Stasi in den Truppen

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23.11.2008 08:15von ( gelöscht )
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Stasi in den Truppen

Mich würde mal interessieren, ob Ihr als Soldaten wußtet, dass die Stasi so massiv in der Truppe war.
Mir wurde von einem Prof. des Stolpe-Untersuchungsauschusses die sagenhafte Durchdringen von 1/8 mitgeteilt - sprich 1 IM auf 8 Soldaten.

21.08.2014 15:36von diefenbaker
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In diesem Thread gab es ja schon drei Jahre keine Aktivitäten, das möchte ich heute ändern.

Ich hatte kürzlich einige Akten von der HA I in der Hand, in der Truppe auch bekannt als 2000er.
Konkret von der Abteilung Grenzkommando Nord, Unterabteilung Schönberg, Halberstadt usw.

Eigentlich ist das nicht mein Thema, aber ich habe mal quer gelesen.

Beeindruckend und erschreckend zugleich ist der Riesenaufwand, der da betrieben wurde, um Nichtigkeiten nachzugehen.

- Ein IM hat seinem Führungsoffizier über einen Kameraden berichtet, der bei irgend einer Gelegenheit dies oder das gesagt hat.
- Nach Einschäzung des Führungsoffiziers ist der Verdacht einer Fahnenfluchtabsicht begründet und ein OV wird angelegt mit Eröffnungsbericht.
- Für die weitere Bearbeitung wird ein Operativplan aufgestellt. Typische Maßnahmen, aufgrund von Dienstplänen, Ein-/Ausgangsbüchern usw. werden Zeit, Ort, Anlass, Beteiligte des Ereignisses recherchiert und dokumentiert, ein weiterer IM wird beauftragt, den verdächtigen Kameraden mit einer spezifizierten Aufgabenstellung zu bespitzeln und den Verdacht zu erhärten
- wenn der zweite IM ebenfalls Verdachtsmomente für eine negative Einstellung liefert, werden weitere IMs angesetzt und es kommt eine konspirative Duchsuchung von Spind und Zimmer in Betracht, Ziel ist die Sammlung von Beweismaterial für Par. 254 StGB (DDR). Auch das Wohnumfeld und die Familie können beleuchtet werden. Zwischenberichte werden gefertigt.
- das Procedere kann sich einige Monate hinziehen, der Betroffene bekommt davon nichts mit
- irgendwann kommt es zu einem Abschlussbericht, in dem die weiteren Maßnahmen festgelegt werden
- jeder Schritt war natürlich von der vorgesetzten Dienststelle zu bestätigen

Bei dem, was ich jetzt in der Hand hatte, führte das zu strafrechtlichen Belehrungen durch den Militärstaatsanwalt und ggf. anschlißender öffentlicher Auswertung und zu Versetzungen in rückwärtige Einheiten fern der Grenzlinie. Bei der Versetzung gab es noch die Variante, dafür Sorge zu tragen, dass der Betreffende keine Waffe in die Hand bekommen sollte. Die Einleitung eines Strafverfahrens kam nicht vor. Bei diesen nichtigen Anlässen wird das wahrscheinlich auch die Ausnahme gewesen sein.

Man kann also davon ausgehen, dass viele spontan erscheinende Maßnahmen eine lange verdeckte Vorgeschichte hatten und dass die IM-Dichte gross genug war, um auf jeden "Fall" mehrere IMs ansetzen zu können.

Gruss Wolfgang

21.08.2014 15:55von ( gelöscht )
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Leider fehlt hier der sogenannte Zeitrahmen.
Verdacht, Prüfung, Abschluß.......ist doch korrekt, nach meiner Meinung. Für mich stellt sich aber immer wieder die Frage, wenn ein eindeutiger Abschluß war und nix bewiesen werden konnte, kein Schredder in Betrieb genommen wurde. So nach 10 Jahren........
Ich kann mir vorstellen, daß insbesondere nach dem Doppelmord an den Grenzposten durch Weinhold sehr sensibel durch das MfS gehandelt wurde.

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21.08.2014 16:17von diefenbaker
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Zitat von Georg im Beitrag #197
Leider fehlt hier der sogenannte Zeitrahmen.



Mein Versäumnis,

1979

21.08.2014 16:22von ( gelöscht )
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Ein sehr interessantes Jahr , auch in den Beziehungen der damaligen beiden deutschen Staaten !
http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteD...mmenarbeit.html

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21.08.2014 17:36von ( gelöscht )
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Zitat von Gast im Beitrag #192
Bei uns in der Kompanie gab es 8 IM und 1 FIM ( laut meiner Stasiakte ).
Diese bekamen mehrmals regelmäßig Besuch im Monat von Ihrem Führungsoffz.



Sehr ungewöhnlich,ein solcher Aktenbestand, es hies doch,die Akten der V 2000 wären vernichtet worden?

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21.08.2014 18:24von ( gelöscht )
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Das Thema ist hier fast so alt wie das Forum selber .Eröffnet am 23.11.2008 08:15 von manudave. Und sie scheint immer noch in der Truppe zu sein die Stasi.. Es ist richtig weiter aufzuklären ,muss trotzdem ein wenig schmunzeln. Das unendliche Thema wenn die Stasi dabei ist. Mensch David Dein Beitrag ist ein Dauerbrenner. Und ohne "unsere" Ex Stasimitarbeiter das Forum ärmer. Nur der damals bei der Truppe war soll endlich raustreten und gestehen

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21.08.2014 18:54von Sperrbrecher
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Zitat von ulle45 im Beitrag #182
zum thema stasi kann ichnicht viel sagen.ich war zwar nur ein paar monate an der grenze,bis ich mich innerhalb von 30 minuten fertig machen soll mit allen sachen.es ging ab nach mühlhausen ohne verabschiedung.ich konnte mir zwar denken warum,aber sicher bin ich bis heute nicht.

Ein Blick in Deine Stasi-Akte könnte eventuell Deine Unklarheiten aufklären.

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
21.08.2014 19:11von Thunderhorse
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Zitat von damals wars im Beitrag #200
Zitat von Gast im Beitrag #192
Bei uns in der Kompanie gab es 8 IM und 1 FIM ( laut meiner Stasiakte ).
Diese bekamen mehrmals regelmäßig Besuch im Monat von Ihrem Führungsoffz.



Sehr ungewöhnlich,ein solcher Aktenbestand, es hies doch,die Akten der V 2000 wären vernichtet worden?


Manches ging auch an andere Abteilungen innerhalb des MfS zur weiteren Vewendung, oder wurde archiviert.
Was in den Dienststellen bei den GBK und GKK Ende 1989, Anfang 1990 vorhanden war, da sieht es meist düster aus.

21.08.2014 19:28von diefenbaker
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Zitat von Adam im Beitrag #195
... da stehen namen von IMs,nun hab ich beantragt mir die klarnamen mitzuteilen,sie haben aber nichts schlechtes über mich geschrieben,drotzdem möchte ich wissen wer das war!![zwinker]


und, hast Du Aufklärung bekommen?

21.08.2014 19:47von manudave
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Ja Turtle, wirklich der Hammer. Vor sechs Jahren...wie die Zeit vergeht. ..

21.08.2014 19:56von ABV
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Zitat von manudave im Beitrag #205
Ja Turtle, wirklich der Hammer. Vor sechs Jahren...wie die Zeit vergeht. ..


und immer noch hat keiner zu diesem Thema den "Stein der Weisen" gefunden.

Gruß Uwe

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ABV
21.08.2014 19:59von ( gelöscht )
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Wird noch gefunden, der Stein. Immer auf rote Ladas achten !

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28.10.2014 20:21von ( gelöscht )
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Ich habe bisher und das wird wohl so bleiben, auf meine Stasiakte verzichtet .Ich weis was ich an der Grenze und bei der DVP gemacht habe, weiß ich. Ich habe nicht versucht Politbüro-Mitglieder per Attentat umzubringen, ich war bei keinem Terroranschlag oder bei deren Planung dabei.
Ich habe keine Personen in den Knast, außer ich hatte einen Haftbefehl der von jemand "über mir" war,gebracht.
Das ich unter Kontrolle/Aufsicht.von der "Firma" stand, war mir bekannt. Ich habe mit meinem "Schatten" an einem Tisch gesessen und haben
beide über das Mittagessen geschimpft. Die "Firmaten" kannten meinen Lebenslau vermutlich besser als ich selbst.
Wenn ich einen oder zwei IM`s in meinem Gefolge hatte, was konnten sie schon erzählen oder Berichten.
Als ich bei der West-Berliner Polizei war, wurde ich zu einem Gespräch mit 2 Herren eingeladen. eingeladen, diese stellt mir Fragen über die Polizei, nicht über meine Jahre an der Grenze. Als kann nicht soviel über meine Jahre in der Polizei in meiner Akte gestanden haben, und was soll ich fremden Leuten erzählen was sie nicht wissen brauchen
Also zu was brauche ich diese Akte.

Beste Grüße- Grenzerhans

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