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#41

RE: Böller gefällig? Handgranatenwerfen beim BGS

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2010 17:05
von turmwache (gelöscht)
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hallo zusammen,
die folgenden zusammenhänge kommen gelegentlich immer wieder in meinen erinnerungen zum bewußtsein.
während meiner grundausbildung in der ra-1 haben wir nur mit den leeren hülsen und dem loch unten , geworfen.weil ich schon aus meiner schulischen handballzeit einen guten wurf hatte kam ich also in der ausbildung auf ein mich selbst überraschendes bild: 69m weit, also außerhalb unserer markierung.
für das scharfe training habe ich unsere dienstvorschrift folgendermaßen in erinnerung.
am1. tag erfolgte eine theoretische belehrung im unterrichtsraum also auch mit schautafeln und anschließender unterschrift.
wer diese belehrung also wegen abwesenheit nicht unterschrieben hatte durfte nicht am darauffolgenden tag auch nicht am werfen mit der übungshandgranate teilnehmen. diese granate konnte von unten immer wieder mittels eines kleinen "Knallkörpers" nachgeladen werden und zerlegte sich also nicht,aus der deckung heraus jedoch mit anwesendem vorgesetzten wurde geworfen.
3.tag; das hatte also insgesamt zur folge, daß das training dann komplett ausfiel wer also am esten tag nicht anwesend war*.
äußerst bemerkenswert ist in diesem zusammenhang, daß dieses training kurz vor der entlassung mit uns durchgeführt wurde, das führte unter uns soldaten natürlich zu diskussionen, hatten wir doch in der vorhergehenden zeit den umgang mit den schweren granaten unserer schweren (2 to)122mm haubitze m30 oder auch Х 38 (sprich: "crha" 38)genannt überstanden, eine munikiste mit 2 granaten incl kartuschen und pulverbeutel wog immerhin 65 kg.
die doppelte menge munition für die haubitzen befand sich auf den uralprotzen versiegelt im bewachten gefechtspark.
die uralprotzen vom lehrgefechtspark waren mit ihren haubitzen ohne munition und bei gefechtsalarm mußte also die eine hälfte vom gefechtsparkfahrzeug auf das lehrgefechtsfahrzeug umgeladen werden was sehr schnell erfolgen mußte also meistens eine kiste pro mann.(der lehrgefechtspark war am tage ohne weiteres zu betreten und hatte nur am durchlasshäuschen eine registrierung zur folge.

mein glück war, daß ich nach dem ersten 1/2 jahr am geschütz "meine" ladewerkstatt fürs gesamte regiment und den ladep3 (2sitzer)für unsere abteilung bekam und das geikeln mit dem geschütz dann aufhörte.allerdings erfolgte 1m ersten 1/2 jahr für mich eine doppelte ausbildung; 1 x kanonier k6 und einmal ladewart.
tw
ich war nicht der einzige, welcher am sozusagen 1. tag sich im medpunkt gemeldet hatte.
Das training wurde nicht nachgeholt.
überhaupt wer zb probleme mit der ex hatte (nur bei freundin) bekam in der regel keinen urlaub u.durfte keinen dienst mit der scharfen waffe (wache) alleine ausführen. es erübrigt sich die spekulation wer das wohl ermittelt hatte.leider hatten wir trotzdem einen selbstmörder : auf wache im doppelzaun - daran anschließend wurden durch den regimentskommandeur vor ca 1200 mann die beleidigenden zeilen seiner ex an den soldaten öffentlich vorgelesen.

so war es bei uns: 1,5 jahre grundwehrdienst im ar-1 "rudolf gyptner" in lehnitz


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#42

RE: Böller gefällig? Handgranatenwerfen beim BGS

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 19.06.2015 23:01
von Schlutup | 4.717 Beiträge | 5862 Punkte
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Moin Moin,
was für Üb Handgranaten gab es jetzt eigentlich beim BGS genau?

Kann im Netz gerade nichts richtiges finden.

Gruß Schlutup


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#43

RE: Böller gefällig? Handgranatenwerfen beim BGS

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 20.06.2015 12:07
von willie | 626 Beiträge | 46 Punkte
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Moin Schlutup,

beim BGS wurde mit der Übungshandgranate DM 58 geübt. Die hatte nur einen Zuendsatz ( auf dem Foto das messingfarbene Röhrchen).
Dieser Zuendsatz wurde jedesmal vor dem "neuen" Wurf herausgeschraubt und ausgetauscht. Die DM 58 hatte in der Mitte des schraubbaren Bodenstücks eine Bohrung für den Zuendfunken/Zuendstrahl des Zuendsatzes. Wenn man die Granate entsichert auf den Boden stellte (was natürlich gegen die Sicherheitsvorschriften verstieß) sprang diese nach Zuendung etwa 1 bis 1,5m hoch.
Die Granate hatte die Farbe hellblau und war etwa gleich schwer wie die "scharfe" DM 51.

Foto Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ueb_Handgranate.jpg


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
sieben-seen und Schlutup haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.06.2015 13:43 | nach oben springen

#44

RE: Böller gefällig? Handgranatenwerfen beim BGS

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 20.06.2015 15:30
von berlin3321 | 3.012 Beiträge | 1717 Punkte
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Moin Moin Forum,

an eine blaue Handgranate bei der BW kann ich mich nicht mehr erinnern (79- 80).

Ich habe während einer Übung auf dem Schießplatz Putlos daran erinnern so´n Ding geworfen zu haben, Aufsicht hatte ein Hptm.

Während des "normalen Schießens mit G3 waren die Uffze. die Aufsicht.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...


Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker, ...
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#45

RE: Böller gefällig? Handgranatenwerfen beim BGS

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 20.06.2015 22:53
von willie | 626 Beiträge | 46 Punkte
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während meiner Aubildung führte ein Gruppenführer (PHW mit AusbilderBalken-Vergleichbar mit späterem Polizeimeister) beim Üb-Werfen Aufsicht.


Beim scharfen Wurf auf dem TrupPl Schwarzenborn (Black-Born-City) war ein PM (Polizeimeister und auch mein damaliger Hundertschaftsführer, ein PHK (Polizeihauptkommisssar) Aufsichtshabender.
So kam es damals (1978) während des scharfen Wurfs auf dem Handgranatenwurfstand der Bundeswehr in Schwarzenborn zu einem sehr "seltsamen" Wettkampf:

Unser damaliger Hundertschaftsführer (vergleichbar mit Kompaniechef) übernahm während des Handgranatenwerfens die Leitung und auch die Aufsicht beim Werfer. Zuvor wurde das Werfen unterbrochen. Auf Weisung des PHK P..... wurde in etwa 20 m Entfernung vom Wurfstand ein Holzpfahl in die Erde geschlagen. An diesen Holzpfahl nagelte unsere PHK persönlich seine Dienstmütze (damals noch Bergmütze, also noch nicht Barrett).
Der dann als Leitender des Handgranatenwerfens auftretende PHK gab die Weisung an die nun folgenden handgranatenwerfenden Polizeivollzugsbeamten heraus "....derjenige der meine Dienstmütze mit einer entsicherten Handgranate vom Pfahl hohlt bekommt 2 Kasten Bier von mir".
Soweit ich mich heute noch daran erinnern kann, warfen etwa 20 Polizeivollzugsbeamte jeweils 3 Granaten, teileweise als Splitter, teilweise mit abgeschraubtem Splittermantel, als Sprenghandgranate, auf die Dienstmütze.
Es gelang keinem Beamten die Mütze vom Pfahl zu werfen!
Nach Beendigung des Werfens (keine Granaten mehr) ging unser Hundertschaftsführer zu seiner völlig zerfledderten Mütze, setzte diese ganz locker auf den Kopf, grinste sich eins und lies sich anschließend zur Standortkommandantur fahren um mit der zerschossenen Mütze das Werfen ohne Vorkommnisse abzumelden. (Grins!)
Alles wirklich so geschehen, denn ich war Zeuge!
Die 2 Kasten Bier hat der "Alte" dann aber trotzdem am Abend mit seiner demolierten Mütze spendiert unter dem Moto " Leute das is echter Einsatz.....".
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.06.2015 16:12 | nach oben springen

#46

RE: Böller gefällig? Handgranatenwerfen beim BGS

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 08.01.2017 14:05
von Thunderhorse | 4.508 Beiträge | 1935 Punkte
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Zitat von willie im Beitrag #43
Moin Schlutup,

beim BGS wurde mit der Übungshandgranate DM 58 geübt. Die hatte nur einen Zuendsatz ( auf dem Foto das messingfarbene Röhrchen).
Dieser Zuendsatz wurde jedesmal vor dem "neuen" Wurf herausgeschraubt und ausgetauscht. Die DM 58 hatte in der Mitte des schraubbaren Bodenstücks eine Bohrung für den Zuendfunken/Zuendstrahl des Zuendsatzes. Wenn man die Granate entsichert auf den Boden stellte (was natürlich gegen die Sicherheitsvorschriften verstieß) sprang diese nach Zuendung etwa 1 bis 1,5m hoch.
Die Granate hatte die Farbe hellblau und war etwa gleich schwer wie die "scharfe" DM 51.

Foto Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ueb_Handgranate.jpg


Es gab drei unterschiedliche Typen von Handgranaten beim BGS.
Handgranaten aus französischen Bestanden, 1952.
Dann ab 1953 die spanische PO 1, siehe hier:
http://www.bgs13-coburg1959.de/Kapp/page...fengerE4te.html
etwas nach unten scrollen.
Muster der Übungshandgranate A.
Ab dem Jahre 1959 technisch, aus Sicherheitsgründen, etwas verändert. Das Nahsicherungsband wurde mit einer Kunststoffschürze versehen.
Als Ersatz wurde das deutsche Modell DM 51, mit der Übungshandgranate DM 58, ab 1974/75 beschafft.
Bezeichnung beim BGS: Handgranate A


"Mobility, Vigilance, Justice"


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