DDR Mythos -Schlange vor Geschäften

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20.02.2010 13:00 (zuletzt bearbeitet: 20.02.2010 22:39)
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#1
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Oft hat man ja lange Schlangen von Menschen vor Geschäften gesehen. Es gab wieder mal was zu kaufen.
Aber was ?

Ist es so,das sich viele angestellt haben,obwohl gar nicht klar war,was es zu kaufen gab ?
Nach dem Motto-wenn da so viele stehen,stell ich mich auch an,muss sich schon lohnen.


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20.02.2010 13:05
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#2
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es war serwohl klar wann es was gab.die mundpropaganda funktionierte fast so gut wenn nicht besser als die stasi.ohne beziehungen war man aufgeschmissen.so sagte die verkäuferin den bekannten das es morgen diesen raren artikel gibt,die sagten es ihren freunden und so konnte es schon mal sein das ab 5 uhr wegen trabantersatzteile die ersten anstanden obwohl die erst um 8 uhr aufmachten.


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20.02.2010 13:08
avatar  Angelo
#3
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Wenn es Bananen gegeben hat sollen die Schlangen sehr lange gewesen sein


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20.02.2010 13:13
#4
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Zitat von Angelo
Wenn es Bananen gegeben hat sollen die Schlangen sehr lange gewesen sein


Warum reitet ihr immer auf den Bananen rum?


Gruß, Theo 85/2


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20.02.2010 13:15
avatar  Angelo
#5
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Eine gute Frage Theo...schon aus diesem Grund gibt es jetzt die Kategorie Mythos.

Warum reiten wir aus dem Westen immer auf den Bananen rum ?

Ganz einfach weil wir immer erzählt bekommen haben,das es in der DDR keine Bananen gegeben hat. Von anderen Früchten war nie die Rede


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20.02.2010 13:19
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#6
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also bei bananen sah ich in berlin nie schlangen.das entspricht wohl eher einer alten art über die ddr zu witzeln.da sagte man ja auch im zusammenhang oft brd ist die bananenrepublik deutschlands,als würden sich alle nur von bananen ernähren.es gab aber schon viele andere dinge wo man anstand.zb kann ich mich erinnern das es in der jugendmode in der karl-marx-allee mal echte wrangler jeans gab(begrenzte stückzahlen)größe war egal,wer lange stand war zufrieden eine zu bekommen,es gab ja änderungsschneidereien.


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20.02.2010 13:20
avatar  icke46
#7
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Also - meine persönliche Meinung ist ja, dass die Bananengeschichte nicht aus den Köpfen zu kriegen ist. Irgendwie warte ich noch darauf, dass hier im Forum jemand sagt, die Leute in der DDR hätten auf Bäumen gelebt - das passt dann (Achtung, Ironie) wunderbar mit den Bananen zusammen.

Gruss

icke


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20.02.2010 13:22
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#8
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@Angelo,
ich glaube Bananen waren das kleine Übel, wenn man sie nicht bekam!
Außerdem stimmt es einfach nicht, dass es keine Bananen gab, sie gabs, nur eben nicht immer und überall.
Pampelmusen gabs auch nicht,aber gehabt hat man trotzdem welche. Iss doch nur die Frage, was wichtig ist.
Auch wenn gerne behauptet wird, die DDR Bürger haben Skorbut, so krank wie heute, mit all den Allergien und Unverträglichkeiten, Laktoseintolleranzen, Chinarestaurantsyndrom... gab da jedenfalls nicht!!!
VG Affi


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20.02.2010 13:22
#9
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Ja, es gab oft Riesenschlangen. Das reichte schon, dass man morgens beim Bäcker frische Brötchen kaufen wollte. In der Messezeit in Leipzig (für die Jüngeren im Forum: Ja, Leipzig war einmal Messestadt, sogar Deutschlands älteste) hatten wir zwischen 5 - 8 Messegäste. Immer ein fester Personenkreis von der Firma Greiner in Steinach (heute OGAS) - also kein Westgeld. Morgens um 5 Uhr stand Oma auf und ging zum Bäcker. Die Schlange war dort sehr groß, die Gäste brauchten viele Brötchen und der erste gebackene Schub reichte nicht lange. Auch an die Schlangen in den Fleischergeschäften oder im größten Kaffeeladen der Innenstadt (Schleiders) habe ich noch Erinnerungen. Und jetzt kommt das perverse an mir: Es sind gute Erinnerungen (ja, ich bin anders, als die anderen). Das lag daran, dass meine Oma innerhalb von zwei Minuten den ersten festen Gesprächspartner hatte und bei ausreichender Zeit organisierte sie sogar Kreuz- und Quergespräche durch die gesamte Schlange. Das fand ich so faszinierend, dass ich mich selbst in dieser Disziplin des heute Smalltalk genannten Sports zu trainieren begann. Ich reiche natürlich noch lange nicht an meine Oma ran, aber heute sind ja auch viele Schlangen kürzer.

ciao Rainman


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20.02.2010 13:41
#10
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Ja aus den in der Schlange stehen kommen wir Deutsche wohl nie raus.Damals standen wir nach Bananen an.Und heute bilden sich lange Schlangen vor den Arbeitsamt und Sozialeinrichtungen,
Ja das Schlange stehen ,geht ins Blut über.Gelernt ist halt gelernt.
Nehmt es mit Humor,wenn es nicht so traurig wäre.


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20.02.2010 13:47 (zuletzt bearbeitet: 20.02.2010 13:49)
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#11
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in der brd gibt es auch nicht alles.mal eine geschichte als witz zur wende.kommt ein sachse nach westberlin in ein autoersatzteilgeschäft und möchte eine auspuffanlage für einen trabant kaufen.soetwas haben wir nicht sagt der verkäufer,da schimpft der sachse und sagt.jetzt fängt die scheiße hier auch schon an.darauf wendet sich ein türke an den sachsen und sagt,wir haben euch nicht gebeten zu uns zu kommen.


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20.02.2010 14:03
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Zitat von Zermatt
Oft hat man ja lange Schlangen von Menschen vor Geschäften gesehen. Es gab wieder mal was zu kaufen.
Aber was ?

Ist es so,das sich viele angestellt haben,obwohl gar nicht klar war,was es zu kaufen gab ?
Nach dem Motto-wenn da so viele stehen,stell ich mich auch an,muss sich schon lohnen.


Dazu fällt mir eine Begebenheit von 1977 ein,: Immer zu Pfingsten haben wir ein Fußballturnier bei uns in Leipzig ausgetragen und als Gäste hatten wir eine Mannschaft aus der Oberlausitz.
Mit denen sind wir dann Freitags immer in die Innenstadt um am "Burgkeller" Freisitz ein paar 1/2 zu trinken.Auf dem Weg dorthin haben wir am Plattenladen im Brühl(für nicht Leipziger ,ist eine Strasse)kurz halt gemacht und die Auslagen angeschaut,wie gesagt 2 Fußballmannschaften ca 23-24 Männer.Innerhalb von 15!!!!Min. standen ca 50 Leute da ,erst haben wir blöd geschaut aber dann viel uns ein ;die haben gedacht es gab Lizenzscheiben.
soviel zu deiner Frage.


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20.02.2010 14:15 (zuletzt bearbeitet: 20.02.2010 14:19)
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#13
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Angelo,

die Einkaufssituation mit heute zu vergleichen ist schwer möglich.

So waren z.B. die Kaufhallen ( heute Supermärkte ) ganz anders aufgebaut. Man fand in jeder größeren Kaufhalle z.B. eine Theke wo Frischfleisch, Wurst von Verkäuferinnen angeboten wurde. Sicher war nicht immer alles vorhanden. Fahr ich aber heute zu meinen Supermarkt finde ich auch nicht immer alles, geschweige denn von den Angeboten die es laut den Prospekten geben soll. Auch musst Du sehen, dass die Einkaufsgewohnheiten in der DDR ganz anders waren. So konnten es sich die Fleischer locker leisten von 12.00 bis 15.00 zu schließen. Also bildeten sich eben vor Öffnung Schlangen. Bei meinen Fleischer war es üblich, dass eben Frau X 10, Frau Y 8 und Frau Z 12 Rouladen im Einkaufsnetz verstaute. Mengen die heute selten gekauft werden. Das lag u.a. daran, dass man seinen Nachbarn mitversorgte aber auch,dass man seine Kühltruhen immer gefüllt hielt, als würde eine Hungersnot ausbrechen. Ähnlich verhielt es sich mit vielen anderen Artikeln. Man legte sich eine Art privates Lager an. 2 Auspuffanlagen, vielleicht zum tauschen, den einen oder anderen Kasten Radeberger usw.usw.

Einiges lag sicher auch an der Preispolitik. Da war es dem Menschen einfach egal, wie viel er kauft. Frei nach der Devise, wenn ich es nicht verbrauche, schmeiße ich es eben in die Speckitonne, denn billig waren die Grundnahrungsmittel. Eine Schrippe 5 Pfennig, der Verlust hielt sich im Rahmen.

Aber Rostocker benennt es. Der eine oder andere steht eben nach Bananen an, der andere nach Arbeit. Was schlimmer ist ......


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20.02.2010 14:22
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#14
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Sicher gab es Schlangen vor den Geschäften aber die meisten haben erstmal geguckt was es denn so gab. Anstellen konnte man sich ja immer noch.
Viele Dinge kamen erst garnicht auf den Ladentisch und wurden gleich so verkauft an gute Bekannte oder andere Verkäuferinnen, nach dem Motto " Ich gebe dir z.b. Apfelsinen, du gibst mir Rouladen oder so.
Wir aus dem Norden sind damals gern nach Berlin gefahren um einzukaufen. Da gab es ja doch eine Ecke mehr.
Unsere Schichten oder Touren nach Berlin waren sehr beliebt. Da konnte man den Job gleich mit dem Einkaufen verbinden, so das die Lok teilweise mit irgendwelchen Gütern die es im Norden nich gab vollgebaut war. wir hatten dann immer auch bestellungen von Bekannten oder Freunden die auch was haben wollten.
Ich weiß noch, das ein Kollege damals den rückwärtigen Führerstand mit allem möglichen vollgebaut hatte. Auf der Rücktour von Berlin ging ihm die Karre in Pasewalk kaputt, er bekam dort ne Ersatzlok und hatte ne ganze Zeit mit umladen zu tun. Der war satt und hat nie wieder für andere was mitgebracht. .


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20.02.2010 15:08
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#15
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Schlangen vor den Geschäften waren der Alltag.

Wollte ich Samstags Brötchen, stand ich um 5 Uhr - eine Stunde vor Ladenöffnung - in der Schlange. Die Bäcker haben aufgrund der vorgegebenen Preise die Brötchen nicht gern gebacken, da man hier nichts verdienen konnte. Wichtiger waren die Torten z.B. für die es keine gesetzlichen Preise gab. Also gab es mittags oder nachmittags in unserer Stadt keine Brötchen mehr - Brot hingegen gab es immer. Wenn man das allerdings frisch wollte, musste man auch anstehen. Es gab da bestimmte Tage in der Woche - wann weiß ich nicht mehr.

Wurst und Fleischwaren gab es einmal die Woche.
Hier stand man richtig lang an. Wir haben ein etwas größeres Paket (rosa Papier) bekommen, da wir eine Verkäuferin kannten. Nach drei Stunden war der Spuk vorbei. Dann standen für den Rest der Woche knapp 5 Verkäuferinnen vor leeren Theken und verkauften - Nichts. Nur ein paar Runken gelber Speck hingen an den Haken.

Nach Bananen anstehen kennt natürlich jeder. Für jeden gab es ein Kilogramm, deshalb stand bei uns die gesamte Familie in der Schlange. Aber auch nach Kirschen und Weintrauben konnte man schon mal lang anstehen.

Auch Gerüchte konnten schnell zu Schlangen vor den Geschäften führen. Beispielsweise kann ich mich noch erinnern, dass in den 80ern die Kaufhäuser gestürmt worden und haufenweise Handtücher und Baumwollprodukte gekauft worden sind. Es gab das Gerücht, dass diese Produkte massiv teurer werden. Ob sie das geworden sind, weiß ich nicht.

Den Vergleich mit Heute von einem anderen User halte ich für einen schlechten Witz - wir sollten die Einkaufsbedingungen damals eher vergleichen mit einem... - nee ich sags net...

Das waren meine erlebten Fakten.


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