Thüringen übernimmt "Grünes Band" an einstiger Grenze

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13.11.2008 05:40
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#1
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Teistungen (epd). Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) haben am Sonntag im Grenzlandmuseum Eichsfeld bei Teistungen die Vereinbarung zur Übertragung des Biotopverbundes "Grünes Band" an den Freistaat unterzeichnet. Damit übernimmt Thüringen seinen Anteil an den Flächen des Bundes entlang der einstigen innerdeutschen Grenze endgültig in seine Verantwortung.

Die Vereinbarung war nach langen Verhandlungen im September vom Haushaltsausschuss des Bundestages bestätigt worden. Danach zahlt Thüringen als Gegenleistung in den nächsten acht Jahren insgesamt 520.000 Euro an den Bund, mit denen Folgekosten der Übertragung finanziert werden sollen. Zudem will sich das Land finanziell an drei großen Naturschutzprojekten im früheren Grenzgebiet beteiligen. Die Regelung gilt zugleich als Modell für Vereinbarungen der anderen ostdeutschen Länder mit dem Bund für eine Flächenübertragung.

Der Freistaat hat mit 763 Kilometern vom Harz bis zum Vogtland den größten Anteil an dem knapp 1.400 Kilometer langen Streifen. Er verbindet entlang der einstigen Grenzlinie auf ostdeutscher Seite zwischen Lübecker Bucht und Frankenwald mehr als 100 verschiedene Biotope. Hier konnte sich im Schatten der DDR-Grenzanlagen eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt mit 160 gefährdeten Arten entwickeln.

Die schon vor fünf Jahren vorgeschlagene Flächenübertragung war wiederholt an den Folgekosten gescheitert. Der Thüringer Kompromiss vom April ermöglicht nunmehr die Pflege und Entwicklung des "Grünen Bandes" im Freistaat mit 3.863 Hektar und über 50 Naturschutzgebieten entsprechend den Vorgaben des Landes für den Naturschutz. Nach Angaben der Landesregierung ist mit der Übertragung der größte Teil des Verbundes vor Bebauung oder landwirtschaftlicher Nutzung gerettet.


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13.11.2008 16:18
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#2
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Den Mythos "einzigartige Tier- und Pflanzenwelt" sollten wir uns mal etwas genauer anschauen. Bis zum Kolonnenweg wurden die Flächen ganz normal landwirtschaftlich genutzt.

Dann kamen die Sperranlagen mit Minen. Dort war Bewachsung unerwünscht, ebenso auf dem letzten Streifen bis zum Grenzstein. Tonnenweise wurden Pflanzenvernichtungsmittel eingesetzt und viel Wild kam in den Minensperren ums Leben.

Es war alles Andere als eine unberührte Natur. Die Wälder im Schutzstreifen, nunja da durften nur wenige Leute rein, aber da wurde auch eine ganz normale Jagt- und Forstwirtschft betrieben. Im Duderstädter Wald, nur wenige ha groß, gab es ungefähr 100 Wildschweine.

Kurzum, in den Abschnitten, die ich kenne, gab es keine einzigartige Flora/Fauna, nicht aufgrund der Grenze. Sicher, ich sah einige seltene Vögel wie zb die Sumpfohreule, aber die gibts auch anderswo in Thüringen.

Viele Grüße,
Rolf


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13.11.2008 17:53
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#3
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Fahr mal ins Grenzgebiete Thüringen/Hessen/Bayern. Einzigartige Natur kann man da erleben. Ich denke mal schon, dass die sich im Sperrgebiet besser entwickeln konnte.


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13.11.2008 19:17
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#4
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Zum Teil ist das schon möglich. Ich betrachte sowas immer kritisch, gerade dass, was die Politiker heute draus machen.

Rolf


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26.02.2010 18:45
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#5
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Hole mal wieder was ganz altes aus dem Forumskeller vor.


Hätte nämlich ein paar interessante Links zum Thema Grünes Band in Südthüringen.

Das Grüne Band im Wartburgkreis: http://www.wartburgkreis.de/gruenes_band/index.html

Das Grüne Band im Landkreis Schmalkalden-Meiningen: http://www.lk-sm.de/gruenes_band/gruenes-band.html

Das Grüne Band im Landkreis Hildburghausen: http://gruenes-band.landkreis-hildburghausen.de/

nur Sonneberg habe ich noch nicht gefunden.

Interessante Geschichten wenn man auf die einzelnen Orte klickt.


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26.02.2010 21:24
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#6
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Nochmal ein Link zum Thema "Grünes Band in Thüringen"

http://www.thueringen.de/de/publikatione...ownload1015.pdf


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26.02.2010 21:38
#7
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Zitat von maja64
Hole mal wieder was ganz altes aus dem Forumskeller vor.

[...]

Das Grüne Band im Landkreis Hildburghausen: http://gruenes-band.landkreis-hildburghausen.de/


Ah, erst im März 1976 wurde Weinhold gefasst, bzw. festgenommen, will ja nicht verharmlosen:

Stefan


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26.02.2010 21:53
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#8
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Stefan geschrieben wird viel.
Wenn ich schon lese bis Eisfeld ging die Suche,damals war hier bei mir sowas wie ein Ausnahmezustand.
VP-Posten mit Kaschi im Anschlag und Nagelbretter über die Straße.
Aber ich war ja damals nur ein Thälmann-Pionier.


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26.02.2010 22:19
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#9
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Im Verlauf der Autobahn A38 (Göttingen - Halle/Saale) hat man das "Grüne Band" ja untertunnelt, obwohl dies von der Topographie her nicht unbedingt nötig gewesen wäre --- ich finde, man kann es auch übertreiben...


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26.02.2010 22:26
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#10
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Hier findet Ihr ne Menge Informationen zum Thema Grünes Band Deutschland:
http://www.bund.net/bundnet/themen_und_p...nd_deutschland/


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26.02.2010 22:27
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#11
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sonny ich denke Du meinst diesen Tunnel hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Heidkopftunnel


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26.02.2010 22:31
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#12
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Und hier noch eine interessante Publikation zum Thema:
http://www.grenzerinnerungen.de/images/H...s-Leitfaden.pdf


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26.02.2010 22:39
#13
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Zitat von Sonny
Im Verlauf der Autobahn A38 (Göttingen - Halle/Saale) hat man das "Grüne Band" ja untertunnelt, obwohl dies von der Topographie her nicht unbedingt nötig gewesen wäre --- ich finde, man kann es auch übertreiben...


Na, die Gegend ist schon nicht übel. Hier der Tunnel im August 2009:



Direkt vom Grünen Band aus aufgenommen...um beim Thema zu bleiben.

Stefan


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26.02.2010 23:06
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#14
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@ Maja

Ja, genau.

-----

@ Ari

Das sieht auf deinem Foto spektakulärer aus, als es ist. Der Aufstieg der A38 vom Leinetal her ist ja sehr sanft, da hätte man die Trasse oben problemlos ein paar Meter höher legen können --- und dann hätte man nicht mehr allzu viel "Berg" abtragen müssen.

Natürlich ist es schön, daß durch den Tunnel insbes. der Wald im Bildhintergrund erhalten geblieben ist (ein wunderbar stilles Fleckchen Erde --- wenn man sich dort aufhält, würde man nicht vermuten, daß paar Meter unter der Erde der Autobahnverkehr rollt). Aber die Probleme des Tunnels (nicht nur beim Bau, sondern auch im Betrieb) sind nicht zu verachten. Für Gefahrguttransporte ist der Tunnel ja sogar gesperrt --- die müssen weiterhin in Friedland runter und sich über die B80 quälen...

BTW, dein Bild dürfte vom ehem. Kolonnenweg aus aufgenommen sein, der dort noch auf einer gewissen Länge erhalten ist. (Oben im Wald verliert er sich dann --- geht man in die andere Richtung, findet man ihn wieder an der Leine, wo die alte Brücke noch erhalten ist.)

Ich bin zu Zeiten des Autobahnbaus (also bis einschließlich 2006) öfter dort gewesen (habe auch die Autobahn von Friedland bis Leinefelde "erwandert", wenn auch nicht am Stück) --- nur hatte ich damals leider noch keine Digicam, so daß ich hier nicht mit Fotos aufwarten kann.


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10.11.2013 18:57
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#15
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Der Beitrag ist zwar schon etwas älter aber das Thema nach wie vor aktuell. Ich selbst arbeite seit 4 Monaten am Grünen Band in der Altmark (in Sachsen-Anhalt stehen wir ja eigentlich früher auf aber hier hinken wir wohl hinterher) und befasse mich mit der vegetationskundlichen Erfassung von Biotopen am ehemaligen Todesstreifen, also den Flächen zwischen dem Kolonnenweg und den in Richtung Westen nachgelagerten Sperrgräben.
Da die Altmark dünn besiedelt ist, liegen viele der Flächen seit der Wende brach und die Natur konnte sich tatsächlich entwickeln wie sie wollte.
Das Ergebnis ist ein Paradies für Vögel (Adler, Kranich, Pirol, Wiesenweihe, Braunkehlchen uva.) und Wild. Teilweise zum Leidwesen der Jäger, die die Altmark auch schon mal als Zuchtstation für Waschbären bezeichnen.
Mein persönliches Fazit: Nicht die Tatsache, dass das Gebiet bis 1989 nicht betreten werden durfte, sondern die, dass nach der Wende niemand so recht wusste was man mit den Flächen anfangen soll, hat das Grüne Band zu dem gemacht was es ist: Ein Geheimtipp für Naturfreunde, die etwas Ursprüngliches suchen und dafür nicht extra eine Amazonasexpedition machen wollen!
Probiert es selbst, am Besten geht es mit dem Fahrrad! Tipp: Im Sommer ist Mückenschutz extrem wichtig, besonders im Bereich der Dumme, Jeetze und aller wasserführenden Gräben.
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