Der "SV-Ausweis" war wichtiger als der Personalausweis

28.02.2010 10:25
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#1
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Also wenn ich mir da mal unsere Sozialversicherungsausweise anschaue kann ich ja nur schmunzeln wenn ich hier lese was auf den SV Ausweisen in der DDR alles drauf gestanden hat. Das war ja kein Ausweis sondern ein Lebenslauf

Dokumentiert wurde das meiste in dem legendären "SV-Ausweis". Bei Eintritt in das Berufsleben bzw. bei Aufnahme eines Studiums nach Abschluss der EOS erhielt jeder einen "Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung", grün, in Postkartenformat, 64 Seiten umfassend. Neben persönlichen Daten wurden darin fortlaufend folgende Angaben eingetragen: Schul-, Berufs-, Fach-, Hochschulbildung; Spezialkenntnisse, Qualifizierungsmaßnahmen, soweit sie durch Abschluss belegt waren; staatliche und betriebliche Auszeichnungen; Urlaubs- und Lohnausgleichsansprüche sowie anspruchsberechtigte Familienangehörige; sämtliche Arbeitsrechts- und SV-Verhältnisse; alle Heilbehandlungen und Krankschreibungen mit Diagnoseschlüssel; genehmigungspflichtige Heil- und Hilfsmittel (Brillen, Hörgeräte); Schutzimpfungen, Serumgaben, Reihenuntersuchungen, Tauglichkeitsuntersuchungen für bestimmte Berufe, Blutgruppenbestimmung.


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28.02.2010 10:32 (zuletzt bearbeitet: 28.02.2010 10:33)
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#2
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Zitat von Angelo
Also wenn ich mir da mal unsere Sozialversicherungsausweise anschaue kann ich ja nur schmunzeln wenn ich hier lese was auf den SV Ausweisen in der DDR alles drauf gestanden hat. Das war ja kein Ausweis sondern ein Lebenslauf

Dokumentiert wurde das meiste in dem legendären "SV-Ausweis". Bei Eintritt in das Berufsleben bzw. bei Aufnahme eines Studiums nach Abschluss der EOS erhielt jeder einen "Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung", grün, in Postkartenformat, 64 Seiten umfassend. Neben persönlichen Daten wurden darin fortlaufend folgende Angaben eingetragen: Schul-, Berufs-, Fach-, Hochschulbildung; Spezialkenntnisse, Qualifizierungsmaßnahmen, soweit sie durch Abschluss belegt waren; staatliche und betriebliche Auszeichnungen; Urlaubs- und Lohnausgleichsansprüche sowie anspruchsberechtigte Familienangehörige; sämtliche Arbeitsrechts- und SV-Verhältnisse; alle Heilbehandlungen und Krankschreibungen mit Diagnoseschlüssel; genehmigungspflichtige Heil- und Hilfsmittel (Brillen, Hörgeräte); Schutzimpfungen, Serumgaben, Reihenuntersuchungen, Tauglichkeitsuntersuchungen für bestimmte Berufe, Blutgruppenbestimmung.



klaro angelo, besser als die zettelwirtschaft heutzutage war das allemal...
vor allem erforderte es auch weniger beamtentum...
heutzutage muss ich suchen, ordner wälzen, damals ein griff.
im übrigen glaube ich kaum, daß die vp an der kontrollstelle sperrgebiet
bzw grenzer bei kontrollen meinen sv-ausweis anstelle des pa akzeptiert hätten...


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28.02.2010 11:17
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#3
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Zumindest waren Missbrauch von Kassenleistungen und Ärztehopping nicht möglich.
Ob das Ding den heutigen Datenschutzanforderungen genügt, glaube ich nicht.

Grüße der Ahnenforscher


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28.02.2010 11:21
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#4
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Zitat von Ahnenforscher
Zumindest waren Missbrauch von Kassenleistungen und Ärztehopping nicht möglich.
Ob das Ding den heutigen Datenschutzanforderungen genügt, glaube ich nicht.

Grüße der Ahnenforscher


wieso, ahnenforscher?
diskreter als heute, behaupte ich mal und für mich jederzeit nachlesbar...
weisst du, was heutzutage alles auf den chips gespeichert ist und wer die alle liest???


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28.02.2010 11:25
#5
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Zitat von Ahnenforscher
Zumindest waren Missbrauch von Kassenleistungen und Ärztehopping nicht möglich.
Ob das Ding den heutigen Datenschutzanforderungen genügt, glaube ich nicht.

Grüße der Ahnenforscher



was heißt hier "Datenschutzanforderungen", den SV-Ausweis bekamen doch nur die Lohnbuchhaltung, der Arzt oder Krankenhaus und man selbst in die Hand.

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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28.02.2010 11:46
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#6
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Ja, rh und Harsberg. Ich kenne auch die gegenwärtigen Diskussionen um die erweiterte Chipkarte sowie Vorschläge, um ähnlich wie mit dem SV- Ausweis, zu verfahren. Grundsätzlich geht es natürlich nicht. Der Datenschutz hat es zu verhindern. "Ein Schelm der Böses denkt".

Grüße Ahnenforscher


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28.02.2010 13:18
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#7
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Als ich 9 Jahre in Belgien gearbeitet habe hatte ich die dort gebräuchliche SIS-card.....die war sowas ähnliches, hatte nen Chip und dadrauf waren alle relevanten Daten, die man nötig hatte, wenn man irgendwo zum Arzt mußte.....

groetjes

Mara


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28.02.2010 13:41
#8
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Zitat von Ahnenforscher
Ja, rh und Harsberg. Ich kenne auch die gegenwärtigen Diskussionen um die erweiterte Chipkarte sowie Vorschläge, um ähnlich wie mit dem SV- Ausweis, zu verfahren. Grundsätzlich geht es natürlich nicht. Der Datenschutz hat es zu verhindern. "Ein Schelm der Böses denkt".

Grüße Ahnenforscher



Also mein lieber Ahnenforscher,
zwischen DDR-SV-Ausweis und heutiger/künftiger Chipkarte besteht doch wohl ein ganz gravierender Unterschied

=============================================================================================
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28.02.2010 14:24
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#9
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Hallo,so sehen die Hefte aus.Wer noch einen hatt,Bitte aufheben für die Rente....
Greso


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28.02.2010 14:31
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#10
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Da ich ebenfalls kein Freund der heutigen Zettelwirtschaft bin und auch immer wieder mal diese Rentenbescheide und Arbeitsnachweise suche,muß ich sagen,dass der ehem.DDR SV-Ausweis auch für mich klare Vorteile gegenüber der heutigen Handhabung hatte.Alles war zentral in dem einem Dokument festgehalten und man musste nichts zusammensuchen.
Außerdem standen da für mich auch keine Geheimnisse drin.
Es wurden die Arztbesuche abgestempelt und die damaligen bishergen Arbeitsstellen eingetragen.
Auch der Jahresverdienst und Impfungen wurden vermerkt.
Heute wie hier schon angemerkt,sicherlich nicht im Einklang mit dem Datenschutz,aber damals hat mich das nicht wirklich gestört.Da gab es das Wort Datenschutz gar nicht in unserem Vokabular.Heute sehe ich das anders.
Zum Glück konnte ich meine Arbeitsbiographie für mein Rentenkonto Lückenlos vorweisen,so das es diesbezüglich noch keine Probleme gab.Hatte bis jetzt auch nur einmal die Arbeitsstelle gewechselt.
Wer aber oft den Arbeitsplatz wechselte,aus welchen Gründen auch immer,kann schon Probleme bekommen,seine Nachweise Lückenlos vorzulegen.Das geschah oft zur Wendezeit,wenn die Betriebe vom Erdboden verschwunden und keine Unterlagen mehr aufzutreiben waren.Dann braucht man Zeugen etc.und "das Bein kann dick werden".

Gruß ek40


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28.02.2010 14:35 (zuletzt bearbeitet: 28.02.2010 14:38)
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#11
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im übigen wäre es ein leichtes gewesen, bei verlust des pa einen neuen zu bekommen,
bei verlust des sv-ausweises allerdings...datenverlust
also trifft die aussage des threadtitels eigentlich zu...


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28.02.2010 15:07
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#12
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Zitat von Harsberg

Zitat von Ahnenforscher
Ja, rh und Harsberg. Ich kenne auch die gegenwärtigen Diskussionen um die erweiterte Chipkarte sowie Vorschläge, um ähnlich wie mit dem SV- Ausweis, zu verfahren. Grundsätzlich geht es natürlich nicht. Der Datenschutz hat es zu verhindern. "Ein Schelm der Böses denkt".

Grüße Ahnenforscher



Also mein lieber Ahnenforscher,
zwischen DDR-SV-Ausweis und heutiger/künftiger Chipkarte besteht doch wohl ein ganz gravierender Unterschied



Naja, man muss immer fragen, wem nützt es. Ob Chipkarte oder Buch, alles könnte verwendet werden. Das Chipkarten oder ähnlioche Dinge mittlerweile leicht manipulierbar sind, sollte bekannt sein.


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28.02.2010 19:31
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#13
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Ihr habt völlig recht. Es ist heute technisch kein Problem einen Arzt- oder Krankenhauscomputer anzuzapfen und dort Daten einzustellen oder herunterzuladen. Die Software ist überall die gleiche. Krankendaten sind sehr begehrt, andere Daten auch. Stellt euch vor ein Mädel bekommt die Mitteilung, das ihr Freund an Vorhautverengung leidet. Das wäre mit dem grünen SV- Buch nicht passiert. Wenn das Mädel auf Nachschau besteht kann es noch gut enden, aber wenn nicht? Mit dem Datenschutz kann man heute ganz gut Behörden erschrecken. Die bringen mit ihren PC- Verwaltungen immer mehr die Großen und die Kleinen durcheinander. Ich meide heute jegliche Kundenkarte oder ominöse Punktesammelkarte. Das habe ich einmal gemacht und wurde mit Musterproben von Slipeinlagen versorgt, trotz der Anrede "Herr". Meine Frau hat herzhaft gelacht und fragte warum ich diese Muster für sie bestellt habe.
Anscheinend wurde Datenschutz früher erster genommen. Heute ist es Tagesgeschäft und Mode, Daten Anderer zu versilbern.

Grüße Ahnenforscher


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