern etc. Nur wird er es da erst von mir erfahren wenn es unbedingt notwendig ist,damit ich so wenig wie möglich Nachteile habe.
Gruß Peter(turtle)


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24.03.2010 09:54 (zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 09:57)
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#17
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Zitat von Feliks D.
Wenn ich heute Beamter wäre oder in einer Firma tätig bin und meinem Chef sage in 1-2 Jahren werde ich sowieso gehen, dann wird die nächste Beförderung ganz sicher auch jemand bekommen, der der Firma erhalten bleibt.

LOL, Felik'sche Kristallkugelei

Und was hat das mit Ausreise aus der DDR zu tun?
fragt
-Th


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24.03.2010 10:01 (zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 10:12)
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#18
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LOL, Delta'sche Klugscheißerei

Wenn ich damals dem Staat sagte ich will bald gehen, dann hatte ich berufliche Nachteile.
Wen ich heute dem Chef sage ich will bald gehen, dann habe habe ich auch berufliche Nachteile.

Was dies mit "Ausreise aus der DDR" zu tun hat, sollte sich auch dir erschließen.
antwortet
-Feliks


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24.03.2010 10:16 (zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 10:30)
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Zitat von Feliks D.
LOL, Delta'sche Klugscheißerei

Wenn ich damals dem Staat sagte ich will bald gehen, dann hatte ich berufliche Nachteile.
Wen ich heute dem Chef sage ich will bald gehen, dann habe habe ich auch berufliche Nachteile.

Was dies mit "Ausreise aus der DDR" zu tun hat, sollte sich auch dir erschließen.
antwortet
-Feliks


Naja, im Gegensatz zu Dir kann ich da eben aus erster Hand berichten. Von daher redest Du eher wie ein Wessie ueber die DDR, Blinder ueber Farbe, etc...
Solltest mal die Erfahrung aus erster Hand gemacht haben, bevor Du dich hier zum 'Experten' aufschwingst

Die beruflichen Nachteile zwischen meinem Wechsel nach New York und dem Wechsel nach Untertuerkheim waren ungefaehr die gleichen - naemlich keine. Da reichte 1 Monat Kuendigungsfrist, und nach einem Monat war's vorbei.

Aus der DDR rauszukommen waren fuer uns 4 Jahre - ohne das wir jemals wussten oder bestimmen konnten wann diese Frist vorbei war, oder was als naechstes passiert.

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Was Du hier bringst ist was zum Lachen.

-Th

PS: Uebrigens, wenn man schon Nachteile auf den "Haupt-Abtruennigen" loslassen muss, warum dann fuer die 15 Jaehrige Tochter? Falls Du uns morgen mitteilst das Du Ende 2014 nach Nord Korea ziehst, und Dein Sohn wuerde dann deswegen von der Uni geschmissen oder koennte kein Abitur machen: Ich glaub wir wuerden das von Dir recht schnell erfahren...

... uebrigens, wir verpfeiffen Dich nicht. Plan mal in Ruhe deinen Umzug nach Nord-Korea, vielleicht kriegste das ja in den naechsten 2 Jahren hin, oder?


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24.03.2010 10:24
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#20
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Zitat
Was Du hier bringst ist was zum Lachen.



Ein Satz den du in letzter Zeit einigen vorwirfst. Jedoch gut für dich, stell dir vor du müßtest dauernd weinen.

Zitat
Von daher redest Du eher wie ein Wessie ueber die DDR



Darf ich diesen Satz in Zukunft verwenden? Bisher gab es dann ja immer Proteste...


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24.03.2010 10:46
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Zitat von Feliks D.
..

Nochmal, ohne genannte Aufhaenger und Nebenschauplaetze. Vielleicht schaffst Du's sogar mal, auf das eigentliche einzugehen:

Zitat von Feliks D.
Wenn ich damals dem Staat sagte ich will bald gehen, dann hatte ich berufliche Nachteile.
Wen ich heute dem Chef sage ich will bald gehen, dann habe habe ich auch berufliche Nachteile.


Naja, im Gegensatz zu Dir kann ich da eben aus erster Hand berichten. Von daher redest Du eher wie Blinder ueber Farbe, etc...
Solltest mal die Erfahrung aus erster Hand gemacht haben, bevor Du dich hier zum 'Experten' aufschwingst

Die beruflichen Nachteile zwischen meinem Wechsel nach New York und dem Wechsel nach Untertuerkheim waren ungefaehr die gleichen - naemlich keine. Da reichte 1 Monat Kuendigungsfrist, und nach einem Monat war's vorbei.

Aus der DDR rauszukommen waren fuer uns 4 Jahre - ohne das wir jemals wussten oder bestimmen konnten wann diese Frist vorbei war, oder was als naechstes passiert.

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

-Th

PS: Uebrigens, wenn man schon Nachteile auf den "Haupt-Abtruennigen" loslassen muss, warum dann auf die 15 Jaehrige Tochter? Falls Du uns morgen mitteilst das Du Ende 2014 nach Nord Korea ziehst, und Dein Sohn wuerde dann deswegen von der Uni geschmissen oder koennte kein Abitur machen: Ich glaub wir wuerden das von Dir recht schnell erfahren...

... uebrigens, wir verpfeiffen Dich nicht. Plan mal in Ruhe deinen Umzug nach Nord-Korea, vielleicht kriegste das ja in den naechsten 2 Jahren hin, oder?


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24.03.2010 11:10
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Zitat von CaptnDelta
Uebrigens, wenn man schon Nachteile auf den "Haupt-Abtruennigen" loslassen muss, warum dann auf die 15 Jaehrige Tochter? Falls Du uns morgen mitteilst das Du Ende 2014 nach Nord Korea ziehst, und Dein Sohn wuerde dann deswegen von der Uni geschmissen oder koennte kein Abitur machen: Ich glaub wir wuerden das von Dir recht schnell erfahren...

... uebrigens, wir verpfeiffen Dich nicht. Plan mal in Ruhe deinen Umzug nach Nord-Korea, vielleicht kriegste das ja in den naechsten 2 Jahren hin, oder?




Nein er würde sicher nicht die Uni verlassen müssen. Wenn jedoch mein AG dies erfahren würde, dann wären von Beförderungen und Gehaltserhöhungen die nächsten 2 Jahre nur Kollegen betroffen die in der Firma bleiben würden. Bei mir würde man dies dann als unnütze Investition sehen, genau wie die DDR damals bei Ausreisewilligen.

Warum sollte ich nach Korea? Ich hab es an anderer Stelle schon einmal geschrieben mein Koreanisch ist so schlecht und Kuba mir auf Dauer einfach zu warm. Außerdem will ich die Veränderung hier und nicht in anderen Ländern.


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24.03.2010 11:30
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Zitat von altgrenzer
O... geheizt wurde mit Möbelstücken, sofern die nicht verkauft wurden. Von den nervlichen Belastungen will ich gar nicht erst reden, d



Nun, zwei Jahre Heizen mit Teilen der Möbel stelle ich mir schwer vor, wenn ich nicht Besitzer eines Möbelhauses bin. Wenn ich alles Brennbare in meiner Wohnung zusammensuche, kann ich vieleicht 3 Tage heizen damit.


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24.03.2010 11:30
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Zitat von Feliks D.
LOL, Delta'sche Klugscheißerei

Wenn ich damals dem Staat sagte ich will bald gehen, dann hatte ich berufliche Nachteile.
Wen ich heute dem Chef sage ich will bald gehen, dann habe habe ich auch berufliche Nachteile.

Was dies mit "Ausreise aus der DDR" zu tun hat, sollte sich auch dir erschließen.
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-Feliks




Hallo Feliks

Im Ansatz magst du ja Recht haben, nur scheinbar kennst du keine persönlichen Schicksale von Leuten, die einen Ausreiseantrag gestellt haben.
Ich habe es im familiären Bereich miterlebt, als die Schwester meiner Frau mit der ganzen Familie ausreisen wollte.
Wenn du unter "beruflichen Nachteilen" verstehst, das zwei Existenzen systematisch kaputt gespielt werden, das am Ende nicht mal mehr klar ist, woher das Geld kommen soll, um sich und zwei Kinder zu ernähren.....wenn der eigentliche Antragsteller mit dem Gedanken spielt, den Strick zu nehmen, weil er merkt, er hat das Leben seiner ganzen Familie versaut und sie ohne ihm vielleicht noch eine Chance hätten, zu einem halbwegs normalen Leben zurückzukommen........ja, wenn du das lapidar als "berufliche Nachteile" bezeichnest, dann kann ich wahrlich kein Applaus geben.

Stück für Stück, Steinchen für Steinchen hat man ihr Leben demontiert, bis am Ende wirklich nicht mehr klar war, wie es weitergehen soll. Man hat sie existenziell kaputt gespielt, demoralisiert und nervlich an den "Rand des Wahnsinns" getrieben, weil sie nicht mehr wußten, wie sie weiterhin mit den Kindern klar kommen sollen, wie überhaupt ihr Leben weitergehen soll.
Mein Schwager wurde von Zweifeln und Selbstvorwürfen getrieben, weil er sah, in welche Krise er seine Familie mit dieser Antragstellung getrieben hat.
Selbst in dieser Zeit war immer noch nicht klar, ob überhaupt irgendwann eine Ausreise möglich ist.
Wie er sagte, hatte er bis zuletzt starke Zweifel, ob man alles genehmigt. Man zeigte ihm nur die "kalte Schulter", kanzelte ihn ab und machte ihm deutlich, das er im Grunde ein "Nichts" ist, der seine Chancen verspielt hat. Das seine Familie so nicht existieren kann, wurde weggewischt mit sinngemäßen Bemerkungen, wie : ""Das haben sie sich selbst zuzuschreiben"""

Wenn man sah, was ein Staat mit seinen Leuten anstellt, nur weil sie der Meinung sind, sie möchten bei dem Rest ihrer Familie (West) leben, dann bekam man doch das Grausen. Ihr ganzes bisheriges Leben haben sie für den Staat gearbeitet, haben ihr bestes gegeben, waren nie auffällig, nie aufmüpfig und dann werden sie mit einem mal behandelt wie Verbrecher, wie Verräter, als wären sie der größte Abschaum, den es in der DDR gab.
Wenn man selbst wohlwollend hinnimmt, das Kinder unter dieser Willkür leiden, dann endet irgendwie mein normales Denken.

Wenn man hier mitunter zu lesen bekam, keiner brauchte sich der Gefahr einer Flucht auszusetzen, man konnte ganz gefahrlos einen Antrag stellen, dann wird es mir bei diesen Erfahrungen ganz ein nur schlecht......

Wäre dem Staat ein Zacken aus der Krone gefallen oder wäre der Staat zu Grunde gegangen, wenn man sie ohne Represslien hätte ausreisen lassen ??
Mußte man immer nach dem Motto handeln : """ Wer nicht für uns (oder in dem Fall, "mit uns")ist, ist gegen uns und den werden wir erst einmal richtig bluten lassen""""" ??
Nein, das war auf keinem Fall nötig gewesen. So human und tolerant muß ein Staat schon sein, um zumindest menschlich mit solchen Fällen umzugehen. Wenn man ihm die Würde nimmt, das ist schon schlimm, nur wenn man ihm förmlich die Möglichkeit nimmt zu leben, dann ist das unmenschlich.

Sozusagen am Abgrund angekommen, kam dann die Meldung, innerhalb von "so und so viel" Stunden haben sie die DDR zu verlassen, im Grunde nur mit dem, was sie tragen konnten.
Nun soll sich keiner hinstellen und sagen.."" Na was willst du denn, sie durften doch ausreisen...ihr Antrag wurde doch genehmigt""""

Drei Kreuze, daß diese Zeit Vergangenheit ist. Nur selbst heute bekommt mein Schwager noch das Zittern, wenn man über diese Zeit spricht. Weil es ihn so aufwühlt, ist es auch irgendwie ein
"Tabu-Thema".

Gruß
Herbert


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24.03.2010 11:33
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_Feliks D._> Außerdem will ich die Veränderung hier und nicht in anderen Ländern.

Na jetzt aber Felix Edmundowitsch! Wie paßt denn nun diese Aussage zu Ihrer Signatur, hä?

*Hätte die Partei mir den Auftrag gegeben, dann gäbe es die DDR vielleicht noch heute. Darauf können sie sich verlassen. Erich Mielke*

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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24.03.2010 11:37 (zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 11:43)
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Zitat von Ernest

Hallo Feliks
...
Ich habe es im familiären Bereich miterlebt, als die Schwester meiner Frau mit der ganzen Familie ausreisen wollte.
Wenn du unter "beruflichen Nachteilen" verstehst, das zwei Existenzen systematisch kaputt gespielt werden, das am Ende nicht mal mehr klar ist, woher das Geld kommen soll, um sich und zwei Kinder zu ernähren.....wenn der eigentliche Antragsteller mit dem Gedanken spielt, den Strick zu nehmen, weil er merkt, er hat das Leben seiner ganzen Familie versaut und sie ohne ihm vielleicht noch eine Chance hätten, zu einem halbwegs normalen Leben zurückzukommen........ja, wenn du das lapidar als "berufliche Nachteile" bezeichnest, dann kann ich wahrlich kein Applaus geben.

Stück für Stück, Steinchen für Steinchen hat man ihr Leben demontiert, bis am Ende wirklich nicht mehr klar war, wie es weitergehen soll. Man hat sie existenziell kaputt gespielt, demoralisiert und nervlich an den "Rand des Wahnsinns" getrieben, weil sie nicht mehr wußten, wie sie weiterhin mit den Kindern klar kommen sollen, wie überhaupt ihr Leben weitergehen soll.
Mein Schwager wurde von Zweifeln und Selbstvorwürfen getrieben, weil er sah, in welche Krise er seine Familie mit dieser Antragstellung getrieben hat.
Selbst in dieser Zeit war immer noch nicht klar, ob überhaupt irgendwann eine Ausreise möglich ist.
Wie er sagte, hatte er bis zuletzt starke Zweifel, ob man alles genehmigt. Man zeigte ihm nur die "kalte Schulter", kanzelte ihn ab und machte ihm deutlich, das er im Grunde ein "Nichts" ist, der seine Chancen verspielt hat. Das seine Familie so nicht existieren kann, wurde weggewischt mit sinngemäßen Bemerkungen, wie : ""Das haben sie sich selbst zuzuschreiben"""

Wenn man sah, was ein Staat mit seinen Leuten anstellt, nur weil sie der Meinung sind, sie möchten bei dem Rest ihrer Familie (West) leben, dann bekam man doch das Grausen. Ihr ganzes bisheriges Leben haben sie für den Staat gearbeitet, haben ihr bestes gegeben, waren nie auffällig, nie aufmüpfig und dann werden sie mit einem mal behandelt wie Verbrecher, wie Verräter, als wären sie der größte Abschaum, den es in der DDR gab.
Wenn man selbst wohlwollend hinnimmt, das Kinder unter dieser Willkür leiden, dann endet irgendwie mein normales Denken.

Wenn man hier mitunter zu lesen bekam, keiner brauchte sich der Gefahr einer Flucht auszusetzen, man konnte ganz gefahrlos einen Antrag stellen, dann wird es mir bei diesen Erfahrungen ganz ein nur schlecht......

Wäre dem Staat ein Zacken aus der Krone gefallen oder wäre der Staat zu Grunde gegangen, wenn man sie ohne Represslien hätte ausreisen lassen ??
Mußte man immer nach dem Motto handeln : """ Wer nicht für uns (oder in dem Fall, "mit uns")ist, ist gegen uns und den werden wir erst einmal richtig bluten lassen""""" ??
Nein, das war auf keinem Fall nötig gewesen. So human und tolerant muß ein Staat schon sein, um zumindest menschlich mit solchen Fällen umzugehen. Wenn man ihm die Würde nimmt, das ist schon schlimm, nur wenn man ihm förmlich die Möglichkeit nimmt zu leben, dann ist das unmenschlich.

Sozusagen am Abgrund angekommen, kam dann die Meldung, innerhalb von "so und so viel" Stunden haben sie die DDR zu verlassen, im Grunde nur mit dem, was sie tragen konnten.
Nun soll sich keiner hinstellen und sagen.."" Na was willst du denn, sie durften doch ausreisen...ihr Antrag wurde doch genehmigt""""

Drei Kreuze, daß diese Zeit Vergangenheit ist. Nur selbst heute bekommt mein Schwager noch das Zittern, wenn man über diese Zeit spricht. Weil es ihn so aufwühlt, ist es auch irgendwie ein
"Tabu-Thema".


Hallo Herbert,

danke fuer deinen Beitrag.

Woher sollte Feliks sowas auch wissen? Ist doch wie als wenn man Farbe 'nem Blinden erklaeren moechte...

Darf ich fragen in welchem Jahr der Ausreiseantrag gestellt wurde?
-Th


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24.03.2010 11:48 (zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 11:53)
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@Ernest

Ich war auch öfters mit Personen befasst die ein Übersiedlungsersuchen gestellt hatten. Dies war häufig der Fall wenn diese sich, im Laufe ihres Verfahrens, z.B. eines Vergehens nach den §§ 214, 219 oder auch 220 schuldig machten. Du hast jedoch Recht, die über die Aktenlage hinausgehenden Schicksale habe ich nicht erfahren.

@94

Veränderung weg vom System des Kapitalismus, von daher paßt die Signatur dann auch wieder!


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24.03.2010 11:55
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Zitat von CaptnDelta
Herbert,

danke fuer deinen Beitrag.

Woher sollte Feliks sowas auch wissen? Ist doch wie als wenn man Farbe 'nem Blinden erklaeren moechte...

-Th



Weißt du Captn,
als ich die Zeilen geschrieben habe, zitterten mir die Finger und jetzt ist es mir irgendwie zum Heulen. Ich hab gesehen, wie sie gelitten haben, hatte Angst, das sich da eine familiäre Tragodie ereignen könnte. All das, wird mit einem mal wieder wach. Ich spüre wieder, wie meine Frau um ihre Schwester, ach eigentlich um alle, gebangt hat.
Über Umwegen hatten wir ihnen damals Geld geschickt, nur damit sie etwas zum Leben hatten. Es war einfach schlimm.

In den Momenten kann ich sehr gut nachvollziehen, daß Leute, die Repressalien, egal welcher Art, hinnehmen mußten, selbst nach so langer Zeit innerlich aufgewühlt und nervlich fertig sind.
So einfach zu verarbeiten ist das alles nicht.
Im normalen Alltag ist es ok, nur wehe die Gedanken an diese Zeit kommen auf, dann ist alles hellwach.

Dieses Gespür und dieses Mitfühlen fehlt vielen. Einfach nur kaltschnäußig oder mit Gesetzen zu kontern, ist billig.
Man muß den Menschen sehen und nur den Menschen alleine.......ein Staat besteht nun mal aus Menschen und das sind nicht irgendwelche Inventarnummern, die man bedienen kann, wie man will..........nein, das sind Wesen mit Gefühlen und Ansprüchen.

Gruß
Herbert


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24.03.2010 12:29
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#29
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ein Staat besteht nun mal aus Menschen und das sind nicht irgendwelche Inventarnummern, die man bedienen kann, wie man will..........nein, das sind Wesen mit Gefühlen und Ansprüchen.

Gruß
Herbert

Stimmt Herbert vieles kann man erst verstehen wenn man selber negatives in der DDR erlebt oder gesehen hat! Ich gehöre dazu. Soll man eigentlich mit Menschen bedauern haben die die jubelnde Menschenmenge vor Potemkinsche Dörfern als real ansahen? Dabei denke ich besonders an das Poltbüro.Vielleicht war die Brille so schlecht (ohne Fielmann) das sie überhaupt nicht weiter gucken konnten! Also auf zu Fielmann und Augen auf!
Gruß Peter(turtle)


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24.03.2010 12:53
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#30
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Zitat von Feliks D.
@Ernest

Ich war auch öfters mit Personen befasst die ein Übersiedlungsersuchen gestellt hatten. Dies war häufig der Fall wenn diese sich, im Laufe ihres Verfahrens, z.B. eines Vergehens nach den §§ 214, 219 oder auch 220 schuldig machten. Du hast jedoch Recht, die über die Aktenlage hinausgehenden Schicksale habe ich nicht erfahren.




Hallo Feliks,

ich will nicht als großer Ankläger auftreten, nein, das liegt mir fern. Auch Einzelverurteilungen wären Quatsch.
Schuld an allem ist nur der Druck der von oben kam. Vieles wurde in den unteren Etagen dann wohl auch bis auf`s Letzte ausgereizt. Nur hätte es klare Regelungen gegeben, die besagen, nach zwei Wochen Bearbeitungszeit ist dem Antragsteller klar, wie über sein Ersuchen entschieden wurde, dann wäre vieles einfacher gelaufen. Und vor allem, hätte alles ohne Zähneknirschen und Repressalien ablaufen müssen. Bei allem fehlte nur eins..........ein Maß an Menschlichkeit.

Und wie ich schon sagte, wenn schon jemand den rechtmäßigen Weg (und nicht den illegalen über die Grenze) wählt, also ganz offizell, was hätte der Staat schon verloren, wenn er die Leute gehen ließ.
Gestorben wäre er nicht, einen Imageschaden hätte er auch nicht erlitten. Im Gegenteil, man hätte ihm gutgeschrieben, daß er human und menschlich seinen Mitbürgern gegenübersteht.

Wer gehen will, sollte es können und wer wieder zurück möchte, dem sollte es auch möglich sein.
Man brauchte doch keine Angst zu haben, das die Rückkehrer die sozialistische Moral untergraben. Nur ich glaube, diese Angst bestand wohl auch. Denn nicht umsonst wurden bei uns auf Arbeit damals Monteure aus dem Westen total von uns abgeschirmt.

Aber das ist ja nun Geschichte.

So, meine Spätschicht ruft wieder.
Gruß
Herbert


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