Die Jugendweihe und die FDJ

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27.02.2010 08:50
avatar  Angelo
#1
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Ohne die Jugendweihe war man in der DDR sozusagen aufgeschmissen, denn das war sehr wichtiger Punkt im Leben eines FDJlers und ohne Jugendweihe durfte man kein Abitur machen, wobei auch nur eine bestimmte Anzahl, so 5 Schüler pro Jahrgang das Abitur machen durften.

Stimmt das wirklich ????


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27.02.2010 09:48 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2010 09:50)
avatar  Alfred
#2
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Nein !

Selbst Frau Merkel hat keine Jugendweihe erhalten aber ihr Abitur gemacht und später studiert.


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27.02.2010 10:51
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#3
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Also, bei uns waren 3 Leute in der Klasse, die nur Konfirmiert wurden, Aber trotzdem Abitur machten.
Allerdings war Jugendweihe eine wichtige Station im Leben der meisten. Jugendweihe ist auch keine DDR-Erfindung. Mein Sohn darf in 2 Jahren ebenfalls feiern.


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27.02.2010 10:57
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#4
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Das Wichtige zuerst: Die Jugendweihe ist keine Erfindung der DDR oder der SED.

Es gab sie meines Wissens schon vor dem 2. Weltkrieg, allerdings gefördert in atheistischen, meist Arbeiterkreisen (das soll keineswegs abwertend sein!).
Die Jugendweihe sollte eine adäquate Option zur Konfirmation bzw. Kommunion in religiösen Familien sein.

Eigentlich ist ein festlicher Akt, in dem 14-jährige Jugendliche gewürdigt werden, dass sie nunmehr im Übergang von der Kindheit zur Jugendzeit sind, sinnvoll. Man signalisiert ihnen, dass man sie als erkennende und erkennen wollende Menschen wahrnimmt.
Allerdings war die politisch gewollte und propagandistisch für die DDR ausgerichtete Jugendweihe Ausdruck der Allgegenwärtigkeit, Eingleisigkeit und politische Entmündigung der Menschen durch die SED.

In der Regel jedoch war die Jugendweihe stets ein fröhliches und bedeutendes Familienfest, wenn der "offizielle Teil" beendet war. Ich war selbst betroffen und später oft zu Gast bei diesen Feiern, niemals wurden Arbeiterkampflieder gesungen, stets jedoch viele, auch natürlich Westverwandte getroffen und lange und gemütlich gefeiert.

Auch heute gibt es vornehmlich in Neubundland diese Feiern, frei von jeglicher Propaganda, aber stets ein froßes Fest zu Ehren unserer Heranwachsenden.

Und das ist gut so.

Huf


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27.02.2010 11:12 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2010 11:17)
avatar  josy95
#5
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Zitat von Angelo
Ohne die Jugendweihe war man in der DDR sozusagen aufgeschmissen, denn das war sehr wichtiger Punkt im Leben eines FDJlers und ohne Jugendweihe durfte man kein Abitur machen, wobei auch nur eine bestimmte Anzahl, so 5 Schüler pro Jahrgang das Abitur machen durften.

Stimmt das wirklich ????




Njein, die Aussage/ Frage stimmt nur bedingt. Bis zur Helsinki- Konferenz war das schon gängige Praxis, lokal auch bestimmt unterschiedlich und von diversen Faktoren abhängig, ggfls. auch vom "Vitamin B" = Beziehungen ect. des Elternhauses abhängig. Meine große Schwester (Jahrg. 1951) kann da ein Lied von singen! Hatte dazu auch schon mal ausführlich berichtet. Nach Helsinki sah es etwas anders aus, wenn man sich hier und da auch mit der Umsetzung schwer tat und manch tapferer lokaler Stalinist diese Entwicklung nicht gern sah. Aber es tat sich was.

Selbst kannte/ kenne ich einen ehem. Offizier (Major) der GT aus Ilsenburg, dessen Kinder wurden Anfang der 80-er auch konfirmiert.

Selbst war ich ja weder Pionier- noch FDJ- Mitglied, hab auch keine Jugendweihe gemacht, nur Konfirmation. Muß dazu sagen, es gab schon eine gewisse Art der Diskriminierung, hielt sich aber vielfach in Grenzen und war in erster Linie von den handelnden Personen abhängig, eben ob man auf einen Hardliner oder eben einen Menschen traf, der das eher locker sah. Als ewachsener Mensch denkt man da heute nach über 40 Jahren auch etwas anders drüber, als Kind/ Heranwachsender hat`s einen doch manchmal ganz schön verletzt, getroffen, gedemütigt. Einge unschöne Vorkommnisse haben sich bei mir auch eingebrannt. Das ist auch Fakt, das ist Tatsache und nicht zu leugnen!

Das ich keine Jugendweihe gemacht hab und nur Konfirmation, auf diese Entscheidung meiner Eltern bin ich heut noch stolz! Meine Kinder Jahrg. 1986 und 1988 hätten, wäre die DDR noch existent gewesen, sich auch nur für eines entscheiden dürfen, wobei ich natürlich ehrlich zugeben muß, meine elterliche Einflußnahme wär klar und deutlich in Richtung Konfirmation gegangen. Aber wenn die Entscheidung des Kindes für Jugendweihe gefallen wär, ich hätte es zwar schweren Herzens respektiert.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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27.02.2010 16:29 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2010 16:30)
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#6
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Hier ein Clip zum Thema "Jugendweihe".

Berliner





Quelle: Damals in der DDR, Teil 2: Utopie hinter Mauern


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27.02.2010 21:14
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#7
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ich bin für meine begriffe froh das es die jugendweihe gab.beeinflust war ich dadurch in keiner weise ob ich sie gefeiert hätte oder nicht,aber wer freut sich nicht feiern zu dürfen und zum kreis der erwachsenen zu gehören.
da ich mit dem christentum gar nichts am hut habe(ist für mich auch nur sinnloses gelaber um eine person die es nicht gibt,heute sollte man wissen wie die erde entstanden ist),hätte ich sicher auch keine konfirmation feiern wollen.
darum ist es gut das heute jeder selbst wählen kann ob er konfirmation oder jugendweihe feiern möchte.


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27.02.2010 21:20
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#8
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( gelöscht )

Mich haben bei der Jugendweihe nur die Geldpräsente interessiert und die waren reichlich.

gruß Jens


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27.02.2010 22:09
avatar  Mike59
#9
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Zitat von js674
Mich haben bei der Jugendweihe nur die Geldpräsente interessiert und die waren reichlich.

gruß Jens


-------------------------
Schande über dich -

Nein war nicht ernst gemeint


Jugendweihe empfand ich als Stress - hat mich nicht interessiert - sich da zum Affen machen ging mir auf den Keks - ging mir genau so auf die Nerven wie der Kirchen scheiß (meine Eltern haben mir die Wahl gelassen. So habe ich es auch bei meinen Kindern gehandhabt.) Aber der Sackgang war bei der Jugendweihe, zeitlich begrenzt und das war gut so.

Mike59


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27.02.2010 22:16 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2010 22:18)
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#10
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( gelöscht )

Zitat von Mike59

Zitat von js674
Mich haben bei der Jugendweihe nur die Geldpräsente interessiert und die waren reichlich.

gruß Jens


-------------------------
Schande über dich -

Nein war nicht ernst gemeint


Jugendweihe empfand ich als Stress - hat mich nicht interessiert - sich da zum Affen machen ging mir auf den Keks - ging mir genau so auf die Nerven wie der Kirchen scheiß (meine Eltern haben mir die Wahl gelassen. So habe ich es auch bei meinen Kindern gehandhabt.) Aber der Sackgang war bei der Jugendweihe, zeitlich begrenzt und das war gut so.

Mike59



mike da gebe ich dir recht,der festakt war zum glück nur begrenzter stress im anzug war mir gar nicht wohl,aber nacher das saufen tat mir gut
zur kirche sagte ich ja meine einstellung schon.finde ich immer super wenn jemand am tel.grüß gott sagt,erwieder ich:den vogel habe ick noch nich jetroffen,aber tachschen och.


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27.02.2010 22:33
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#11
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( gelöscht )

Zitat von Mike59

Zitat von js674
Mich haben bei der Jugendweihe nur die Geldpräsente interessiert und die waren reichlich.
gruß Jens


-------------------------
Schande über dich -
Nein war nicht ernst gemeint
Jugendweihe empfand ich als Stress - hat mich nicht interessiert - sich da zum Affen machen ging mir auf den Keks - ging mir genau so auf die Nerven wie der Kirchen scheiß (meine Eltern haben mir die Wahl gelassen. So habe ich es auch bei meinen Kindern gehandhabt.) Aber der Sackgang war bei der Jugendweihe, zeitlich begrenzt und das war gut so.
Mike59




@ Mike,
war doch so hab es vorher bei meinen Geschwistern gesehen was da rein kam und dadurch habe ich auch nur die Kohle im Auge gehabt.
Ne das ganze was davor gewesen ist, die Vorbereitungen in der Schule, die Stellungsprobe im Kino Kosmos und dann das rumgerenne in den 2 Wahrenhäusern wegen einen Anzug, war schon nervlich.
gruß Jens


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27.02.2010 23:00
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#12
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Zitat von Huf
Auch heute gibt es vornehmlich in Neubundland diese Feiern, frei von jeglicher Propaganda, aber stets ein froßes Fest zu Ehren unserer Heranwachsenden.

Und das ist gut so.



Das verstehe ich nicht, warum das im Osten heute noch gefeiert wird.

Im Westen gibt es ja auch viele konfessionslose Familien --- aber die Jugendweihe ist dort weitgehend unbekannt.


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27.02.2010 23:03
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#13
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Zitat von EK 82/2
da ich mit dem christentum gar nichts am hut habe(ist für mich auch nur sinnloses gelaber um eine person die es nicht gibt,heute sollte man wissen wie die erde entstanden ist),hätte ich sicher auch keine konfirmation feiern wollen.



Bedeutende Naturwissenschaftler hätten dir da widersprochen --- aber das ist ein eigenes Thema.

Zitat
darum ist es gut das heute jeder selbst wählen kann ob er konfirmation oder jugendweihe feiern möchte.



Das ist natürlich unbestritten.


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27.02.2010 23:09 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2010 23:11)
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#14
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( gelöscht )

Zitat von Sonny

Zitat von Huf
Auch heute gibt es vornehmlich in Neubundland diese Feiern, frei von jeglicher Propaganda, aber stets ein froßes Fest zu Ehren unserer Heranwachsenden.

Und das ist gut so.



Das verstehe ich nicht, warum das im Osten heute noch gefeiert wird.

Im Westen gibt es ja auch viele konfessionslose Familien --- aber die Jugendweihe ist dort weitgehend unbekannt.




Nur dies oder noch manch anderes auch nicht?

Weil es eine schöne Tradition ist damit die Kinder im Kreis der Erwachsenen willkommen zu heißen, aber dies kannst du nur aus Büchern nicht nachvollziehen. Für viele Sachen braucht es nun einmal das persönliche Erleben.


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27.02.2010 23:16
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#15
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Zu Meiner Zeit war die Jugendweihe grade richtig "out". Da ich nur Beruflich in die Kirche gehe/gegangen bin, abe ich weder das eine noch das andere.


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