X
#1

Vorstellung (Senny)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.02.2010 17:18
von Senny (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Senny
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ich bin 8 Jahre meiner Kindheit in der DDR aufgewachsen, dann fiel die Mauer.
Kurz nach dem Mauerfall verließ ich mit meiner Mutter die alten Bundesländer,
mein Vater und meine älteren Geschwister blieben zurück. Aus den Bruchstücken,
die meine Mutter ab und an mal zum Gespräch brachte, weiß ich das sie 3 Jahre
(ich denke wegen Republikflucht) im Gefängnis saß. Vor ein paar Tagen bekam ich
einen Brief woraus hervorging, daß ein mir gänzlich unbekannter Bruder verstorben
sein soll und ich einen weiteren Bruder haben muß. Erste Nachforschungen ergaben
das Geburtsdatum sowie das mein Bruder adopiert (freiwillig oder per Zwangsadoption)
worden ist.

Als ich 16 war beging meine Mutter Selbstmord und ich frage mich bis heute, warum?
In meiner Familie wurde nie über die DDR-Vergangenheit geredet und dazu ist auch
bis heute niemand bereit oder es werden mir Lügen aufgetischt. Anhand vieler Punkte
bin ich mir aber sicher, daß meine Familie eine Stasivergangenheit haben muß. Wir
hatten für die damaligen Zeiten einen unüblich hohen Lebensstil (z.B. große Wohnung und
zwei russische Autos).

Soweit ich es konnte, habe ich mich mit der Geschichte der DDR auseinander gesetzt. Da
mein Vater über die Geschichte nicht reden möchte, werde ich es dabei belassen. Ich
möchte nicht irgendwelche Wunden ausreißen. Ich vermute in meiner Familie jeweils
Täter- und Opferrolle. Egal was wer getan oder auf der anderen Seite erlebt haben mag -
Schuldzuweisungen sind nach meiner Meinung fehl am Platz.

Letztenendes sind beide Seiten nur Produkte dieses System. Ich verstehe nur nicht, warum
man nach über 20 Jahren nicht offen darüber sprechen kann? Mir wäre es ziemlich egal, was
dabei raus kommt. Ich bin auf einiges gefaßt, aber mir bewußt zwei Brüder, einen Großteil
meiner Familiengeschichte - einfache Antworten vorzuenthalten, finde ich einfach schäbig.

Hauptsächlich interessieren mich diese Fragen:
- warum war meine Mutter im Gefängnis?
- warum wurde mein Bruder adopiert?
- warum hat meine Mutter die DDR Zeit niemals verarbeiten können?
- warum beging sie ein paar Jahre nach dem Mauerfall Selbstmord?

Ich werde versuchen, daß ich als Tochter in ihre Stasiakte Einsicht erhalte.


zuletzt bearbeitet 14.02.2010 18:04 | nach oben springen

#2

Vorstellung

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.02.2010 17:50
von StabPL | 471 Beiträge | 154 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds StabPL
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

ich wünsche dir viel Glück bei der Suche
und immer Geduld haben, sonst erreicht du nichts.
StabPl


nach oben springen

#3

RE: Vorstellung

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.02.2010 17:52
von Gelöschtes Mitglied
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Senny
Ich bin 8 Jahre meiner Kindheit in der DDR aufgewachsen, dann fiel die Mauer.
Kurz nach dem Mauerfall verließ ich mit meiner Mutter die alten Bundesländer,
mein Vater und meine älteren Geschwister blieben zurück. Aus den Bruchstücken,
die meine Mutter ab und an mal zum Gespräch brachte, weiß ich das sie 3 Jahre
(ich denke wegen Republikflucht) im Gefängnis saß. Vor ein paar Tagen bekam ich
einen Brief woraus hervorging, daß ein mir gänzlich unbekannter Bruder verstorben
sein soll und ich einen weiteren Bruder haben muß. Erste Nachforschungen ergaben
das Geburtsdatum sowie das mein Bruder adopiert (freiwillig oder per Zwangsadoption)
worden ist.
Als ich 16 war beging meine Mutter Selbstmord und ich frage mich bis heute, warum?
In meiner Familie wurde nie über die DDR-Vergangenheit geredet und dazu ist auch
bis heute niemand bereit oder es werden mir Lügen aufgetischt. Anhand vieler Punkte
bin ich mir aber sicher, daß meine Familie eine Stasivergangenheit haben muß. Wir
hatten für die damaligen Zeiten einen unüblich hohen Lebensstil (z.B. große Wohnung und
zwei russische Autos).
Soweit ich es konnte, habe ich mich mit der Geschichte der DDR auseinander gesetzt. Da
mein Vater über die Geschichte nicht reden möchte, werde ich es dabei belassen. Ich
möchte nicht irgendwelche Wunden ausreißen. Ich vermute in meiner Familie jeweils
Täter- und Opferrolle. Egal was wer getan oder auf der anderen Seite erlebt haben mag -
Schuldzuweisungen sind nach meiner Meinung fehl am Platz.
Letztenendes sind beide Seiten nur Produkte dieses System. Ich verstehe nur nicht, warum
man nach über 20 Jahren nicht offen darüber sprechen kann? Mir wäre es ziemlich egal, was
dabei raus kommt. Ich bin auf einiges gefaßt, aber mir bewußt zwei Brüder, einen Großteil
meiner Familiengeschichte - einfache Antworten vorzuenthalten, finde ich einfach schäbig.
Hauptsächlich interessieren mich diese Fragen:
- warum war meine Mutter im Gefängnis?
- warum wurde mein Bruder adopiert?
- warum hat meine Mutter die DDR Zeit niemals verarbeiten können?
- warum beging sie ein paar Jahre nach dem Mauerfall Selbstmord?
Ich werde versuchen, daß ich als Tochter in ihre Stasiakte Einsicht erhalte.

Hallo Senny,

erst einmal Willkommen im Forum.
Was ich nicht verstehe ist die Aussage von dir,dass du nach dem Mauerfall mit deiner Mutter die alten Bundesländer verlassen hast.Du meinst als in der DDR aufgewachsene bestimmt die "Neuen Bundesländer",oder?
Deine Familiengeschichte hört sich tragisch an.
Ich wünsche dir viel Glück,auf das ein wenig Licht in deine Vergangenheit kommt und du Antworten auf deine Fragen findest.

Gruß ek40


nach oben springen

#4

RE: Vorstellung

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.02.2010 18:05
von Jameson | 772 Beiträge | 49 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Jameson
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Senny,
willkommen hier und danke für deine Vorstellung. Ich wünsche Dir für die Suche nach Deinen Wurzeln viel Erfolg. Bleib hartnäckig, stell (den richtigen Personen) die notwendigen Fragen. Bedenke aber, die Wahrheit kann mitunter ziemlich hart sein.
Ein hochachtungsvolles
Ahoi vom Jameson


nach oben springen

#5

RE: Vorstellung

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.02.2010 18:27
von Senny (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Senny
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ich meinte natürlich die neuen Bundesländer - kleiner Fehler meinerseits.
Nachdem ich den Brief erhielt, ergaben plötzlich die vielen, kleinen
Puzzleteile aus meiner Kindheit und Jugend ein grobes Muster, dem ich
jetzt näher auf den Grund gehen möchte. Meine Schwestern konnten mir keine
Angaben zur Vorgeschichte machen, da sie damals selbst noch sehr jung waren.

Sie meinten auch, daß sie mit der DDR abgeschlossen hätten und davon nichts
weiter wissen wollen. Die Einstellung meiner Schwestern respektiere ich, aber
ich kann mich damit nicht abgeben. Sie haben den langen Leidensweg meiner
Mutter in den Jahren nach dem Mauerfall nicht miterlebt. Der einzige, der mir
noch Fragen beantworten kann ist und bleibt mein Vater. Ohne den vorzeitigen Tod
meines Bruders (50 Jahre) hätten für mich die Sachen niemals einen groben Sinn
ergeben und ich wüßte niemals, daß ich noch zwei weitere Brüder habe. Mein Vater
hätte die Vergangenheit mit ins Grab genommen. Aus all diesen Gegebenheiten
erwarte ich viele negative Sachen - mit Gewissheit kann ich leben - egal was kommt,
nur nicht mit Lügen/Verschleierung.

LG Senny


nach oben springen

#6

RE: Vorstellung (Senny)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.02.2010 18:37
von S51 | 3.815 Beiträge | 439 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds S51
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Senny
Letztenendes sind beide Seiten nur Produkte dieses System. Ich verstehe nur nicht, warum
man nach über 20 Jahren nicht offen darüber sprechen kann? Mir wäre es ziemlich egal, was
dabei raus kommt. Ich bin auf einiges gefaßt, aber mir bewußt zwei Brüder, einen Großteil
meiner Familiengeschichte - einfache Antworten vorzuenthalten, finde ich einfach schäbig.

Hauptsächlich interessieren mich diese Fragen:
- warum war meine Mutter im Gefängnis?
- warum wurde mein Bruder adopiert?
- warum hat meine Mutter die DDR Zeit niemals verarbeiten können?
- warum beging sie ein paar Jahre nach dem Mauerfall Selbstmord?

Ich werde versuchen, daß ich als Tochter in ihre Stasiakte Einsicht erhalte.



Es ist sicher besser, erst Einsicht zu versuchen und dann nach Antorten auf die darin aufgeworfenen Fragen zu suchen.
Warum man noch so lange danach nicht alles sagt? Weil das oftmals eine Lebensgeschichte, das Bild, welches man über sich vor sich selbst aufgebaut hat, beschädigt.
Weil man sich da Normen gesetzt hat, die für andere vielleicht sogar läppisch sind, einem selbst aber absolut unüberwindlich erscheinen. Und zuzugeben, dass man nicht unfehlbar war ist selbst dann schwierig, wenn alle Anderen das sowieso wissen.
Was meinst du, wie schwer ich mich seinerzeit getan habe, um Leuten, mit denen ich als Kind bei den Zeugen Jehovas zu tun hatte, klarzumachen, dass ich nun jemand sei, der eine Gefahr sein könnte? Und dies aus Loyalität zu seinem Brötchengeber auch durchaus bewußt werden würde, wenn nötig? Und nur, weil ich unbedingt zur Kripo wollte. Gemusst hätte ich sicher nicht.
Ich, der ich dafür bekannt war, zu allem und jedem seine Meinung zu sagen. Ohne Hintertürchen. Und nun bei der Grenze, dort bei der Aufklärung, dann Polizei und Kripo. Auch wenn ich über meinen Schatten damals gesprungen bin, das war verdammt schwer und sauer. Dann stehst du da und der oder die Andere sagt "ja gut, habe ich mir gedacht". Damit rechnet man nicht, nein. Man denkt eher, die Welt stürzt ein.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#7

RE: Vorstellung

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2010 00:54
von Ahnenforscher (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Ahnenforscher
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Senny,
deinen Beitrag habe ich mehrmals gelesen und möchte dir helfen.
Ich betreibe Familienforschung und kenne bei der Suche von Eltern und Geschwistern gut aus. Heute habe ich mich in diesem Forum angemeldet und es ist mein erster Beitrag hier. Ich kann dir nur meine Erfahrungen vermitteln.
Als erstes würde ich das zuständige Archiv des Landkreises anrufen. Frage bitte ob ein "Bestand" (der Ausdruck ist sehr wichtig) über Adoptionen und Vormundschaften bis 1990 vorhanden ist. Wenn nein, wende dich an das zuständige Amtsgericht. Wenn ja, frage über Unterlagen deiner Adoption und die Möglichkeiten, deine Akte zu kopieren und frage immer nach den Kosten. In dieser Adoptionsakte findest du Hinweise auf die leiblichen Eltern und deine Adoptionseltern. Von den Adoptionseltern sind Anträge zur Adoption, Lebensläufe und Beurteilungen der Betriebe vorhanden. Notiere bitte Alles. Wichtige Daten sind Herkunft (Aufenthalte), Geburts und Hochzeitsdaten. Selbst die Angabe mehrer Vornamen ist wichtig. Diese Akten sind alle nach 1990 an Archive abgegeben worden aber auch geschützt.
Als unmittelbarer Nachfahre hast du die Möglichkeit und das Recht der Einsicht. Sollten einzelne Personen noch leben, müssen sie ihr Einverständnis erklären. Leben sie nicht mehr hast du freie Hand.
Mit diesen Daten wie, Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort berechtigen dich zur Einsicht in den Standesämtern. Dort gibt es für dich als unmittelbarer Nachfahre keine Beschränkungen. Sie sollten dir alles mitteilen. Für Aussenstehende, die nicht den Nachweis unmittelbarer Verwandtschaft nachweisen können, gelten bei Todesfällen 30 Jahre, bei Hochzeiten 80 Jahre und bei Geburten 110 Jahre als Sperrfrist.
Über Umstände der Adoption und über Motive deiner leiblichen Eltern steht in diesen Akten wenig. Da muss man andere Quellen aufschließen. Du solltest diese ersten Schritt realisieren. Danach kann man andere Akten analysieren. Gleich mit der Stasiakte zu beginnen halte ich für nicht sinnvoll. Hast du konkrete Daten, kann eine Nachfrage bei der Unterlagenbehörde durchaus Informationen bringen.
Erhoffe nicht Sensationen und nehme Rückschläge in kauf. Oft ist alles sehr einfach und erschrecke nicht vor unangenehmen Informationen.

Es ist besser ein Licht anzuzünden als über die Dunkelheit zu schimpfen. "Konfuzius"


nach oben springen

#8

RE: Vorstellung

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2010 00:18
von Greso | 2.491 Beiträge | 1176 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Greso
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hallo Senny,auch ich möchte Dich im Forum herzlichst begrüssen
und hoffe und wünsche Dir Erfolg.
Greso



nach oben springen

#9

RE: Vorstellung

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 07.12.2015 18:35
von der 39. | 1.119 Beiträge | 4871 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds der 39.
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Gast im Beitrag #7
Hallo Senny,
deinen Beitrag habe ich mehrmals gelesen und möchte dir helfen.
Ich betreibe Familienforschung und kenne bei der Suche von Eltern und Geschwistern gut aus. Heute habe ich mich in diesem Forum angemeldet und es ist mein erster Beitrag hier. Ich kann dir nur meine Erfahrungen vermitteln.
Als erstes würde ich das zuständige Archiv des Landkreises anrufen. Frage bitte ob ein "Bestand" (der Ausdruck ist sehr wichtig) über Adoptionen und Vormundschaften bis 1990 vorhanden ist. Wenn nein, wende dich an das zuständige Amtsgericht. Wenn ja, frage über Unterlagen deiner Adoption und die Möglichkeiten, deine Akte zu kopieren und frage immer nach den Kosten. In dieser Adoptionsakte findest du Hinweise auf die leiblichen Eltern und deine Adoptionseltern. Von den Adoptionseltern sind Anträge zur Adoption, Lebensläufe und Beurteilungen der Betriebe vorhanden. Notiere bitte Alles. Wichtige Daten sind Herkunft (Aufenthalte), Geburts und Hochzeitsdaten. Selbst die Angabe mehrer Vornamen ist wichtig. Diese Akten sind alle nach 1990 an Archive abgegeben worden aber auch geschützt.
Als unmittelbarer Nachfahre hast du die Möglichkeit und das Recht der Einsicht. Sollten einzelne Personen noch leben, müssen sie ihr Einverständnis erklären. Leben sie nicht mehr hast du freie Hand.
Mit diesen Daten wie, Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort berechtigen dich zur Einsicht in den Standesämtern. Dort gibt es für dich als unmittelbarer Nachfahre keine Beschränkungen. Sie sollten dir alles mitteilen. Für Aussenstehende, die nicht den Nachweis unmittelbarer Verwandtschaft nachweisen können, gelten bei Todesfällen 30 Jahre, bei Hochzeiten 80 Jahre und bei Geburten 110 Jahre als Sperrfrist.
Über Umstände der Adoption und über Motive deiner leiblichen Eltern steht in diesen Akten wenig. Da muss man andere Quellen aufschließen. Du solltest diese ersten Schritt realisieren. Danach kann man andere Akten analysieren. Gleich mit der Stasiakte zu beginnen halte ich für nicht sinnvoll. Hast du konkrete Daten, kann eine Nachfrage bei der Unterlagenbehörde durchaus Informationen bringen.
Erhoffe nicht Sensationen und nehme Rückschläge in kauf. Oft ist alles sehr einfach und erschrecke nicht vor unangenehmen Informationen.

Es ist besser ein Licht anzuzünden als über die Dunkelheit zu schimpfen. "Konfuzius"


Hallo Ahnenforscher,
wenn es Dich noch im Forum geben sollte, würde ich mich sehr freuen, wenn Du mal ein Lebenszeichen von Dir gibst. Ich kann Dich derzeitig nirgend entdecken.
Betreibe seit Jahren Ahnenforschung. In väterliche Richtung in den Coburger Raum bis zum 7-jährigen Krieg. Mütterlicherseits nach Masuren bis zum 18. Jahrhundert Mein Internetstammbaum umfasst derzeit mehr als 500 Personen.
Könnte mir gut vorstellen, dass die Ahnenforschung hier ein eigenständiges Thema werden könnte.
Viele Grüße
Der 39.



nach oben springen



Besucher
5 Mitglieder und 12 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: uffz. rieger
Besucherzähler
Heute waren 105 Gäste und 12 Mitglieder, gestern 2759 Gäste und 171 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 15553 Themen und 656434 Beiträge.

Heute waren 12 Mitglieder Online:


Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen