Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

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01.08.2021 11:15
#1276
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Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #1274
#1270
Hallo, Guten Morgen,
Ich würde mal nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, da ich ja von der Realität ausgegangen bin und da gab es es ja die bekannten Verträge zwischen der ehem. DDR und der damaligen SU. Damit waren wir nun mal Bündnispartner.Dabei bleibe ich auch, Sinn und Zweck ist eine ganz andere Frage.
Gruß Frank

Ist ja richtig. Nur mußten diese Verträge großteils eingegangen werden, oder würdest du das freiwillig
tun, wenn du nicht (wirtschaftlich) abhängig wärst ?
Jeder Versuch, sich im NSW etwas stärker umzuschauen wurde ganz sicher mit großem Argwohn betrachtet, vorsichtig ausgedrückt.
Die vertragliche Abhängigkeit vom Ostblock war erzwungen, zumindest wenn man das Politbüro ungefragt gelassen hätte.
Jeder Abweichlerversuch hatte Konsequenzen.

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.Die geistige Blindheit breitet sich weiter aus: Immer mehr sehen nur noch, was ihnen ins Auge springt.
.E.Ferstl

.

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01.08.2021 12:01
avatar  birx20
#1277
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Die Wirtschaftsverträge innerhalb des RGW waren immer so ausgerichtet, dass sie nicht zum Nachteil der SU waren.
Die SU heute Russland war immer nur ein Rohstoffexporteur niemals ein hochentwickeltes Industrieland, welche hightec Produkte (Konsumgüter und Investitionsgüter z.B. Computer oder Maschinen) exportiert.
Die wirtschaftliche Abhängigkeit Russland von den Weltmarktpreisen für Rohstoffe (Öl und Gas) ist extrem.
Daraus resultieren auch die sozialen Probleme z.B. Verschlechterung der Lebensverhältnisse jetzt gegen Ende der Putinherrschaft.
Kein kommunistischer Generalsekretär der SU oder nach 1990 Präsident Russlands konnte das Land zu einem hochentwickelten Industrieländer aufbauen.


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01.08.2021 12:15
avatar  Fall 80
#1278
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Ich denke doch, dass von den Wirtschaftsverträgen beide Partner profitiert haben. Der eine mehr, der andere wenige. Das liegt eben auch immer an Angebot und Nachfrage.

Der Westen hat ja immer gern in der DDR eingekauft, ob wir andererseits mehr von dort hätten importieren können wage ich zu bezweifeln.

Die Importe beschränkten sich ja mehr oder weniger auf Produkte welche die östlichen Partner nicht liefern konnten.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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01.08.2021 12:33
avatar  R-363
#1279
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Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #1269
Es bildete zum Beispiel
sich die sogenannte Gruppe um Ulbricht.

Na ja, die wurde eher von den Sowjets gebildet, wobei nach Leonhards Aussage Ulbricht ursprünglich gar nicht vorgesehen war sonder erst in so Spiel kam, als der eigentliche Leiter (hab den Namen jetzt nicht parat) wegen Krankheit ausfiel. Außerdem gab es noch die „Gruppe Ackermann“ für die südlichen Länder der Ostzone und die „Gruppe Sobottka“ für die nördlichen.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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01.08.2021 12:37
#1280
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #1276
Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #1274
#1270
Hallo, Guten Morgen,
Ich würde mal nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, da ich ja von der Realität ausgegangen bin und da gab es es ja die bekannten Verträge zwischen der ehem. DDR und der damaligen SU. Damit waren wir nun mal Bündnispartner.Dabei bleibe ich auch, Sinn und Zweck ist eine ganz andere Frage.
Gruß Frank

Ist ja richtig. Nur mußten diese Verträge großteils eingegangen werden, oder würdest du das freiwillig
tun, wenn du nicht (wirtschaftlich) abhängig wärst ?
Jeder Versuch, sich im NSW etwas stärker umzuschauen wurde ganz sicher mit großem Argwohn betrachtet, vorsichtig ausgedrückt.
Die vertragliche Abhängigkeit vom Ostblock war erzwungen, zumindest wenn man das Politbüro ungefragt gelassen hätte.
Jeder Abweichlerversuch hatte Konsequenzen.


Jeder, der nicht nur vom Sofa, Bier in der Hand und Filzlatschen an im TV Fußball geguckt hat, muß da so etwas mitbekommen haben.
Das NÖSPL von Ulbricht war so eine Sache, mit der die SU absolut nicht einverstanden war. Hätte es doch Ansätze von marktwirtschaftlichem Denken die Tür geöffnet. Da muße Ulbricht weg. Sein Ziehsohn Honecker hat dann die Rolle des Königsmörders gespielt. Ganz konkret weiß ich das aus erster Hand bei der Synthese von Industriediamanten in der DDR. Das Verfahren war industriereif und es wurden durch die entwickelnde Institution (Inst f. Physik der Erde, Potsdam) Investoren aus der Industrie gesucht. Kam dazu sogar mal ene Sendung im TV über die Entwicklungsarbeit. Wir hätten uns dann vond er SU unabhängig gemacht und was der Einsatz von industriediamanten in der Industrie und damit der Produktivitätssteigerung und Qualität betrifft, brauch ich wohl keinem, der irgendwie mit diamantbesetzten Werkzeugen arbeitet, zu erklären. Die DDR durfte nicht. Die Pilotanlage arbeitete aber trotzdem weiter, aber wohl ohne nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung. Einige Diamanten ( Größe < 1 mm) habe ich mal vom leitenden Entwickler geschenkt bekommen.
Mit kommt da ein fataler Vergleich in den Sinn. Die Amis wollen uns verbieten, russisches Gas zu beziehen. Das Arsenal der Druckerzeugung gegen den Unbotmäßigen schein ähnlich zu sein.


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01.08.2021 12:58
#1281
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Goldwaagen, Gruppe Ulbricht, die verlorenen Provinzen...erstaunliche Gedanken wenn man so in seiner Akte blättert...

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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01.08.2021 13:56
avatar  Hanum83
#1282
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Zitat von Alfred im Beitrag #1271
Kannst Du dies denn auch mit Fakten belegen ?

Wieso sollte ich?
Wenn es deiner Meinung nach nicht so war, kannst du ja mit eigenen Fakten meine Aussage entkräften.

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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01.08.2021 14:30
avatar  icke46
#1283
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #1278


(….)

Die Importe beschränkten sich ja mehr oder weniger auf Produkte welche die östlichen Partner nicht liefern konnten.

Uli


So rigoros kann man das wohl nicht sagen, der Haupthinderungsgrund für die Importe war wohl der Devisenmangel der DDR, so dass vermutlich die Mehrzahl der Importe über sogenannte Kompensationsgeschäfte, sprich Ware gegen Ware, stattfanden. Allerdings schränkt das natürlich die Zahl der Handelspartner stark ein, da nicht jedes Unternehmen in der Lage war, zb. Maschinen und Anlagen gegen Schweinehälften zu verkaufen, einfach, weil sie keine Möglichkeit sahen, dass Fleisch irgendwie zu versilbern.

Ab einer gewissen Größe sah das anders aus: Ein schönes Beispiel ist das Planetarium der Stadt Wolfsburg,, dass als Kompensation für die 10.000 Golf an VW geliefert wurde und von VW der Stadt übereignet wurde. Sowas kann sich vermutlich auch nicht jede Firma leisten…


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01.08.2021 14:51
#1284
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#1269
Hallo,
ich möchte jetzt meine Gedanken mal zum Ende führen, auch wenn es einen Einzelnen nicht gefällt oder paßt.
Für mich sind sehr wohl Zusammenhänge zum Thema vorhanden, weil sie in aller Bescheidenheit zeigen warum es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Natürlich erhebe ich keinen Anspruch auf volle Darstellung, dass überlasse ich anderen. Im übrigen ist ja keiner gezwungen die Texte zu lesen oder gar zu bewerten. Ich nehme aber gern dargelegte andere Meinungen an, wenn sie konstruktiv sind. Aber egal, jetzt zum Thema.
Um die Maßnahmen umzusetzen die auf der Potsdamer Konferenz beschlossen worden sind, unternahmen 1947
die USA den Versuch, eine Zentralverwaltung zu bilden, um eine Gesamtdeutsche Regierung zu bilden. Jetzt
rächte sich, wie ich es schon im ersten Teil beschrieben hatte, dass Frankreich nicht mit eingebunden wurde.
Frankreich lehnte den Versuch der USA ab.
Ende 1947 kamen aus allen Besatzungszonen Delegierte der Nationalen Front zusammen. Die meisten jedoch aus der sowjetischen Besatzungszone. Da sollten Forderungen gestellt werden für Friedensverhandlungen und
der Bildung einer Gesamtdeutschen Regierung. Von den USA, GB und Frankreich wurde das jetzt abgelehnt.
Die Folge war dann, dass die SU zusammen mit der SED den 2. deutschen Volkskongress durchgeführt haben
und zwar im März 1948, mit dem Ziel des Anspruches einer gesamtdeutschen Vertretung. Das führte natürlich
nicht zum Erfolg. Daraufhin beendete die SU ihre Mitarbeit im Kontrollrat der Alliierten, auch weil die SU keine
Auskünfte über die Ergebnisse der Konferenz der Westalliierten erhalten hat. Dort wurde die Duldung eines
westdeutschen Staates beschlossen. Im geheimen wurde auch eine Währungsreform vorangetrieben, um die
D- Mark einzuführen. Damit waren wichtige Voraussetzungen für die Teilung Deutschlands geschaffen worden.
Durch die sowjetische Besatzungszone wurde dann die Mark der deutschen Notenbank eingeführt. Dies fand
1948 statt. Im Mai 1949 fand dann der dritte deutsche Volkskongress zur Vorbereitung der Gründung der DDR
statt.
Stalin erkannte natürlich, dass er bzw. die SU den Westalliierten nicht viel entgegenzusetzen hat. Er spekulierte
wohl darauf, eine Wiedervereinigung und eine Neutralisierung Deutschlands zu erreichen. Im März 1952 bot er
den Westalliierten dies in Form der sogenannten Stalin- Note an. Ob das wirklich ernst gemeint war wird wohl
ewig ein Geheimnis bleiben, weil Adenauer dies ablehnte.
Der Kalte Krieg der praktisch schon Ende des 2. WK, 1945, begann wurde weiter vertieft.
Um ihre Macht zu sichern wurde durch die SED, Vorgänger eines Sicherheitsorganes und später das MfS selbst gegründet.
Das war natürlich nur ein einfacher und kurzer Abriss.
Gruß Frank


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01.08.2021 15:06
avatar  Hanum83
#1285
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Österreich war auch SBZ, die hatten aber irgendwie Glück.
Das Stalin sein Stück Deutschland irgendwie behalten wollte, ist nicht verwunderlich.
Mich erstaunt mehr wie das die SU mit der späteren Sozialistischen Staatengemeinschaft hinbekommen hat, hatte er den Völkern dort einfach Ihre kommunistischen Parteien vor die Nase gesetzt, oder wollten die tatsächlich in Mehrheit den Sozialismus?

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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01.08.2021 15:17
avatar  icke46
#1286
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #1285
Österreich war auch SBZ, die hatten aber irgendwie Glück.
(....)




Glück würde ich das nicht nennen - Österreich hat sich im Gegenzug zur Neutralität verpflichtet und das auch bis zum Umbruch 89/90 durchgehalten. Vermutlich war Österreich auch beiden Seiten (USA/SU) geostrategisch nicht so wichtig, so dass es dann 1955 zur vollständigen Unabhängigkeit Österreichs kam.

Das hatte unter anderem auch die kuriose Folge, dass Wien zur Hochburg der internationalen Geheimdienste wurde, wo sich die unterschiedlichen Geheimdienste auch gegenseitig observiert haben, wobei es auch exotische Mitspieler wie zum Beispiel den albanischen Geheimdienst gab. In der Rückschau betrachtet hatte das ein bisschen was von Comedy....


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