Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

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23.08.2010 09:55
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#76
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Zitat wosch

haben solche Verbrechen eine große Gesellschaftsgefährlichkeit


Al Capone lässt grüssen, wosch, du bist ja ein ganz ganz gefährlicher, sozusagen Staatsfeind Nr. 1

Viele Grüße aus dem Rheinland


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23.08.2010 09:59
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#77
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Zitat von Feliks D.
Du hättest ja recht zeitnah wieder einreisen können, weil Du Dich mit deinem bundesdeutschen Pass sicher gefühlt hättest. Vor diesem Hintergrund macht macht der Haftbefehl und die Ausschreibung deiner Person zur Festnahme schon einen Sinn.

Ansonsten deutsche Gründlichkeit.




Ja Felix, das mag wohl von der Logik her richtig sein, aber für so blöde wirst Du mich hoffentlich im Nachhinein nicht halten! Als ich diesen Passus beim Studieren meiner Akte in der Berliner Normannenstraße endeckte mußte ich kurz laut lachen, obwohl noch eine ganze Menge Lesender sich in dem Raum befanden und absolute Ruhe angesagt war.
Schönen Gruß aus Kassel.


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23.08.2010 10:43 (zuletzt bearbeitet: 23.08.2010 10:43)
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#78
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Zitat von wosch
Der Verfasser des Berichtes, den ich nur auszugsweise wiedergegeben habe, war der "Leiter der Abt.-K- ein Gewisser M......tz, Hptm. der VP und dieser Bericht war an die Staatsanwaltschaft des Kreises Ludwigslust gerichtet



Ja, das passt auch. Da musste natürlich die Schändlichkeit der Tat nochmal richtig unterstrichen werden.
Schönen Dank für die Rückantwort. Das Vokabular Deiner Aktenauszüge ist wirklich stark ("Bonner Ultras"). Zu der Zeit wurden wohl tatsächlich in jedem Schriftstück alle Register gezogen.


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23.08.2010 13:31
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#79
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Hallo,und ich in meinem jugendlichen Leichtsinn dachte immer die Bezeichnungen "Bonner Ultras"und "Westzone"wurden damals nur vom DDR-Kabarett benutzt und nicht von sog. staatl.Organen der DDR in offiziellen Schriftsätzen...Wieder was dazu gelernt!


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23.08.2010 13:50
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#80
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Zitat von Landeposten
Hallo,und ich in meinem jugendlichen Leichtsinn dachte immer die Bezeichnungen "Bonner Ultras"und "Westzone"wurden damals nur vom DDR-Kabarett benutzt und nicht von sog. staatl.Organen der DDR in offiziellen Schriftsätzen...Wieder was dazu gelernt!



Westzone ist ja noch O.K,aber" Bonner Ultras"ist ja voll daneben,ein Begriff aus dem Kalten Krieg,typisch Hetzte.Ultras ist eine Abkürzung und stammt aus der Zeit von Bismarck.


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23.08.2010 14:16
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#81
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Nicht die Zeitschiene vergessen...wosch's Geschichten spielen in den 50ern und 60ern.
Das dürfte überhaupt ein Grund für viele Reibereien hier sein. Der überwiegende Teil der diskutierenden Teilnehmer dürfte die DDR wohl aus den 80ern, vielleicht auch noch aus den 70ern kennen. Da hat sich natürlich mit der Zeit einiges geändert. Ich behaupte mal, dass ganze Leben in der DDR lief in den 80ern viel gemäßigter ab als noch in den 60ern. Da werden schnell mal Beiträge als unwahr oder übertrieben bezeichnet, nur weil man es selber nicht so erlebt hat.
Mal abgesehen davon, wissen wir ja auch nicht, ob die Verfasser ein Schmunzeln im Gesicht hatten, wenn sie solche Texte verfassten. Ich hatte an anderer Stelle schon mal gesagt: Solche Texte konnten wir im Osten fast alle schreiben. Wer in Schule und Studium in bestimmten Fächern den Notendurchschnitt aufbessern wollte, musste sowas einfach in Wort und Schrift draufhaben...egal, was man sich dabei gedacht hat. Für viele galt das dann sicher auch noch im Beruf.
Meine Stasiakten aus den 80ern waren viel sachlicher. Obwohl recht dick, kommen solche scharf formulierten Bewertungen gar nicht vor. Das war denn auch der Grund meiner Anfrage an wosch. Ich hatte nämlich die Erfahrung gemacht, dass tendenziell derart verfasste Texte nur von übermotivierten IM's stammten, die dann aber von deren Führungsoffizieren eindeutig als solche identifiziert wurden und wegen Irrelevanz gar nicht weiter bearbeitet wurden. Das mag in den frühen Jahren ganz anders gewesen sein (wie man sieht).
Auch Sachen wie Westfernsehen oder politische Witze dürften in den 80ern kaum noch jemandem ernsthafte Schwierigkeiten gemacht haben.


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23.08.2010 14:34 (zuletzt bearbeitet: 23.08.2010 14:35)
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#82
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wobei man beachten sollte, dass @wosch zwar aus seiner mfs- akte zitierte, jedoch dort einen hptm der k (mdi), einen staatsanwalt und einen richter am amtsgericht.
auch was hier wieder seltsam ist, obwohl im nachhinein ein haftbefehl ausgestellt worden ist, wurde @wosch nicht vom mfs in die fahndung gelegt.


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23.08.2010 14:43
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#83
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Zitat von GilbertWolzow
wobei man beachten sollte, dass @wosch zwar aus seiner mfs- akte zitierte, jedoch dort einen hptm der k (mdi), einen staatsanwalt und einen richter am amtsgericht.



Ja, das ist mir natürlich auch aufgefallen. Aber es ist nun mal die "Stasi-Akte" und dass die DDR nahezu vollständig auf "Stasi" reduziert wird - daran hat man sich auch schon gewöhnt.

Zitat
wurde @wosch nicht vom mfs in die fahndung gelegt.


Wäre das üblich gewesen, in Anbetracht der Tatsache, dass er das Land schon verlassen hatte?
Und wenn ja, was hätte das ganz praktisch bedeutet? Man hatte ja keinen Zugriff mehr auf ihn. Tat man mehr als "an der Grenze auf ihn zu warten"?


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23.08.2010 15:20
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#84
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Zitat von sentry


Zitat
wurde @wosch nicht vom mfs in die fahndung gelegt.


Wäre das üblich gewesen, in Anbetracht der Tatsache, dass er das Land schon verlassen hatte?
Und wenn ja, was hätte das ganz praktisch bedeutet? Man hatte ja keinen Zugriff mehr auf ihn. Tat man mehr als "an der Grenze auf ihn zu warten"?



nein, man wartete einfach... lt. seinen eigenen worten ist @wosch regelmässig zu seinen verwandten in die ddr eingereist. sicherlich wird sich dazu etwas in der akte befinden.


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23.08.2010 16:43
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#85
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Hallo,mich würde in diesem Zusammenhang mal interessieren,ob es den finsteren Stasischergen an der waffenstarrenden Grenze möglich war einen harmlos-friedlich daher kommenden BRD-Bürger der sich im nachhinein als R-flüchtling entpuppte in Eisen zulegen und ihn nach Hohenschönhausen zu verfrachten.Oder ob nach gewisser Zeit kein Zugriff mehr möglich war und der Scherge bei Erkennung eines solchen nur noch vor Wut ins Tischtuch beißen konnte.


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23.08.2010 16:46
avatar  seaman
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Zitat von Landeposten
Hallo,mich würde in diesem Zusammenhang mal interessieren,ob es den finsteren Stasischergen an der waffenstarrenden Grenze möglich war einen harmlos-friedlich daher kommenden BRD-Bürger der sich im nachhinein als R-flüchtling entpuppte in Eisen zulegen und ihn nach Hohenschönhausen zu verfrachten.Oder ob nach gewisser Zeit kein Zugriff mehr möglich war und der Scherge bei Erkennung eines solchen nur noch vor Wut ins Tischtuch beißen konnte.



Doch,Festnahmen gab es schon....

seaman


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23.08.2010 17:03 (zuletzt bearbeitet: 23.08.2010 17:11)
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#87
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Eben,das meine ich auch...also....
müßte doch der wahre Flüchtling mit dem Klammersack gepudert sein sich solch einer Gefahr auszusetzen und verhaftet zu werden.(Wie lange solch eine Haft auch dauern möge)
Anstatt im schönen Westen zu verharren und es sich gut gehen lassen.


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23.08.2010 17:18
avatar  Pitti53
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Zitat von Landeposten
Eben,das meine ich auch...also....
müßte doch der wahre Flüchtling mit dem Klammersack gepudert sein sich solch einer Gefahr auszusetzen und verhaftet zu werden.(Wie lange solch eine Haft auch dauern möge)
Anstatt im schönen Westen zu verharren und es sich gut gehen lassen.



manche waren aber gepudert.in marienborn wurde 1982 oder 83 der mörder eines grenzsoldaten festgenommen.mord verjährt nie


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23.08.2010 18:40
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von sentry


Zitat
wurde @wosch nicht vom mfs in die fahndung gelegt.


Wäre das üblich gewesen, in Anbetracht der Tatsache, dass er das Land schon verlassen hatte?
Und wenn ja, was hätte das ganz praktisch bedeutet? Man hatte ja keinen Zugriff mehr auf ihn. Tat man mehr als "an der Grenze auf ihn zu warten"?



nein, man wartete einfach... lt. seinen eigenen worten ist @wosch regelmässig zu seinen verwandten in die ddr eingereist. sicherlich wird sich dazu etwas in der akte befinden.





Eingereist bin ich erst ab 1982 wieder in die DDR als meine Mutter im Sterben lag. Zu diesem Zeitpunkt war der Haftbefehl schon seit 10 Jahren aufgehoben gewesen, was ich natürlich nicht wußte, da ichnicht nachgefragt hatte. Aus den 80er Jahren gibt es noch eine Akte vom MfS. In dieser handelte es sich um Fluchthilfe, bzw. um deren Beihilfe. Federführend war da die BV Erfurt des MfS, die verantwortlich für meine komplette Observation von der Einreise bis zur Ausreise war. In diesem Zusammenhang wurde einmal auf freier Strecke der Zug von Gotha nach Eisenach angehalten, um meine Person zu überprüfen und gegebenen Falls irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen!
Schönen Gruß aus Kassel.


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23.08.2010 18:49
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#90
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Hallo Wosch,
nur eine Frage, hattest du bei deiner ersten Einreise in die DDR Schiss?


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