Befragung nach Urlaub

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04.02.2010 21:52
#1
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Mal etwas, was mich zu meiner Dienstzeit genervt hat.

Wenn man aus dem Urlaub zurück kam musste man zu einem Offizier und wurde befragt wie in einem Verhör.

Mit welchen Leuten waren Sie zusammen (evtl. auch NSW)?
Welche Fragen wurden gestellt?
Hatten Sie Zugang zu westlichen Medien (Rundfunk, Fernsehen)?
Diese Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.

Wie wurden diese Befragungen ausgewertet bzw. wie habt Ihr sie empfunden?
Glaubte man wirklich, dass die Wahrheit gesagt wurde?

Gruß

westsachse


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04.02.2010 22:25
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#2
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Hallo,

die Wahrheit hat bestimmt keiner gesagt .
Ich kann mich jedoch an solch eine Befragung bei der Rückkehr aus dem Urlaub nicht erinnern.


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04.02.2010 22:41
#3
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Erst einmal Danke dafür, dass überhaupt jemand antwortet!

In Lauchröden 84/85 wurde jeder GWD'er nach jedem Urlaub in die Mangel genommen. Höchstwarscheinlich war das eine vorbeugende Massnahme, um zu versuchen sicherzustellen, das sich auch im Urlaub jeder den Vorschriften entsprechend verhält.

Gruß

westsachse


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04.02.2010 23:29
avatar  Greso
#4
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Hallo Grenzer,bei uns gab es solche Fragen nicht.Der Alte oder der Polit stellten schon mal die Frage,na Neumann
mit der Familie alles klar?(hatte auch seine Bedeutung) aber sonst zurück und gleich in die Nachtschicht.

War halt ne Andere Zeit. 1966
Gruß Greso


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04.02.2010 23:54
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#5
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Ich halte es mit Greso und der Aussage zuvor. Es hat keinen interessiert, was ich mit meiner Frau...und welche Stellung...und was wir...weil wir jung waren...alles ausprobiert haben...und welche Weltanschaung sich geändert haben könnte, und, und ,und.
Es war piepegal, man war wieder da,total entspannt im sprichwörtlichen Sinne und gut war es.

R-M-R


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04.02.2010 23:59
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#6
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....mir wurden nach dem Urlaub keinerlei solche Fragen gestellt.


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05.02.2010 00:46 (zuletzt bearbeitet: 05.02.2010 00:47)
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#7
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S51

Bei uns gab es solche Befragungen im Prinzip auch. Vorgesetzter (je nach Verfügbarkeit GF, Zugführer, KC): "War was?" GAK: "Nein". Vorgesetzter: "Schön".
Ende der Maßnahme.
Ich glaube, das war immer sehr vom Klima in der Kompanie und im Zug abhängig. Auch davon, ob bekannt war, wenn es bei dem Urlauber private Probleme gab. Aber auch dann scheute man sich oft, allzu sehr nach zu "bohren". Schließlich legte niemand allzu großen Wert auf extra Streß oder, wie wir sagten, "Sackstand". So ein Heraushalten hatte mitunter auch negative Seiten.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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05.02.2010 01:13
#8
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Ich war damals 19-20 und dem entsprechend naiv. Wenn man auf die Frage nach "Westfernsehen" antwortete: "Wenn ich zu einem Kumpel oder zu einer Freundin komme und da läuft ARD, ZDF oder im Radio Bayern3 kann ich doch nicht sagen:'Ihr müsst das jetzt ausschalten weil ICH da bin'" konnte so ein Gespräch schon mal eine halbe Stunde dauern und artete zu einer privaten Politschulung aus. Nach dem das 2-3 Leuten passierte hatte man natürlich überhaupt kein Fernsehen im Urlaub geschaut. Da war man in 5min raus.

Gruß

westsachse


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05.02.2010 01:16
#9
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Die Aussprachen vor allem nach dem Erholungsurlaub und den Festtagsraten gab es tatsächlich. Die Ergebnisse dieser Aussprache waren im Befehl 44 nachzuweisen. Die Sache wurde mal mehr, mal weniger intensiv gefordert. Wenn gerade mal wieder eine Fahnenflucht oder ein anderes Vorkommnis war, bei dem Urlaubsprobleme eine Rolle gespielt haben konnten, wurde der Druck erhöht, diese Aussprachen zu führen. Die Kontrolle darüber war einfach. Der Zugführer hatte an den KC zu berichten, der KC an den Bataillonskommandeur, in der Regel im Beisein des zuständigen Mitarbeiters der Verwaltung 2000. Zum Teil erwiesen sich die Mitarbeiter der Verwaltung 2000 als recht gut informiert. In solchen Fällen lagen Berichte der IM vor. Man hatte sich auf der Stube über den Urlaub unterhalten und ein IM hatte Bericht erstattet. Von diesen Berichten wussten wir als Kompanieführung nichts. Wir kannte auch nicht die IM's. Es konnte halt nur passieren, dass man irgendwann von den Mitarbeiter der Verwaltung 2000 angesprochen wurde: "Sag mal, was ist eigentlich mit Soldat xyz, der hat doch im Urlaub ...". Nach so einer Frage gingen meist wieder intensivere Gespräche los.

Die wesentlichen Punkte wurden hier schon genannt:
- Probleme mit der Frau, den Kindern, generell der Familie
- Probleme mit Wohnung
- Probleme mit der Arbeitsstelle
- Kontakte, Feindsender
- Informationen aus den Massenmedien, zu denen es offene Fragen gab

Natürlich wurde uns nicht oft die Wahrheit gesagt. Aber ganz blöd waren wir auch nicht alle. Bestimmte Informationen bekam man schon, notfalls zwischen den Zeilen.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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05.02.2010 09:29
#10
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Bei uns wurden diese Fragen nur sporadisch gestellt. Auf eine solche Frage nach konsumierung von "Westfernsehen" habe ich mit Ja geantwortet. Ich hätte der Einfachheit halber Nein sagen können, bin aber ein ehrlicher Mensch. Der Fragesteller war unser Polit und hat darauf ernsthaft erklärt, er hätte bei seinen Eltern! auch mal Westfernsehen geschaut, aber das Programm hat ihm nicht gefallen!laugh] Der war jünger als ich (22) und hatte öfters so komische Meinungen. Mir ist darauf und auf ähnliche Sachen nichts passiert.

Viele Grüße, Theo


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05.02.2010 11:18
avatar  Sonne
#11
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Grenze damals war wirklich anders-als die Jungspunte heute berichten.
War 1966 / 1967 dabei.

Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend

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05.02.2010 13:10
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#12
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Wenn man aus dem Urlaub zurück kam musste man zu einem Offizier und wurde befragt wie in einem Verhör.


nach meinem ersten vku an der grenze wurden mir tatsächlich auch diese fragen,
von meinen stellv. zugführer, gestellt.


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05.02.2010 17:15
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#13
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Da unsere Band ja geschlossen Urlaub machen mußte, hat das keinen interessiert. Die haben mit sich selbst soviel zu erzählen gehabt, dass ein kleiner Soldat da nicht interessiert hat.
VG Affi


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05.02.2010 17:18
avatar  Mike59
#14
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Zitat von Affi976
Da unsere Band ja geschlossen Urlaub machen mußte, hat das keinen interessiert. Die haben mit sich selbst soviel zu erzählen gehabt, dass ein kleiner Soldat da nicht interessiert hat.
VG Affi


----------

Mal ne Frage an alle. Gab es bei den anderen Teilstreitkräften auch den Befehl 44/75 oder galt der nur für die GT?

Mike59


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05.02.2010 17:35
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#15
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@Mike 59,
von einem solchen Befehl habe ich HIER zum ersten Mal was gehört, aber wie gesagt. Musikkorps, da gingen alle Uhren etwas anders!!
VG Affi


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