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#1

Meine Entlassung aus den GT

in Grenztruppen der DDR 13.03.2010 19:17
von Huf (gelöscht)
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Ich weiß nicht, ob diese Thema hier schon behandelt wurde.
Da ich als UaZ diente, war mein letzter Tag nach drei Jahren, aber auf den Tag vom 01.11.1977 bis zum 31.10.1980.
Morgens fand noch ein gemeinsames Frühstück mit allen aus dem Med.-Punkt statt unter Leitung meines (wirklich)verehrten Regimentsarztes. Ich wurde herzlich verabschiedet, mit besten Wünschen für mein Studium, mit Witzeleien und vielen kleinen Geschenken.
Dann kamen alle GWDler und UaZ der Stabskompanie und verabschiedeten uns Abgänger. Ich habe noch eine mittlerweile vergilbte Abgangsurkunde erhalten, die mich als "tapferen Recken" und "würdigen Dr.med. Huf" auswies.

Dann kam der Stabschef zum Abgangsappell, das war immer mein "besonderer Freund". Natürlich wurde ich sofort von ihm vor allen Abgängern wegen zügelloser Blödelei (bei 0,0 Promille!) ermahnt.
Er dankte uns für den Dienst am Frieden und an unserem Land und wünschte uns für die Zukunft alles gute.
Und dann sind wir rausgegangen, einfach so. Wir hatten kein großes Publikum, das 1. DHJ war gerade an die Grenze versetzt worden und das GAR bereitete sich auf die Neuen vor.

Am KTP 1 dann "Tschüß und winke, winke" und das obligatorische Vorhängeschloß am Maschendrahtzaun angeschlossen. Einmal ganz laut "Hurra!" gebrüllt.
Mein bester Kumpel Bernhard, wir kannten uns vom ersten Tag an, war mit seinem Auto da, ein Pobeda, ein großes Russenauto. Der brauchte stets einen MINOL-Tankzug im Gefolge.
Bernhard fuhr mich nach Hause (nur 36km). Meine Mutter hatte extra prima gekocht. Mit Bernhard gemeinsam haben wir gegessen, danach mußten auch wir beide Abschied nehmen. Mach´s gut, bleib der Alte und alles gute für Magdeburg!

Abends traf ich noch ehemalige Klassenkameraden, die ihre drei Jahre in Eggesin oder Torgelow gedient hatten. Nur ein paar Bier! Es war ja Kutscherbier, Kommunistenkram!

Sonntag dann Abreise nach Magdeburg zum Studium. Übergang in ein ganz anderes, unerwartet schwereres Leben...


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#2

Meine Entlassung aus den GT

in Grenztruppen der DDR 13.03.2010 21:16
von Rüganer (gelöscht)
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Ich erinnere mich noch daran, dass alle EK’s auf dem Rückweg vom Grenzdienst einen Löffel in die Spree warfen, quasi den Löffel abgegeben haben. Danach im Objekt, wurden die Waffen das letzte mal gereinigt und den jungen Genossen wurde das Waffenreinigungsgerät übergeben. Dies hatte man schon von Vorgängern übernommen, eine Zigarrenkiste mit Rasierpinseln, Pfeifenreinigern, diversen Lappen und Spezialbürsten. In Zivil saß man dann im Clubraum, jeder bekam eine kleine Tischdecke mit dem Staatsemblem und der Schrift – Nationale Volksarmee- meines Erachtens nach war diese Decke geklöppelt. Wir selbst hatten auf Halstüchern die Unterschriften der anderen EK’s gesammelt und dann wurden die anwesenden Unteroffiziere noch einmal ins Gebet genommen, wegen der noch zu dienenden Tage. Auf dem Weg bis Stralsund war auf jedem Bahnhof der Kommandantendienst damit beschäftigt, volltrunkene Entlassene zu kassieren, denn man hatte uns verwarnt, dass wir noch bis 24.00 Militärangehörige sein würden. Einigen war dies wohl nicht mehr ganz so klar und sie übertrieben gewaltig.
Durchweg jedoch waren alle heilfroh, mit sauberem Kontrollstreifen die 12 Monate Grenzdienst hinter sich zu haben.
Ich selbst habe dann, wie Huf, angefangen, nach einer Überbrückungszeit im Herbst zu studieren, in dessen Verlauf ich eine militärische Ausbildung durchlaufen musste. Als gedienter Grenzer musste ich im Bungalow in Markgrafenheide Soldat „spielen“, damals habe ich angefangen, am Sinn des Ganzen zu zweifeln.


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#3

Meine Entlassung aus den GT

in Grenztruppen der DDR 13.03.2010 21:40
von Huf (gelöscht)
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Ja, lieber Rüganer, das war schon ein eindrucksvoller Tag, damals in der DDR.
Das von Dir beschriebene EK-Tuch war bei uns aus Kunstseide, wir hatten es einige Tage vor der Entlassung zwecks Unterschriftensammlung erhalten.
Den übermäßigen Alkoholkonsum kann ich so nicht bestätigen, aber ich war mit meinem Kumpel schnell weg.
Übrigens gab es auch zu meiner Zeit in Glöwen beim sog. Stammpersonal kaum Exzesse. Mal ein Bier, oder eine Cola mit Schuss im Objekt, im Ausgang mal aufgefüllt, aber sonst nicht.


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