Dauerfeuer in der Grenzkompanie

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21.02.2010 19:28
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#1
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Hallo liebe Leser,heute berichte ich von einem gefährlichen Vorfall,der sich so in unserer Kompanie zutrug und ich leider auch noch der "Hauptdarsteller" war.
Ich denke aber,dass solche Vorkommnisse auch in anderen Kompanien vorkamen.

Dauerfeuer in der Grenzkompanie

Es war im Spätsommer 1982.Ich wurde dazu auserkoren, einen Postenführer als Posten unserer Kompanie bei einem Sondereinsatz zu begleiten.
Unsere Aufgabe sollte darin bestehen ,einen LPG-Bauern mit seinem Traktor,( einem russischen roten Belarus ),bei der Fahrt über den K6 zu bewachen bzw.auf diesem mitzufahren und aufzupassen.
Am besagtem Tag war es wirklich sehr sehr heiß und wir fuhren durch 3 Grenzabschnitte.
Die Arbeit des Bauern war es ,den K6 mit Unkrautex zu besprühen,um ihn so für die bessere Kontrolle zur Spurenfreiheit zu präparieren.
Am Traktor befand sich hinten ein kleiner Hänger dran,mit Tank und den Rohrdüsen zum verspritzen des Unkrautgiftes.
Hinten am Hänger,fast über den Rohren der Sprühdüsen ,war dann eine Doppelsitzbank montiert.
Auf dieser saßen wir die ganze Zeit drauf und zogen unsere Spur,immer parallel am Zaun entlang.
Die ganze Zeit waren wir der Hitze und der vollen Sonnenstrahlung ausgesetzt.Außerdem war die ganze Angelegenheit sehr staubig,da gleichzeitig auch wieder der K6 “geharkt” wurde,mit einer Art Rechen/Harke ,die sich auch am Traktor befand.
Schlimm war auch dieser beissende,ekelige Gestank von dem Unkrautgift.Man war fast schon benebelt.
Als wir rechts und links der GÜST Salzwedel/Bergen entlang fuhren,wurden wir von den Briten und vom BGS/GZD sehr oft fotografiert und gefilmt.Sie riefen uns auch alle zu bzw. machten irgendwelche Handzeichen.Es drang auch viel Gelächter über die Grenze…in unsere Ohren.
Muß schon bescheuert ausgesehen haben,wie zwei Grenzer auf solch Hänger am Russentraktor sitzen,durchgeschaukelt weden und dann noch vom Staub und Schweiß aussehen wie zwei Mohrenköpfe.Und dann kam immer wieder der Giftnebel.Unsere Klamotten stanken wie Upatz.
Wir kamen uns vor wie die 2 Typen von der Muppetshow auf’m Balkon.
Nun gut,als die Arbeit getan war ging es zurück in die Kompanie.
Zu unserem erstaunen und ohne das wir es wussten,war “hoher Besuch” aus dem Regiment und dem Battalion in unserer Kompanie (“Buttler“+Regimentsoffiziere).Eigentlich wurden wir vor solchen Besuchen immer gewarnt,aber diesmal wurde wohl auch unsere Kompanieleitung überrascht.
Zu diesem Zeitpunkt schliefen wir immer noch in Mannschaftszelten auf einer Wiese neben dem Kompaniegebäude.Von der Giebelseite aus gesehen (Kücheneingang), rechts neben dem Tankcontainer.
Der Kompaniehof vor den Garagen war voller “Sackis” und auch an den Zelten und am Tanklager tummelten sich die Soldaten und Offiziere.
Jedenfalls kam für mich nun eine schnelle kleine Ansprache meines Postenführers.
Er meinte:”XXXXXX,jetzt machen wir Waffe zur Durchsicht und zwar nach DV,wegen der Sackis”!
Diese interessierten sich seit unserer Ankunft in der Kompanie auch immer mehr für uns und ihre Aufmerksamkeit stieg immer mehr.
Nun passierte es.Was wir sonst nie nach dem Grenzdienst machten,ich meine eine Waffenkontrolle,wurde heute “Ausnahmsweise” mal durchgeführt.
Er sagte:“Soldat XXXXXX,Waffe zur Durchsicht” und wie das so alles hieß .
Ich machte alles was er sagte,auch auf den Abzug drücken usw.
Das dumme war nur,dass ich das volle Magazin noch in der Waffe hatte und der Hebel auch noch auf Dauerfeuer stand.Als er sagte durchladen und abdrücken,tat ich das auch.Was dann passierte,könnt ihr euch sicherlich vorstellen.Alles schmiss sich auf den Boden und lag in der Horizontalen.
Nur mein Postenführer und ich stand noch,er lief Kreidebleich an.Nach dem kurzen Feuerstoss ,die Schüsse waren verhallt,herrschte kurz eine “Totenruhe” in der Kompanie.
Mein Postenführer trat noch schnell an mich heran und flüsterte mir ins Ohr:“XXXX,wenn meine E-Balken fallen,wirst du nicht mehr froh.Wenn du hier bleibst,gibt es für dich erst mal Putz ohne Ende”.
Na ja,dachte ich mir noch schnell,wenn es doch nur das wäre oder dabei bliebe.
Ich war nur froh das ich wenigstens etwas bei diesem Vorgang richtig machte,nämlich die Waffe mit dem Lauf nach oben gehalten zu haben.
Jetzt ging ein wahnsinniges Geschrei los und ich wurde sofort umringt.
Mir wurde das Gewehr abgenommen und ich wurde gleich abgeführt, in irgend einem Raum im Keller gebracht und eingeschlossen.Das wars,dachte ich,Schwedt wird deine neue Adesse und mich überkam kein gutes Gefühl,denn dort wollte ich nicht hin.Ein Kumpel von mir saß dort ein und er war nach seiner Entlassung ein psychisches Wrack.Übrigens hat er sich von dieser Zeit bis heute nicht erholt!
Zur Wendezeit ist er über die CSSR geflüchtet und lebt seit dem in Niedersachsen.
Zurück zu meiner Geschichte.Nach einer Weile kam mein KC zu mir und fragte mich,was ich da für eine Scheiße verbockt habe und ich solle mir Gedanken machen,was ich den “Genossen” vom Stab,Regiment etc.erzähle.Ich antwortete ihm umgehend und sagte,ich erkläre das mit einem “Sonnenstich”……Sonnenmacke.Er werde für mich ein gutes Wort einlegen,lies er mich wissen.

Warum er das tat weiß ich bis heute nicht,aber ich war froh.Jedenfalls wurde ich dann irgendwann geholt und mir fremden Offizieren vorgeführt.(Stasi?)Die quetschten mich dann aus wie eine Zitrone.
Ich erzählte ihnen die Geschichte von der Hitze und der Sonne,vom Staub,Schweiß und Gift.
Ich sagte,dass ich mich nicht mehr richtig erinnere und ich wahrscheinlich einen Sonnenstich erlitten hatte.Das ich mich dafür entschuldige und wir sonst selbstverständlich nach dem Grenzdienst auch immer alles schön nach DV machen.Zum Schluss wurde mir die Geschichte geglaubt,die ja auch nicht mal so ganz erfunden war.Natürlich war für diesen Vorfall die Hauptschuld ganz einfach in der Tatsache zu sehen,dass wir nach dem Grenzdienst unsere Waffen immer gleich abgaben,ohne diese Vorschriften vornweg zu beachten.Wir waren halt ein wirklicher Lodderhaufen.
Nur mal nebenbei,in der Kompanie wurde kein Vorgesetzter gegrüßt,dass war so erwünscht.
An der Schwarzkombi gab es kein Koppel und keine Schulterstücke.(Ein EK hatte so’n Ding eh nie an).Ein Käppi wurde auch nicht getragen.
Wenn sich natürlich fremde in der Kompanie befanden,wurde gegrüßt etc.
Zum Schluss musste ich aber noch bestraft werden,denn ganz ohne Strafe konnte diese Begebenheit nicht abgehen.
1. Ich musste die verschossenen Patronen bezahlen ( Preis kenn ich nicht mehr )
2. Ich wurde erst im 16.Monat zum Gefreiten befördert (EK war ich da eh,also egal J )
3. Ich durfte nicht mehr mit zum Schießen nach Lübtheen ( Freu J )
4. Es gab von den Ek’s “Putz” ohne Ende
(Aber das ist eine andere Geschichte - EK Bewegung,darüber berichte ich ein anderes mal )
Da mußte ich dann die Grenz-Kompanie mit noch 3 Delinquenten bewachen,man war das gut.
Wir waren nur im Tee…..und da haben wir auch wieder einiges verbockt und vertuscht…..
Abschließend will ich noch sagen das ich froh war das nichts schlimmeres passiert ist.
Zum Postenführer wurde ich trotz des Vorfalls nach 12 Monaten Dienstzeit befördert.
Zu guter letzt kann ich noch berichten,dass ich nicht der erste “Scharfschütze” in Riebau war.
1 Jahr vor mir hat einer bei der Kompaniewache durchs Dach des Fahrradschuppens geschossen,der stand neben dem “Wachpilz” an der Kompanieeinfahrt.

Gruß ek40


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21.02.2010 19:53 (zuletzt bearbeitet: 21.02.2010 19:54)
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#2
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Hallo ek40,
ich konnte mir das schmunzeln beim Lesen wirklich nicht verkneifen. Ich konnte mir das bildlich gut vorstellen, ihr auf dem Anhänger...... :-)

Vielleicht hat hier einer das Foto und könnte es mal reinstellen.....


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21.02.2010 19:54
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#3
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Hallo EK40
Spannende Geschichte, was so nicht alles passiert ist.
Ich kann Dich aber beruhigen, nicht nur Ihr wart son Lotterhaufen,
bei uns war es genau so, ich meine mit dem Grüßen und der Anzugsordnung.
Waffe entladen war bei uns genau so, also nicht nach DV.
Magazin raus durchreißen und abdrücken. auch bei uns ging da öfter ne Kugel
gen Himmel.
Mir ist das glaube ich drei mal passiert. Es gab da meist nur nen großen
Anschi.. vom Diensthabenden der Komp. und das wars, eventuell gabs noch einen
Dienst außer der Reihe.

EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke


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21.02.2010 20:05
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#4
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Einige haben doch auch davon berichtet, wie sie Sandhaufen erschossen haben...

Ich liebe diese Geschichten...


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21.02.2010 20:42
#5
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Hallo ek40

Tolle Geschichte aus dem Grenzeralltag. Könnte erst gestern pasiert sein. Auch bei uns in der GK gab es Stellen in Mauerwerk und Dachrinnen, wo Träumereien und Unachtsamkeit geendet sind.
DV hin oder her, zum Glück ist alles gut ausgegangen. Vor meiner Zeit am Kanten, soll einer mal beim EK-klopfen durch die LO Plane geschossen haben.

Gruß LO-D


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21.02.2010 20:57
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#6
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Zitat von EK89/1
Hallo EK40
Spannende Geschichte, was so nicht alles passiert ist.
Ich kann Dich aber beruhigen, nicht nur Ihr wart son Lotterhaufen,
bei uns war es genau so, ich meine mit dem Grüßen und der Anzugsordnung.
Waffe entladen war bei uns genau so, also nicht nach DV.
Magazin raus durchreißen und abdrücken. auch bei uns ging da öfter ne Kugel
gen Himmel.
Mir ist das glaube ich drei mal passiert. Es gab da meist nur nen großen
Anschi.. vom Diensthabenden der Komp. und das wars, eventuell gabs noch einen
Dienst außer der Reihe.



EK89/1,

du hast dreimal in die Luft geschossen, oder hab ich das missvertandenn?

MfG


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21.02.2010 21:16
#7
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das gabs nicht nur bei euch Grenzer, sondern auch bei der Bundeswehr..

Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


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21.02.2010 21:58
#8
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Zitat von ek40
...Nach einer Weile kam mein KC zu mir und fragte mich,was ich da für eine Scheiße verbockt habe und ich solle mir Gedanken machen,was ich den “Genossen” vom Stab,Regiment etc.erzähle.Ich antwortete ihm umgehend und sagte,ich erkläre das mit einem “Sonnenstich”……Sonnenmacke.Er werde für mich ein gutes Wort einlegen,lies er mich wissen.

Warum er das tat weiß ich bis heute nicht,aber ich war froh. ...


Hallo ek40,

ohne die konkreten Umstände zu kennen, kann ich, glaube ich, bei der Frage einspringen. Wenn es einen plausiblen Grund für das Vorkommnis gab, also Sonnenstich, dienstliche Belastung, dann war auch der Vorgesetzte aus dem Schneider. Es gab nichts schlimmeres als ein Vorkommnis bei einer ontrolle durch vorgesetzte Stäbe. In der Regel wurden im Zuge der Untersuchung des Vorkommnisses der Kompaniechef und der Politistellvertreter auch immer ranzitiert, um sich ihre Kelle abzuholen. Der KC, weil er die Gesamtverantwortung für der Haufen hatte, und der Polit, weil jedes Vorkommnis auch immer wieder auf einen schlechten politisch-moralischen Zustand der Einheit zurückzuführen war.

Alles in allem hast Du damals mit der Nummer tatsächlich Glück gehabt, wie auch EK89/1. 1984 verschärften sich die Versuche, den fahrlässigen Schusswaffengebrauch einzudämmen. Es wurden zunächst Metallgestelle auf dem Hof vor der Kompanie errichtet. Da war die Waffe einzusetzen und unter Aufsicht des Vorgesetzten zu entladen. Theoretisch konnte man die Waffe nicht einsetzen, wenn das Magazin noch drin war. Praktisch wurde auch damit irgendwann geschlampt und es kam wieder zu fahrlässigen Schüssen. Als das passierte, kam in unserem Regiment der nächste Befehl: Jeder, der einen fahrlässigen Schusswaffengebrauch verursacht, muss 3 Tage in Arrest - ohne Ansehen der Person und ohne Rücksicht auf bisherige Verdienste.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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21.02.2010 22:05
#9
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den Bericht vom EK40 betreffs der Schußabgabe durch das Dach des Fahrradunterstandes in Riebau kann ich sagar bestätigen muß aber anfügen, dass dies nicht das einzigste Trefferbild in dem Dach war. Es gab noch andere Experten, welche dies vollbracht haben. Im Juni 1984 mußten einige Dachziegel des Haltepunktes Riebau und im Juli 84 die Seitenwand der Hundezwingeranlage das Trefferbild einer Mpi verzeichnen.
Ab ca. 1984 kam man auf die Idee eine Entladevorrichtung in den GK´s zu installieren. Diese bestand aus einem Rohr mit einem großen Durchmesser, welches gestützt durch zwei weitere Profileisen in einem bestimmten Winkel zum Himmel gerichtet war. Der jeweilige Mpi Schütze, steckte den Lauf der Waffe in dieses Rohr und führte die Entladetätigkeiten durch. Sollte es jetzt zu einer Schußabgabe kommen, konnte der Schuß nicht mehr unkontrolliert durch die Gegend "fliegen", sondern wurde in die freie Bahn gelenkt.
Die größeren Schäden waren jedoch nicht durch die Mpi zu verzeichnen, sondern durch die Pistole M. Falsche Entladetätigkeiten und leichtfertiger Umgang mit der Waffe waren die Ursachen. Ein dienstverrichtender UvD (WaffKZB) nahm eine Pistole entgegen, entfernte das Magazin, führte keine "Rohr frei" Kontrolle durch und schoß durch die Tür des der Waffenkammer gegenüberliegenden KC Zimmer. Zum Glück war der KC zu der Zeit nicht in seinem Dienstzimmer. Ein GAKl bescherte einem UvD eine vollgesch........ Hose, nachdem der GAKl unbedingt seine tollen "Schnellzieh" Haltungen demonstrieren mußte und die Waffe (Pistole M) durchgeladen hatte, ohne daran zu denken dass noch das Magazin in der Waffe war. Die Mumpel flog durch das UvD Zimmer, beim UvD zwischen die Beine und steckte dann in der Scheuerleiste. Zum Glück keine Verletzten.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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21.02.2010 23:31
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#10
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Im GAR Halberstadt hat mal jemand beim Waffenreinigen eine Mumpel quer über den Apellplatz geschickt. Kennt jemand diese Geschichte? Muß vor 1997 gewesen sein. Als ich dort meine Ausbildung hatte, hat man den Einschuß im Block gegenüber zumindest noch gesehen...

Gruß Jens


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22.02.2010 03:07
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#11
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S51

Wir nannten das: "Einen gucken lassen". Kam immer wieder mal vor. Oft gab es vorher Schichten unter extremen Bedingungen. Immer wurde es intern geregelt.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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22.02.2010 07:15
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#12
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Hallo @Stabsfähnrich, schöne Geschichten die du da zu berichten weißt. Diese Fälle von denen ich hier lese, waren ja nun zum Glück immer ohne schlimmere Folgen. Kennt jemand von euch auch solche Fälle die mit Verletzten oder gar Toten endeten und wie waren dann die folgenden Ermittlungen. Hier war es ja dann sicher nicht mit 3 Tagen Arrest geatn.


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22.02.2010 09:15
avatar  EK76/1
#13
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@ JensB

Zitat
Muß vor 1997 gewesen sein


dass will ich doch hoffen!!
viele Grüsse


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22.02.2010 12:12 (zuletzt bearbeitet: 22.02.2010 13:48)
avatar  Ernest
#14
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Zitat von Rainman2

In der Regel wurden im Zuge der Untersuchung des Vorkommnisses der Kompaniechef und der Politistellvertreter auch immer ranzitiert, um sich ihre Kelle abzuholen. Der KC, weil er die Gesamtverantwortung für der Haufen hatte, und der Polit, weil jedes Vorkommnis auch immer wieder auf einen schlechten politisch-moralischen Zustand der Einheit zurückzuführen war.

ciao Rainman



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Hallo Rainman

Dem kann ich nur zustimmen, denn es deckt sich genau mit den Erfahrungen meiner 15 monatigen Zeit in Döhren.
Bei uns gab es auch viele Vorkommnisse (so wie überall), unter anderem auch welche, die sich mit dem von ek40 Beschriebenen decken.
Egal was bei uns passiert ist, alles wurde intern geregelt, nie verließ etwas den Kompaniebereich.
Wir waren eigentlich sehr glücklich darüber und unseren Vorgesetzten brachte es ein gewisses Maß an Respekt ein. Respekt in dem Sinn, weil wir das Gefühl hatten, nicht irgendwie an höherer Stelle verpfiffen zu werden. Ich will jetzt nicht zu hochtrabend klingen, aber es war wie ein gewisser Familiensinn.........jedenfalls empfand ich es so.

Klar, jedes Vorkommnis das nach oben gemeldet wurde, hinterließ für die Kompanie einen dunklen Schatten. Einen Schatten, der generell auf den KC und den Polit fiel, da sie ja die direkte Verantwortung für alle Untergebenen hatten. Jede Meldung war ein gleichzeitiger Minuspunkt für sie.

In Döhren sollte es für die Offiziere im Herbst`73 Beförderungen geben. Genau zu dem Zeitpunkt hätten wir drei Jahre keinen Grenzdurchbruch gehabt (na gut, es kam bis August`73 auch keiner der abhauen wollte).
Jeder Minuspunkt hätte diese Hoffnung wahrscheinlich zu nichte gemacht. Das Ansehen der Kompanie mußte also gewahrt werden.

Für uns war das alles nur zum Vorteil.
Wie unterschiedlich das in einzelnen Kompanien gehandhabt wurde, sahen wir, als wir einen Arrestanten aus einer Nachbarkompanie hatten. Wegen "Schlafen im Grenzdienst" wurde er zu einigen Tagen Arrest bei uns verdonnert. Hier wurde er gleich herangezogen, um den riesigen Kohlenberg unter Dach und Fach zu bringen.
Jedenfalls haben wir da erst einmal gestaunt, daß es auch anders geht.
Schlafen war ja wie überall an der Tagesordnung. Auch wenn man in etwa wußte, von wo nach wo die Kontrollstreife läuft und wann sie ca. am eigenen Postenplatz ist, war es nicht zu vermeiden, ab und zu hochgezogen zu werden. Außer ein "Du-Du" innerhalb des Zuges kam nie etwas. Meine größte Strafe war einmal, daß mir der Ausgang gestrichen wurde.
Aber das dieses Vorgehen nicht die Regel ist, sah man an unseren Arrestanten. Offiziell war es schon ein Vergehen, was gemeldet wurde.

In der Hinsicht war ich ganz zufrieden, wie es in meiner Kompanie zu ging. Und im Grunde danke ich jetzt noch meinen Vorgesetzten, daß sie so human gehandelt hatten.
Ist wohl auch ein Grund, daß man keine schlechten Erinnerungen an die damalige Zeit hat.
Na gut....außer an ein paar Winternächte, wo ich die Welt verflucht habe.


Gruß
Herbert


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22.02.2010 12:21 (zuletzt bearbeitet: 22.02.2010 19:58)
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#15
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@Ernest

Könntest du auf die Reihe mit den Doppelstrichen verichten? Die zieht selbst auf meinem 19" Monitor, bei einer Auflösung von 1280x1024, den Thread immer so in die Breite, das ich um den ganzen Text lesen zu können immer zur Seite scrollen muß.

Einfaches zitieren sollte reichen. Danke.


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