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Aktion im Todesstreifen bei Witzenhausen in Hessen

in Presse Artikel Grenze 10.11.2008 05:39
von Angelo | 12.795 Beiträge | 2866 Punkte
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Ein grauer November-Morgen im früheren hessisch-thüringischen Grenzgebiet auf dem Ringgau: Zwischen dem Metallgitterzaun und den Betonplatten des Kraftfahrzeug-Sperrgrabens bewegen sich bunte Gestalten. Einmal im Jahr kommt Leben in die Sperrzone: Wo vor zwei Jahrzehnten noch auf Flüchtende scharf geschossen wurde, sind jetzt zivile Helfer mit Heckenscheren, Rasenmäher und Motorsensen in Aktion.

Baumkreuz heißt das Stichwort, das sich an das Projekt 7000 Eichen des Künstlers Joseph Beuys in Kassel anlehnt

Es soll symbolisieren, wie Grenzen überschritten werden können. Das gelte vor allem für die Grenzen des Denkens.

Einheitspreis erhalten

Seit Herbst 1990 wird konsequent an der Skulptur gearbeitet, die eine Ost-West-Achse schaffen soll. Die eine verläuft parallel zur Bundesstraße 7 zwischen Eisenach und Kassel, die andere entlag der Zonengrenze. Stück für Stück wächst das grüne Kreuz zusammen, zwischen Eisenach und Ifta ist die Baumreihe entlang der B 7 schon seit einigen Jahren geschlossen. Auf 20 Kilometer wurden 1200 Linden gepflanzt.

2005 erhielt das Baumkreuzprojekt den Einheitspreis der Bundeszentrale für politische Bildung. Getragen wird das Projekt von Künstlern, Schauspielschülern, Landschaftsgärtnern und Unternehmern, kirchlichen Gruppen und Anhängern der einstigen Bürgerrechtsbewegung. Die Pflanzungen werden mit Spenden und durch Sponsoren finanziert

Die ständigen Pflegemaßnahmen durch 40 Helferinnen und Helfer aus dem ganzen Bundesgebiet sind nötig, um die Sicht für Besucher und Vorbeifahrende frei zu machen und die Reste der Sperranlagen zu erhalten. Diese kann man hier auf einer Länge von 300 Metern sehen. Der Metallgitterzaun ist ein weithin sichtbares Mahnmal.

Einer, der das Projekt maßgeblich betrieben hat, ist der frühere Iftaer Bürgermeister Rüdiger Schwanz. Er verhandelte in den letzten Monaten der DDR 1990 noch mit dem damaligen Verteidigungsminister Rainer Eppelmann über die Überlassung des Sperrstreifens" Das war gar nicht so einfach."

Aus musealen Gründen gibt es nur wenige konservierte Relikte der Teilung, so im Schifflersgrund bei Bad Sooden-Allendorf und am früheren Grenzübergang Duderstadt/Teistungen.

Punktuell wird das Projekt Baumkreuz entlang der B7 auch auf hessischer Seite sichtbar. So gab es jetzt Pflanzungen mit Unterstützung der Feuerwehr bei Netra.

Norbert Scholz aus Kassel war auch diesmal wieder bei dem Arbeitseinsatz dabei. Wann die Flächenskulptur Baumkreuz einmal fertig sein wird? Das sei eine Aufgabe noch für künftige Generationen.


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