Für wen interssierte sich der BND ?

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03.03.2010 23:11 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2010 23:14)
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Augenzeuge,

nein, Juretzko kann man nicht unbedingt trauen. Muss mich mal selber zitieren:

Zitat von CaptnDelta
Somit bin ich bei Ostrovsky, wie bei allen Geheimdienstmitarbeitern, immer skeptisch: Die Arbeit in einem Geheimdienst bringt mit sich, das manche eine etwas "eigentuemliche" Einstellung zur Wahrheit bekommt. Das zieht sich auch durch die Publikationen z.B. von Stiller oder Juretzko.

Das Buch von Juretzko ist eigentlich ein Roman, in dem ein selbstverliebter "Held" Geheimdienstabenteuer im Stile eines Jerry Cotton erzaehlt - von daher unterscheidet sich das Buch nicht wesentlich gegenueber den Buechern von Stiller oder Ostrovsky. Die "Fakten", welche er dabei bringt (z.B. auch die von Gilbert angesprochenen Vorgaenge) waren schon laenger vorher durch die Presse veroeffentlicht worden.

-Th
EDIT: Rezension vomn Schmidt-Eenboom


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04.03.2010 14:15
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#17
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Zitat von Augenzeuge

Zitat von GilbertWolzow

Die Professionalität sei beim BND ganz allgemein mangelhaft gewesen, es hätten teils chaotische Zustände geherrscht – insgesamt sei der Dienst kein ernsthafter Gegenspieler, insbesondere für die Stasi, gewesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Juretzko



Komisch. Aber von Juretzko kann man wohl die Wahrheit darüber nicht ganz erwarten.
Hier sagt die Stasi etwas ganz anderes:

"...es gibt ein Lob, sogar in schriftlicher Form. Und es kam ausgerechnet vom ärgsten Gegner. Der BND, so resümierte nämlich um 1980 die für Spionageabwehr zuständige Hauptabteilung II des Ministeriums für Staatssicherheit, habe nicht nur bestens Bescheid gewusst über das "auf dem Territorium der DDR dislozierte militärische Potential" der Sowjets - was bei einer durchaus möglichen kriegerischen Auseinandersetzung von erheblichem Vorteil gewesen wäre. Mehr noch: Auf die Schließung der Grenze sei der BND von allen westlichen Geheimdiensten "am besten vorbereitet" gewesen, sagt Maddrell. Seine Quellen sind über jeden Zweifel erhaben: eben einschlägige Stasi-Berichte."

Der ganze Beitrag: http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...,507607,00.html

AZ





AZ,

sehe ich anders.

Die Zahlen die man zur DDR hatte, waren nicht so genau.

Und das sich im Jahr 1968 in der CSSR - bzw. Staatsgrenze - was bewegte, war ja nun wirklich kein Geheimnis.


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04.03.2010 18:57
avatar  Alfred
#18
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AZ,

wenn ich lese, dass man über genaue Zahlen verfügte, muss ich schon schmunzeln.

Es gibt ein streng geheimes Papier von Minister Mielke , wo es um Aufklärungsergebnisse der Dienste WEST geht, welches sich auf die NVA / DDR bezieht.

Ich nenne mal einige Beispiele, jeder darf sich dann selbst eine Meinung bilden.

Die BRD beschäftigte sich in den Aufklärungsergebnissen mit den Reservisten, hier lag man um 1,6 Millionen Mann daneben.

Die BRD ging im Verteidigungsfall davon aus, dass der DDR weitere 4 Divisionen zur Verfügung stehen, richtig ist aber fünf.

Die Luftstreitkräfte / Luftverteidigung der DDR wurden mit 43.000 Mann eingeschätzt, richtig sind 37.000 Mann.

Bei den Fliegerkräften ging man von 780 Luftfahrzeugen aus, richtig sind 685.

Man ging in der BRD davon aus, dass die DDR im Verteidigungsfall für die Luftstreitkräfte Reserven für Munition für 14 – 16 Tage besitzt, richtig ist aber für ca. 40 Tage.

Jeder mag einschätzen, ob dies genaue Aufklärungsergebnisse sind.


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04.03.2010 19:47
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#19
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Zitat von Alfred
AZ,

wenn ich lese, dass man über genaue Zahlen verfügte, muss ich schon schmunzeln.

Es gibt ein streng geheimes Papier von Minister Mielke , wo es um Aufklärungsergebnisse der Dienste WEST geht, welches sich auf die NVA / DDR bezieht.

Ich nenne mal einige Beispiele, jeder darf sich dann selbst eine Meinung bilden.

Die BRD beschäftigte sich in den Aufklärungsergebnissen mit den Reservisten, hier lag man um 1,6 Millionen Mann daneben.

Die BRD ging im Verteidigungsfall davon aus, dass der DDR weitere 4 Divisionen zur Verfügung stehen, richtig ist aber fünf.

Die Luftstreitkräfte / Luftverteidigung der DDR wurden mit 43.000 Mann eingeschätzt, richtig sind 37.000 Mann.

Bei den Fliegerkräften ging man von 780 Luftfahrzeugen aus, richtig sind 685.

Man ging in der BRD davon aus, dass die DDR im Verteidigungsfall für die Luftstreitkräfte Reserven für Munition für 14 – 16 Tage besitzt, richtig ist aber für ca. 40 Tage.

Jeder mag einschätzen, ob dies genaue Aufklärungsergebnisse sind.




............richtig:
strukturmäßig vorhanden:
1. MSD Potsdam
8. MSD Schwerin
9. PD Eggesin
4. MSD Erfurt
11. MSD Halle
7. PD Dresden
Anmerkung: MSD= Mot.-Schützen Division, PD= Panzerdivision
im Fall der Mobilmachung:
6. MSD Königswartha
10. MSD Ronneburg
17. MSD Petersroda
19. MSD Wulkow
20. MSD Bredenfelde


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04.03.2010 19:53
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#20
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Donnerwetter, Alfred, jetzt kommst du mit Zahlen aus einem Geheimpapier von Mielke. Bist doch nicht nur Koch gewesen.....

Nun, ich freue mich auf mehr Geheimpapiere, mehr Insiderinfos, vielleicht auch welche, wo nicht nur der feindliche Geheimdienst schlecht wegkommt, könnte ja auch sein, dass es Selbstkritische gab....

Grundsätzlich bewerte ich das echt positiv von dir- ehrlich- bisher warst du ja auf manche Bitten um mehr "Insider"-Infos nicht nachgekommen- nun meckere nicht, ich weiß, was du schreibst, entscheidest du....

Zu den Zahlen:
Es ist möglich, dass die BND-Zahlen falsch waren. Meist gab es ja noch einen Zuschlag X, den der BND vornahm. Vermutlich hatten die sich nicht so viel Mühe gegeben. Ein bisschen Schwund ist ja immer.
Oder:
Es ist möglich, dass man wollte, dass ihr diese Zahlen so bekommt.


Frage:
Hattet ihr Zahlen von der Gegenseite?
Waren die denn genauer?

Übrigens, auch bei den Mitarbeitern der Stasi lag man beim BND stark daneben, so viele konnte man sich doch nicht vorstellen.

AZ


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04.03.2010 21:18
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#21
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@ Augenzeuge,

ja, solche und ähnliche Erkenntnisse lagen vor. Hier muss man aber trennen zwischen den Aufgaben der HVA des MfS und der Militäraufklärung der NVA.

Zu letzterem schätzt Dr. Bodo Wegmann ein:

Nach 1990 werteten Experten der Bundeswehr und anderer Stellen die Datenbasis der VA-Aufklärung aus. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass
nur etwa ein Promille der Daten inexakt war. ..... Die ostdeutsche Armeeaufklärung verfügte beständig über die Fähigkeit, den ihr fast vierzig Jahre gestellten Auftrag, an der Früherkennung einer gegnerischen militärischen Überraschung mitzuwirken, erfüllen zu können.

Grüße

Hartmolch


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04.03.2010 22:23
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Die VA-Aufklärung stützte sich eben seinerzeit mehr auf Fakten als Erzählungen.
A pro pos, das scheint auf der Gegenseite manchmal anders gewesen zu sein. Sie haben sich seinerzeit schon etwas merkwürdig angestellt, die Herren von den anderen drei Buchstaben. Meinten sie wirklich, ich hätte nichts Besseres zu tun gehabt, als irgendjemandem irgendwelche dienstlichen Details sogar über Ländergrenzen hinweg mitzuteilen? In der Familie mehr zu erzählen, als dass ich eben bei GT oder später Polzens war? Wozu denn? Meine Leute haben nicht mal genau gewußt, wo und was ich war. Ich konnte mir doch denken, das da mancher neugierig sein könnte. Da war es klar, das niemand etwas wissen musste, was er nicht brauchte oder andere kompromitieren konnte. Sie scheinen wirklich geglaubt zu haben, irgendjemand würde wie eine angespitzte Heuschrecke lospesen, nur, weil da jemand einen halbgehörten Namen in die Welt schickt? Klar war das für mich ein Achtungszeichen aber noch lange kein Grund auch nur irgendwie besonders zu reagieren. Und natürlich habe ich dafür gesorgt, möglichst eben nicht abgreifbar zu sein und niemanden aus der Familie angreifbar zu machen.
Aber trotzdem, seit dem braucht mir keiner zu erzählen, MfS wäre der einzige Geheimdienst mit vielleicht nicht so ganz sauberen Methoden gewesen.


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05.03.2010 13:26
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#23
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War die Frage jetzt "Für wen interessierte sich der BND" odeer war es "Wer ist der bessere Geheimdienst?"

Eines steht wohl außer Frage Alfred, auch wenn ich nicht deine Legende kenne, keiner hier in diesem Forum die zweite Frage beantworten können. In keinem Geheimdienst der Welt, bestand für einen normalen Mitarbeiter (damit meine ich in der Hirarchie) ein Überblick über mehrere Abteilungen, Orgenanisationseinheiten o. ä. Aus diesem Grunde ist ein Vergleich schon daher unmöglich. Zum anderen bezieht jeder Geheimdienst Informationen und Ergebnisse von befreundeten Diensten mit ein. Aus diesem Grund spielen die eigenen gewonnenen Daten nicht die alleinige tragende Rolle. Der BND hat schon immer einen regen Austausch mit dem amerikanischen, englischen, französischen und israelischen Geheimdienst gehabt. Dieser Austausch war sicherlich zur Zeit des Kalten Krieges intensiver als er heute der Fall ist. Grund ist sicherlich das unterschiedliche Ziel, welches zu erreichen versucht wird. Der Austausch von den Diensten geht sogar ganz normal über die KW vonstatten, z. B. mit dem Mossad unter - Israelisches Rufzeichen: "C37A", Deutsches Rufzeichen: "6XM8" - 100 Baud Baudot RTTY Modus Frequenz 10749.5, 11434, 12224, 12276 (Auszug). Aus diesen ganzen Gründen konzentriert euch doch lieber auf die Ursprungsfrage.


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05.03.2010 13:54
avatar  Alfred
#24
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Karl,

ich bin überzeugt, dass es schon einige Personen gibt, die einen guten Überblick hatten.


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05.03.2010 17:53
avatar  Merkur
#25
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Zitat von karl143
War die Frage jetzt "Für wen interessierte sich der BND" odeer war es "Wer ist der bessere Geheimdienst?"

Eines steht wohl außer Frage Alfred, auch wenn ich nicht deine Legende kenne, keiner hier in diesem Forum die zweite Frage beantworten können. In keinem Geheimdienst der Welt, bestand für einen normalen Mitarbeiter (damit meine ich in der Hirarchie) ein Überblick über mehrere Abteilungen, Orgenanisationseinheiten o. ä. Aus diesem Grunde ist ein Vergleich schon daher unmöglich. Zum anderen bezieht jeder Geheimdienst Informationen und Ergebnisse von befreundeten Diensten mit ein. Aus diesem Grund spielen die eigenen gewonnenen Daten nicht die alleinige tragende Rolle. Der BND hat schon immer einen regen Austausch mit dem amerikanischen, englischen, französischen und israelischen Geheimdienst gehabt.



Ich möchte die HV A auch nicht mit dem BND vergleichen. Fakt ist jedoch, dass die HV A in Politik, Wirtschaft, Militär und Geheimdiensten über bedeutende Objektquellen in den jeweiligen Zielobjekten verfügte. Über diese verfügte der BND nicht, wenn man mal von den Anfangsjahren und den damaligen Positionen/temporären Erfolgen, wie Hermann Kastner, absieht.
Wie komme ich darauf ? Die HV A hatte Zugang zum Quellemcomputer des BND. Hier wurde für die HV A regelmäßig die Quellenlage in der DDR und den WV-Staaten abgefragt. Der Computer enthielt zwar logischerweise keine Klarnamen, aber im BND war es üblich, eine Quellenbeschreibung (z. B. Wirtschaftsspezialist mit Zugang zu XYZ), zu vermerken. Mit einer gewissen Häufung solcher Angaben, gelang es relativ unkompliziert solche Quellen in der DDR zu enttarnen. Du kannst davon ausgehen, dass die Zentrale in der Normannenstraße ziemlich genau informiert war. Wenn man die Kasernenlatscher, Lkw-Fahrer und Binnenschiffer ausklammert, dann bleibt am Ende nicht viel über. Ich gehe von ca. 100 erwähnenswerten Agenten, davon kaum 30 mit einigermaßen Zugang zu Informationen, aus.
Zum Informationsaustausch: Wie sah der denn konkret aus ? Glaubst Du, die CIA hat Pullach alles mitgeteilt ? Das haben die Dienste der Bundesrepublik nicht mal untereinander getan, weil der eine Lecks beim anderen vermutete.


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05.03.2010 19:48
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#26
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Zitat von Weichmolch
Hartmolch


Juergen, ich gratuliere Dir zum 100. Beitrag.

Duane


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05.03.2010 19:56
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#27
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Duane, da muß Er im Radio ne Runde schmeißen


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