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#1

Ein Buch über Menschen, die über die Berliner Mauer geklettert sind. Von West nach Ost wohlgemerkt.

in Leben an der Berliner Mauer 23.02.2010 22:30
von Augenzeuge (gelöscht)
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Der Historiker Martin Schaad hat ein Buch über Menschen geschrieben, die von West nach Ost über die Mauer geklettert sind (15.07.09)

Auszug aus http://www.pnn.de/campus/196097/

.....Es gab auch jemanden, der mit dem Hammer auf die Mauer losging.

Das war John Runnings ein Friedensaktivist aus den USA. Sein Hauptangriffspunkt waren gesicherte Staatsgrenzen. Man überwinde den Zustand der geteilten Welt dadurch, dass man ihn nicht akzeptiert. Runnings lebte einfach den gewünschten Zustand, also kletterte er über die Mauer in den Osten, um das Bollwerk mit dem Hammer zu zertrümmern. Verhaftet zu werden war Teil seiner Strategie, um den Gegner bloßzustellen. Runnings hat über Jahre versucht die Stasi dazu zu bringen, ihn einzusperren.

Wie ging das aus?

Das Dilemma begleitet die Stasi bis zum Mauerfall. Runnings provozierte die DDR, aber man konnte ihn nicht verhaften, weil er das ja für eine Pressekampagne wollte. Den Gefallen wollte man ihm einfach nicht tun. Es gab eine Verurteilung zu 18 Monaten Freiheitsstrafe, aber er wurde dennoch sofort abgeschoben. Runnings hat die Stasi ständig in Atem gehalten. 1989 wollte er sogar mit einem selbstgebauten Rammbock auf einem Jeep die Mauer durchbrechen. Allerdings wurde er wegen Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung bereits in West-Berlin aufgehalten.

Konnte man die Mauer vom Westgebiet aus einfach angreifen?

Es gab sogar Leute, die sich Presslufthämmer geliehen hatten und damit auf die Mauer losgingen. Oftmals sind die DDR-Grenzsoldaten dann eingeschritten. Die wenigsten wussten, dass die Grenzer herüberkommen konnten, da die Mauer meist erst zwei, drei Meter hinter der offiziellen Sektorengrenze stand. Dieses sogenannte Unterbaugebiet war nur scheinbar Westgebiet. Die Westbehörden hatten hier keinen Zugriff. Ein Künstler, der die ganze Mauer auf Westseite mit einem weißen Pinselstrich bemalen wollte, wurde völlig unerwartet durch eine Tür in der Mauer verhaftet. Er saß dafür 20 Monate in Bautzen.

Und was wurde aus John Runnings?

Am Ende hatte Runnings die Stasi so weit, dass sie ihn zum Geistesgestörten erklären wollte. Eine kuriose Verdrehung der historischen Tatsachen. Nachdem jahrelang psychisch Kranke versucht hatten, in die DDR einzudringen, und die Stasi diese als Provokateure betrachtete, sollte am Ende aus dem größten Provokateur ein Geisteskranker gemacht werden.

AZ


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#2

Ein Buch über Menschen, die über die Berliner Mauer geklettert sind. Von West nach Ost wohlgemerkt.

in Leben an der Berliner Mauer 24.02.2010 03:47
von X-X-X (gelöscht)
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Den Fall Runnings war einer der interessantesten Faelle, die ich erlebt hatte. Er fiel mindestens einmal von der Mauer (in der naehe des Checkpoint Charlie, glaube ich.). Er wurde in die Charite gebracht und dort behandelt. Damit er nicht ohne weiteres abgeschoben werden konnte, zerriss er seinen US-Reisepass. Die US-Botschaft stellte ihm einen Not-Pass aus... er wurde direkt am Checkpoint abgeholt und unter Begleitung zum Flughafen transportiert. Runnings hatte das Personal der Botschaft etwa 3 Tage lang mit seiner Aktion beschaeftigt. War eigentlich ganz lustig... In diesem Fall war auch das Zusammenwirken der DDR und USA, obwohl seine 'Aktionen' an der Zonengrenze stattfanden. Wenn es um Runnings ging, galten die Regeln dann nicht mehr.

Jens


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#3

RE: Ein Buch über Menschen, die über die Berliner Mauer geklettert sind. Von West nach Ost wohlgemerkt.

in Leben an der Berliner Mauer 24.02.2010 12:09
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von KID
Den Fall Runnings war einer der interessantesten Faelle, die ich erlebt hatte. Er fiel mindestens einmal von der Mauer (in der naehe des Checkpoint Charlie, glaube ich.). Er wurde in die Charite gebracht und dort behandelt. Damit er nicht ohne weiteres abgeschoben werden konnte, zerriss er seinen US-Reisepass. Die US-Botschaft stellte ihm einen Not-Pass aus... er wurde direkt am Checkpoint abgeholt und unter Begleitung zum Flughafen transportiert. Runnings hatte das Personal der Botschaft etwa 3 Tage lang mit seiner Aktion beschaeftigt. War eigentlich ganz lustig... In diesem Fall war auch das Zusammenwirken der DDR und USA, obwohl seine 'Aktionen' an der Zonengrenze stattfanden. Wenn es um Runnings ging, galten die Regeln dann nicht mehr.

Jens



@Jens,
in Berlin war es die Sektorengrenze, und nur hier wurde Runnings aktiv, "Amerikanischer Sektor", am Strassenrand standen Schilder mit der Aufschrift, -YOU ARE LEAVING THE AMERICAN SECTOR-, -SIE VERLASSEN DEN AMERIKANISCHEN SEKTOR-, das gleiche auch in französischer Sprache,
Gruß aus Berlin


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