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#121

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 17:27
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Das LPG Bauern Teilhaber waren ist ja ein ganz besonderer Treppenwitz. Die Produktion wurde von übergeordneten Organen diktiert und die Gewinne wurden vor der Verteilung abgeschöpft.

Der eigentliche Genossenschaftsgedanke war nur auf dem Papier vorhanden. Die Genossenschafter hatten in der Regel überhaupt nichts wesentliches zu entscheiden.

Zielstellung der Politik war auf lange Sicht die Verstaatlichung und damit endgültige Enteignung der Landeigentümer. Wenn die Generation der ehemals selbstständigen Landwirte durch die natürlichen Prozesse verschwunden war, dann wäre das durchsetzbar gewesen.


Der Hesselfuchs


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#122

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 17:29
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Zitat von Merlini im Beitrag #120
Das sehe ich etwas anders, dass war keine Gewinnausschüttung sondern doppelte Ausbeutung. Wenn andere Feierabend hatten, sind wir noch mal los. Am 7. Oktober war meistens Großkampftag auf dem Rübenacker oder beim Kartoffel lesen. Die erzielte Erlöse sind zum großen Teil in die Höfe investiert worden.

Wenn die Bezahlung in der LW in etwa der in der Industrie entsprochen hätte, hätten sich das viele nicht mehr angetan.

Der Hesselfuchs


Wo war da Ausbeutung? Auf dem Land fuhr man zu DDR-Zeiten meist recht große Autos (häufig als "junge gebrauchte" zum doppelten Neupreis schwarz gekauft), hatte Einfamilienhäuser, von denen der Industriearbeiter (oder auch Angestellte im öffentlichen Dienst) nur träumen konnte. Dem Bauern saß das Geld meistens recht locker in der Brieftasche.


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#123

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 17:34
von Gelöschtes Mitglied
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Wer 340 Tage im Jahr gearbeitet hat, hatte wenig Zeit sein Geld sinnvoll auszugeben. ich kenne das noch, dass in der Tierproduktion mit ach und krach der Urlaub gewährt wurde.

Ich selber habe viele Monate mit über 350 Stunden und einmal sogar 416 Stunden gearbeitet.

Da kommt der Neid auf die Landwirtschaft wieder durch. Die brauchen sich keine Wurst, kein Fleisch, keine Eier,kein Obst und Gemüse zu kaufen. Die müssen nur alles ernten was da von alleine wächst.

Der Hesselfuchs


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#124

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 17:42
von StabsfeldKoenig | 3.015 Beiträge | 441 Punkte
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Zitat von Merlini im Beitrag #121
Das LPG Bauern Teilhaber waren ist ja ein ganz besonderer Treppenwitz. Die Produktion wurde von übergeordneten Organen diktiert und die Gewinne wurden vor der Verteilung abgeschöpft.

Der eigentliche Genossenschaftsgedanke war nur auf dem Papier vorhanden. Die Genossenschafter hatten in der Regel überhaupt nichts wesentliches zu entscheiden.

Zielstellung der Politik war auf lange Sicht die Verstaatlichung und damit endgültige Enteignung der Landeigentümer. Wenn die Generation der ehemals selbstständigen Landwirte durch die natürlichen Prozesse verschwunden war, dann wäre das durchsetzbar gewesen.


Der Hesselfuchs


Und welcher Parteitag sollte dies beschließen? Möglicherweise hätte man im Einzelfall Genossenschaftstanteile aufgekauft um weitere Volkseigene Güter zu schaffen, obwohl diese mehrheitlich als Forschungs- und Leitbetriebe für die LPG's tätig waren.


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#125

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 17:42
von furry | 4.069 Beiträge | 2193 Punkte
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Auch wenn ich nur kurze Zeit LPG-Mitglied war, zu oben muss ich @Merlini Recht geben.
Vor allem in der Tierproduktion und hier in der Milchproduktion in vielen LPG kannten die Genossenschaftsbauern das Wort Urlaub nur vom Papier. Vom 1.1. bis 31.12. ging es bei Wind und Wetter früh von 4 bis 8 Uhr und Nachmittag nochmal in den Kuhstall.
Was die Gewinnbeteiligung betraf, ohne dem Weggefundenen, war es so, dass jedem Genossenschaftsmitglied der Ertrag von 0,25 ha zustand, ob in Naturalien oder Geld.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#126

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 17:49
von furry | 4.069 Beiträge | 2193 Punkte
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Den einzigen Vorteil den die LPG gegenüber dem staatlichen Sektor hatten, sie brauchten nur 50% ihres Gewinnes abführen.
Und wie die Gewinnsituation in den einzelnen Betrieben war, konnte man am Dorfbild sehen.
Gut wirtschaftende Betriebe, das waren meist die, in denen der Vorsitzende den Parteisekretär klein halten konnte und ein dickes Fell gegenüber den Wünschen von Rat des Kreises und SED-Kreisleitung hatte, haben den verbliebenen Gewinn in Kindereinrichtungen, Schulspeisung und Arztpraxen investiert.


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#127

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 17:54
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Die Genossenschaften haben oft ohne jegliche Rechnungslegung Dienstleistungen (Winterdienst, Transportleistungen, Mäh arbeiten) für die Gemeinden erledigt. So kam das Geld wenigstens dem eigenen Umfeld zu gute. Auch die Bauleistungen für Verkaufsstellen und Kindereinrichtungen waren nicht wenig.

Der Hesselfuchs


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zuletzt bearbeitet 06.04.2015 18:09 | nach oben springen

#128

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 22:00
von Gelöschtes Mitglied
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Es ist schon immer erstaunlich wie sich manche User eine Meinung über ein Thema bilden, welches sie nur vom hören sagen oder aus dem ND kennen.

Ähnlich läuft es auch in vielen anderen Themen ab. Da kommen Allgemeinplätze und Parolen aus der Steinzeit. Das bringt aber den wissensdurstigen User keine Erkenntnisse.

Der Hesselfuchs


rasselbock und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#129

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 06.04.2015 22:20
von der alte Grenzgänger | 1.381 Beiträge | 1726 Punkte
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Zitat von Merlini im Beitrag #128
Es ist schon immer erstaunlich wie sich manche User eine Meinung über ein Thema bilden, welches sie nur vom hören sagen....kennen. .....

Der Hesselfuchs


... kenn ich aus meiner Praxis als Wasserwirtschaftler auch-
jeder, der einmal am Tag schei..en geht, ist damit automatisch Experte für Abwasserableitung und - behandlung !
Und erklärt mir dann, wie es wirklich ist ... und glaubt den Mist auch noch selbst..

Siggi
(der Bezug zum Thema "Bauern" ist automatisch über die Assoziationskette "Abwasser- Gülle- Düngung- Acker- Bauer"- hergestellt- also nix OT !)


"Jeder klagt über sein Gedächtnis und niemand über seinen Verstand"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)


vs1400, rasselbock und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#130

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 00:07
von vs1400 | 3.292 Beiträge | 4048 Punkte
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #110
War zwar nie aktiver Landwirt, aber einiges habe ich nun doch mitbekommen. Bin auf dem Dorf geboren und habe regelmäßig meine Ferien dort verbracht. mein Onkel, erst Einzelbauer, später dann auch LPG-Mitglied, hatte mich oft mitgenommen, wenn er als Einzelbauer seine Schollen bearbeitete. Zu den Erfahrungen mit Kollektivierung und Betriebsgröße habe ich jetzt gerade mit meiner Cousine gesprochen, der Tochter meines Onkels. Sie erzählte mir, daß damals kein Bauer freiwillig in eine LPG eingetreten ist. Bei dem einem war der Widerstand nur gering, bei einem anderen wieder größer. Ihr Onkel wiederum war einer der letzten, die rein sind. Sie weiß zwar nicht im Einzelnen, wie die Bauern "überzeugt" wurden, aber mehr oder weniger Druck, man kann auch sagen, eine Art Erpressung, wird schon gewesen sein. Da wird es u.a. Bevorzugung bei der Verteilung von Düngemittel und Maschinenausleihe gegeben haben. Auch spielte es wohl eine zunehmende Rolle, da sich der Beitritt nicht gleichzeitig vollzog sondern sich über einen längeren Zeitraum hinzog, daß die Bewirtschaftung größerer zusammenhängender Flächen an ihre Grenzen stieß, wenn sich mittendrin noch ein privates Handtuch befand. Ich würde sagen, daß vielen Bauern damals nicht klar war, daß es nur in einer Genossenschaft eine Überlebenschange gab. In der alten BRD hat sich das auf andere Weise, die m.E. für den Einzelnen noch brutaler erscheinen mußte, von selbst erledigt: Pleite. Bauernsterben, dieses Wort war in den Medien präsent. Denen gehörte dann gar nichts mehr, nicht mal als genossenschaftliches Eigentum. Mein Onkel hatte eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 20 Morgen ( 1 Morgen = 25 x 100 m) = 5 ha. Der Boden war zum großen Teil nicht der Beste. Die Teile, die in der Talebene lagen, brachten gute Erträge, die Hanglagen (Buntsandtsein als Untergrund) deutlich weniger und die Abspülung der Humusschicht durch Niederschläge machte ihnen zu schaffen. Kann mich noch erinnern, was für eine gelbbraune Schlammbrühe sich bei stärkeren Gewittern auf der Straße entlangwälzte, mehrere Zentimeter Schlamm hinterlassend.
Lt. meiner Cousine wurde als LPG-Mitglied mit der Nebenwirtschaft verdient. Gänse, Kaninchen, Enten, Schwein und natürlich Obst und Gemüse. Auch bekamen sie dafür wieder Deputat für die Versorgung ihres privaten Viehs. Mein Onkel und Tante hatten dazu am Dorfrand auf einem Teil des Feldes ein etwa, wie ich mich erinnern kann, gut einen Morgen großes Grundstück, welches nicht in genossenschaftliches Eigentum überführt war und schon vorher als Gartenland galt. Kann mich noch an die Streuobstwiese mit vorrangig Süßkirschen, Sauerkirschen, Äpfel und Zwetschgen erinnern. Dafür wurde im staatlichen Aufkauf gut bezahlt. Kennen ja auch die Kleingärtner aus der Vorwendezeit.
Was die Gründe für die Kollektivierung betrifft, sollte man dabei die Zeit und damalige präkere Versorgungslage mit Nahrungsmitteln nicht außer Acht lassen. Nur durch Zusammenlegungen und Einsatz neuer, effektiverer Technik und nach damaligen Stand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse wurde sich eine spürbare Verbesserung und Erhöhung der Erträge erhofft, die ja dann auch eingetreten ist (Wegfall der Marken). Wenn ich mich so an die Bauern in meinem Dorf erinnere, wären es m.E. nicht mehr als drei oder vier Gehöfte gewesen, die auch unter bundesrepublikanischen Verhältnissen über die Runden gekommen wären. Alle anderen hätten verkauft, ein mehr oder weniger großes Stück für private Versorgung behalten und sich in der Stadt als Arbeiter verdingt. Wie wäre denen zu mute gewesen, wenn sie dabei täglich an ehemals ihnen gehörenden Feldern vorbeifuhren ?


hallo DoreHolm,
dass deputat bekamen nur genossenschaftmitglieder,
unabhängig davon, ob sie vieh oder ähnliches hatten.

doch was sich viele so hielten, hätte nie nur vom deputat leben können.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#131

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 00:22
von vs1400 | 3.292 Beiträge | 4048 Punkte
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #106
Und warum ist das jetzt wichtig ?


Pit l59,
weil einem der vergleich fehlt.

zb.: du bist zwar im medizinischem bereich tätig, doch wirst du mir im diabetischen bereich nur deine erfahrungen vermitteln können.
wer von uns beiden weicht nun eher von der praxis ab? ...

gruß vs


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#132

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 00:42
von vs1400 | 3.292 Beiträge | 4048 Punkte
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Zitat von Merlini im Beitrag #120
Das sehe ich etwas anders, dass war keine Gewinnausschüttung sondern doppelte Ausbeutung. Wenn andere Feierabend hatten, sind wir noch mal los. Am 7. Oktober war meistens Großkampftag auf dem Rübenacker oder beim Kartoffel lesen. Die erzielte Erlöse sind zum großen Teil in die Höfe investiert worden.

Wenn die Bezahlung in der LW in etwa der in der Industrie entsprochen hätte, hätten sich das viele nicht mehr angetan.

Der Hesselfuchs


hm Merlini,
übers jahr gesehen und ooooops, war es doch eigentlich wie bei der asche.
je länger du dabei warst ... .

delegierte saisonkräfte schossen echt den vogel ab,
in der ernte.

gruß vs


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#133

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 10:58
von Mike59 | 8.794 Beiträge | 2978 Punkte
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Zitat von vs1400 im Beitrag #131
Zitat von Pit 59 im Beitrag #106
Und warum ist das jetzt wichtig ?


Pit l59,
weil einem der vergleich fehlt.
....
....

gruß vs


Traurig das man dies extra noch erklären muss.



94 und Büdinger haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#134

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 15:49
von Gert | 14.058 Beiträge | 6676 Punkte
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Zitat von Merlini im Beitrag #128
Es ist schon immer erstaunlich wie sich manche User eine Meinung über ein Thema bilden, welches sie nur vom hören sagen oder aus dem ND kennen.

Ähnlich läuft es auch in vielen anderen Themen ab. Da kommen Allgemeinplätze und Parolen aus der Steinzeit. Das bringt aber den wissensdurstigen User keine Erkenntnisse.

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nun wenn du das verhindern willst, solltest du einen Vorschlag an den König machen, dass er eine Aufnahmeprüfung für das Forum einführt, quasi eine Forumabitur. Dann sind im Forum nur noch gebildete Leute und die anderen müssen sich tummlen.


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#135

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 19:53
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn man in einem Thema nicht fit ist, kann man durch gezielte Fragen (welche dann hoffentlich ehrlich beantwortet werden) seinen Horizont erweitern. Rundumschläge aus Unkenntnis bringen niemanden weiter.

Der Hesselfuchs


furry hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#136

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 20:44
von icke46 | 2.753 Beiträge | 674 Punkte
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Was mich mal interessieren würde:

Ich habe mich in der wikipedia ein bisschen schlau gelesen, auch bezüglich der LPG-Typen I, II und III. Das ist mir soweit auch einigermassen klar - meine Frage ist nun: Nehmen wir mal ein Beispieldorf mit zb. 10 Einzelbauern, die zu einer LPG zusammengeschlossen werden (Typ in dem Fall zweitrangig). Nun sind diese 10 Beispielbauern zweifellos Genossenschaftler, auch klar.

Es bleibt aber nicht aus, dass ein landwirtschaftliches Objekt dieser Grösse nicht mehr von diesen 10 Personen alleine bewirtschaftet werden kann, man braucht also Personal - vom Melker bis zum Rinderzüchter oder was es sonst noch so gibt. Meine Frage nun: Wie war der Status dieses Personals? Wurden die nun auch Mitglieder der Genossenschaft, oder waren es lediglich abhängig Beschäftigte?

Ich hoffe, es gibt eine kurze und sachliche Antwort, ohne dass wieder gleich Glaubenskriege ausbrechen.

Gruss

icke



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#137

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 22:18
von damals wars | 14.324 Beiträge | 6004 Punkte
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #129

... kenn ich aus meiner Praxis als Wasserwirtschaftler auch-

Siggi
(der Bezug zum Thema "Bauern" ist automatisch über die Assoziationskette "Abwasser- Gülle- Düngung- Acker- Bauer"- hergestellt- also nix OT !)



Bei uns waren die Meliorationsanlagen ein Problem, es existierten zig Stauanlagen, die die Rechtsnachfolger nicht übernehmen wollten.
Die Bedeutung der Be- und Entwässerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen war vielen Rechtsnachfolgern nicht bewußt.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=4tlhDA1_w2U
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#138

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 22:20
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Die Genossenschaften haben ab einen mir nicht bekannten Zeitpunkt alle Beschäftigten auf deren Antrag hin als gleichrangige Genossenschaftsmitglieder aufgenommen. Diese Neuen Mitglieder mussten auch keine Inventarbeiträge mehr leisten.

In der Gründungsphase der Genossenschaften mussten die Beigetretenen Mitglieder einen sogenannten Pflichtinventarbeitrag einbringen. Dieser Inventarbeitrag bestand aus landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten sowie aus Zucht- und Nutztieren.

Je später der Eintritt erfolgte umso höher war in der Regel der Inventarbeitrag. In den Anfangsjahren betrug er so ca. 500 Mark/ha LN. Die zu zahlenden Inventarbeiträge wurden der wirtschaftlichen Entwicklung der Genossenschaft angepasst. Meine Eltern mussten durch den späteren Eintritt schon ca. 2000 Mark/ha LN einbringen. Zu dem Zeitpunkt wurde im Wesentlichen auch nur das Vieh und besonders benötigte Technik anerkannt.

Die Höhe der Inventarbeiträge waren von Genossenschaft zu Genossenschaft und von Dorf zu Dorf unterschiedlich. Die von mir angeführten Beträge kenne ich aus den Unterlagen und Übernahmeprotokollen der Genossenschaften in meinem Heimatort.

In der nach der Wende durchgeführten Vermögensauseinandersetzung wurden in manchen LPG die alten Inventarbeiträge von den neuen Agrargenossenschaften übernommen und in Raten zurückgezahlt.

Der Hesselfuchs


furry und Commander haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.04.2015 22:31 | nach oben springen

#139

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 22:26
von DoreHolm | 8.101 Beiträge | 1513 Punkte
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Zitat von Merlini im Beitrag #135
Wenn man in einem Thema nicht fit ist, kann man durch gezielte Fragen (welche dann hoffentlich ehrlich beantwortet werden) seinen Horizont erweitern. Rundumschläge aus Unkenntnis bringen niemanden weiter.

Der Hesselfuchs


Meine, auch wenn man auf einem Gebiet keinen blassen Schimmer hat bzw. alle Fakten nur aus den Medien oder vom Hörensagen kennt, bildet man sich doch auch eine Meinung, auch wenn sie Stammtischniveau hat. Man sollte sie hier äußern können, dann gleichzeitig aber unmißverständlich signalisieren, daß es nur die persönliche Ansicht ist und man bereit ist, diese bei tiefgründigeren Informationen auch zu korrigieren und nicht in Dogmatismus zu verfallen.



vs1400 und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#140

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 07.04.2015 22:27
von damals wars | 14.324 Beiträge | 6004 Punkte
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Etwas OT, aber DDR typisch.
Wir "durften" als Studenten in der Tomatenernte helfen. Nachdem die Kisten befüllt waren, und die Tomatenschlacht beendet war,
wurden die mitgebrachten Beutel mit Deputat befüllt, die ergaben ein erstklassiges selbstgemachtes Ketchup.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=4tlhDA1_w2U
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