DDR Mythos? "Man durfte sich seinen Beruf nicht aussuchen“

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23.02.2010 22:44
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#31
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Manudave, über die linke Lehrerin, da wird sich bestimmt noch jemand einbringen, der da eigene Erfahrungen im alten Westdeutschland gesammelt hatte.
Mal zu meiner eigen Berufswahl, also ich wollte Freileitungsmonteur werden, so oder so ähnlich hieß der Beruf, diese Überlandmasten errichten usw. Nun war ich ein mittelmäßiger Schüler, ein fauler Schüler und sie meinten...mit diesen Zensuren nicht, Punkt um.
Mein Vater brachte ein Prospekt, ein Berufswerbeprospekt eines Metallberufes mit,ein Montageberuf, darin stand alles gut beschrieben, und am Ende stand das Lehrgeld.
Ich mich beworben und sofort genommen wurden, Zensuren spielten weniger eine Rolle und wir hatten sogar Schüler mit 7.Klassen-Abschluss dabei, sie wurden halt Helfer, gegenüber uns Facharbeitern mit 10.Klassen POS.
30 Jahre nach meiner Lehrzeit sehe ich Einen der 7.Klässler auf einer riesigen Großbaustelle wieder, da war er Leiter eines Bereiches...also, da musste man schon Erfahrung und außerdem noch helle in der Birne sein.
Er war eine Kapazität und jetzt geh zurück, wie er angefangen hatte?
Also ob Traumberuf oder auch nicht, das ist alles vollkommen egal, es ist nichts, es ist nente, zu dem, was später mal aus einem Menschen wird. So sehe ich es, und ich habe meinen Beruf am Anfang gehasst, aber später geliebt, weil, er brachte mir ein sehr gutes Auskommen, im Beruf und auch Privat, so Nebenbei.
Er war der Esel, der goldene Dukaten scheist, und ich musste mir nur noch den Hi....aufreisen, was ich auch getan habe.

R-M-R


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23.02.2010 23:08
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#32
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Manudave,

gab es nicht mal "Berufsverbote" in der BRD ?


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23.02.2010 23:28
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Zitat von Feliks D.
Zitieren wir doch mal unsere Verfassung, die sagt doch alles.



Bleibt dann noch der Unterschied zwischen Verfassungsanspruch und Verfassungsrealität --- der war gerade in der DDR besonders groß.

Zitat
an taxifahrende Akademiker kann ich mich nämlich nicht erinnern.



Gab es so etwas in der DDR nicht (also aus politischen Gründen)?


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23.02.2010 23:28
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#34
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Zitat von Alfred
gab es nicht mal "Berufsverbote" in der BRD ?



Wurde oft so genannt, war aber nicht ganz korrekt.


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23.02.2010 23:44
avatar  Alfred
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Zitat von Sonny

Zitat von Alfred
gab es nicht mal "Berufsverbote" in der BRD ?



Wurde oft so genannt, war aber nicht ganz korrekt.




Wie war es denn korrekt ???


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23.02.2010 23:49
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Zitat von Alfred

Zitat von Sonny

Zitat von Alfred
gab es nicht mal "Berufsverbote" in der BRD ?



Wurde oft so genannt, war aber nicht ganz korrekt.




Wie war es denn korrekt ???




Offiziell hieß es "Grundsätze zur Frage der verfassungsfeindlichen Kräfte im öffentlichen Dienst".

Umgangssprachlich sagte man "Radikalenerlaß" oder "Extremistenerlaß".


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24.02.2010 00:08
avatar  Alfred
#37
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Zitat von Sonny

Zitat von Alfred

Zitat von Sonny

Zitat von Alfred
gab es nicht mal "Berufsverbote" in der BRD ?



Wurde oft so genannt, war aber nicht ganz korrekt.




Wie war es denn korrekt ???




Offiziell hieß es "Grundsätze zur Frage der verfassungsfeindlichen Kräfte im öffentlichen Dienst".

Umgangssprachlich sagte man "Radikalenerlaß" oder "Extremistenerlaß".




Mag sein,

aber wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sprach selbst Bundeskanzler Schröder von "Berufsverboten gegen Andersdenkende".


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24.02.2010 00:09
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#38
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Zitat von Alfred
aber wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sprach selbst Bundeskanzler Schröder von "Berufsverboten gegen Andersdenkende".



Der war ja damals Juso-Chef --- ja, das kann gut sein.


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24.02.2010 07:00
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S51

Zitat von Angelo
Egal was jemand von Beruf werden möchte, ob Pilot, Kraftfahrzeugmechaniker oder Arzt: Nur mit guten Noten bekommt man heute in Deutschland den Studienplatz oder die Lehrstelle, die man sich wünscht. In der DDR war das anders. Dort waren gute Noten zwar auch gefragt. Aber viele Studenten konnten sich ihr Studienfach nicht aussuchen, sondern wurden zugeteilt: Wurden zum Beispiel gerade viele Physik- oder Mathematiklehrer gebraucht, gab es dafür besonders viele Studienplätze. Die Wahl des Studienplatzes hing weniger von den Interessen und Talenten der Schüler ab, sondern vom Bedarf der Firmen.


Ist das wirklich war? Ich durfte in der DDR nicht den Beruf lernen den ich wollte ?



Ausgesucht hat man sich in der DDR seinen Berufswunsch selber. Doch konnte es natürlich sein, dass die Voraussetzungen dafür nicht vorhanden waren. Leistungsdurchschnitt, Fähigkeiten, Fertigkeiten, falsche Auffassungen, ungünstige Verwandtschaft, keine Plätze. Das war wie heutzutage beim Numerus clausus oder anderen Zugangsbeschränkungen auch.
Als ich mich bei der Wasserversorgung seinerzeit bewarb, sagte der Kaderleitet auch: Prima Noten aber ohne FDJ? Habe ich das geändert und schon gab es kein Problem mehr.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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24.02.2010 09:21
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Zitat von manudave


Das ist relativ einfach - deine Linke im Westen wäre Lehrerin geworden. Wer will sie daran hindern?




guten morgen manudave,

es sei mir gestattet leise zweifel an deiner so selbstsicher dargebrachten theorie zu äussern.
schon mal was von "radikalen erlass" und "regelanfrage" gehört ?

siehe hier-->http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/the.../goessner2.html


gruss
SCORN


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24.02.2010 09:52
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Zitat von nightfire64

also ich kann dazu nur sagen, nach der 10. Kl. wollte ich Kosmetikerin werden und das wurde nur aller
3 Jahre ausgebildet. Somit wurde mir vorgeschlagen, 1 Jahr auf Friseuse und dann durfte ich ohne Probleme zur Kosmetikerin wechseln.



ich glaube, ab der 5. oder 6. klasse wurde in der schule nach dem berufswunsch gefragt, um tendenzen feststellen zu können. bei den mädels war es wirklich so, dass alle kosmetikerinnen bzw. friseuse werden wollten. beu uns jungs wechselte der berufswunsch jedes jahr . mal war es fernfahrer, dann wieder kfz- schlosser oder baggerfahrer.

mit dem zeugnis der 9. klasse musste man sich in den folgenden oktoberferien bewerben und da kam dann oftmals das böse erwachen. wie man dann feststellte wurden viele etwas anderes. der grössteteil der mädels aus meiner klasse wurde krankenschwester, ein beruf vor dem ich tiefsten respekt habe. die jungs erlernten fast alle erstmal einen ordentlichen (handwerklichen) beruf und studierten dann...


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24.02.2010 11:20
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Zitat von Sonny

Zitat von Alfred
aber wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sprach selbst Bundeskanzler Schröder von "Berufsverboten gegen Andersdenkende".



Der war ja damals Juso-Chef --- ja, das kann gut sein.




Ne,

dass hat er auch als EX - Kanzler so gesehen.


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24.02.2010 18:17
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Zitat von Alfred
Captn,

ich kenen einige, die haben in der BRD studiert und finden - fanden - keinen entsprecheden Arbeitsplatz.

In der DDR war dies durch die Planwirtschaft sichergestellt. Was der einzelnen Person lieber ist, mag jeder selbst entscheiden.



Ja das Wort Plan.Wir planen das ,wir planen dies,wir planen jenes. Du kannst das studieren,der Plan
siehte es so vor,willst du nicht,dann musst du warten,bis der Plan was hat,plane aber sonst nichts
anderes,wir haben dich ja auf unserem Plan und der Plan gilt,da kannst du nichts anders planen,es
sei denn wir planen usw ,usw... Ziemlich viel Plan.

Ein Plan ist ja eine vernüftige Sache. Die berufliche Zukunft selber zu planen und in die Hand zu nehmen ist eine Sache. Das ganze aber fertig vorgesetzt zu bekommen eine andere.
Sebst auf die Gefahr hin,später schwer einen Job zu finden,würde ich das erste bevozugen.


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24.02.2010 18:39
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Zermatt, Plan hin, Plan her, sind wir heute um so vieles besser und selbst in der Zeit des alten Westdeutschland, wo angeblich noch Milch und Honig geflossen sind, wo von einen Tag auf den anderen die berüchtigten Kinderheime geschlossen wurden, wo von einen tag auf den anderen die Umweltverschmutzung im Ruhrpott aufgehört haben soll?
Wer es glaubt, der wird selig werden. Denke doch nicht, das der Student in WD sein geliebtes Fach studieren konnte...ok, er konnte, aber was kam dann? Dann war er erstmal arbeitslos, oder der Andere, der seinen heißgeliebten Beruf erlernt hatte....wieder erstmal arbeitslos, weil schon tausende den selben Beruf ausgeübt hatten.
Das, mein Freund gab es in der Planwirtschaft nicht und bitte nicht gleich kontern, das sie nicht überlebensfähig war, aber sie hatt vierzig Jahre funktioniert und vierig Jahre sind ein halbes Menschenalter, also stark übertrieben jetzt vierzig Jahre guter Lohn.
Dieser Aspekt wird immer vergessen, wohingegen der Westen schon kurz nach seinen 50/60er Wirtschaftswunder schon die ersten hunderttausenden Arbeitslosen hervorbrachte.
Dann war der neue Bürger-West sich noch zu fein, die Drecksarbeiten zu machen...Endresultat, er holte die Gastarbeiter, mit dem Riesenfehler, sie nicht anschließend in ihr Heimatland zurückzuschicken, so wie es die DDR mit ihren Vertragsarbeitern gemacht hatte, konsequent praktiziert hatte.
Die Fehler treten heute offen zutage, siehe Parallelgesellschaften.
Bin ich überhaupt noch beim Thema, wenn nicht, auch nicht so schlimm.

R-M-R


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24.02.2010 18:53
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Als Vorbestrafter darf ich ja auch nicht jeden Beruf aussuchen. Nach meiner Entlassung bekam ich weder eine Arbeitsstelle -nicht mal in einer dreckigen Fabrik - noch eine Wohnung, wie das so oft in der DDR war. Manch einer Inhaftierter hier wuenschte sich ein solches System: Arbeitsvergabe, Buergschaften und (oft) eine Wohung und dazugehoerige Mindesteinrichtung. In den Staaten gelingt oft die Entlassung auf Bewaehrung (!) nur wenn: eine feste Arbeitstelle und Wohnung nachgewiesen werden kann. Stellt Ihr mal vor, wie schwierig das ist! Du bewirbst dich von deiner Zelle aus bei Firmen... Du hast noch keine Arbeit, solltest aber eine Wohnung irgendwie herzaubern.

Der MYTHOS USA: Kapitalismus siegt

Es tut mir leid, aber die Beitraege "Mythos DDR" kommen wir immer mehr wie getarnte Gegen-Propaganda vor. Ich schlage vor, wie machen einen neuen MYHTOS BRD-Thread auf.

z.B. "MYTHOS BRD: Ist es wahr, dass viele NS-Richter in der spaeteren Bundesrepublik Deutschland weiter dienen durften?"

"MYTHOS BRD: Ist es wahr, dass alle SS-Soldaten eigentlich nur bei der Waffen-SS waren, und dass viele eingedeutsche Kriegsverbrecher auch heute noch ihre Kriegsrenten erhalten?"

Wenn schon, denn schon.... Statt Propaganda und ein endloses Hin und Her sollten wir uns lieber der fachlichen Diskussion wenden.

Jens


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