Verheiratet kam man schneller zu einer Wohnung

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27.02.2010 09:33
avatar  Angelo
#1
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Es gab noch weitere Morgengaben des Staates. Beispielsweise kamen Jungverheiratete schneller zu einer Wohnung - zumindest seit den 70er Jahren. Dennoch hielten viele Ehen nicht. Die DDR war Scheidungsweltmeister. Und das nicht von ungefähr. So schnell und unbürokratisch wie man sich in eine Ehe stürzen konnte, kam man wieder heraus.

Was sagt ihr zu dieser Aussage??

Und was war der Ehekredit? Haben viele in der DDR nur geheiratet um diesen Kredit zu bekommen und um schneller an eine Wohnung zu kommen? Ich dachte in der DDR hätte jeder eine Wohnung ?


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27.02.2010 11:20
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#2
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Scheidungsweltmeister-wie das klingt..


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27.02.2010 11:34
#3
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Zitat von Angelo
Es gab noch weitere Morgengaben des Staates. Beispielsweise kamen Jungverheiratete schneller zu einer Wohnung - zumindest seit den 70er Jahren. Dennoch hielten viele Ehen nicht. Die DDR war Scheidungsweltmeister. Und das nicht von ungefähr. So schnell und unbürokratisch wie man sich in eine Ehe stürzen konnte, kam man wieder heraus.

Was sagt ihr zu dieser Aussage??

Und was war der Ehekredit? Haben viele in der DDR nur geheiratet um diesen Kredit zu bekommen und um schneller an eine Wohnung zu kommen? Ich dachte in der DDR hätte jeder eine Wohnung ?



Übrigens Angelo, auch in der DDR galt, das Trennungsjahr war einzuhalten!
Gruß H.

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Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!

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27.02.2010 14:14 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2010 14:15)
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#4
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Der Ehekredit war für eine junge Familie eine gute Sache.

Wohnungsnot in der DDR - stimmt !

Bei mir wartet man bei einer großen Wohnungsgesellschaft auch heute noch ohne Vitamin B ca. 5 Jahre - das stimmt auch !

Gegend abhängig.

Oss`n


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27.02.2010 15:52
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#5
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Übrigens Angelo, auch in der DDR galt, das Trennungsjahr war einzuhalten!

@Harsberg,
ging ja auch nicht anders, wo sonst hättest Du eine neue Wohnung für einen der beiden Scheider herholen wollen????
VG Affi
aber ansonsten hast Du natürlich Recht, es war so!!!


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27.02.2010 17:00
avatar  EK76/1
#6
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@Angelo,
dass Jungverheiratete schneller eine Wohnung bekamen, dass kann ich leider nicht bestätigen.
Habe selbst 1979 geheiratet. Ich hab damals noch bei meinen Eltern gewohnt. 150qm Wohnung für 56 Mark/Ost Miete.
Wir wohnten dort bis 1984. Unser Sohn kam 1981 !.
Also nichts mit Bevorzugung von Jungverheirateten.
Vielleicht bei Parteigenossen oder anderer Schleimern !
Der Ehekredit war aber ok.
Wir kauften uns damals die komplette Einrichtung für das Wohnzimmer und für das Schlafzimmer.
Aus damaliger Sicht waren wir zufrieden mit den Möbeln. Nicht nur aus damaliger Sicht !!
Mir haben damals beim Aufstellen der Schränke nicht so die Augen geträhnt, wie bei den Möbeln nach der Wende!!
Ich meine jetzt nicht den Preis, sondern den eventuell schädlichen Inhaltsstoff der Möbel.
Zum Trennungsjahr kann ich "leider" nichts sagen. Bin immer noch mit der selben Frau verheiratet.
viele Grüsse


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27.02.2010 17:17
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#7
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die wohnungen wurden wenn überhaupt nach anzahl der personen zugeteilt.
dabei zählen nur verheiratete leute als paar, unverheiratete als einzelpersonen.
die anzahl der personen bestimmte die wohnungsgrösse die man zugeteilt bekam.
der ehekredit, ich glaub es waren 1000 ddr-mark wurde durch die geburt von kinder getilgt.


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27.02.2010 17:22
#8
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Möchte mal sagen,so viel mir noch in Erinnerung ist.
Den Ehekredit gab es bis zu einen Alter von 30 Jahren Zinslos,und pro geborenen Kind wurden 1000 Mark erlassen.
Zum Wohnungsproblem möchte ich sagen.Ich hatte über 11 Jahre einen Wohnungsantrag laufen,bin fast drei Jahre zwischen Rostock und Harz hin und her gependelt alle 14 Tage.Dann hab ich die schnauze voll gehabt und bin in den Harz gegangen.Aber hier ging das Problem auch noch weiter.Dann machte ich 2 Eingaben an den Staatsrat,was geschah meine Frau und ich bekamen eine Vorladung zu Gemeinde.Dort befand sich dann auch so eine nette Dame mit den Parteibonbon an der Bluse.Die Frage war gleich,warum wir den Werdegang nicht einhielten und gleich zum Staatsrat geschrieben haben und uns nicht erst nach Wernigerode gemeldet hätten.Ich sagte,der nächste Brief geht auch gleich nach Berlin.Naja nach 3 Wochen war das Problem gelöst.
Ja sachen gab es schon.


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27.02.2010 17:24
avatar  Mike59
#9
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Und was war der Ehekredit? Haben viele in der DDR nur geheiratet um diesen Kredit zu bekommen und um schneller an eine Wohnung zu kommen? Ich dachte in der DDR hätte jeder eine Wohnung ?[/b][/quote]
---------------------

Naja in der DDR hatte wohl jeder eine Wohnung.

Ich kann nicht bestätigen das man als verheirateter schneller an eine Wohnung gekommen ist. Nach unserer Hochzeit 1981 haben wir bei den Schwiegereltern gewohnt, auch nachdem das erste Kind da war.
Um in unseren "Wohnbereich 8-9 qm" zu gelangen mussten wir durch das Schlafzimmer der Schwiegereltern. Tendenziell war es eine "Kommunalka" für 5 Personen auf 80 qm.
Zu diesem Zeitpunkt war ich sowohl Parteimitglied als auch Berufssoldat - Ich hoffe damit falle ich nicht in den Bereich privilegierter Schleimer.

Mike59


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27.02.2010 17:54
avatar  Alfred
#10
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dackel,

der Ehekredit betrug erst 5.000 dann 7.000
Beim ersten Kind wurden glaub ich 1.000 , beim zweiten 1.500 Mark erlassen. bei 3. kind war der Krdit automatisch getilgt.

Dies aus meienr Erinnerung.


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27.02.2010 18:02
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#11
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Zum Thema

Verordnung über die Gewährung von Krediten zu vergünstigten Bedingungen an junge Eheleute vom 10.Mai 1972
§1
Grundsätze

(1)Diese Verordnung gilt für Arbeiter, Angestellte, Angehörige der bewaffneten Organe, Studenten, Genossenschaftsbauern sowie für Mitglieder gärtnerischer PGH und Produktionsgenossenschaften werktätiger Fischer, die nicht älter als 26 Jahre sind, ab 27.April 1972 eine Erst-Ehe geschlossen haben bzw. schließen und zum Zeitpunkt der Eheschliesung ein gemeinsames Bruttoeinkommen bis zu 1400M monatlich erhalten( nachfolgend junge Eheleute genannt) Sie ist auch dann anzuwenden, wenn nur einer der beiden Ehepartner Arbeiter, Angestellter....siehe oben...zum Zeitpunkt der Eheschliesung ist.
Anmerkung: Angestellte = Werktätige einschließlich der Intelligenz, die in einem Arbeitsverhältnis stehe und für ihre Tätigkeit Gehalt erhalten.

(2) Junge Eheleute erhalten ab 1.Juli 1972 zweckgebundene Kredite für
- die Entrichtung des Genossenschaftsanteils nach Eintritt in eine sozialistische Produktionsgenossenschaft.
- den Ankauf eines ständig bewohnbaren Fertighauses oder den Bau bzw. die Erweiterung eines Eigenheimes als Hauptwohnsitz.
- die Beschaffung der Ausstattung der Wohnung.

(3) Junge Eheleute, die bereit sind, in eigener Initiative den Ausbau bzw. die Modernisierung einer zugewiesenen oder von den Eltern übernommemen Wohnung in kommunalen, betrieblichen oder genossenschaftlichen Wohngebäuden durchzuführen, werden dadurch unterstützt.das die Rechtsträger bzw. genossenschaftlichen Eigentümer solcher Wohnungen dafür einen zweckgebundenen Kredit durch das zuständige Kreditinstitut erhalten.

Quelle, das Buch Schutz und Förderung von Ehe und Familie von Elisabeth Wenik/ Verlag Tribüne Berlin 1979

R-M-R


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27.02.2010 18:08
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#12
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Auch in Berlin-W, gab es einen Ehekredit für junge Ehepaare, 10.000DM, rückzahlbar innerhalb von 10 Jahren, die Monate Juni und Dezember waren tilgungsfrei, konnte frei verwendet werden, die Zinsen betrugen nur 1%,
Gruß aus Berlin


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27.02.2010 18:23
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#13
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Hallo Angelo,
hierzu meine persönlichen Erfahrungen:
1977 war ich in Berlin- Ost auf Wohnungssuche. Meine Freundin lebte bei ihren Eltern und ich im Wohnheim.
Es ging nichts. Nachdem meine Freundin schwanger wurde und der Hochzeitstermin feststand, fand ich eine verlassene
1.Raum Wohnung in Berlin- Prenzlauer Berg. Es war eher eine Rumpelburg als eine Wohnung. Die Vormieterin war vor 2 Jahren verstorben. Nichts war leergeräumt. Zum Glück fand ich den Erben und konnte mit der KWV (Kommunale Wohnungsverwaltung) verhandeln. Die Mietzusage erhielt ich nur, wenn ich die Wohnung auf eigene Kosten saniere.
Sie hatten kein Geld dafür, welches bei den geringen Mietpreisen verständlich war. Zum Glück hatte ich einen Bauberuf erlernt. Trennwände entfernen, neue Trennwände ziehen und verputzen. Kompletter Badeinbau mit Badeofen und neuem Schornsteinanschluß. Gasleitung verlegen und Gastherme für die Warmwasserversordung einbauen.
Für bestimmtes Material benötigte man eine Freigabe bzw. einen Bezugsschein. Das war zusätzliches Gelaufe.
Nachdem ich aus der Rumpelburg, Baujahr 1870, eine Wohnung gemacht habe, wollten sie mir diese Wohnung noch streitig machen. Jeder Tag war Kampf. Vor der Geburt meines Kindes konnten wir einziehen und waren glücklich.
Wir erhielten den Ehekredit über 5000 Mark. Damit konnte man Einrichtungsgegenstände, mit Ausnahme von Silberbesteck und Teppichen kaufen. Dieser Kredit war zinslos und lief über 8 Jahre. Wir bezahlten monatlich 52 Mark an Tilgung. Nach der Geburt des ersten Kindes wurden 1000 Mark erlassen und die Rate verringerte sich auf 48 Mark. Nach der Geburt des zweiten Kindes, drei Jahre später, wurden nochmals 1500 Mark erlassen und die Rate sank auf 18 Mark. Man hat seinerzeit versucht, gegen den demografischen Wandel zu steuern, der ab 1964 einsetzte. Er wurde nicht gestopt aber verlangsamt.

Zu euren Scheidungsweltmeistern: Ein notwendiges Trennungsjahr gab es definitiv nicht. Andere Behauptungen sind völliger Blödsinn. Waren sich beide Partner einig, wurden sie beim ersten Termin geschieden. Lediglich die 14-tägige Wiederspruchsfrist musste eingehalten werde. War Uneinigkeit, kam es zum nächsten oder weiteren Terminen. Wenn beide Partner nicht wussten was sie wollten, konnte es sich hinziehen.

Grüße vom Ahnenforscher
Wissen ist Macht (Lenin), nischt wissen macht ooch nischt (der Berliner)


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27.02.2010 18:28
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#14
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dein 1945, in der DDR war der Ehekredit zinslos, nochmal....zinslos und wieder eine der Errungenschaften, die dem des Kapital überlegen war...so wollte ich jetzt mit den Worten von Karl Eduard Schni...reden.
Aber du kennst meinen ostdeutschen Humor, er ist so leicht...aber lassen wir das lieber, sonst bricht hier noch der Klassenkampf aus.
Also nimm es mit Humor, mein älterer Freund.

R-M-R


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27.02.2010 19:45
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#15
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Weiter zum Thema, zum Text von 18.02Uhr.

§2

Kredite für die Finanzierung von Genossenschaftsanteilen

(1) Junge Eheleute können bei Nachweis ihres Eintritts in eine sozialistische Wohnungsbaugenossenschaft bei der für ihren Wohnsitz zuständigen Sparkasse einen Kredit in Höhe des Genossenschaftsanteil erhalten.

(2) Bis zur Höhe von 5000 M wird dieser Kredit zinslos gewährt. Der Kredit ist innerhalb von 8 Jahren in momatlichen Raten zu tilgen. Der Tilgungsbeginn ist vertraglich zu vereinbaren. Mit der Tilgung des Kredites ist spätestens 3 Jahre nach Kreditaufnahme zu beginnen.

Quelle, siehe mein vorstehender Text von heute.

R-M-R


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