DDR Mythos -Schlange vor Geschäften

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20.02.2010 16:06
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#31
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Maracujabrause war das schlimmste was der Sozialismus mir angetan hat...sonst ging es.


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20.02.2010 16:08
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#32
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Zu dem Thema fällt mir ein Satz ein, den "gelernte" DDR-Bürger kennen sollten:

"In der DDR gab es nichts, aber jeder hatte alles !"

Ich war 1985 mal in dienstlich in Radeberg. Schräg gegenüber der Brauerei war eine Kaufhalle (HO oder Konsum, ist auch egal ). Das stand eine sozialistische Wartegemeinschaft von vielleicht 60 Leuten. Ich stellte mein Auto ab und mich hintenan. Da es nur schleppend vorwärts ging, fragte ich jemanden weiter vorn, was es denn gibt:

Antwort: 4 Flaschen Radeberger pro Person, und das 20 m von der Brauerei entfernt


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20.02.2010 16:09
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#33
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Von den Nordleuten wird sich bestimmt jeder daran erinnern, dass es hier im Sommer knapp wurde, aber da waren z.B. auf Rügen auch zusätzlich bis zu 140.000 Urlauber, da war dann das Bierauto für den Konsum am Dienstag ganz schnell ausverkauft und das " Hansebräu" blieb für die " Erntekapitäne", arm war der dran, der keine Beziehungen hatte. Der musste dann die Stralsunder Plürre trinken, flockig und nur zu trinken, wenn man einen Kurzen dazu hatte. Aber das war eben so und wurde auch in den Zeitungen damals beanstandet, auf die schleppende Leergutabgabe geschoben.
Richtig aufgeregt hat sich keiner, irgendwie ging es weiter.


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20.02.2010 16:23
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#34
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hierzu mal die frage in eine andere richtung.genau betrachtet gab es in der ddr alles und zu jeder zeit in delikatgeschäften und interhotels auch das feinste essen für ddr geld.es war nur eine preisfrage.heute gibt es auch alles und immer,dennoch kann sich eine harz4 familie kein kilo kalbsfilet leisten.mal von bananen weg weil wir ja 20 jahre später leben.wer genug geld hatte konnte sogar schwarz 1zu5 ost gegen west tauschen und sich dann im intershop reichlich bescheren.
also gibt es heute nicht auch viele die sagen,gutes fleisch ist nur beschränkt möglich und austern lassen wir mal ganz sein?


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20.02.2010 16:25
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#35
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Zitat von Landeposten
Maracujabrause war das schlimmste was der Sozialismus mir angetan hat...sonst ging es.



Frechheit, die kauf ich heute noch - das war was Gutes...

Siehst du, so unterscheiden sich selbst die kleinen Erlebnisse...


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20.02.2010 16:28
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#36
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Zitat von EK 82/2
manudave,vielleicht sah ich in meiner art zu leben es auch gewohnheitsmäßig und dachte nicht drüber nach wann ich was wo bekomme.man wuste es einfach und handelte danach.ein grauen war immer die autobahn nach rostock.dort gab es nur eine raststätte mit tankstelle in walsleben.tanken muste man ja,aber essen war kaum drinn aus zeitgründen.total überfüllt.also nahm ich mir auf diese tour immer was mit,ansonsten muste man irgendwo abfahren um zu essen.es war schon nicht alles tafelgold,aber man lernte damit zu leben.aus heutiger sicht möchte ich den jetzigen standard natürlich nicht mehr tauschen,aber aus damaliger sicht war ich zufrieden.



Das war ich auch - ich kannte nichts anderes


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20.02.2010 16:32
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#37
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Wir brauchten kaum anstehen....meine Tante arbeitete im Supermarkt....das hieß bei uns auf'm Dorf *Der Konsum*....bischen anders ausgesprochen als das eigendliche Wort, also mit kurzem *u*....

....und naja, warum sollten wir auch anstehen in einem kleinen Dorf, et wurd eh alles bestellt und gerecht aufgeteilt....Fleischartikel hatte jeder selber vom Schlachten, Gemüse auch und naja mit den Südfrüchten war es auch so, das man das bestellte und später nache Arbeit abholen konnte....

Ich denk, das Stadtleben war deutlich anders als das Leben auf dem Dorf in der DDR....wo wir frische Milch direkt von der Kuh hatten, meine Oma arbeitete in einem genossenschaftlichen Kuhstall, da war's für die Stadtbevölkerung so, das sie diese im Supermarkt holen mußten, für Eier hatten wir Hühner und für Fleisch die Schweine im Stall und die Nutrias auf der eigenen Farm....jaja, wir verkauften auch selber etwas davon....Honig gab's von den drei Onkels die jeweils eigene Stöcke hatten....

....ja und ausserdem, auf'm Dorf funktioniert das Prinzip Vitamine B schon sehr gut....Beziehungen war das A & O, und die hatte wohl jeder reichlich....

Ja, so war das....

groetjes uit Tortona

Mara


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20.02.2010 16:38
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#38
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mongibella und das vom dorf waren wieder für städter die begertesten lebensmittel.so tauschte man sich durch das land.ich nahm oft bestellte dinge aus berlin mit und kehrte mit selbst geschlachtete wurst zurück.das prinzip der verteilung organisierte das volk alleine.wir brauchten keine km langen lkw staus auf den autobahnen.


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20.02.2010 16:57
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#39
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Also,es gab (fast) alles,man musste nur zu richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Wer zuerst kommt ,mahlt zuerst.


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20.02.2010 17:00
#40
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Nochmal eine kleine Geschichte zu Schlangen und keiner weiß warum: Eines Tages kam meine Mutter leicht verzweifelt nach Hause. Sie hatte in einem Plattenladen eine Riesenschlange bemerkt und dachte, man könne sich ja mal anstellen. Aber vorher brauchte sie die Information was es da geb. Also fragte sie einen jungen Mann vor sich. O-Ton meiner Mutter: "Und da drehd där sisch rum un brilld: Sanndaahnaa!". Mütterchen, eher eine Käuferin klassischer Musik, war in dieser Situation etwas ratlos und nochmal nachfragen wollte sie bei dem jungen Mann nicht. Sie ging etwas die Schlange entlang, in der jeder gebannt auf seinen Platz achtete. Deswegen wurden Störungen immer nur sehr kurz hingenommen, um meiner Mutter auf die Frage nach der Platte: "Sanndaahnaa!" zuzubrüllen. Ich fragte meine Mutter: "Und, hast Du Dich angestellt?", worauf sie antwortete: "Nee, war mir zu bleede!". Und so musste ich als angehender Gitarrist weiterhin ohne eine Platte von Carlos Santana leben. Soviel nochmal zum Thema Lizenzplatten.

ciao Rainman


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20.02.2010 17:02
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#41
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Zitat von Rüganer
Der musste dann die Stralsunder Plürre trinken, flockig und nur zu trinken, wenn man einen Kurzen dazu hatte.


Hallo Rueganer,

was bedeutet "flockig", und was ist "ein Kurzer"?

Berliner


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20.02.2010 17:04
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Zitat von Berliner

Zitat von Rüganer
Der musste dann die Stralsunder Plürre trinken, flockig und nur zu trinken, wenn man einen Kurzen dazu hatte.


Hallo Rueganer,

was bedeutet "flockig", und was ist "ein Kurzer"?

Berliner



den mist trank ich auch oft als ersatz.ein abgestandenes bier und ein köm.(kümmelkorn zum runterwürgen des bieres.


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20.02.2010 17:07
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#43
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Zitat von EK 82/2
mongibella und das vom dorf waren wieder für städter die begertesten lebensmittel.so tauschte man sich durch das land.ich nahm oft bestellte dinge aus berlin mit und kehrte mit selbst geschlachtete wurst zurück.das prinzip der verteilung organisierte das volk alleine.wir brauchten keine km langen lkw staus auf den autobahnen.



Hohoho....LKWs erzeugen keine Staus, das tun die Massen an Autofahrer....laß mal bitte jeder seine Sachen selber von der Fabrik holen und gleich auch die Grundstoffe mitbringen, die er zuvor vom Erzeuger geholt hat....kannste ma sehen wie voll dann die Strassen sind.....ein LKW kann in einer Fahrt soviel mitnehmen wie zig Autos......

.....das Argument zieht also nich mein Lieber EK....zum Rest deiner Ausführungen geb ich dir aber vollste Zustimmung.....ja das war so....ne Konserve aus eigener Schlachtung war beliebter als die Ostmark....da krichte man schonmal eher nen Trabbiauspuff für....

Ich fand's allgemein schon in Ordnung so....was mich nur immer gestört hatte war die Versorgung mit Musikplatten....ich als Alternativling hatte ja nich soviel an den Charts....nee meine Mucke war auch im Westen nich flächendeckend vorhanden, weil es halt nich die breite Masse gehört hat....

....und was ich noc h hervorheben will ist, das in der DDR auch nich nur mit Waren und Werten getauscht wurde, nein auch mit Dienstleistungen.....der eine war Maurer, der andere Tischler....der näxte kannte sich mit elektrischen Strom aus....eine Hand wäscht die andere war sehr populär....

Und da muß ich als sonst scharfe DDR-Kritikerin mal sagen, das das alles so verkehrt nich war....man kannte sich noch und half sich gegenseitig....es gab in der DDR unendlich viele Win-Win-Situationen die keinen Pfennig gekostet haben....

.....im Moment bin ich mal wieder kräftig sauer, was die Führung aus der Idee der DDR gemacht hat....und was heute davon noch übrig ist....jammern tu ich aber nich, es liegt an jedem selber, was davon noch übrig ist und ich hoffe, das die wachsende Armut in Europa die Menschen wieder mehr zusammenschweißt....

alloha

Mara


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20.02.2010 17:11
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#44
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@manudave---Ich meine die Brause in den 0,33er Flaschen--die gibt es heute nicht mehr.


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20.02.2010 17:17
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#45
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Zitat von Zermatt
Oft hat man ja lange Schlangen von Menschen vor Geschäften gesehen. Es gab wieder mal was zu kaufen.
Aber was ?
Ist es so,das sich viele angestellt haben,obwohl gar nicht klar war,was es zu kaufen gab ?
Nach dem Motto-wenn da so viele stehen,stell ich mich auch an,muss sich schon lohnen.

Hallo Zermatt,

kurz und knapp,wie man es von dir gewohnt ist,werde ich mal antworten.
Wer keine Beziehungen hatte,hielt es so.
Ich kann dies so bestätigen.

Gruß ek40


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