Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

  • Seite 5 von 14
20.04.2013 17:00
avatar  Pit 59
#61
avatar

Wen das Mist war was die Leute produzierten warum haste denn nachgefragt@PF75

Stimmt,da haste Recht,könnte mich auch heute noch darüber ärgern.


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 17:19
#62
avatar

Und so wie Straßenbahnfahrer, Bauarbeiter ("Hochhausgeschichten"), Pferdewirte ("Jockey Monika") und Seeleute ("Zur See") ihre eigenen Serien hatten, so waren es bei den Bauern "Die Lindstedts", leider nur als Vorspann gratis zu haben, aber die sechs Teile habe ich mir als DVD zusenden lassen, die waren es mir Wert.
https://www.youtube.com/watch?v=2_pevU2lV3I
Jedes Mitglied der Familie bekam eine Folge gewidmet, so daß wohl alle Perspektiven des Landlebens von der amüsanten Seite her beleuchtet werden konnten.


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 17:32
avatar  ( gelöscht )
#63
avatar
( gelöscht )

Zitat von Ecki im Beitrag #48
Meine Lieben,

was das Genossenschaftsbauernwesen betrifft kenne ich mich ein wenig aus.
Nun, die LPG-Mitglieder lebten wahrlich nicht schlecht. Geregelte Arbeitszeiten, relativer Wohlstand, gute Arbeitsbedingungen, feste Urlaubszeiten, einer hilft dem anderen ...
Ich wundere mich schon etwas, dass das alles so klang- und klanglos aufgegeben worden ist.

Liebe Grüße

Ecki



....sang und klanglos aufgegeben ? das glaube ich aber nicht. Ich sah mal im TV einen Bericht über einen holländischen Agrarmanager ( ich möchte ihn mal so bezeichnen, denn Bauer wäre nicht so passend für ihn gewesen). Der kam mit 4 - 5 "Hansels" und fragte im Raum Magdeburg die Bauern einer LPG, ob er Land von ihnen pachten könne. Die ex LPG Bauern waren noch etwas ratlos was sie denn nun nach der Wende mit ihrem Land machen sollten und verpachteten diesem Holländer den guten Boden der Magdeburger Börde. Der legte los mit Großmaschinen und seinen paar Leuten, pflügte, säte , erntete alles mit großen Maschinen z.B MB Trac. Er fuhr mit einem Mercedes Kombi und einem Mobile Phone an der Backe, steuerte er den ganzen Agrarprozess vom Pflügen bis zur Ernte mit einem sehr guten Ertrag sprich Erfolg. So geht offenbar Landwirtschaft im 21. Jahrhundert. Ich war beeindruckt von diesem Bericht. Das hatte nichts mehr mit einem Bauernhof zu tun. Das war industrielle Pflanzenproduktion vom Feinsten.



edit Fähler


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 17:43
avatar  furry
#64
avatar

Obwohl ich zur Landwirtschaft in der DDR schon an verschiedenen Stellen einiges geschrieben habe, möchte ich das hier mal im Zusammenhang darstellen. Auf die teilweise angewendeten Zwangsmaßnahmen gehe ich nicht ein.
Vielleicht äußert sich ja auch @Stutz zu diesem Thema, der da wahrscheinlich noch ein etwas umfassenderes Wissen hat.
Als erstes wurden die LPG Typ I gegründet. Hier wurden die eingebrachten Flächen, die bis auf die durch die Bodenreform enteigneten Flächen Privateigentum blieben. Für die Bewirtschaftung konnten bei den MTS (Maschienen-Traktoren-Stationen) die Maschienen ausgeliehen werden. Bei Typ II wurden die Zugtiere zusätzlich in die LPG integriert. Und schließlich kam dann noch Typ III mit der Zusammenlegung der Tierproduktion. Jeder Genossenschaftsbauer hatte zu den eingebrachten Flächen noch einen Inventarbeitrag zu leisten. Dieser konnte materiell (Stallungen, Scheunen et c.) oder finanziell erfolgen. Dieser Beitrag ist bis zur Auflösung der LPGen nicht in Vergessenheit geraten.
Dass es in den ersten Jahren in den LPG nicht so richtig rund lief, lag wohl auch mit daran, dass verständlicherweise viele von den Altbauern auf der Bremse standen und dass statt guter landwirtschaftlicher Praxis vieles in der Arbeit ideoligisiert wurde. Nachdem dieses Problem mehr oder weniger biologisch gelöst wurde, ging es doch in einigen Betrieben mächtig voran. Auffallend war aber der gewaltige Unterschied in der Effektivität zwischen den einzelnen Betrieben, der nicht immer auf die unterschiedlichen Standortfaktoren zurückzuführen war. So gab es z.B. auf der Strecke der Rinderfruchtbarkeit ein gewaltiges Nord-Südgefälle. Ob das an der Qualität der Leitung oder an der Mentalität der Menschen lag (Norden: ehemals viele Gutsbetrieb, in denen die Knute regierte; Süden:Kleinbauern), kann ich nicht beurteilen.
Gegenüber den staatlichen Betrieben (hier auch Volkseigene Güter) brauchten die LPG nur 50% ihres Gewinnes an den Staat abführen. Die übrige Hälfte konnte eigenverantwortlich verwendet werden. Vorausschauende LPG-Vorsitzende haben diese Mittel im Dorf eingesetzt, z.B. für den Bau von Kindereinrichtungen, Arztpraxen und Eigenheimen für die Beschäftigten. Das machte das Dorf attraktiv und man konnte sich auf diesem Wege einen Teil der einzustellenden Arbeitskräfte aussuchen, was sich wiederum in der Effektivität der Produktion bemerkbar machte.
Ein großes Problem bereitete aber die Planwirtschaft. Auch heute kann noch keiner sagen, was im nächsten Jahr von seinem Acker geerntet werden kann. Hier gab es aber die sogenannten Staatsplanvorgaben besonders für Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben und Schlachtvieh. Um bei den führenden Genossen im Kreis oder Bezirk nicht in Ungnade zu fallen, mussten diese Positionen erfüllt werden. Nach der Trennung von Tier- und Pflanzenproduktion in diesen kooperativen Abteilungen, gab es desöfteren Probleme vorallem bei der Grundfutterbereitszellung für die Rinder. Für die Pflanzenproduzenten waren ihre Planvorgaben oberstes Gebot, danach kam die Versorgung der Tiere. Auch hier kam es wieder darauf an, wie die Leitungen dieser beiden Abteilungen miteinander harmonierten. Man konnte es ja erleben, wenn man durch die Lande fuhr. Ein Dorf war wie aus dem Ei gepellt und in dem Nachbardorf musste man sich am Ortseingangsschild die Gummistiefel anziehen.
Alles in allem entwickelte sich in den Jahren die Produktion aber soweit, dass besonders Schlachtvieh exportiert werden konnte.
Dass nun einige LPG-Mitglieder öfters klebrige Finger hatten, war bekannt. Das war vorallem in Betrieben, die weniger attraktiv waren und man auf diese Genossen Bauern angewiesen war. Ansonsten gab es auch die Möglichkeit, sich von solchen zu trennen oder sie auf galante Weise kalt zu stellen.
Die Auflösung der LPG bzw. die Umwandlung in eine Einrichtung nach BRD-Recht war nicht einfach. Zu meinem Glück brauchte ich das nicht erleben, da man mich in Niedersachsen beschäftigen wollte.
Hier war zu klären, machen wir gemeinsam weiter? Wer möchte seine Flächen zurück? Bei letzterem, ist die LPG in der Lage den Inventarbeitrag zurückzuerstatten.
Noch eine Bemerkung zum Deputat. Jedes Genossenschaftsmitglied hatte Anspruch auf den Ertrag von 0,25 ha (materiell oder finanziell)
Soweit bis hierher. Bin gern bereit, soweit ich kann, auf Fragen zu antworten.


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 17:46
avatar  Mike59
#65
avatar

Zitat von Gert im Beitrag #63
Zitat von Ecki im Beitrag #48
Meine Lieben,

was das Genossenschaftsbauernwesen betrifft kenne ich mich ein wenig aus.
Nun, die LPG-Mitglieder lebten wahrlich nicht schlecht. Geregelte Arbeitszeiten, relativer Wohlstand, gute Arbeitsbedingungen, feste Urlaubszeiten, einer hilft dem anderen ...
Ich wundere mich schon etwas, dass das alles so klang- und klanglos aufgegeben worden ist.

Liebe Grüße

Ecki



....sang und klanglos aufgegeben ? das glaube ich aber nicht. Ich sah mal im TV einen Bericht über einen holländischen Agrarmanager ( ich möchte ihn mal so bezeichnen, denn Bauer wäre nicht so passend für ihn gewesen). Der kam mit 4 - 5 "Hansels" und fragte im Raum Magdeburg die Bauern einer LPG, ob er Land von ihnen pachten könne. Die ex LPG Bauern waren noch etwas ratlos was sie denn nun nach der Wende mit ihrem Land machen sollten und verpachteten diesem Holländer den guten Boden der Magdeburger Börde. Der legte los mit Großmaschinen und seinen paar Leuten, pflügte, säte , erntete alles mit großen Maschinen z.B MB Trac. Er fuhr mit einem Mercedes Kombi und einem Mobile Phone an der Backe, steuerte er den ganzen Agrarprozess vom Pflügen bis zur Ernte mit einem sehr guten Ertrag sprich Erfolg. So geht offenbar Landwirtschaft im 21. Jahrhundert. Ich war beeindruckt von diesem Bericht. Das hatte nichts mehr mit einem Bauernhof zu tun. Das war industrielle Pflanzenproduktion vom Feinsten.



edit Fähler


Magma TV ?


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 18:06
avatar  furry
#66
avatar

Zitat von Gert im Beitrag #63
....sang und klanglos aufgegeben ? das glaube ich aber nicht. Ich sah mal im TV einen Bericht über einen holländischen Agrarmanager ( ich möchte ihn mal so bezeichnen, denn Bauer wäre nicht so passend für ihn gewesen). Der kam mit 4 - 5 "Hansels" und fragte im Raum Magdeburg die Bauern einer LPG, ob er Land von ihnen pachten könne. Die ex LPG Bauern waren noch etwas ratlos was sie denn nun nach der Wende mit ihrem Land machen sollten und verpachteten diesem Holländer den guten Boden der Magdeburger Börde. Der legte los mit Großmaschinen und seinen paar Leuten, pflügte, säte , erntete alles mit großen Maschinen z.B MB Trac. Er fuhr mit einem Mercedes Kombi und einem Mobile Phone an der Backe, steuerte er den ganzen Agrarprozess vom Pflügen bis zur Ernte mit einem sehr guten Ertrag sprich Erfolg. So geht offenbar Landwirtschaft im 21. Jahrhundert. Ich war beeindruckt von diesem Bericht. Das hatte nichts mehr mit einem Bauernhof zu tun. Das war industrielle Pflanzenproduktion vom Feinsten.



edit Fähler


@Gert, eins solltest Du aber berücksichtigen. Gleich nach der Wende, war auch die Maschinenausrüstung der Holländer noch für kleinere Flächen geeignet. Was die Holländer aber gemacht haben, sie kamen schon zu Vorwendezeiten in die DDR und haben sich angesehen, wie man industriemäßige Landwirtschaft betreibt und haben dann ihre Hausaufgaben gemacht.
Unsere bundesdeutschen Berufskollegen haben sich eher darüber amüsiert, dass die Maschinenaussttung nicht ihren Vorstellungen entsprach, statt das Prinzip der Produktionsorganisation zu begreifen. Inzwischen sind sie aber auch dahintergekommen, dass der bäuerliche Familienbetrieb allein nicht zu bewältigen ist. Was früher die MTS waren sind heute die Lohnunternehmer.
Und die, die meinen, mit der Arbeitskraft der Frau, der Kinder und von Oma und Opa einen Betrieb am Laufen zu halten, sind die, die heute schon ihre Ernte von 2014 verpfändet haben.


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 18:20
avatar  PF75
#67
avatar

Habe heute im Radio einen bericht gehört,Bauer im Nebenerwerb mit 120 Mastrinder um 50 ha Land kann ohne EU-Subventionen nicht überleben und da meine einige mit kleinbäuerlichen Strukturen könnte man die Versorgung gewährleisten und och von leben.


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 18:33
avatar  ( gelöscht )
#68
avatar
( gelöscht )

Zitat von Mike59 im Beitrag #65
Zitat von Gert im Beitrag #63
Zitat von Ecki im Beitrag #48
Meine Lieben,

was das Genossenschaftsbauernwesen betrifft kenne ich mich ein wenig aus.
Nun, die LPG-Mitglieder lebten wahrlich nicht schlecht. Geregelte Arbeitszeiten, relativer Wohlstand, gute Arbeitsbedingungen, feste Urlaubszeiten, einer hilft dem anderen ...
Ich wundere mich schon etwas, dass das alles so klang- und klanglos aufgegeben worden ist.

Liebe Grüße

Ecki



....sang und klanglos aufgegeben ? das glaube ich aber nicht. Ich sah mal im TV einen Bericht über einen holländischen Agrarmanager ( ich möchte ihn mal so bezeichnen, denn Bauer wäre nicht so passend für ihn gewesen). Der kam mit 4 - 5 "Hansels" und fragte im Raum Magdeburg die Bauern einer LPG, ob er Land von ihnen pachten könne. Die ex LPG Bauern waren noch etwas ratlos was sie denn nun nach der Wende mit ihrem Land machen sollten und verpachteten diesem Holländer den guten Boden der Magdeburger Börde. Der legte los mit Großmaschinen und seinen paar Leuten, pflügte, säte , erntete alles mit großen Maschinen z.B MB Trac. Er fuhr mit einem Mercedes Kombi und einem Mobile Phone an der Backe, steuerte er den ganzen Agrarprozess vom Pflügen bis zur Ernte mit einem sehr guten Ertrag sprich Erfolg. So geht offenbar Landwirtschaft im 21. Jahrhundert. Ich war beeindruckt von diesem Bericht. Das hatte nichts mehr mit einem Bauernhof zu tun. Das war industrielle Pflanzenproduktion vom Feinsten.



edit Fähler


Magma TV ?


weiss ich nicht mehr ?


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 20:31
#69
avatar

Hallo,

ich habe mir das Thema durch gelesen und habe so das Gefühl, dass hier einige hier ohne wirkliche Ahnung etwas, vorsichtig ausgedrückt, Schwachsinn verzapft haben.

Ich gestehe ein, dass ich in diesem Thema auch nicht alles weiß, möglich sogar, dass ich voll daneben liege.

Es gibt so einige, die mit dem Pferd pflügen, nicht, weil sie keinen Schlepper haben sondern weil sie Spaß daran haben und die Ackerfläche so klein und ungünstig liegen, dass man mit dem Schlepper mehr kaputt fährt als man "Gewinn" dran hat.

Gleiches gilt für die Forstwirtschaft, Holz rücken mit Pferden.

Ein kleinbäuerlicher Betrieb, um die 20 h wie 1955- 1960 ist selten bis nie finanziell soweit gesund, dass man, auch nicht im Nebenerwerb, Gewinne erzielt. Größere Betriebe hatten um 1960 um die 50 ha, es war der klassische Betrieb: Getreide als Futter, zum Verkauf, Milchwirtschaft, Rinder- Schweinemast.

In den Folgejahren entwickelten sich in den alten Bundesländern Betriebe, die sich spezialisierten, Massentierhaltung oder eben mehr Fläche. Zudem wurden die Subventionen immer wichtiger und sind heute eine wichtige Einnahmequelle.

Und blöd wäre doch wohl jeder, der die Subventionen und Milchquote nicht nutzt? Gleiches gilt doch wohl auch für die Solarenergie, die ja einen garantierten Preis erbringt und damit immer und zu jeder Zeit die Kosten des Kredits deckt und auch noch Gewinn bringt. Was ist daran verwerflich?

In dem Fall muss man dem Sozialismus mal ganz einfach Beifall sollen, man hat schon frühzeitig erkannt, wie man die Erträge optimieren kann. Allerdings mit einem zu hohen Personalanteil. Die Entwicklung modernerer Schlepper blieb allerdings auch mehr oder weniger auf dem Stand von 1970 stehen, die rühmliche Ausnahme waren da wohl die Selbstfahrer wie Drescher und Häcksker, die Claas und IHC ja mehr oder weniger unverändert übernommen hatten.

Das A + O sind in der EU halt: Ausschöpfen aller Möglichkeiten.

In S-H gibt es z.B. einen Landwirt, der über Sommer in D tätig ist, nach Einsaat des Wintergetreides nach Australien fliegt um dort dann die zweite Ernte einzufahren.

Ein Landwirt oder ein Fabrikant?

Mfg Berlin

Edit Nachtrag


 Antworten

 Beitrag melden
20.04.2013 23:39
avatar  ( gelöscht )
#70
avatar
( gelöscht )

Zitat von Ecki im Beitrag #48
Meine Lieben,

was das Genossenschaftsbauernwesen betrifft kenne ich mich ein wenig aus.
Nun, die LPG-Mitglieder lebten wahrlich nicht schlecht. Geregelte Arbeitszeiten, relativer Wohlstand, gute Arbeitsbedingungen, feste Urlaubszeiten, einer hilft dem anderen ...
Ich wundere mich schon etwas, dass das alles so klang- und klanglos aufgegeben worden ist.

Liebe Grüße

Ecki


Das Problem mit der LPG war das 4, 5 oder mehr Bauern sich einen Traktor oder eine Maehmaschiene teilen mussten. Wenn das Wetter nicht mitspielte konnte aufgrund fehlender Erntemaschienen nicht alles abgeerntet werden was dann wieder zu Engpaessen in der Versorgung fuehrte.


 Antworten

 Beitrag melden
21.04.2013 09:31
#71
avatar

Zitat von berlin3321 im Beitrag #69
Hallo,

.

Und blöd wäre doch wohl jeder, der die Subventionen und Milchquote nicht nutzt? Gleiches gilt doch wohl auch für die Solarenergie, die ja einen garantierten Preis erbringt und damit immer und zu jeder Zeit die Kosten des Kredits deckt und auch noch Gewinn bringt. Was ist daran verwerflich?

In dem Fall muss man dem Sozialismus mal ganz einfach Beifall sollen, man hat schon frühzeitig erkannt, wie man die Erträge optimieren kann. Allerdings mit einem zu hohen Personalanteil. Die Entwicklung modernerer Schlepper blieb allerdings auch mehr oder weniger auf dem Stand von 1970 stehen, die rühmliche Ausnahme waren da wohl die Selbstfahrer wie Drescher und Häcksker, die Claas und IHC ja mehr oder weniger unverändert übernommen hatten.

Das A + O sind in der EU halt: Ausschöpfen aller Möglichkeiten.

In S-H gibt es z.B. einen Landwirt, der über Sommer in D tätig ist, nach Einsaat des Wintergetreides nach Australien fliegt um dort dann die zweite Ernte einzufahren.

Ein Landwirt oder ein Fabrikant?

Mfg Berlin

Edit Nachtrag


Verwerflich ist das mit der Solarenergie ganz und gar nicht aber die Sache mit den Subventionen als existenzrelevante Kalkulationsgröße ist Sozialismus pur, nur daß man nicht vom Politbüro sondern von Brüssel abhängig ist.
In unzähligen anderen Zusammenhängen erleben wir, daß der Bürokratismus den gesamten Alltag durchdringt mit der alleinigen Absicht seitens der Initiatoren solcher Strukturen, alles unter ihre Kontrolle zu bekommen.
Eine Marktwirtschaft auf Krücken, eine Marktwirtschaft kurz vor der Rente, ich weiß nicht was man daran noch gut finden soll.
Mehr noch, unter Ausschaltung sämtlicher bürokratischer Hürden, mal ausgenommen hygienische und tierschutzbezogene Aspekte (die im Sozialismus ebenfalls unumgänglich waren) unter Abschaffung aller Subventionen stünde eine LPG der alten DDR- Variante mit großer Sicherheit betriebswirtschaftlich auf festeren Fundamenten als diese Kultur der Agrarkonzerne.
Das beginnt mit kleinsten unscheinbaren Details, wie z.B. der Schneefräse, die die Gemeinde nicht braucht, weil der Trecker mit dem Schneepflug das auch kann, ich meine die unzähligen Helfer während der Ernteperiode, dem Hochwasser, dem Schneechaos die man heute erst aufwändig aus dem Heer der Sozialgeldbezieher, Niedriglöhnern und Personalanbietern aquirieren müßte, welche vorher schon einfach nur verfügbar waren auch ohne ganzjährige Vollbeschäftigung.
Es geht weiter mit einem Heer von Steuerberatern, EU- Lobbyisten die man über Verbandsbeiträge mit durchfüttern muß, Quoten fernab betriebswirtschaftlicher Vernunft an die man sich halten muß und was weiß ich was noch.
Es muß doch einen Landwirt unendlich nerven, sich auf solche Nebenschauplätzen aufzureiben anstatt das zu tun, was er gelernt hat, mit der Natur und den vorhandenen Mitteln zu wirtschaften mit der Erfahrung von Jahrhunderten einen Ertrag zu erzielen, der unter makroökonomischen Aspekten heute nicht höher ist als im Sozialismus.
Wenn die Nahrungsmittelindustrie es heute tatsächlich nötig hat, dermaßen plump die Qualität manipulieren zu müssen, um Waren absetzen zu können, so sind doch die Grenzen erreicht, da schließt sich doch ein Kreis.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß in einer Enklave der reinen Kreislaufwirtschaft mit kurzen Wegen, durchdachten Fruchtfolgen, Kooperationen unter dem Aspekt der jeweils optimalen Eignung der Anbauflächen und höchstmöglicher Einbeziehung aller arbeitsfähigen Personen dieser Enklave ein pro Kopf- Ergebnis herauskommen würde, daß dieser Ökonomie ihre Grenzen zeigen würde.
Natürlich kann man es mit einem Argument zerschlagen, das nehme ich schon mal vorweg:
Niemand will mehr wirklich richtig arbeiten und da rede ich nicht vom Pferd mit Pflug und Dreschflegel, nein auch ein gesunder Landwirtschaftsbetrieb nach dem Vorbild einer LPG würde heute trotz hoher Arbeitslosigkeit und wohnortferner Beschäftigungsstruktur kein ausreichendes Personal mehr finden.
Vorerst.


 Antworten

 Beitrag melden
21.04.2013 09:42
#72
avatar

Zitat von PF75 im Beitrag #67
Habe heute im Radio einen bericht gehört,Bauer im Nebenerwerb mit 120 Mastrinder um 50 ha Land kann ohne EU-Subventionen nicht überleben und da meine einige mit kleinbäuerlichen Strukturen könnte man die Versorgung gewährleisten und och von leben.


Das gehört näher hinterfragt, für den "Mittelstandsbauern" sind die Kleinunternehmen Konkurrenten, die es schlecht zu machen gilt, mithin das gleiche Modell wonach ALDI nun auch noch frische Brötchen verkaufen muß ohne Rücksicht auf den kleinen Bäckerladen nebenan.
Die Kunst, sich bei Bedarf arm zu rechnen beherrscht inzwischen jeder, der seine Steuererklärung selber machen kann und jeder der auf Subventionen angewiesen ist, hat in der Anfangsphase seiner Geschäftstätigkeit einen dermaßen großen Schluck aus der Pulle genommen, den er allein gar nicht runtergewürgt bekommt.
Jener ohne Brüssel notkleidende Landwirt hat sich möglicherweise sogar verzettelt und findet nun nicht mehr heraus aus dem Dschungel.
Ich selbst war mal bei der "Euro- Tier" in Hannover und da reibt man sich an jedem Messestand die Augen, was es alles für Ideen gibt, für die Landwirte begeistert werden sollen und nun laß dort mal einen Jungbauern, der vielleicht gerade irgendwas schickes studiert hat und den Hof des Vaters unter modernen Aspekten weiterführen will mit seinen neuen Ideen nach Hause kommen....
Ich erinnere an die spektakulären Pleiten mit Kreislaufanlagen zur Fischzucht in Produktionsgebäuden, das sah auch ganz gut aus auf dem Papier bis die ersten Stromrechnungen kamen...


 Antworten

 Beitrag melden
21.04.2013 12:30
#73
avatar

Guten Morgen,

die Agrarpolitik der EU ist ein echtes und wirkliches Problem.

Nicht wenige Betriebe in S-H produzieren nicht mehr "Bio", weil sie die Ware nicht mehr verkaufen können.

Bio kommt billiger aus Polen, da ist es aufgrund des techn. Standard´s der Klein- und Mittelständischen Betriebe automatisch Bio. Zudem haben nicht wenige Landwirte dort ebenfalls "Großländereien" unter dem Pflug, moderne Großmaschinen, zugelassen in D, da grüne Nr und steuerfrei.

Im Forum Landtreff sind einige Deutsche, die in Estland Landwirtschaft auf 700- 1000 ha betreiben.

Mfg Berlin


 Antworten

 Beitrag melden
21.04.2013 13:10
#74
avatar

Zitat von berlin3321 im Beitrag #73
Guten Morgen,

die Agrarpolitik der EU ist ein echtes und wirkliches Problem.

Nicht wenige Betriebe in S-H produzieren nicht mehr "Bio", weil sie die Ware nicht mehr verkaufen können.

Bio kommt billiger aus Polen, da ist es aufgrund des techn. Standard´s der Klein- und Mittelständischen Betriebe automatisch Bio. Zudem haben nicht wenige Landwirte dort ebenfalls "Großländereien" unter dem Pflug, moderne Großmaschinen, zugelassen in D, da grüne Nr und steuerfrei.

Im Forum Landtreff sind einige Deutsche, die in Estland Landwirtschaft auf 700- 1000 ha betreiben.

Mfg Berlin


Hallo Berlin,

es wird aber die Schmerzgrenze getestet werden, ab welcher alles was heute und gestern noch auf dem Misthaufen gelandet ist, wieder Sinn machen wird, bei wieviel Euro pro kg Rindfleisch das sein wird, kann ich nicht sagen, beim Heizölpreis gegenüber dem selbst zusammen gestoppelten Holzb+ eingekaufter Braunkohlebriketts kann man das inzwischen vermuten, erst neulich habe ich bei der F+I- Marktforschung eine Umfrage mit gemacht, die so etwas detailliert hinterfragt.
Vielleicht kommt es auch gar nicht von der Kostenseite her und wird auch nicht in Karnickelställen vorstädtischer Schrebergärten sichtbar sondern man wird von der Qualitätsfront her aktiv und ich denke schon mal, es sind kleine Anfänge, wenn ich z.B. meine Weihnachtsgans inzwischen wieder Jahr für Jahr bei der Nachbarin aufwachsen sehe und von den Rindern auf der Streuobstwiese vom Kleinbauern im Nachbardorf schrieb ich ja schon.
Auch Spritpreise, Einfuhrmodalitäten sowie Lagerwirtschaft sind bei den neuen Strukturen zu kalkulieren, aber natürlich möge jeder selbst einschätzen, was er einkauft, bei mir jedenfalls ißt nicht nur das Auge, sondern auch das Gewissen mit.
Gruß Hackel.


 Antworten

 Beitrag melden
21.04.2013 15:24
avatar  ( gelöscht )
#75
avatar
( gelöscht )

"Brüssel ist wirklich Klasse."

"Früher haben wir unser Geld mit der Produktion von Nahrungsmitteln gemacht", sagt Martin O''Donovan aus Castletownshend. "Heute verdienen wir es mit dem Ausfüllen von Subventionsformularen."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8002655.html
Einfach köstlich dieser Artikel, der den ganzen EU-Schwachsinn zeigt.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!