13.August 1961-Grüne Grenze

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06.03.2010 17:43von EK89/1
Frage
13.August 1961-Grüne Grenze

Hallo an alle
Was am 13.08. in Berlin geschehen ist weis ja eigentlich jeder,
aber was ist an der Grünen Grenze an diesen Tag passiert?
Geredet und publiziert wurden ist ja nur die Mauer.
Wurde die Grenzsicherung am selben Tag verstärkt und Grenzsicherungen
aufgerüstet oder was ging da ab?
Wer kann darüber berichten?

06.03.2010 18:04von Schreiber
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EK89/1

ich kann Dir nur aus dem WWW berichten, denn ich bin ja erst 1976
an den Kanten gekommen.

Quelle
http://www.forge-deutsche-einheit.de/infos/zeittafel.pdf


13.08.61: Bau der Berliner Mauer. Gleichzeitig Beginn des Baues des zweireihigen Stacheldrahtzaunes
an der Landgrenze zur BRD. Betonpfeiler, ca. 1,80 m hoch. Zaun
wurde abgesetzt von der Grenze (ca.10 bis 30 m) errichtet. Den „Grenz - oder
Warnzaun“ ließ man anschließend verfallen.(1949 -1961: 2,7 Millionen Flüchtlinge
aus der DDR nach Berlin-West bzw. in die BRD).Bevölkerungszahlen: der DDR =
17 Millionen, der BRD 62 Millionen). Gelände zwischen den Zaunreihen wurde
später vermint oder mit zusätzlichen Stacheldrahtrollen versehen. Im Anschluß an
den Zaun: 6 m Kontrollstreifen (Spurensicherung).

davor war die ...

1952/53: Errichtung der 1. Grenzsperre auf DDR-Gebiet unmittelbar in Grenznähe. „Grenzoder
Warnzaun“, 1,20 m hoher Stacheldrahtzaun , Holzpfähle. Dahinter „10 m
Kontrollstreifen“.

Gruß der Schreiber

06.03.2010 18:15von ( gelöscht )
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Zitat von EK89/1
Hallo an alle
Was am 13.08. in Berlin geschehen ist weis ja eigentlich jeder,
aber was ist an der Grünen Grenze an diesen Tag passiert?
Geredet und publiziert wurden ist ja nur die Mauer.
Wurde die Grenzsicherung am selben Tag verstärkt und Grenzsicherungen
aufgerüstet oder was ging da ab?
Wer kann darüber berichten?




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Hallo EK89/1! Die "Grüne Grenze" vor dem 13. 8. 61 unterschied sich schon sehr von Berliner Verhältnissen und war damals schon so gut gesichert, daß als Fluchtweg so gut wie immer die offene Grenze in Berlin in Frage kam. Du wirst sicher wissen, daß es vor der Grenze eine 5km tiefe Sperrzone gab, die nur mit Passierschein betreten werden durfte und direkt an der Grenze gab es noch den 500 m tiefen Schutzstreifen mit geharkten Kontrollstreifen. Für Fluchten über die Grüne Grenze mußte schon eine spezielle Geländekenntnis vorhanden sein. Deswegen waren die ersten Maßnahmen wohl immer das Entfernen "unzuverlässiger" Bewohner des Grenzgebietes und das "Säubern" des dicht an der Grenze liegendem Gelände von Bäumen, Buschwerk und Gebäuden zur Herstellung eines freien Sicht-und Schußfeldes. Ältere hölzerne Wachtürme wurden durch modernere ersetzt, Hundelaufanlagen wurden vermehrt eingerichtet und im Vorfeld zur direkten Grenze Signal-und Beleuchtungsanlagen auf den neuesten Stand gebracht. Ich bin auch mal gespannt, was hier noch alles ans Licht kommt.
Schönen Gruß aus Kassel.

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06.03.2010 20:13von Ari@D187
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Zitat von Schreiber
13.08.61: Bau der Berliner Mauer. Gleichzeitig Beginn des Baues des zweireihigen Stacheldrahtzaunes
an der Landgrenze zur BRD. Betonpfeiler, ca. 1,80 m hoch. Zaun
wurde abgesetzt von der Grenze (ca.10 bis 30 m) errichtet.


Nach meinen Unterlagen startete der Ausbau des zweireihigen Stacheldrahtzaunes erst im Oktober 1961. Die Zaunreihen hatten einen Abstand von ca. 4m. Der Zwischenraum wurde mit Stacheldrahtrollen und ersten Minen gesichert.

Im Frühjahr 1962 wurden dann Doppelzäune im Abstand von 20-30m errichtet und die ersten Minen vom Typ POMS-2 und PMD-6 von Hand verlegt. Die Experten wissen sicher nähere Details.

Stefan

07.03.2010 11:01von ( gelöscht )
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Im Juni 1959 war die Grenze noch nicht abgeriegelt. Die beiden DDR-Bürgerinnen (Auf dem Foto 1 rechts, im Hintergrund drei Grenzpolizisten) konnten sich noch mit Bundesbürgern unterhalten.
Foto 2 und 3 entstanden Anfang 1962 beim Bau des Minendoppelzauns.

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07.03.2010 11:53von Sonne
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Also nach den sehr schönen Bildern hätte man ja durchaus relativ problemlos die Seite wechseln können?

07.03.2010 12:02von ( gelöscht )
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Zitat von Sonne
Also nach den sehr schönen Bildern hätte man ja durchaus relativ problemlos die Seite wechseln können?


Hallo Sonne,
nach dem 13. August 1961 war es leider nicht mehr möglich. Schau Dir mal die Bewacher auf dem Foto 2.

Dieter1945

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07.03.2010 16:27von S51
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Zitat von Dieter1945

Zitat von Sonne
Also nach den sehr schönen Bildern hätte man ja durchaus relativ problemlos die Seite wechseln können?


Hallo Sonne,
nach dem 13. August 1961 war es leider nicht mehr möglich. Schau Dir mal die Bewacher auf dem Foto 2.

Dieter1945




Das konnte (und ist auch oft) vorher auch mächtig schief laufen. Kontrollstreifen und mehr oder weniger provisorische Hindernisse hat es vor dem 13.08.1961 weitaus mehr als in und um Berlin herum gegeben. Jedoch nicht ununterbrochen auf der gesamten Länge und dies eigentlich auch erst komplett ab den 70-er Jahren.
Verwandte von mir, die bis Ende der 60-er Jahre mehr oder weniger regelmäßige Grenzgänger zwischen Sachsen/Anhalt und Niedersachsen waren (sie wohnen jetzt in Celle), haben erzählt, dass sie zwar bis 1961 mehr Schlupflöcher fanden aber auch weitaus öfter in Deckung gehen mussten.
Und ehe ihr fragt: Nein, diese Geschichten habe ich dann auch erst nach 1990 erfahren. Wir wußten zwar voneinander aber nicht, wer was wo gemacht hat. Es gab ein ordentliches Hallo seinerzeit von wegen blauer Trabbi und eine solche "Vergangenheit".

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S51
07.03.2010 17:55von Sonne
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Trotzdem war es noch eine "offene" grenze ,nicht zu vergleichen mit der Zeit wo Minen lagen und der KFZ Sperrgraben entstand-oder?

07.03.2010 18:03von ( gelöscht )
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Das hing stark von der Lage,von den örtlichen Gegebenheiten ab.Durchgehend gab es keine konstante
einheitliche Sperranlagen,wie es später war.

"Offene " Grenze klingt verlockend,aber Kopf und Kragen hast du damals schon reskiert.

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07.03.2010 20:38von ( gelöscht )
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Zitat von Dieter1945
Im Juni 1959 war die Grenze noch nicht abgeriegelt. Die beiden DDR-Bürgerinnen (Auf dem Foto 1 rechts, im Hintergrund drei Grenzpolizisten) konnten sich noch mit Bundesbürgern unterhalten.
Foto 2 und 3 entstanden Anfang 1962 beim Bau des Minendoppelzauns.




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Hallo Dieter1945!
Ich habe mir das erste Bild mal sehr intensiv angeschaut und bemerkt daß zwischen den beiden Grenzpolizisten und der uns mit dem Rücken zugewandten 3. Person ein mehrreihiger Stacheldraht gespannt ist. Könnte es nicht auch sein, daß diese 3. Person ein westdeutscher Beamter ist und das DDR-Gelände erst hinter dem Stacheldraht beginnt und die beiden jungen Frauen sich auf westdeutschem Gebiet befinden und auch keine DDR-Bürgerinnen waren? Optisch (Bekleidung und Frisur) hätte ich sie nicht unbedingt als DDR-Standard vor dem Mauerbau angesehen

Schönen Gruß aus Kassel.

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07.03.2010 20:45von ( gelöscht )
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Wosch, du alter Analytiker.

Aber du hast Recht der mit dem Rücken zu uns trägt ein Barett, wird also ein West-Beamter sein. Der Stacheldraht ist mir beim ersten Ansehen gar nicht aufgefallen.

Denke dann du hast also auch Recht, was die beiden Damen betrifft.

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07.03.2010 20:48von ( gelöscht )
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Zitat
wosch
Hallo Dieter1945!
Ich habe mir das erste Bild mal sehr intensiv angeschaut und bemerkt daß zwischen den beiden Grenzpolizisten und der uns mit dem Rücken zugewandten 3. Person ein mehrreihiger Stacheldraht gespannt ist. Könnte es nicht auch sein, daß diese 3. Person ein westdeutscher Beamter ist und das DDR-Gelände erst hinter dem Stacheldraht beginnt und die beiden jungen Frauen sich auf westdeutschem Gebiet befinden und auch keine DDR-Bürgerinnen waren? Optisch (Bekleidung und Frisur) hätte ich sie nicht unbedingt als DDR-Standard vor dem Mauerbau angesehen

Schönen Gruß aus Kassel.



Das erkenne ich auch so.

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( gelöscht )
07.03.2010 20:52von Ari@D187
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Zitat von Feliks D.
Wosch, du alter Analytiker.

Aber du hast Recht der mit dem Rücken zu uns trägt ein Barett, wird also ein West-Beamter sein.


Feliks, eine weitere Variante wäre West-Landwirt mit Heinz Becker Schiebermütze.

Stefan

07.03.2010 20:59von ( gelöscht )
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Könnte es auch sein,das die beiden Damen zwar vor dem Stacheldraht stehen,sich aber auf
vorgelagertern Hoheitsgebiet der DDR befinden und mit den Westdamen plaudern,sich der westdeutsche
Beamte also auch auf DDR gebiet befindet,aber noch vor dem Zaun?

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