Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

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19.03.2010 16:41
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#46
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Und weil das keiner merken durfte, wurden alle, die es zu laut anprangerten, politisch und nicht selten mit strafrechtlichen Mitteln runtergemacht. Im irrigen Glauben, das merke schon keiner.
Ähnlich einen alten Prinzip: Wenn du schon den Sachverhalt selber nicht ändern kannst, mache wenigstens den, der davon erzählen könnte einen Kopf kürzer... Die Mittel waren moderner, das Prinzip vergleichbar.
Es wird ein sehr schwarzer Fleck in unserer Geschichte bleiben.


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19.03.2010 17:23 (zuletzt bearbeitet: 19.03.2010 17:28)
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Zitat von ABV
Ich habe in meinem heimatlichem Oderbruch zwei große Fischsterben erlebt, dass eine sogar live. An einem Sommerabend des Jahres 1982 angelte ich am Hauptgraben in der Nähe des Dorfes Sietzing. Plötzlich stiegen Fische alle Ort, darunter auch Aale und Hechte in Richtung Oberfläche. Die sonst so scheuen Fische zeigten sich derart benommen, dass ich sie mit bloßen Händen fangen konnte. Binnen weniger Minuten füllte sich das Wasser mit toten und sterbenden Fischen, ein Anblick der ein Anglerherz zerreißen konnte. Oder mit anderen Worten, ich fühlte mich wie in einem Umweltthriller. Später stellte sich heraus, dass man Fässer mit Pflanzengiften in dem Gewässer ausgespült hatte. Es dauerte Jahre bis sich die Umwelt wieder erholte. Das selbe ereignete sich fünf Jahre vorher, 1977, an einem anderen Gewässer des Oderbruchs. Ich erinnere mich noch wie heute an die großen Berge verfaulender Fische am Ufer des Gewässers. Mir ist nicht bekannt das der /die Verantwortlichen des Umweltfrevels je zur Verantwortung gezogen wurden. Auf der Polizeischule in Neustrelitz erzählte uns unser Lehrer, dass einige Betriebe in der DDR einen Extrafond für etwaige Umweltstrafen besitzen würden. Man hatte die Strafen schon von vornherein eingeplant. Immerhin waren diese um vieles billiger, als wenn man mit etwaigen Modernisierungsmaßnahmen Umweltverschmutzungen von vornherein vorgebeugt hätte. Die Orte Rüdersdorf und Herzfelde lagen vor 1989 stets unter einer dicken grauen Zementschicht. Das dortige Zementwerk produzierte nicht nur einen der Exportschlager Nummer 1 der DDR, den Rüdersdorfer Zement, sondern blies auch massenhaft Staub in die Umwelt. Niemand konnte etwa auf dem Hof seine Wäsche trocknen, selbst die Blätter der Bäume waren nicht grün sondern grau. Nach dem Ende der DDR sorgen nun Moderne Filteranlagen für eine saubere Luft, obwohl noch immer fleißig Zement verarbeitet wird.
Die Fische in der Oder schmeckten früher nach allem möglichen, nur nicht immer nach Fisch. Schuld daran war die Tatsache, dass die Abwässer der direkt an die Oder angrenzenden Städte Frankfurt und Eisenhüttenstadt ungeklärt in den Fluß gelangten. Zum Kompott ließen die Polen noch phenolhaltige Abwässer aus der Zellulosefabrik in Kostrzyn (Küstrin) in die Oder. An manchen Tagen schwammen dicke scharf riechende Flocken auf dem Wasser. Heute ist das Wasser der Oder so sauber, dass man wieder mit dem Besatz von Lachsen begonnen hatten. Der Lachs ist übrigens schon seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus der Oder verschwunden. Man hat also auch schon vor der DDR-Zeit herumgesaut.

Gruß an alle
Uwe




Hallo Uwe,

von einem ähnlichen Fall in Bezug auf Giftfässer ausspülen und Fischsterben kann ich aus em Harz, genauer dem Ilsenburger Forst berichten. Ende der 60-er behandelte man in der Schlüsie, einem Nebental des oberen Ilsetals, das durch gleichnamigen Bach durchflossen wird, eine frisch aufgeforsteten Fichtenjungbestand. Dieser Bach, im Volksmund auch wegen seines goldgelben Kiesbettes Goldbach genannt, mündet oberhalb der s. g. Roten Brücke", kurz vor dem Leibstoß in die Ilse.
Die Forstmitarbeiter hatten ein neues Unkrautvernichtungsmittel aus dem Chemiekombinat Bitterfeld bekommen, welches schnellwachsendes Unkraut in den Fichtenjungbeständen vernichten sollte und angeblich sollten die Jungfichten (keine Grenzer!) dagegen Resistent sein. Gesagt, getan. Das flüssige Pflanzenschutzmittel wurde für damalige Zeiten schon bemerkenswert in PVC- Fässern ohnev Rückgabepflicht angeliefert und wurde im Spritzverfahren ausgebracht. Kein Atemschutz, keine Schutzkleidung, wer dachte damals schon an sowas! Heute Standard, heilige Pflicht!
Jedenfalls wurden die leeren Fässer unter den Forstangestellten aufgeteilt, sowas war ja was, bald wie Goldstaub. Schnell im Schlüsienbach ausgespült und ab mit nach Haus. In den nächsten Tagen setzte vom Göldbach beginnend, sich in der Ilse bis zur Grenze Niedersachsen (Mündung der Ilse in die Oker) ein Fischsterben ohne Beispiel fort. Und nicht nur Fische, einfach alles an Lebewesen verreckte jämmerlich. Sogar Wassergeflügel der Anlieger im Mittellauf der Ilse in Ilsenburg und den angrenzenden Dörfern Veckenstedt, Wasserleben, Berßel war noch betroffen. Ja gut, man ermittelte, muß wohl auch die Ursache gefunden haben, da aber der Betriebsparteisekretär des Staatl. Forstwirtschaftsbetriebes Wernigerode gute Beziehungen hatte, passierte gar nichts. Den protestierenden und nicht nachgebenden Vorsitzenden des Anglerverbandes setzte man kurzer Hand ab und warf ihn dann später wohl noch sogar gänzlich aus dem Verein.

Die Ilse und ein Teil ihrer Nebenbächlein war auch wegen der Abwassereinleitungen im Stadtgebiet Ilsenburg bis zur Mündung in die Oker bis zur Wende faktisch tot. Eben noch ein klar sprudelnder Gebirgsbach, aus dem Ilsenburg, Drübeck, Stapelburg und Abbenrode sogar ihr Trinkwasser bezogen, um jeden Meter Stadteinwärts mehr und mehr zu einer stinkenden, schäumenden und am Grund glitschigen Brühe zu werden, Den Krösus setzte die am Stadtrand befindliche Industrie drauf. Das Sperrholzwerk entsorgte alle überflüssigen Leimreste, teils sehr stark PCB- (Dioxin-) haltig, die Kupferhütte spülte sogar ihre Elektrolysebecken mit Ilsewasser und leitete es hinter dem werk wieder ungeklärt ein.

Ähnlich erging es fast allen Harzer Flüssen!

Vom Grundsatz her ein Umweltskandal sonder gleichen! Verantwortliche??? Gab es nicht, wurde auch nie ermittelt. Wozu auch??? Der Fischbestand begann sich erst Jahre nach der Wende Dank des wahnsinnigen Engagements vieler Angelfreunde langsam an zu erholen.
Heute schwimmen wieder manch kapitale Brocken der echten Harzer Bachforelle in unserer schönen Ilse, manch einer schwamm auch schon in meiner Pfanne...!

ABV, alle anderen Angelfreunde und Nichtangelfreunde, Dirndelträgerinnen, Schminkexpertinnen.
In diesem Sinne:
Horrido und Petri Heil!
Der Angler macht den Dackel *eil!

...und viele Grüße aus dem balzenden Harz!

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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19.03.2010 18:04 (zuletzt bearbeitet: 19.03.2010 18:05)
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#48
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josy

ich kann dich beruhigen,auch bei uns war so macher Fluss verdreckt,ich denke da an Vater Rhein.
Wie oft stand ich damals am Ufer und hab mir gedacht"was ist das für eine Brühe".Eine lückenlose Kontrolle
wer,wo und wie oft seine Abwässwer und Müll im Rhein entsorgt war ja gar nicht möglich.Dann
kam auch noch das grosse Chemieunglück in Basel dazu,das hat dem ganzen den Rest gegeben.

Heute siehts schon deutlich besser aus,es gibt wieder Leben im Rhein(was genau an Fischen weiss
ich auch nicht) und einige mutige schwimmen im Sommer in den Rheinarmen.
Ach ja,das Wasser,das heute aus unseren Hähnen fliesst,stammt aus dem Rhein.


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19.03.2010 18:15
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He Zermatt, das war westdeutsche Selbsterkenntnis pur, nur das Wasser, euer Trinkwasser wird schon damals aus dem Rhein gekommen sein über etliche Filteranlagen.
Die DDR war die "Gesellschaft im Ganzen, das Gemeinsame", deswegen sucht man immer den Fehler bei der Sozialistischen Gesellschaft.
Bei euch war es der " Einzelne", der Schadstoffeinleiter, den man nicht ermitteln konnte/ wollte, weil er X Politiker geschmiert hatte, diese verdammte Vetterwirtschaft.
Das war so ähnlich wie mit dem Doping in der DDR, so wie S51 einmal schrieb, siehe Gesellschaft bei uns und kleines Würstchen bei euch, dieser Einzelsportler.

R-M-R


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19.03.2010 19:48 (zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 07:06)
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Dieser Beitrag wurde entfernt.

Begründung:
1.Wir wollen und brauchen auch Menschen hier, die die Wende nicht unbedingt als Erwachsener erlebt haben und trotzdem ihre Meinung schreiben wollen.
2.Die persönlichen "Wertschätzungen" sind schon eine Beleidigung des Users.


Edit: AZ


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19.03.2010 20:04
#51
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na,Feliks,so geht das nicht
nacher erzählt er mir noch,daß ich ja eigentlich nichts gelernt habe,nö behaltet ihn
mannomann

Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...

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19.03.2010 20:09 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2010 01:40)
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Zitat von GilbertWolzow
respekt, respekt @captn, du beschreibst eine straftat und ich mache mich dabei "lächerlich"...


Sogenannte "Straftaten", welche in den einschlaegigen Paragraphen des DDR-StGB niedergeschrieben waren, waren wertloser als das Papier auf dem sie standen, und dienten vor allem dazu, Repressionen andersdenkenden gegenueber zu legitimieren. Deswegen wurden diese auch teilweise schon unter der Regierung Modrow, entgueltig unter der Regierung de Maziere, geaendert oder annuliiert. Eher befremdlich (um nicht nochmals zu sagen laecherlich) das Du diese "Paragraphen" nach 20 Jahren immer noch als "Straftaten" zitierst.

Zitat von GilbertWolzow

Zitat
Sei froh das dein Wunsch nach Nutzung der Atomkraft in der DDR nicht realisiert wurde, ansonsten staende jetzt warscheinlich ein Sakopharg wie in Prypjat irgendwo in Deutschland, mit zugehoerigen Geisterstaedten, etc.


zeigst du, das du von kraftwerksanlagenbau und atomkraftwerken in der ddr keine ahnung hast.


immerhin noch soviel, das die DDR - wie auf so vielen Gebieten - bei der Nutzung der Kernenergie nie souveraen war. Das zeigte sich u.a. recht deutlich am KKW Stendal.

Zitat von GilbertWolzow
manchmal wäre es auch für dich besser einfach mal... zu schweigen.

Nachdem Du hier schon durch verschiedene Threads stakst und wie ein kleines Maedchen rumschriekst: Die Zeiten sind 20 Jahre vorbei. Das Du sowas bringen musst zeugt eher davon das Dir die Argumente ausgehen.

Zitat von GilbertWolzow
p.s. auch die gesundheitlichen gefahren des uran- abbaues sind spät bekannt geworden bzw. wurden lange, lange in dieser dimension unterschätzt.

Die gesundheitlichen Gefahren waren schon lange bekannt. Dazu haettet ihr nur Aerzte dort in der Gegend fragen muessen. Oh, halt, habt ihr ja. Und dann die Aerzte zu schweigen verdonnert. (Das MfS hatte eine eigene BV fuer die Wismut. Die waren sicher nicht so unfaehig, dies nicht zu bemerken)
Wenn ihr tatsaechlich haettet was bewirken wollen, dann haette man sich ja Beleites in's Boot holen koennen, anstatts ihn zu "bearbeiten" und zu zersetzen. Aber, da war damals einfach die Ideologie im weg..

-Th


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20.03.2010 11:48
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Zitat von Sonny


Ein Verstoß gegen Strafgesetze der DDR war (nach westlicher und damit heutiger Definition) nicht zwangsläufig eine Straftat (vgl. etwa "Republikflucht").



tut mir leid @sonny, auch wenn du dich auf den kopf stellst, zum damaligen zeitpunkt war es nun mal eine straftat. wenn jahre später andere mächte dies anders sehen, so bleibt ihnen dieses unbenommen, ändert aber nicht an der damaligen gesetzeslage.


Zitat
Der schwere Störfall im KKW Lubmin 1975 wurde offiziell verschwiegen (wie ja auch zunächst in Tschernobyl) --- aber deshalb natürlich nicht ungeschehen.



danke für den link, ich glaube mich erinnern zu können, das uns lehrlinge der unfall im dortigen heizkraftwerk (imm kkw gelände) erklärt wurde und wie wichtig eine bestausgerüstete betriebsfeuerwehr ist.


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20.03.2010 12:07
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Zitat von GilbertWolzow
respekt, respekt @captn, du beschreibst eine straftat und ich mache mich dabei "lächerlich"...


Zitat von CaptnDelta
Sogenannte "Straftaten", welche in den einschlaegigen Paragraphen des DDR-StGB niedergeschrieben waren, waren wertloser als das Papier auf dem sie standen, und dienten vor allem dazu, Repressionen andersdenkenden gegenueber zu legitimieren. Deswegen wurden diese auch teilweise schon unter der Regierung Modrow, entgueltig unter der Regierung de Maziere, geaendert oder annuliiert. Eher befremdlich (um nicht nochmals zu sagen laecherlich) das Du diese "Paragraphen" nach 20 Jahren immer noch als "Straftaten" zitierst.



@capt, auch so markige sätze wie mit "repression gegen andersdenkende" ändert nichts an der damaligen gesetzeslage. gesetze sind nun mal in jedem land das ordnungsmittel gegen jeden, auch gegen die, die andersdenken. wenn eine neue regierung neue gesetze erlässt, dann sind es eben deren interessen, ändert aber nichts an der vorherigen gesetzeslage. (sicherlich wirst du jetzt wieder mit hinkenden vergleichen mit gesetzen aus der zeit des völkermordes kommen)

Zitat von CaptnDelta
Sei froh das dein Wunsch nach Nutzung der Atomkraft in der DDR nicht realisiert wurde, ansonsten staende jetzt warscheinlich ein Sakopharg wie in Prypjat irgendwo in Deutschland, mit zugehoerigen Geisterstaedten, etc.


Zitat von GilbertWolzow
zeigst du, das du von kraftwerksanlagenbau und atomkraftwerken in der ddr keine ahnung hast.


Zitat von CaptnDelta
immerhin noch soviel, das die DDR - wie auf so vielen Gebieten - bei der Nutzung der Kernenergie nie souveraen war. Das zeigte sich u.a. recht deutlich am KKW Stendal.



na dann wüsstest du, dass die ddr- kkw´s auf eine haltbarkeitsdauer von 100 jahren ausgelegt waren, indem man die russische technologie noch verfeinerte und man alle kanäle im kkw mit edelstahl verkleidete und siemens- technologie zur steuerung benutzte. solltest mal die diesbezüglichen probleme beim abbau des kkw stendal in einschlägigen foren lesen.

Zitat von GilbertWolzow
manchmal wäre es auch für dich besser einfach mal... zu schweigen.

Zitat von CaptnDelta
Nachdem Du hier schon durch verschiedene Threads stakst und wie ein kleines Maedchen rumschriekst: Die Zeiten sind 20 Jahre vorbei. Das Du sowas bringen musst zeugt eher davon das Dir die Argumente ausgehen.


wenn du dich jetzt auch schon auf dieses niveau herab begibst, scheinen eher dir die sachlichen argumente auszugehen. wenn du dieses niveau bevorzugst...bitte können wir jetzt beide...in der zukunft veranstalten

Zitat von GilbertWolzow
p.s. auch die gesundheitlichen gefahren des uran- abbaues sind spät bekannt geworden bzw. wurden lange, lange in dieser dimension unterschätzt.


Zitat von CaptnDelta
Die gesundheitlichen Gefahren waren schon lange bekannt. Dazu haettet ihr nur Aerzte dort in der Gegend fragen muessen. Oh, halt, habt ihr ja. Und dann die Aerzte zu schweigen verdonnert. (Das MfS hatte eine eigene BV fuer die Wismut. Die waren sicher nicht so unfaehig, dies nicht zu bemerken)
Wenn ihr tatsaechlich haettet was bewirken wollen, dann haette man sich ja Beleites in's Boot holen koennen, anstatts ihn zu "bearbeiten" und zu zersetzen. Aber, da war damals einfach die Ideologie im weg...


die langzeitfolgen waren eben nicht bekannt. es gab genug ärzte die studien auf grund der ihnen vorliegenden fälle betrieben. daraus entstanden wieder studien des ministerium für gesundheit der ddr, die dafür zuständig waren.
die bv wismut des mfs hatte nur mit absicherung der wismut zu tun und nicht um gesundheitsstudien zu betreiben. das weisst auch du sehr wohl und damit hinkt der vorschlag mit beleites gewaltig.


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21.03.2010 12:00
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Zitat von CaptnDelta


Zitat von GilbertWolzow
p.s. auch die gesundheitlichen gefahren des uran- abbaues sind spät bekannt geworden bzw. wurden lange, lange in dieser dimension unterschätzt.

Die gesundheitlichen Gefahren waren schon lange bekannt. Dazu haettet ihr nur Aerzte dort in der Gegend fragen muessen. Oh, halt, habt ihr ja. Und dann die Aerzte zu schweigen verdonnert. (Das MfS hatte eine eigene BV fuer die Wismut. Die waren sicher nicht so unfaehig, dies nicht zu bemerken)


-Th




Sorry @CD aber diese Aussage entspricht nicht der Wahrheit, es gab nie eine eigene BV für die Wismut! Lediglich eine OV mit nachgeordneten OD's, aber auch diese wurde bereits Anfang der 80er wieder aufgelöst.


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21.03.2010 12:05
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@feliks, in einem anderen forum hat ein ehem. ma der bv k-m-st erklärt, das es eine bv wismut gegeben haben soll und sie später in eine od umgewandelt worden sein soll.
auch mein erstaunen war sehr gross, habe jedoch darüber nie etwas weiteres lesen können.

ist deine aussge sicher ? der schreiber, von dem die äusserung stammt, ist schliesslich vor ort gewesen. klar, auch er kann sich irren...


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21.03.2010 12:11
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um mal wieder zum thema zurück zu kommen...

anhand des themas kernkraftwerke, wurde auch ein link zu "wiki lubmin" eingestellt. dort ist die rede davon, dass das kkw mit seinen reaktoren seit anfang der 70 ´er jahre in betrieb war und es eine vorstufe eines gaues gegeben hat.

soweit mich meine erinnerungen nicht täuschen gab es im gelände der kkw lubmin mehrere wärmekraftwerke und an dem kernkraftwerk wurde noch gebaut. wie weit ist diesbezüglich wiki verlässlich ?

in lubmin kam es durch den wasseraustauscher des (wärme)kraftwerkes zu eine 2° grad höheren temperatur des bodden. angeblich soll sich durch die wärme die braunalge stärker vermehrt haben und es gab weniger sauerstoff im bodden.

wer weiss mehr darüber ?


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21.03.2010 12:21 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2010 15:32)
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Mein Kenntnisstand ist dahingehend, dass die Objektverwaltung Wismut u.a. wegen der hohen Zahl nachgeordneter OD's statusrechtlich einen ähnlichen Stand wie eine BV gehabt haben soll, jedoch intern nie die Bezeichnung BV trug und auch nie als eine solche angesehen wurde, auch wenn sie von einigen Mitarbeitern so bezeichnet wurde.

Anfang der 80er soll die OV dann aufgelöst und in die Struktur der BV K-M-S integriert worden sein.


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22.03.2010 19:07
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Zitat von Zermatt
josy

ich kann dich beruhigen,auch bei uns war so macher Fluss verdreckt,ich denke da an Vater Rhein.
Wie oft stand ich damals am Ufer und hab mir gedacht"was ist das für eine Brühe".Eine lückenlose Kontrolle
wer,wo und wie oft seine Abwässwer und Müll im Rhein entsorgt war ja gar nicht möglich.Dann
kam auch noch das grosse Chemieunglück in Basel dazu,das hat dem ganzen den Rest gegeben.

Heute siehts schon deutlich besser aus,es gibt wieder Leben im Rhein(was genau an Fischen weiss
ich auch nicht) und einige mutige schwimmen im Sommer in den Rheinarmen.
Ach ja,das Wasser,das heute aus unseren Hähnen fliesst,stammt aus dem Rhein.



Hallo Zermatt,

dieses Übel, diese Umweltsauerein waren ja nicht nur ein Problem von DDR und/ oder BRD. Sind es heute noch und teils viel gravierender in Entwicklungsländern, Ländern der Dritten Welt und vor allem in Billig- Produktländern wie China.

Der Unterschied DDR/ BRD, oder sagen wir mal allgemein, DDR zum westeuropäischen Wirtschaftsbereich war doch der, das man im Westen diese Probleme eher erkannte und auf Grund der weitaus besseren Wirtschaftskraft diese auch eher angehen konnte. Die Zeiten der gravierenden Umweltverschmutzungen waren ja in der Alt- BRD auch die Geburtsstunde der Grünen. In der DDR später s. g. Umweltzirkel, meißt über die Kirchen, vornehmlich die Evangelische organisiert, der Beginn der Opoositionsbewegung in der DDR. Möchte hier nur den Begriff "Umweltbibliothek" einwerfen.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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24.03.2010 00:50
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Sonny
Ein Verstoß gegen Strafgesetze der DDR war (nach westlicher und damit heutiger Definition) nicht zwangsläufig eine Straftat (vgl. etwa "Republikflucht").



tut mir leid @sonny, auch wenn du dich auf den kopf stellst, zum damaligen zeitpunkt war es nun mal eine straftat. wenn jahre später andere mächte dies anders sehen, so bleibt ihnen dieses unbenommen, ändert aber nicht an der damaligen gesetzeslage.




Es wurde ja schon damals (von westlicher Seite) anders gesehen --- und wenn es sich (wie hier) um Fälle handelte, bei denen der Betreffende sich im Endeffekt im Westen befand, dann spielte das eine entscheidende Rolle.

Die Formulierung "Straftat nach den Gesetzen der DDR" ist korrekt --- darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.

Zitat

Zitat
Der schwere Störfall im KKW Lubmin 1975 wurde offiziell verschwiegen (wie ja auch zunächst in Tschernobyl) --- aber deshalb natürlich nicht ungeschehen.



danke für den link, ich glaube mich erinnern zu können, das uns lehrlinge der unfall im dortigen heizkraftwerk (imm kkw gelände) erklärt wurde und wie wichtig eine bestausgerüstete betriebsfeuerwehr ist.




Das kann natürlich sein, daß dieser Vorfall im "internen Dienstgebrauch" in der DDR thematisiert wurde --- aber offiziell war er m.W. bis zur Wende nicht bekannt (auch im Westen nicht).


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